+ Antworten
Seite 3 von 5 ErsteErste 12345 LetzteLetzte
Ergebnis 21 bis 30 von 49
  1. Avatar von schafwolle
    Registriert seit
    17.09.2008
    Beiträge
    22.795

    AW: Komplizierte Situation

    Zitat Zitat von Walderemitin Beitrag anzeigen
    Ja, ich habe ihm und seinen Eltern zu viel Wichtigkeit eingeräumt und mir selbst keine.
    (hervorgehoben von mir)

    Man hört und liest das so oft, dass Frauen sich für einen Partner
    aufgeben, dass sie sich bis zum Anschlag verbiegen ...

    Vielleicht wäre es hilfreich für Dich, Deine Grundeinstellung einmal
    zu hinterfragen.

    Was steckt hinter dieser Opferbereitschaft ohne Grenzen?


    Zitat Zitat von Saetien2 Beitrag anzeigen
    Jetzt ist die Mutter krank und wird aller Voraussicht nach nicht wieder gesund, da ist die Mutter eben das Wichtigste und alle anderen müssen zurückstecken.
    Ich würde sagen, es hängt von der Qualität der Beziehung als solcher
    ab. Dem Verzicht sollte eine emotional stabile Partnerschaft zugrunde
    liegen. Dann relativiert sich alles.


    Zitat Zitat von Walderemitin Beitrag anzeigen
    Dazu kommt noch, dass ich Unterstützung brauche ...
    Meinst Du jetzt Unterstützung allgemein?
    Denkst Du dabei an mentale oder praktische Hilfe?

    Immerhin wohnt Ihr 300 km auseinander.
    Auch für ihn ist dann zB Hilfestellung (bei was auch immer) an einem
    Wochenende mit 600 km Fahrt verbunden. Das ist schon eine Hausnummer.

    Ist Dein Partner berufstätig?

  2. Avatar von Kambara
    Registriert seit
    02.04.2017
    Beiträge
    10.063

    AW: Komplizierte Situation

    Zitat Zitat von bliblablupp84 Beitrag anzeigen
    Hast du darüber ausführlich mit ihm gesprochen? Weiß er, dass du an deine Grenze stößt? Weiß er, dass es deinem Sohn nicht gut geht? Weiß er, dass du seine Unterstützung brauchen könntest?
    Oder schließt du von dir auf ihn und gehst davon aus, weil du das getan hast, müsste er das jetzt auch tun bzw. erwartest, dass er das von sich aus sieht?
    All das frage ich mich auch.

    Zitat Zitat von Walderemitin Beitrag anzeigen
    Dazu kommt noch, dass ich Unterstützung brauche - diese aber nicht verlange (!) Seine Mitteilung, dass er nicht weiß, wann wir uns wieder sehen können, tut einfach unfassbar weh.
    Warte nicht darauf, dass er von selbst auf den Trichter kommt. Er ist es in eurer noch relativ jungen (Fern)Beziehung gewohnt, dass du dich einseitig engagierst, was sicherlich auch seiner familiären Situation geschuldet ist, aber kein Dauerzustand sein kann.

    Ich würde an deiner Stelle jetzt nicht damit hinterm Berge halten, dass du nun ebenfalls mal auf seine Unterstützung angewiesen bist. Warum solltest du denn? Wenn eure Beziehung gefestigt ist, hält sie (und er) das aus. Wenn nicht, dann besteht eine Schieflage, die sich durch geduldiges Abwarten nicht beheben lässt.

    Rede offen mit ihm darüber. Auch über deine Enttäuschung und deine Befürchtungen. Dann hat er eine Chance darauf zu reagieren.
    People are so crackers.
    John Lennon


  3. Registriert seit
    08.06.2013
    Beiträge
    5.672

    AW: Komplizierte Situation

    In den von Satien angesprochenen Punkten bin ich vollumfänglich dabei.

    Das ODB wohnt 300km weit weg, hat beide Elternteile alt und krank im Haus und geht vermutlich arbeiten.
    Das ist selbst mit Pflegehilfe ein richtiger zusätzlicher Job.

    TE ist berufstätig und hat einen 23 jährigen Sohn der psychisch krank ist.
    Sie will allen helfen und stösst an ihre Grenzen. Verständlich.
    Aber da sollte man sich erstmal sortieren. Wo kann/soll/will ich helfen ?
    Die Wohnung ist noch micht fertig. Hol ich mir dafür Hilfe ? (Gut wär es).
    Der Sohn ist krank. Kann ich ihm helfen ? (Vermutlich nicht ).
    Die Eltern vom Freund sind krank. Kann ich da helfen ? (Bin gerade platt, geht gerade nicht).

    Sortier du selbst und guck welche Antworten kommen.
    Lizzy 27.11.2019

    Den Wind können wir nicht ändern, aber wir können ihm eine andere Richtung geben (Aristoteles)
    Weisst du warum dein Kopf rund ist ? Damit deine Gedanken eine andere Richtung nehmen können


  4. Registriert seit
    27.01.2013
    Beiträge
    1.037

    AW: Komplizierte Situation

    Nur um die Freiheiten, die durch eine Pflegerin, die rund um die Uhr da ist, entstehen, etwas zu relativieren: gerade bei meiner Oma erlebt. Vollzeitpflegerin bedeutet ja nicht, dass die Pflegerin 24 Std. arbeitet. Wenn sie nachts zuständig ist (und die Mutter vielleicht nachts auch unruhig ist, was mit Demenz und höherem Alter häufig passiert), muss sie am Tag Zeit haben, zu schlafen, sich auszuruhen, zu versorgen etc. Sie kann auch nicht 7 Tage die Woche arbeiten, falls sie an Feiertagen arbeitet, tauscht man mit anderen Tagen etc. Vermutlich deckt sie gerade die Zeit ab, in der der Sohn arbeiten muss.

    Bei meiner Oma haben sich zusätzlich zur Pflege 3 Personen abgewechselt, und neben der Berufstätigkeit war es sehr fordernd für Alle.

    Ich würde aus dem Handeln des Mannes daher nicht sofort schließen, dass die Freundin ihm egal ist. Höchstwahrscheinlich ist er sehr gefordert, müde, überfordert.

    Ich stimme aber den anderen zu, dass die TE gut auf sich achten muss und sich nicht aufreiben darf....

  5. Moderation Avatar von Promethea71
    Registriert seit
    11.09.2004
    Beiträge
    16.826

    AW: Komplizierte Situation

    Ich würde erst mal ein bisschen Ruhe einkehren lassen und mich auf mich besinnen und deinen Sohn.

    Ich kann aber auch verstehen, dass er sich aktuell voll auf seine Eltern konzentriert, denn es kann tatsächlich gut sein, dass sie nicht mehr lange leben - wir akut das ist, können wir hier nicht beurteilen und bei seiner Mutter kommt hinzu, dass er vielleicht die letzte kurze Zeit nutzen will, in der sie ihn noch erkennt.


    Und rumänische Betreuerin heißt zwar, dass sie 24/7 im Haus ist, aber auch sie braucht Ruhe- und Schlafzeiten. Ich will gar nicht erst davon anfangen, dass sie eigentlich unter deutsches Arbeitsrecht fällt.
    Vielleicht will sie auch Weihnachten oder Silverster zu ihrer eigenen Familie fahren oder hat andere Kontakte mit denen sie ein bisschen Feiertag verbringen will.

    Sprich eine Betreuung im Haus heißt nicht, dass er einfach mal für mehrere Tage wegfahren kann.



    Insoweit ist die Situation gleichzeitig einfach und kompliziert.


    Und eine Fernbeziehung, für die ihr euch ja aktiv entschieden habt hat eben auch mal Phasen, in denen man sich weniger sieht und in denen die mentale Unterstützung am Telefon oder per e-mail oder wie auch immer statt findet.



    Nimm das Drama raus und ein gemützliches Weihnachten mit deinem Sohn und vielleicht ein ruhiges Silvester allein kann sehr entspannt sein und heißt nicht, dass die Beziehung direkt vorbei ist.


    Wie geschrieben, wie schlimm es um seine Eltern steht, kann hier niemand beurteilen - aber es ist nicht auszuschließen, dass es das letzte bewusste Weihnachten für seine Mutter ist - Weihnachten mit dir kann er noch viele Jahre feiern.



    Und ich empfehle auch, in Ruhe miteinander zu sprechen, ohne Vorwürfe, denn ich nehme man an, er hat nicht auf dem Schirm, wie schlecht es dir geht - und ehe du nicht äußerst, was du brauchst, kannst du auch nicht erwarten, es zu bekommen.
    Man muss nicht über jedes Stöckchen springen ... jedenfalls nicht jeder.
    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

    Profilbild © edwardbgordon
    Moderation:
    "Rund um den Job", "Mietforum" und "Selbstständige, Freiberufler & Co"

  6. Avatar von elli07
    Registriert seit
    08.11.2007
    Beiträge
    10.958

    AW: Komplizierte Situation

    Zitat Zitat von madamexx Beitrag anzeigen
    ....Ich würde aus dem Handeln des Mannes daher nicht sofort schließen, dass die Freundin ihm egal ist. Höchstwahrscheinlich ist er sehr gefordert, müde, überfordert......
    Aber auch dann muss dauerhaft eine Lösung her. Es kann nicht sein, dass sich der Sohn wegen der Pflege der Eltern nebst Berufstätigkeit zugrunde richtet. Es sei denn, er will das so, soll es ja auch geben.

    Lösungen, die allen gerecht werden, müssen angegangen werden: alte Menschen machen es sich gerne "einfach", indem sie konstatieren "ich möchte aber in meiner gewohnten Umgebung bleiben". Wer will das nicht ? Wie andere das wuppen, wie sich das auf deren Privatleben auswirkt, das wird knallhart ausgeblendet bzw. den anderen überlassen.

    Bleibt die Frage, wo der Mann seine Prioritäten setzt. Wenn die bei den Eltern liegen hat die TE keine Chance. Manchmal begegnet man sich zur falschen Zeit am falschen Ort. Die Erkenntis ist bitter aber nicht zu ändern.

    Um offene Worte, wie es ihr geht und was sie sich wünscht, da wird die TE nicht rumkommen. Aber dann ist Klarheit.

    Gruß Elli
    Auf der höchsten Stufe der Freundschaft offenbaren wir dem Freunde nicht unsere Fehler, sondern die seinen (F. de La Rouchefoucauld, 1613-1680)

    Fürchte dich nicht vor einem großen Schritt. Mit zwei kleinen lässt sich keine Schlucht überwinden (David Lloyd George)


  7. Registriert seit
    09.12.2019
    Beiträge
    6

    AW: Komplizierte Situation

    So langsam finde ich den roten Faden - danke für Euren Input!

    Ja, er weiß, wie es mir geht. Dass ich kaputt bin weiß er schon seit ein paar Wochen. Er hat auch Verständnis dafür, wenn ich nicht fahren könnte. Da erwartet er einfach nichts. Was mich traurig macht ist, dass er dann nicht mal fährt.

    Ich unterschätze die Situation nicht - ich stehe ja mittendrin und bekomme live mit, was es bedeutet, jemanden 24 Stunden, 7 Tage die Woche zu betreuen - es ist, als hätte man wieder ein Baby. Ich sehe und höre auch, was es mit meinem Partner anrichtet und gerade darum habe ich bisher die ganze Fahrerei auf mich genommen, habe mit eingekauft, den Garten gemacht, die Eltern besucht in den jeweiligen Krankenhäusern. Ich habe es eben gerne gemacht und würde es weiterhin machen - ich habe aber keine Kraft mehr. Ich habe ja selbst auch einen Vollzeitjob und muss vier viel stemmen. Hinzu kommt noch mein Sohn - und 2 andere Söhne, die zwar erwachsen sind, mich aber auch gerne mal sprechen wollen. Vor 2 Monaten bin ich Oma geworden - außerirdisch schön das beansprucht mich aber auch ein bissl, zumal mein Sohn mit seiner Freundin im Ausland leben und jeder Besuch mit sehr viel Aufwand verbunden ist.

    Naja...es ist für mich auch mal nicht so nebenbei "gewuppt" und ich hätte mich einfach darüber gefreut, wenn mal ein "ich schätze es, was Du auf Dich nimmst, damit ich bei meinen Eltern sein kann und wir uns sehen können" gekommen wäre. Und nun bin ich dahintergekommen, weshalb mich das alles so sticht: gestern, bevor wir abgefahren sind, saßen wir noch zusammen und redeten. Dabei sagte mein Partner, wie froh er ist, dass seine Mama nun gut versorgt ist. Ich stimmte zu und sagte, das ist eine große Erleichterung, sie zuverlässig und liebevoll betreut zu wissen. Die Pflegerin ist herzlich und kompetent und bescheiden und Pflege ist eine echte Leistung. Mein Partner sagte dann, dass er froh sei, dass ich sie auch mag, denn er würde sie richtig gerne mögen, sie von der Art her niedlich finden und sie richtig bewundern für das, was sie auf sich nimmt und so weiter. Ich sagte dann, ja, Ihr habt schon viel Glück mit ihr gehabt. Machte dann den Fehler, zu relativieren - sie macht schon einen guten Job...wird aber auch dafür bezahlt - das ist ihre Arbeit. Und sie hat zu Hause Mann, Kinder, Eltern, Schwester, ein großes, schönes Haus...das ist für sie ein Zubrot, hat sie mir erzählt. Ich denke, ich habe sie da schon mit mir verglichen...ich habe mich einfach übersehen gefühlt. Er reagierte etwas ungehalten auf meine Relativierung und das war für mich wie eine Ohrfeige. Gerade spüre ich, wie ich mich wieder gestresst und ungerecht behandelt fühle und es tut weh.


  8. Registriert seit
    21.02.2019
    Beiträge
    640

    AW: Komplizierte Situation

    Hallo liebe TE,

    ich finde es ganz toll, wie Du Deinen Partner bisher unterstützt hast!

    Zum Thema Eifersucht: wenn er WIRKLICH fremdgehen will, dann tut er das so oder so (egal ob Du ihm vorher ne Szene machst oder nicht) und wenn er das tut, dann weißt Du wenigstens, dass er eh n Arsch war.
    Und sowas kommt früher oder später ja doch immer raus.

    Ansonsten verstehe ich Deinen Partner auch, dass er nicht so oft wegfahren kann und ihr müsst euch ja nicht zwangsläufig jedes WE sehen. Vielleicht muss sich alles erstmal finden und einpendeln. Er muss doch selbst auch mal den Wunsch nach etwas Freizeit für sich verspüren. Den Wunsch mal rauszukommen (im Idealfall zu Dir).

    Ich drücke euch die Daumen, dass ihr das hinkriegt und ihr etwas Ruhe in eure Beziehung bekommt.


  9. Registriert seit
    08.09.2011
    Beiträge
    13.153

    AW: Komplizierte Situation

    Zitat Zitat von Saetien2 Beitrag anzeigen
    Eben, der Mann ist vermutlich berufstätig.

    Nur: Er hat wahrscheinlich aktuell einfach keine Ressourcen frei.
    Komisch, wie schnell Männer mit Vollzeitstelle entschuldigt werden, dass diese keine Kapazitäten frei haben.

    Bei einer Frau ist das anders?

    Zitat Zitat von Walderemitin Beitrag anzeigen
    Er hat auch Verständnis dafür, wenn ich nicht fahren könnte. Da erwartet er einfach nichts. Was mich traurig macht, ist, dass er dann nicht mal fährt...
    Das ist auch eine Gemeinheit.

    Du fährst trotz Belastungen zu ihm, weil es dir wichtig ist, ihn zu sehen und ihm zu helfen. Er hat dagegen zwar Verständnis für dich, aber sieht keinerlei Notwendigkeit, ein Wochenende mal bei dir zu verbringen oder ein, zwei Tage nach Weihnachten mit dir verbringen zu wollen.

    Ja, in seinen Augen stehst du an letzter Stelle.

    Auch wenn's schwer fällt: Nimm seine Taten ernst.

    Er will nicht fahren, also bist du ihm nicht wichtig. Eure Beziehung ist ihm nicht wichtig.


    Dann:
    Plane die nächsten Wochen ohne ihn. Die ersten Tage werden weh tun, dann wird sich zeigen, wie sehr er dich vermisst. Es kann natürlich auch sein, dass er dich gar nicht vermisst.
    "beinhalten" wird wie "halten" konjugiert, als "beinhält", und gehört zur Kategorie schlechtes Deutsch. Warum nicht "enthalten", "umfassen" oder "bedeuten"?

    Sorge dich nicht, lebe!




    Bunny Maja Lukas (14.2.)
    Maxi (3.3.2017)
    Bella (27.8.2018)


  10. Registriert seit
    05.09.2018
    Beiträge
    7.032

    AW: Komplizierte Situation

    Zitat Zitat von chryseis Beitrag anzeigen
    Komisch, wie schnell Männer mit Vollzeitstelle entschuldigt werden, dass diese keine Kapazitäten frei haben.

    Bei einer Frau ist das anders?
    Nein, wieso sollte das bei einer Frau anders sein?

+ Antworten
Seite 3 von 5 ErsteErste 12345 LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •