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  1. Registriert seit
    01.10.2019
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    Die Liebe schwindet...

    Hallo zusammen,

    vielleicht könnt ihr mit ein bisschen helfen, meine Gedanken zu ordnen. Ich bin seit 20 Jahren mit meinem Mann zusammen, er ist 18 Jahre älter als ich, seit 15 Jahren sind wir verheiratet. Wir hatten gute Zeiten, er hat viel für mich getan, ich auch für ihn.

    Jetzt gerade erlebe ich eine schlimme Zeit. Ich habe aufgehört zu rauchen, weil ich gesund alt werden möchte. Mein Mann ist schon lange nicht mehr gesund, die Lunge, hört aber nicht auf zu rauchen. Wer ist jetzt den ganzen Tag genervt, schläft viel, meckert, leidet? Mein Mann. Er fühlt sich wie der allerletzte Versager, weil ich das Projekt schaffe.

    Ich bin relativ entspannt, tapfer, ziehe das durch mit dem Rauchstopp. Doch jeder meiner Freunde und Bekannten hätte Verständnis, wenn ich meckern würde, mal gereizt wäre, mich ins Bett flüchten würde. Es ist ganz schlimm für mich, das mit anzusehen. Jeder andere Mensch, der sich angeblich sooo schlecht fühlt, geht mal zum Arzt, ins Krankenhaus, was weiß ich. Mein Mann nicht, im Krankenhaus dürfte er ja nicht rauchen.

    Er äußert mehr oder weniger, dass er lieber tot wäre als das Rauchen sein zu lassen. Ganz schlimm, ganz traurig, ich bin hilflos, und ich weiß nicht, wie lange ich das noch schaffe, kann mir jemand etwas dazu sagen? Traurige Grüße, Clara


  2. Registriert seit
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    AW: Die Liebe schwindet...

    Was genau macht diese Zeit schlimm für Dich?
    Dass Du mit dem Rauchen aufhörst`?
    Dass Dein Mann es nicht tut?
    Dass er sich wie ein Versager fühlt (sagt er das selbst?) und meckert und leidet?
    Dass er nicht zum Arzt geht. obwohl er sich krank fühlt?

    Warum fühlst Du Dich hilflos?
    Fühlst Du Dich alleinverantwortlich für das Wohlergehen, die Gesundheit und die gute Laune Deines Mannes und scheiterst gerade an dieser "Aufgabe"?

    Oder ärgert es Dich, dass er es nicht wahnsinnig toll findet, dass Du mit dem Rauchen aufhörst und sofort nach- oder mitzieht?
    Glück ist Talent für das Schicksal



  3. Registriert seit
    01.10.2019
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    AW: Die Liebe schwindet...

    Es ist schlimm für mich, dass ich nicht mehr vorkomme, kein Lachen miteinander, keine Umarmung, keine Zärtlichkeit. Ich sage gar nichts zum Rauchen oder Nichtrauchen, er sagt das selbst so.

    Natürlich finde ich schlimm, dass er nicht zum Arzt geht. Ich bin aber nicht seine Mutter, das muss er schon von selbst machen. Es ist im Moment alles weg, was mal schön war. Die Verbundenheit ist weg. Er kann nichts dafür, dass er älter und kränker wird. Aber ich bin doch auch noch da?! Ich sorge für mich, für meine Gesundheit, ich möchte doch leben.


  4. Registriert seit
    13.12.2018
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    AW: Die Liebe schwindet...

    Zitat Zitat von Clara_allein Beitrag anzeigen

    Er äußert mehr oder weniger, dass er lieber tot wäre als das Rauchen sein zu lassen. Ganz schlimm, ganz traurig, ich bin hilflos, und ich weiß nicht, wie lange ich das noch schaffe, kann mir jemand etwas dazu sagen? Traurige Grüße, Clara
    Was meinst Du mit er äußert mehr oder weniger....

    Wie gehst Du damit um, was sagst Du oder machst Du dann?


  5. Registriert seit
    01.10.2019
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    AW: Die Liebe schwindet...

    Ich bin entsetzt, frage ihn, ob unsere schöne Zeit ihm nicht Mut macht, auch noch eine Änderung zu wagen? Wenn nur Gemecker und lass mich in Ruhe kommt, ziehe ich mich zurück, mache was für mich, gehe auch mal raus, fahre zu einer Freundin, aber wir leben hier zusammen und Glück sieht anders aus.

  6. Avatar von animosa
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    AW: Die Liebe schwindet...

    Naja.

    Du hast bis vor kurzem auch geraucht. Nun hast du aufgehört und er kann es nicht. Eine Sucht ist das und damit für sich schon eine Krankheit.

    Ich finde das ziemlich bedenklich, dass gerade Raucher so egoistisch reagieren. Deswegen mussten ja auch Gesetze für Nichtraucher geschaffen werden. Rücksichtnahme war Fehlanzeige, klappte nie.

    Aber wenn ein Raucher aufhört, dann ist es plötzlich das Non plus Ultra?

    Nein! Dein Mann schafft es nicht. Und dafür kann er auch nicht mal etwas.


  7. Registriert seit
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    106

    AW: Die Liebe schwindet...

    Willst du denn bei ihm bleiben?
    Wenn er nicht auf sich achtet, musst du das entweder hinnehmen und resignieren oder auf den Tisch hauen und ggf. Konsequenzen ziehen.

    BTW
    Bei Alkoholikern spricht man von Co-Abhängigkeit.


  8. Registriert seit
    13.12.2018
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    AW: Die Liebe schwindet...

    Zitat Zitat von Clara_allein Beitrag anzeigen
    Ich bin entsetzt, frage ihn, ob unsere schöne Zeit ihm nicht Mut macht, auch noch eine Änderung zu wagen?
    Verstehst Du denn was er damit sagen will, wenn er davon spricht lieber tot zu sein?


  9. Registriert seit
    21.08.2004
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    AW: Die Liebe schwindet...

    Zitat Zitat von Clara_allein Beitrag anzeigen
    Es ist schlimm für mich, dass ich nicht mehr vorkomme, kein Lachen miteinander, keine Umarmung, keine Zärtlichkeit. Ich sage gar nichts zum Rauchen oder Nichtrauchen, er sagt das selbst so.
    Also steckt Dein Mann in einem Loch, aus dem er gerade nicht mehr heraus kommt.
    Die Frage ist: Will er das denn, braucht aber Hilfe dabei? Oder will er leber schmollen und wartet ab, ob Du nicht wieder zu ihm ins Loch gestolpert kommst?
    Glück ist Talent für das Schicksal


  10. Avatar von AweSomeOne
    Registriert seit
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    672

    AW: Die Liebe schwindet...

    Hallo Clara,

    das liest sich schon alles ziemlich traurig.

    Aber eigentlich du weißt es doch selbst:
    du kannst ihn nicht zwingen, sein Verhalten oder seine Gewohnheiten zu ändern.

    Das ist eben das Risiko, wenn man einen so viel älteren Mann heiratet. Aber er hat das schließlich genauso gewusst und zunächst für viele Jahre seine Vorteile daraus gezogen.

    Aber lass es dir gesagt sein: du schuldest ihm nichts und du bist auch nicht für sein Wohlergehen verantwortlich.

    Ihr seid quitt, denn immerhin hattet ihr ja offensichtlich beide bis zu einem gewissen Punkt eine gute Zeit miteinander. Wenn er nichts mehr dazu beitragen möchte, heißt das ja nicht, dass dein Leben jetzt auch trostlos sein/bleiben muss. Er kann ja gerne so leben, aber du musst das so ja nicht mitmachen.

    Es ist dein gutes Recht, es dir gut gehen zu lassen. Ob nun mit oder ohne ihn.

    Ich weiß leider genau, worüber du schreibst.

    Mein Mann war 20 Jahre älter als ich. Er wurde dann auch sehr krank, lebte überhaupt nicht danach.
    Im Gegenteil. Er hat auf nichts verzichtet und dann noch oft versucht, mich richtig nach seiner Pfeife tanzen zu lassen.

    Es verging viel Zeit, bis ich das durchschaut und mich zur Wehr gesetzt habe.

    Ich hab ihn am Schluss vier Jahre lang gepflegt und betreut. Unsere drei Kinder waren noch im Teeniealter als er starb.

    Danach hat es dann nochmal sehr lange gedauert, bis ich kein schlechtes Gewissen mehr hatte, weil ich dachte, ich hätte mehr für ihn tun können.

    Deshalb kann ich dir aus heutiger Sicht auch mit ziemlicher Gewissheit sagen: Es gibt keinen, aber auch wirklich gar keinen Grund für ein schlechtes Gewissen.

    Lass dir nicht den Rest deines Lebens von einem uneinsichtigen Egomanen versauen.
    'Every saint has a past, and every sinner has a future.'
    — Oscar Wilde —

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