Hallo ihr Lieben,
ich bin seit über 4 Jahren mit meinem Partner zusammen - beide Anfang 30. Die ersten 2 Jahre haben wir in der gleichen Stadt in getrennten Wohnungen gelebt. Bis zu dem Tag, als sein Vertrag auslief, war alles in Ordnung. Er bewarb sich schließlich in einer 300 km entfernten Stadt und gestand mir das erst, als er mehrere Vorstellungsgespräche dort hatte. Seine Karriere hätte er auch in unserer Stadt fortsetzen können (Jobangebot war da), aber er wollte unbedingt wegziehen, angeblich wegen besserer Karrierechancen.
Also hatten wir über ein Jahr eine sehr anstrengende Fernbeziehung, in der ich häufiger zu ihm fuhr als er zu mir, da er auch mal freitags spät arbeiten musste und nicht hätte fahren können. Ich hatte bis dato auch einen guten Job, eine schöne Wohnung… Dann stand das Thema zusammenziehen im Raum, weil keiner mehr die Kraft für eine Fernbeziehung hatte und eine Fernbeziehung von seiner Seite aus (Schichtdienst in naher Zukunft) auch nicht möglich gewesen wäre. Also habe ich mein Leben in meiner Stadt aufgegeben, den Job gekündigt (hatte versucht aus der Entfernung nach einem Job zu suchen, aber für jedes Jobinterview ging mindestens ein Urlaubstag drauf – bis mir die Urlaubstage ausgingen) und bin zu ihm gezogen. Als wir das besprochen hatten, habe ich ihm zu verstehen gegeben, dass ich das deshalb mache, weil ich in den nächsten 2 Jahren Kinder haben möchte und seine Antwort war, dass wir nach seiner Zeit im Schichtdienst (die jetzt vorbei ist) darüber reden können.
Dann bin ich in seine Wohnung gezogen , habe in der neuen Stadt eine Weiterbildung gemacht, einen Job angenommen, bei dem ich nach 6 Wochen wieder gekündigt wurde (ich habe alles gegeben, aber nicht zu der eingefleischten Truppe gepasst) und bin nun wieder arbeitslos und am Suchen. Ich bin in der neuen Stadt sehr unglücklich, habe kaum soziale Kontakte und bisher viele schlechte Erfahrungen hier gemacht.
Nun kann sich mein Partner auch nicht vorstellen, weshalb ich keinen Job finde und beginnt an mir zu zweifeln, meint ich wäre eine Traumtänzerin und zu anspruchsvoll bei der Jobsuche. In seinem Bereich bewerben sich 2-5 Leute auf eine Stelle, in meinem Bereich kann es 100-1000 Bewerbungen auf eine Stelle geben.
In Streitmomenten bemerkt er immer wieder, ob es nicht ein Fehler war, dass ich hierher gezogen bin. Ich kann ja auch zur Miete nichts beisteuern, da ich keinen Job habe. Vor Kurzem meinte er, dass er sich keine Kinder vorstellen kann – ein Schlag ins Gesicht, weil ich zum Zweck der Familiengründung und der Entwicklung der Beziehung so viel auf mich genommen habe. Er ist selbst ein eher unterkühlter Mensch, der keine sozialen Kontakte braucht, hat keine Kinder in seinem Umfeld (ich dagegen die Kinder meiner Freundinnen).
Solange ich finanziell nichts beisteuern kann, bemerke ich, dass er die Wohnung (in der ich nichts umstellen oder Möbel von mir hinstellen durfte) als seine – nicht unsere – Wohnung betrachtet. Das kommt im Streit immer mal wieder hoch, z.B. schnarcht er seit Kurzem. Ich leide sowieso unter Schlafstörungen und muss dann oft auf die unbequeme Couch ausweichen, wodurch ich wieder Verspannungen bekomme…. Als ich angesprochen habe, wie wir das in Zukunft handhaben wollen, hörte ich „Ich lasse mich nicht aus MEINEM Schlafzimmer verscheuchen“. Seine Erstreaktionen sind immer so sehr defensiv, was mich verletzt. Nach einer Weile (Wochen bis Monate), in der er drüber nachgedacht hat, wird er meist entgegenkommender. Aber er ist sich selbst eben der Nächste und meine Gefühle dabei muss ich ihm IMMER erklären…
Für ihn ist es mittlerweile OK, wenn ich meinen Jobsuchradius ausweite und wieder in meiner Heimatstadt suche, was ich auch tue. Für ihn ist klar, dass er hier bleiben wird und wir maximal eine Fernbeziehung führen werden. Zurückziehen ist für ihn keine Option, denke ich. In der aktuellen Stadt habe ich aber auch Jobinterviews, wobei mir mein Bauchgefühl bereits sagt, dass ich die Jobs nicht haben will, weil sie mich an die Stadt binden, in der ich mich nicht wohlfühle.
Es dämmert mir so allmählich, dass ich alles aufgegeben habe und nichts zurückbekommen habe von dem, was ich mir dadurch erhofft hatte. Er dagegen musste keinen Finger krumm machen und hat mich über seinen Wohnort nach 2 Jahren Beziehung vor vollendete Tatsachen gestellt. Das Gleichgewicht ist gestört, ich kann es aber nicht mehr ändern.
Was würdet ihr an meiner Stelle tun??
Besteht die Hoffnung, dass die Beziehung mit Job besser läuft und er sich nun doch wieder Kinder vorstellen kann? Für eine Familiengründung könnte ich mir ja eher vorstellen zu bleiben und hier einen Job anzunehmen…
Soll ich für den Partner und die Beziehung (ohne Kinder) am neuen Wohnort bleiben?
Mein Plan wäre gewesen in die Stadt zurückzuziehen, wo wir uns kennengelernt haben, um mich erst einmal wieder wohlzufühlen, und nun auch mal die Beziehung an die zweite Stelle zu setzen. Aber dann rückt die Familiengründung erst recht in weite Ferne…
Hilfe! =(
LG Magali
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 27
Thema: Bleiben oder wegziehen?
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26.01.2020, 11:36
Bleiben oder wegziehen?
Geändert von _Magali_ (26.01.2020 um 11:44 Uhr)
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26.01.2020, 11:46
AW: Bleiben oder wegziehen?
Hört sich für mich nicht nach einer liebevollen Beziehung an.
Sowas wie sich zu bewerben und Dich da null mit einzubeziehen, finde ich überhaupt nicht ok.
Auch die mangelnde Empathie Deinen Schwierigkeiten gegenüber.
Mir fehlt da das „wir“.
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26.01.2020, 11:55Inaktiver User
AW: Bleiben oder wegziehen?
Mir fehlt da in der ganzen Beziehung die Kommunikation.
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26.01.2020, 11:58Inaktiver User
AW: Bleiben oder wegziehen?
Willkommen in der bri

Wegziehen.
Wenn Du schon die Frage anderen stellen musst.. dann ist die Liebe nicht so groß...
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26.01.2020, 11:59
AW: Bleiben oder wegziehen?
Ich würde zusätzlich zum neuen Job in der alten Wohlfühlumgebung auch nach einem passenderen Partner suchen.
Und mich vorher trennen.Die Problemzone ist bei den meisten Menschen nicht der Bauch, die Beine oder der Po...
sondern viel mehr der Kopf
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26.01.2020, 12:09Inaktiver User
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26.01.2020, 12:10
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26.01.2020, 12:13Inaktiver User
AW: Bleiben oder wegziehen?
Hallo Magali,
herzlich Willkommen im Forum.
Alle Zitat-Hervorhebungen sind von mir
Möchtest Du wirklich eine Familie gründen mit einem Mann, der Dich in wichtige Entscheidungsprozesse nicht einbezieht:
... der seine Bedürfnisse über Deine stellt?Also hatten wir über ein Jahr eine sehr anstrengende Fernbeziehung, in der ich häufiger zu ihm fuhr als er zu mir
Irgendwie irritiert mich Deine Formulierung.Als wir das besprochen hatten, habe ich ihm zu verstehen gegeben, dass ich das deshalb mache, weil ich in den nächsten 2 Jahren Kinder haben möchte und seine Antwort war, dass wir nach seiner Zeit im Schichtdienst (die jetzt vorbei ist) darüber reden können.
Seid Ihr in einem wirklichen Gespräch gewesen? Oder hast Du ihm tatsächlich Deinen Plan unterbreitet?
"Drüber reden können" ist weder bei Männern noch bei Frauen ein eindeutiges Ja.
Öfter ist es sogar ein verklausuliertes "Nein - aber ich umgehe mit dieser Aussage die Diskussion jetzt".
Möchtest Du wirklich eine Familie gründen und Dich damit auf Deinen Partner zu hundert Prozent verlassen können, der sowas sagt und Dich spüren läßt:
Nun kann sich mein Partner auch nicht vorstellen, weshalb ich keinen Job finde und beginnt an mir zu zweifeln, meint ich wäre eine Traumtänzerin und zu anspruchsvoll bei der Jobsuche.
In seinem Bereich bewerben sich 2-5 Leute auf eine Stelle, in meinem Bereich kann es 100-1000 Bewerbungen auf eine Stelle geben.Empfindest Du das als liebe-voll? Extra so geschrieben.In Streitmomenten bemerkt er immer wieder, ob es nicht ein Fehler war, dass ich hierher gezogen bin.
Erscheint Dir so ein Mann als passender Lebenspartner und auch Vater?Er ist selbst ein eher unterkühlter Mensch, der keine sozialen Kontakte braucht, hat keine Kinder in seinem Umfeld
Du hast viel auf Dich genommen, um Euch als Paar wieder eine bessere Ausgangslage zu ermöglichen- und er sieht "seine" Wohnung nicht mal als Euer Zuhause?! Ganz schlimm und traurig.Solange ich finanziell nichts beisteuern kann, bemerke ich, dass er die Wohnung (in der ich nichts umstellen oder Möbel von mir hinstellen durfte) als seine – nicht unsere – Wohnung betrachtet.
Auf mich wirkt das sehr egozentrisch, lieblos und wenig lösungsbereit.„Ich lasse mich nicht aus MEINEM Schlafzimmer verscheuchen“.
So jemand wäre für mich weder als Partner noch Kindsvater geeignet.
Ja- und Du "ernstest" nicht mal liebevolles Verhalten.Es dämmert mir so allmählich, dass ich alles aufgegeben habe und nichts zurückbekommen habe von dem, was ich mir dadurch erhofft hatte. Er dagegen musste keinen Finger krumm machen und hat mich über seinen Wohnort nach 2 Jahren Beziehung vor vollendete Tatsachen gestellt.
Das ist sehr wenig und ich glaube, das dämmert Dir längst.
Das ist die einzig gute Nachricht- oh doch, Du kannst es jederzeit zu Deinen Gunsten ändern.Das Gleichgewicht ist gestört, ich kann es aber nicht mehr ändern.
Das weißt Du doch eigentlich schon längst, oder?Was würdet ihr an meiner Stelle tun??
Dafür brauchst Du eigentlich keine Außenstimmen.
Du stellst meiner Meinung nach die falschen Fragen.Besteht die Hoffnung, dass die Beziehung mit Job besser läuft und er sich nun doch wieder Kinder vorstellen kann?
Willst Du einen Mann, der Dich so behandelt, Dich spüren läßt, wie "ungenügend" Du bist, wenn etwas nicht ideal läuft?
Willst Du wirklich ein Kind von einem solchen Mann?
Dich damit für immer irgendwie mit ihm verbinden?
Möchtest Du nicht viel eher - leistungsunabhängig - geliebt, unterstützt und wertgeschätzt fühlen von (D)einem Partner?
Wäre so ein Partner nicht der verläßlichere Mann zu einer Familiengründung?
Familie ist, sich auch in schlechten Zeiten aufeinander verlassen zu können und sich geliebt und wertgeschätzt zu fühlen.Aber dann rückt die Familiengründung erst recht in weite Ferne…
Ist das das Gefühl, daß Dein Partner Dir zur Zeit vermittelt?
Du bist - noch - jung genug, einen wirklich verläßlichen und liebevollen Mann und potentiellen Partner zu suchen und hoffentlich zu finden.
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26.01.2020, 13:40Inaktiver User
AW: Bleiben oder wegziehen?
Nicht nur das, mir fehlt eine Art von liebevollem Miteinander, das in die gleiche Richtung, wie eben Familie strebt. Zudem fehlt mir, dass die TE mit ihrem Leben glücklich ist. Wenn man in einer Beziehung ist, heißt das nicht, dass man nicht auch ein eigenes Leben hat in dem man sich verwirklicht. Bzgl. Job scheinen da auch Entscheidungen fällig zu sein.
Ich sehe in ihm mit dem so wenig zugewandten Verhalten, nicht das Potential ein guter Vater zu werden zumal er keine Kinder mit der TE will. Das würde ich sehr ernst nehmen und eigentlich wäre mit dem Satz für mich die Beziehung beendet gewesen.
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26.01.2020, 13:43Inaktiver User
AW: Bleiben oder wegziehen?
Um Himmelswillen!
Das klingt einfach nur fürchterlich!
Ich wünsche dir viel Kraft, dich aus deiner Situation zu lösen.
Trenn dich, geh dorthin zurück wo du dich wohlfühlst, finde einen Mann, der mit dir zusammen deinen Traum tanzt!


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