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  1. Registriert seit
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    Partner mit ADHS - Trennung oder bleiben?

    Hallo ihr Lieben,

    ich muss mal meine ganzen Sorgen, mein Kummer, mein Frust - einfach alles von der Seele schreiben.
    Vllt hat die eine oder andere eine ähnliche Erfahrung gemacht und weiß Rat?

    Es geht um folgendes:
    Mein Partner ist 30, ich bin 27 (bald 28). Wir sind 3 Jahre zusammen und wohnen auch knapp 3 Jahre gemeinsam. Anfangs war natürlich alles sehr schön. Relativ schnell (nach einem halben Jahr) habe ich festgestellt, dass mein Freund einen richtigen Freiheitsdrang hat. Er muss viel und oft unterwegs sein.
    Außerdem kann er bei einem Streit nicht einlenken. Er sieht seine Fehler zu 90% nicht. Stets bin ich Schuld.
    Mein Freund hat auch extreme Stimmungsschwankungen, ist impulsiv etc. Von Anfang an habe ich gemerkt, dass er anders ist als meine Expartner. Meine Expartner gingen mehr auf meine Gefühle ein, liefen mir auch mal hinterher und genau DAS ist es was mir fehlt - blöd gesagt (bitte nicht falsch verstehen). Mir fehlt das Gefühl, dass ich ihm wichtig bin..
    Er sagte mir, dass er als Kind ADHS hatte. Mittlerweile (seit September) gibt er zu, dass er es noch hat. Vor 7 Jahren nahm er noch Tabletten dafür. Im September recherchierte er über ADHS tagelang. Für Ende Februar hat er nun auch einen Termin beim Psychologen. Tabletten mag er nicht mehr nehmen, weil die wohl nicht sehr gesund sind und andererseits ist er damit nicht mehr er selber.. Ich finde es ja gut, dass er es behandeln lassen möchte.
    Mein Partner ist ein Scheidungskind. Sein Vater ging seiner Mutter fremd. Als er 12 war kam es dann letztlich zur Scheidung. Sein Vater hat ihn auch geschlagen, ebenso die Mutter. Beschimpfungen kamen auch nicht zu kurz. Mein Freund ist - komischerweise - eher das Papa-Kind, was ich absolut nicht nachvollziehen kann. Sein Vater hat ihn öfters durch leere Versprechungen im Stich gelassen. Mir kommt es auch heute noch manchmal so vor, als ob er die Anerkennung beim Vater sucht. Warum er ihn nicht verteufelt und die Mutter über alles liebt ist für mich fraglich. Das Thema "Scheidung" ist der sensibelste Punkt bei ihm. Er kann nicht darüber reden. Letztes Jahr habe ich das Thema im Urlaub mal angerissen, er weinte bitterlich. Reden konnte er nicht, er konnte lediglich seinen Kopf nicken oder schütteln. Mir kommt es so vor, als ob er die Scheidung noch nicht verarbeitet hat. Und irgendwie vermute ich, dass er teils genauso "unliebevoll" mit mir umgeht wie mit seiner Mutter.. er nimmt die Meinung der Mutter genauso nicht für voll wie meine.. als ob er das "Frauenbild" falsch sieht - geprägt durch den Vater?
    Was es sonst noch so zu sagen gibt..?
    Mein Freund ist stets der Coole, zeigt niemals Schwäche und er hat keine Fehler (s. oben), er ist perfekt - verkörpert es auch so.
    Letztes Jahr ist mein Vater an Krebs erkrankt und verstarb Anfang diesen Jahres. ER war der Beste, tollste, coolste Vater den man sich nur wünschen gab. Er gab mir so viel Liebe. Und diese Liebe fehlt mir brutal. Ich klammere mich an meinen Freund hin, versuch(t)e oft so lieb wie möglich zu sein, um Liebe zu bekommen, die ich mir wünsche. Nach der Trauer von meinem Papa werde ich allmählich wieder stärker und bemerke auch, dass mir die Beziehung mit meinem Freund nicht gut tut, weil ich eben nicht das bekomme, wonach ich mich sehne. Wäre mein Papa nicht erkrankt und verstorben - weiß ich nicht, ich die Beziehung nicht schon viel früher beendet hätte.

    Die ganzen auf und abs tun MIR psychisch auch nich mehr gut. Ich bin dieses Jahr gefühlt mehr krank als gesund..

    Meint ihr, er kann sich nach einer psych. Therapie ändern?
    Hat jemand eine ähnliche Erfahrung gemacht?

  2. Avatar von brighid
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    AW: Partner mit ADHS - Trennung oder bleiben?

    beim gebrauchtwagen heisst es: gekauft wie gesehen.

    wenn er nicht so wie er ist in dein leben passt- dann mache dem drama ein ende.

    du möchtest auch so angenommen und geliebt werden wie du bist und nicht wie du sein könntest.
    hinfallen ist keine schande, liegenbleiben schon.

    das leben ist kostbar, lasst uns jeden tag gebührlich feiern

  3. Avatar von Wiedennwodennwasdenn
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    AW: Partner mit ADHS - Trennung oder bleiben?

    Zitat Zitat von PaulinaH Beitrag anzeigen
    Meint ihr, er kann sich nach einer psych. Therapie ändern?
    Selbstverständlich kann er sich ändern, höchstwahrscheinlich wird er sich ändern. Aber ob er danach so ist, wie Du ihn haben möchtest, wage ich zu bezweifeln.

    Zitat Zitat von PaulinaH Beitrag anzeigen
    Hat jemand eine ähnliche Erfahrung gemacht?
    Eine frühere Lebensgefährtin von mir hat auch ADHS. Das Zusammenleben mit einer/einem Betroffenem erfordert extrem viel Toleranz. In unserem Fall hat es nicht ausgereicht. Irgendwann war dann bei mir Schluß.

    Um offen zu sein, noch einmal würde ich mir so etwas nicht antun.
    Keiner kann verhindern, dass ich klüger werde (Konrad Adenauer).


  4. Registriert seit
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    AW: Partner mit ADHS - Trennung oder bleiben?

    @Wiedenwodennwasdenn:
    Was für ADHS-Symptome hatte deine Partnerin? Womit kamst du nicht klar?

  5. Avatar von Klecksfisch
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    AW: Partner mit ADHS - Trennung oder bleiben?

    Wenn Liebe krank macht, sollte man das beenden. Wer einmal ADHS hat, wird es behalten, es wird sich nichts ändern.
    Die Sache mit dem streiten ist die, wenn man etwas zurückhält, arbeitet es auf lange Sicht gegen euch
    (Dalai Lama)

    Wenn du jemand anderem vergibst, dann tust du dies deinetwegen, nicht weil der andere das verdient. (Doris Wolf, Psychotherapeutin)



  6. Registriert seit
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    AW: Partner mit ADHS - Trennung oder bleiben?

    Hallo,
    ich denke schon, daß die Therapie gut für ihn sein wird, und er zb über die Scheidung seiner Eltern etwas hinweg kommen kann.
    Vielleicht kann er lernen, mit dem adhs besser umzugehen.
    Vielleicht gibt es auch inzwischen besser verträgliche Medikamente, und er läßt sich auf einen Versuch ein.

    Aber sich grundlegend ändern kann er eher nicht. Er hat adhs , und das wird er auch weiterhin haben.Zusätzlich hat er Hobbies und Interessen und eine eigene Persönlichkeit, und das ist auch gut so.

    Ich schlage vor, selber noch über Angehörige mit adhs zu lesen, bevor Du entscheidest, wie es weitergeht.
    Gruß,
    s12


  7. Registriert seit
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    AW: Partner mit ADHS - Trennung oder bleiben?

    Hallo, ich kenne jdn der auch ADHS hat, aber er therapiert sich quasi selbst in dem er abends etwas Gras raucht.
    Das tut ihm gut. Er leidet ebenfalls unter mangelnder Impulskontrolle und ist nach dem Rauchen quasi wie ein "normaler" Mensch. Ausgeglichen, entspannter, aber nicht wie zugedröhnt.

    Vielleicht wäre das ja auch was für Deinen Freund? Wenn er nicht raucht, kann er es vielleicht in was Süßes backen und in kleinen Portionen essen.

    Ich bin ja sonst kein großer Freund von Gras, aber bei manchen Krankheitsbildern wirkt es wahre Wunder (auch Tourette z.B.)

  8. Avatar von agathe13
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    AW: Partner mit ADHS - Trennung oder bleiben?

    Er kann bei einem Streit nicht einlenken.
    Er sieht seine Fehler nicht.
    Er gibt stets dir die Schuld.
    Er hat extreme Stimmungsschwankungen
    Er geht nicht auf deine Gefühle ein
    Er nimmt deine Meinung nicht für voll
    Er zeigt niemals Schwäche
    Er glaubt, keine Fehler zu haben, perfekt zu sein.

    Angesichts dieser Aufzählung scheint mir, ADHS ist sein geringstes Problem.
    Es liest sich eher, als wäre er ein Ar....ch.
    Oder aber jedenfalls jemand, der nicht zu dir passt.

  9. Avatar von Kleinfeld
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    AW: Partner mit ADHS - Trennung oder bleiben?

    Zitat Zitat von agathe13 Beitrag anzeigen
    Angesichts dieser Aufzählung scheint mir, ADHS ist sein geringstes Problem.
    Es liest sich eher, als wäre er ein Ar....ch.
    Das denke ich auch. Nur braucht es heute für alles eine Diagnose. Am besten mit Therapieempfehlung.
    Mit ADHS hat dieser Charakter eher nichts zu tun.
    Ich mache heute was für Bauch, Beine, Po.
    Pfannkuchen mit Nutella.

  10. Avatar von elli07
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    AW: Partner mit ADHS - Trennung oder bleiben?

    Paulina,

    zwischen euch passt es einfach nicht ! Der Grund dafür ist eigentlich egal, wobei auch ich der Meinung bin, dass ADHS für ihn eine gute Ausrede ist, um sich daneben zu benehmen.

    Meine Meinung nach Jahrzehnten Beziehungserfahrung: ein Mensch ändert sich dauerhaft nicht. Wenn eine Therapie nötig wäre, um (möglicherweise!) passend zu machen, was nicht passt, dann lass es besser.

    Mir geht es zunehmend auf den Keks, wofür frau so alles Verständnis haben sollte und wofür der Schwarze Peter rübergeschoben wird: hach, ich Armer habe ja ADHS oder was_auch_immer, da kann ich ja nix für...... Nee danke, kann ich verzichten.

    Dir geht es in der Beziehung nicht gut. Ist da eine Entscheidung nicht klar ?

    Gruß Elli
    Auf der höchsten Stufe der Freundschaft offenbaren wir dem Freunde nicht unsere Fehler, sondern die seinen (F. de La Rouchefoucauld, 1613-1680)

    Fürchte dich nicht vor einem großen Schritt. Mit zwei kleinen lässt sich keine Schlucht überwinden (David Lloyd George)
    Geändert von elli07 (16.12.2019 um 12:39 Uhr) Grund: Ergänzung

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