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  1. Registriert seit
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    Komplizierte Situation

    Hallo liebes Forum,

    ich habe eine totale Krise, möchte am liebsten aus meine Haut springen und weiß nicht, wie ich da rauskomme. Ich hoffe, Ihr könnte mir ein bisschen auf die Sprünge helfen, meine Gedanken und Gefühle zu sortieren.

    Mein Partner und ich sind 1 1/2 Jahre zusammen. Ich bin letztes Jahr beruflich bedingt umgezogen, vorher trennten uns gut 500 KM, jetzt sind es "nur noch" 300. Anfangs haben wir es ganz gut hinbekommen, die Distanz zu überbrücken, aber im Frühjahr wurde sein Vater wieder schwer krank und musste operiert werden und so war er mehr ans Haus gebunden, damit seine Mutter, die alt und pflegebedürftig ist, nicht alleine ist. Sie leben in einem Haus - mit getrennten Wohnungen - nur zur Erklärung. Somit bin ich öfter gefahren. Kaum hat sich Papa etwas erholt, ging es mit Schwiegermama los. Sie war bis dahin lediglich etwas schwach auf den Beinen, nun kam eine Demenz hinzu, die erschreckend schnell fortgeschritten ist. So weit, dass sie vor einigen Wochen in die Psychiatrie musste, weil sie eine Gefahr für sich und ihren Mann darstellte. Gerade ist sie wieder zu Hause und es geht ihr besser. Gott sei Dank.

    Nun hat sie eine Pflegerin bekommen. Eine ganz liebevolle, fleißige Frau aus Rumänien. Sie lebt mit im Haus und sorgt Tag und Nacht für "Oma". Ich bin froh und dankbar, dass meine Schwiegermama so gut versorgt ist und dass es möglich ist, sie in ihrer vertrauten Umgebung zu behalten, so lange, wie nur möglich. Ich kann aber nicht mehr schlafen, nicht mehr klar denken, nicht mehr zur Ruhe kommen. Ich habe Angst. Angst davor, dass zwischen meinem Partner und dieser Frau durch das enge Zusammenleben und den Alltag mit seinen Eltern eine Vertrautheit entsteht, die ich mit ihm nicht haben kann. Ich habe vor 4 Wochen wegen Stress ein Flimmerskrotom gehabt, meine Ärztin wollte mich 14 Tage aus dem Verkehr ziehen, ich wollte das aber nicht, weil ich noch nicht so lange am neune Arbeitsplatz bin und nicht gleich so lange wegen Stress fehlen möchte. Ich muss also kürzer treten, welches bedeutet, dass ich nicht mehr so viel fahren kann - ich war dieses Jahr jedes 2te, manchmal auch jedes Wochenende bei meinem Partner, um ihn mit allem zu unterstützen. Meine eigene Wohnung ist noch eine Baustelle und ich habe einen Sohn, der psychische Probleme hat. Ich kann und mag nicht jedes Wochenende weg und brauche auch gerade ein bisschen Unterstützung. Meine Eltern sind vor 8 Jahren verstorben, meine Schwester lebt im Ausland, Freunde habe ich hier noch keine - es war einfach keine Zeit dafür da - ich bin hier also alleine. Nun sagt mein Partner, dass wir uns dann eben weniger sehen. Er kann mir nicht sagen, wann er wieder zu mir kommen kann. Weihnachten wollte ich zu ihm, Silvester möchte er auch zu Hause verbringen. Ich habe gerade das Gefühl, die Beziehung ist ihm nicht so wichtig und könnte heulen, weil diese Situation so ausweglos ist und ich das Gefühl nur sehr schwer aushalte. Am liebsten würde ich alles sofort beenden, damit ich den Zerfall nicht Stück für Stück miterleben muss....wie er sich von mir entfernt.

  2. Avatar von bifi
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    AW: Komplizierte Situation

    Hallo liebe TE,
    schlimm für Dich, dass Du so viel Streß hast. Ich glaube nicht, das Eure Beziehung in Gefahr ist. Es gibt Möglichkeiten zur Ruhe zu kommen, Du hast die Wahl, müsstest aber zuvor einsehen, dass hier das Problem liegt.
    bifi

    P.S. Vllt zeigt Dir dies alles aber auch, dass Du Fernbeziehung eben nicht kannst.

  3. Avatar von Hair
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    Stirnrunzeln AW: Komplizierte Situation

    Hallo liebe Walderemitin, herzlich Willkommen.

    Eine schwierige Situation für Dich momentan.

    Für mich als Außenstehende sieht es so aus, dass Du Dir sehr viel Stress selbst machst.

    Dein Partner setzt ganz klare Priorität: seine Eltern sind ihm das Wichtigste.
    leider ordnest Du Dich ihm da total unter. Warum sind Dir denn seine Schwiegereltern so wichtig? Die gehen Dich doch gar nichts an. Sind auch nicht Dein Problem.

    Deinen Sohn, der doch das Wichtigste in Deinem Leben ist, nennst Du ganz am Schluss Deines Beitrags.
    Ihm gilt mein gesamtes Mitgefühl.

    Er braucht Dich. Vielleicht denkst Du mal über ihn und Dich nach.

    Der seltsame Ty, der - noch - Dein Freund ist, dem bist Du nicht wichtig.

    Was tut er denn für Euch? Will nicht mal Weihnachten mit Dir verbringen.

    Ich wüßte was ich täte. Wer mir wichtig wäre.
    Statt Dich auf der Autobahn aufzureiben würde ich mir -sofort- eine Auszeit gönnen.

    Nur für Dich. Neu sortieren.

    Lass doch die Gedanken mal darum kreisen wie schön das Leben ohne ihn für Dich wäre. Richte Deine Wohnung her für Dich und Denen lieben Sohn.

    Schrecklich zu lesen, dass er anscheinend nicht so wichtig ist für Dich, wie für Deinen Pseudopartner seine Eltern.

  4. Avatar von LizzyBorden
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    AW: Komplizierte Situation

    Nun sagt mein Partner, dass wir uns dann eben weniger sehen. Er kann mir nicht sagen, wann er wieder zu mir kommen kann. Weihnachten wollte ich zu ihm, Silvester möchte er auch zu Hause verbringen. Ich habe gerade das Gefühl, die Beziehung ist ihm nicht so wichtig und könnte heulen, weil diese Situation so ausweglos ist und ich das Gefühl nur sehr schwer aushalte.
    Ich kann Deine Enttäuschung gut nachvollziehen.

    Die Partnerschaft ist 1 1/2 Jahre alt, Dein Partner priorisiert seine Eltern - Du hingegen nennst sie "Schwiegereltern".
    Ihr gewichtet diese Beziehung sehr unterschiedlich, Du hast keine eigene Infrastruktur oder fertige Höhle.

    Achte auf Dich und liebe Dich selbst

  5. Avatar von schafwolle
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    AW: Komplizierte Situation

    Zitat Zitat von Walderemitin Beitrag anzeigen
    - ich war dieses Jahr jedes 2te, manchmal auch jedes Wochenende bei meinem Partner, um ihn mit allem zu unterstützen.
    Worin genau bestand denn Deine Unterstützung?
    Hat Dein Partner die eingefordert? Oder sie für selbstverständlich erachtet?

    Warum nennst Du seine Eltern "Schwiegereltern"?
    Das sind sie schlichtweg nicht.


    Meine eigene Wohnung ist noch eine Baustelle und ich habe einen Sohn, der psychische Probleme hat. Ich kann und mag nicht jedes Wochenende weg und brauche auch gerade ein bisschen Unterstützung.
    Was wird passieren, wenn Du ab jetzt Deine eigenen Bedürfnisse und die
    Deines Kindes mehr im Fokus haben wirst?

  6. Avatar von luftistraus
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    AW: Komplizierte Situation

    Hallo,

    meine erste Frage wäre...... Wie alt ist dein Kind?

    Wenn dieses noch minderjährig ist, sollte es deine erste Priorität haben.

    Das dein Partner was mit der Pflegerin anfängt? Möglich, aber dann ist eure Beziehung sowieso nicht das wahre.

    Du solltest wirklich etwas Stress reduzieren und auch Gedanklich nicht im, was wäre wenn Land sein.

    Ich denke, das du eher enttäuscht bist von deinem Partner. Das er Dich mit deinen Dingen nicht so unterstützt, wie du es andersrum machst.
    Before you argue with someone, ask yourself, is that person even mentally mature enough to grasp the concept of different perspectives. Because if not, there's absolutely no point.


  7. Registriert seit
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    AW: Komplizierte Situation

    Danke für Eure Meinungen, die mich doch ein kleines Stück auf den Weg bringen.

    Ja, ich habe ihm und seinen Eltern zu viel Wichtigkeit eingeräumt und mir selbst keine. Am Anfang war es angemessen, finde ich, inzwischen artet es doch aus - ich habe das Gefühl für die Grenze verloren - und ich muss die Bremse ziehen. Für mich sorgen. Das fehlt mir. Ich bin ganz klar für meinen Partner da, wenn Not am Mann ist, aber irgendwie hat es sich verselbständigt und er setzt seine Familie im Mittelpunkt...und ich bleibe auf der Strecke. Ich weiß nicht, ob ihm das so bewusst ist, ich habe ja einiges dazu beigetragen.

    Meinem Sohn (23) geht es noch nicht lange schlecht - zum Glück. Es hat sich ein bisschen rangeschlichen die letzten Monate und erst gestern, als ich von meinem Partner zurückkam, habe ich das Ausmaß feststellen können. Nun setze ich meine Prioritäten. Ich bin erschöpft, kaputt und ausgelaugt. Ich kann einfach nicht mehr. Ich kann nicht ständig im Alarmmodus sein, weil wieder mal irgendwas mit seinen Eltern ist. So lieb wie ich sie habe (und sie mich), aber ich brauche jetzt Unterstützung. Ich werde heute früher von der Arbeit los, nur, damit ich zu Hause sein kann und ein bisschen die Kontrolle für mich habe, dass er in Ordnung ist und dann mit ihm reden, sehen, was geht. Ob er bereit ist, Hilfe von Außen zu akzeptieren. Ich werde Weihnachten nicht wegfahren und ihn alleine lassen - zu meinem Partner will er nicht mitkommen, was ich verstehen kann. Wenn mein Partner nicht zu uns kommt, dann ist das so. Dann soll er mit seinen Eltern und die Pflegekraft Weihnachten uns Silvester feiern. Ich glaube aber, dass bei mir dann - nach einem solchen klaren Zeichen - so viel kaputt ist, dass ich meinem Partner gegenüber zu wenig Verbundenheit empfinde, um die Beziehung fortzuführen.


  8. Registriert seit
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    AW: Komplizierte Situation

    Ich bin der selben Meinung, hör auf dir selbst so einen Druck zu machen. Du bist ja schon krank geworden davon.

    Ihr habt schlechte Bedingungen gerade, für eine Fernbeziehung. Er mit seinen pflegebedürftigen Eltern. Du mit neuer Arbeit, neues Umfeld, neue Wohnung, selbst gesundheitlich angeschlagen und dazu dein kranker Sohn.

    Dann müsst ihr euch eben weniger sehen, wenn dein Partner dir nicht etwas entgegen kommen will.

    Ich bin auch gespannt, was passieren würde, wenn deine Bedürfnisse eine Zeitlang an erster Stelle für dich sind. Ist die Beziehung dann zuende?


  9. Registriert seit
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    AW: Komplizierte Situation

    Ganz klar es ist eine 24Stunden Betreuung bei den Eltern, Du brauchst jetzt mal seine Hilfe und er kommt nicht!

    AUTSCH das tut sauweh! Das würde ich ihm auch sagen!

    Das mit der Pflegerin, geschenkt, das ist Eifersucht und Rosamunde Pilcher Gewäsch, weisst Du selbst, Eifersucht ist O.K. aber das ist nicht der Pudels Kern.

    Seine Eltern gehen im vor, vor Dir! Das tut weh!
    Das Leben macht was es will und ich auch!


  10. Registriert seit
    05.09.2018
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    AW: Komplizierte Situation

    Ehrlich gesagt.....seine Mutter, zu der er offensichtlich ein gutes Verhältnis hat, hat eine anscheinend schnell fortschreitende Demenz.

    Die einzige Zeit, die er noch mit seiner Mutter verbringen kann, ist jetzt, denn, auch wenn sich das hinziehen kann, sie stirbt gerade!


    Ich bin ja sonst sehr dafür, dass sich Partner gegenüber ihren Eltern durchsetzen sollen, aber hier verlangst Du meiner Ansicht nach viel zu viel. Jetzt ist die Mutter krank und wird aller Voraussicht nach nicht wieder gesund, da ist die Mutter eben das Wichtigste und alle anderen müssen zurückstecken.

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