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  1. Registriert seit
    11.06.2019
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    AW: Welche Rolle haben Partner, die nach der "Familienphase" kommen?

    Zitat Zitat von daisymiller2 Beitrag anzeigen
    Wenn man als introvertierter, zurückhaltender Mensch mit Mitte zwanzig mit drei Kindern und Schwiegereltern im Haus zurechtkommen muss und sowohl den Bedürfnissen der einen als auch den Ansprüchen der anderen gerecht werden will und sich selbst trotzdem nicht ganz verleugnen möchte, dann sind das für mich genau die Herausforderungen einer „Großfamilie“
    Ja klar.........

    Was mir nie aus den Kopf fallen wird ist: eine Reportage im Fernsehen.
    Da war eine Frau auf Partnersuche.

    Und sie konnte für mich was benennen was ich bis dato nie so gekonnt hätte.
    Diese Frau hatte 5 Kinder, einen Mann und war wohl auch noch berufstätig. Es war kein schlechtes Leben.

    Nur, sie meinte: sie hätte bei all dem Funktionieren ihr Frausein verloren.
    Das kann schon passieren. Jedenfalls das Gefühl zu haben.

    Wenn ich manchmal so Lieder höre in denen von "christmas coming home" gesungen wird dann denke ich jedenfalls: Hallo - da muss aber auch Jemand zuhause sein der Home ausrichtet.

    Es kann wirklich passieren dass zumindest die Familie diesen Menschen nur als Funktion wahr nimmt.
    Und das auch für den Rest des Jahres.

    Davon müssen sich Frauen Jahre erholen, Jahre....und es darf auch kein Revival geben....

    Meine Oma hatte damals auch den ganzen Großfamilien-Krempel einfach verkauft.
    Niemand hatte sie verstanden.

    Aber, sorry, ich bin vom Thema abgewichen.

    Nach solchen Phasen müssen Frauen sich erstmal wieder besinnen, sich vielleicht auch neu definieren.
    Dann stehen sie wieder im Saft und können alle Kerle der Welt haben.....

    Also daisy:
    sei wunderbar, frech und unberechenbar, kapriziös und anmutig.
    Das müssen die meisten Frauen nach solchen Phasen des Familienlebens erst wieder lernen.

    Die Frau aus der Reportage hatte übrigens - nachdem sie es eigentlich schon aufgegeben hatte doch noch ihren feschen Kerl gefunden.
    Der Mensch ist nichts
    anderes, als wozu
    er sich macht
    Jean Paul Sartre


  2. Registriert seit
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    AW: Welche Rolle haben Partner, die nach der "Familienphase" kommen?

    Zitat Zitat von bifi Beitrag anzeigen
    Oh, scheherezerade, das hast Du schön geschrieben, ich danke Dir.
    Gerne
    Der Mensch ist nichts
    anderes, als wozu
    er sich macht
    Jean Paul Sartre

  3. Avatar von bifi
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    AW: Welche Rolle haben Partner, die nach der "Familienphase" kommen?

    Sorry für OT: Netflix Serie "Eine kleine Lüge" trifft thematisch Dein letztes Post liebe Schehezerade. Unglaublich gut.

    Schöne Weihnachten Euch allen noch. 🎅❣💥
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    Sinonie - Gabriele Colette


    Denken und Sein werden vom Widerspruch bestimmt
    Aristoteles - Griechischer Philosoph


  4. Registriert seit
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    AW: Welche Rolle haben Partner, die nach der "Familienphase" kommen?

    Zitat Zitat von daisymiller2 Beitrag anzeigen
    Wenn man als introvertierter, zurückhaltender Mensch mit Mitte zwanzig mit drei Kindern und Schwiegereltern im Haus zurechtkommen muss

    Ist daran deine erste Ehe gescheitert?

    M.E. gehören Schwiegereltern im gleichen Haus verboten, das beherbergt so viel Konfliktpotenzial und ist für die junge Ehe völlig kontraproduktiv.

    Mir ist jetzt allerdings auch verständlicher, dass Du zum Ex noch ein gutes Verhältnis hast.
    Es gibt keinen Weg zum Glück -

    glücklich sein ist der Weg.

  5. Avatar von Mambi
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    AW: Welche Rolle haben Partner, die nach der "Familienphase" kommen?

    Zitat Zitat von jaws Beitrag anzeigen
    Ist daran deine erste Ehe gescheitert?

    M.E. gehören Schwiegereltern im gleichen Haus verboten, das beherbergt so viel Konfliktpotenzial und ist für die junge Ehe völlig kontraproduktiv.

    Mir ist jetzt allerdings auch verständlicher, dass Du zum Ex noch ein gutes Verhältnis hast.
    Aber noch unverständlicher, dass sie es immer noch großartig findet, dass diese Ex-Schwiegereltern sie und den ex weiterhin als (bestehende) Familie betrachten...
    .

    "Mein PC schreibt nur noch Großbuchstaben..." "Haben Sie die Feststelltaste gedrückt?""Nein, das hab ich ganz allein gemerkt.... !"


  6. Registriert seit
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    AW: Welche Rolle haben Partner, die nach der "Familienphase" kommen?

    Ich habe mir in den letzten Wochen eure Beiträge durch den Kopf gehen lassen, habe auch mit meinem Mann immer wieder gesprochen und habe das Bedürfnis, ein paar Dinge zu ergänzen/klarer zu stellen. Was mir immer wieder auffällt, ist, dass meine Beziehung zu meinem Ex und seiner Familie von Außenstehenden eher argwönisch betrachtet wird, was ich nicht wirklich verstehen kann... wir zwei sind heute tatsächlich befreundet. Jetzt nicht die engsten Freunde, aber wir mögen uns, wenn wir uns sehen, haben wir immer was zum Quatschen und wir freuen uns über die gemeinsam erreichten Dinge, die uns auch heute noch ein gutes Leben ermöglichen. Was seine Familie angeht, so weiß ich nicht, was für Vorstellungen manche haben... ich sitze bei denen nicht an Weihnachten oder an Familienfesten dabei und umgekehrt auch nicht. Aber wir sehen uns immer wieder mal. Bei Geburtstagen der Kinder oder letztes Jahr bei dem meines Ex-Mannes. Da sie im gleichen Dorf wohnen wie meine Eltern, laufen wir uns auch so immer wieder mal über den Weg. Und da drehen wir nicht den Kopf weg (auch wenn es früher mal Groll von beiden Seiten gab), können uns nett unterhalten und ich werde auch mal spontan zum Kaffee oder zum Essen eingeladen, wenn ich da bin. Und ich freue mich tatsächlich darüber, dass sie, die mich früher "komisch" fanden und meine Vorgehensweise in vielen Dingen erst einmal ablehnten, mir heutzutage mit Respekt begegnen und ich ihre Wertschätzung spüre. Umgekehrt sehe ich heutzutage, gerade seit meine Kinder erwachsen sind, auch ihre frühere Haltung in einem ganz anderen Licht und kann sie wesentlich besser verstehen, auch wenn ich vielleicht selber die Dinge anders mache.

    Und ich sehe es tatsächlich so, dass unsere Ehe vielleicht nicht gescheitert wäre, wenn wir nicht so jung gewesen wären, mein Ex-Mann sich mehr von seiner Familie gelöst hätte und diese nicht so präsent gewesen wäre, uns mehr Raum zur Entfaltung gelassen hätte und vor allem, wenn ich selber auch reifer und in mir selbst gefestigter gewesen wäre. Aber das war nun mal so, wir haben alle unsere Fehler gemacht und letztendlich ist es zwischen uns gut so, wie es jetzt ist.

    Was meinen jetzigen Mann angeht, so frage ich mich, ob es nicht einfach "natürlich" ist, dass unsere Verbundenheit eine andere ist... ich bin heutzutage auch eine "andere", als ich es vor Jahren war. Für mich ist ein hohes Maß an Unabhängigkeit wichtig im Leben. Als wir mit Anfang zwanzig mit Kind und Hausbau, einem angefangenen Studium und einer mehr oder weniger selbständigen Berufstätigkeit meines Ex-Mannes dastanden, waren wir aber maximal abhängig voneinander. Das schweißt natürlich auch zusammen, nach dem Motto "zusammenhalten oder untergehen". Und untergehen war keine Option für mich. Mit meinem jetzigen Mann war ich nie auf Gedeih und Verderb auf ihn angewiesen oder er auf mich. Das liegt auch an der Lebenssituation, in der ich mich mit ihm befand und befinde. Meine Kinder waren aus dem Gröbsten, ich brauchte keinen, der sich mit mir die durchwachten Nächte teilt. Ich hatte meinen eigenen Job, verdiente mein eigenes Geld und bekam von meinem Ex-Mann noch genug für die Kinder, war also auch finanziell nicht auf ihn angewiesen. Ich hatte keine existenziellen Zukunftsängste, wo ich seinen Trost und seine Zusicherung brauchte. Aber vielleicht das Wichtigste war, ich war wesentlich "reifer" und mir meiner selbst bewusster, wusste, was ich kann und hatte mehr Vertrauen in mich selbst. Das ist es wahrscheinlich kein Wunder, dass unsere Beziehung anders ist.

    Die Beziehung zu meinem Ex-Mann hat einen besonderen Stellenwert in meinem Leben. Sie steht für mich für eine Art Ur-Vertrauen, welches ich in der Beziehung zu meinen Eltern nicht erlebt habe. Ich erinnere mich gerne daran und es löst ein warmes, angenehmes Gefühl in mir aus. Aber in gewisser Hinsicht bin ich da herausgewachsen. Dazu gehört wohl auch dazu, dass manche Dinge nicht so sind, wie wir es in unseren Familien vorgelebt bekommen haben und sie dadurch "natürlicherweise" so sind (ich bin die einzige geschiedene Frau im familiären Umfeld und auch im näheren Freundeskreis). Bei uns muss halt vieles "verhandelt" werden, was andernorts von einer ähnlichen Tradition vorgegeben wird. Und ich muss auch gestehen, dass ich jetzt in einer Lebensphase bin, über die ich mir selber vorher keine Vorstellungen gemacht habe (wer überlegt sich schon vorher, gerade in jüngeren Jahren, wie es als Großeltern sein würde).

    Wenn ich jetzt nur noch einen guten Weg finden würde, wie mit den manchmal wehmütigen Gefühlen umzugehen, die mich ab und zu überfallen, wenn ich in einer Situation bin, wo ich nicht so recht weiß, wie damit umgehen und mich nach der kindlich-instinktiven Vertrautheit und Sicherheit sehne, die ich mit meinem Ex-Mann lange Zeit empfunden habe...

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