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  1. Inaktiver User

    AW: Urlaub - getrennt, zusammen verbringen?

    Zitat Zitat von Josiena Beitrag anzeigen
    Hab vorhin verabredet und ihm erzählt, dass ich morgen Vormittag nach ca 7 Wochen Pause endlich mal wieder ausreiten werde. Bin so ca 3h weg, denke ich. Er wird "irgendwas" unternehmen, weil er "wenn Du weg bist, hier nicht zu Hause rumhängen werde"...



    Ich will ja kämpfen, arbeiten an der Beziehung und so weiter. Vielleicht ist mein Fell nicht so dick wie das anderer Leute, bin zu empfindlich, whatever, aber wieso in Herrgottsnamen, kann man nicht einfach sagen, "viel Spaß beim Reiten, freu mich auf den Nachmittag und Abend mit Dir", oder so ähnlich.

    Entweder ich sehe einfach nur einen Wurm wo keiner ist, oder es ist so, dass er mir wirklich gar nichts gönnt und alles mit einem blöden Kommentar mies machen muss. Mir passiv-aggressiv ein schlechtes Gewissen machen will... ich hab ihn vorher gefragt, er hatte nichts Gemeinsames geplant.

    Macht er diese Unternehmung, was immer es sein wird, als "Gegenaktion"?

    Im gleichen Muster, wie sein propagierter Männerurlaub?

    Wenn das der Fall sein sollte, brauchst du kein dickeres Fell.
    Stattdessen hinterfragst und bearbeitest du deine eigenen Muster und merkst eben jetzt und wohl Stück für Stück noch stärker, mit was für einem Menschen du zusammen bist.

    Für die Beziehung kämpfen, wäre eine gemeinsame Aufgabe. Einseitig geht das nicht.


    Was diese Taufe anbelangt, könntest du dem kirchlichen Akt beiwohnen und es dabei bewenden lassen. In Anbetracht der unerquicklichen Verhältnisse, gehst du zum Anlass der ganzen Festivität und damit ist deine Pflicht getan.

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    AW: Urlaub - getrennt, zusammen verbringen?

    Zitat Zitat von Josiena Beitrag anzeigen
    Soeben hat er auf Nachfrage hin verkündet, dass er eine Stunde später als eingeladen hinfahren würde und ich könne ja entscheiden, ob ich mitwolle oder nicht. Insofern nehme ich das als Schritt auf mich zu ...
    Josiena ... auch wenn Du das als Konzession an Dich empfindest ... ich sehe
    das anders.

    Seinem Sohn (!) gegenüber ist das nämlich grob unhöflich.
    Es ist schließlich eine Tauf-Feier - und keine Housewarmingparty.

    Mich würde es wahnsinnig machen, dass der Mann sich anscheinend
    nicht verbindlich positionieren kann oder möchte.

    Dass Du gewisse Vorbehalte hast, zB wegen der dort anwesenden Ex,
    das ist ein separates Thema.

    Aber auch Du musst klare Kante zeigen:
    "Ich möchte wegen xxx nicht bei der Feier dabei sein, aber zur Zeremonie
    in der Kirche werde ich da sein."

    Eure halbseidenen Kompromisse sind auf Dauer aufreibend.


    Er wird "irgendwas" unternehmen, weil er "wenn Du weg bist, hier nicht zu Hause rumhängen werde"...
    Ich nehme mal an, er ist nicht erst seit gestern so ...??

    Du wirst ihm die Art und Weise einer Reaktion, wie Du sie Dir wünschst,
    wohl nicht anerziehen können. Er IST so.

    Take it ("Dann viel Spaß bei dem, was Du machen wirst" ... or leave HIM.


    Zitat Zitat von Josiena Beitrag anzeigen
    Er kann aufgrund seiner Schuldgefühle nicht "nein" sagen, wenn die beiden mal wieder Geld oder sonstiges brauchen.

    Habe gelernt, dass es mich nichts angeht.
    Ja, bleib unbeirrbar dabei.
    Im Grunde hast Du auch keine Alternative.

    Wegen dieser Schuldgefühle seinerseits - gibt es einen speziellen Grund
    für die Ausprägung?

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    AW: Urlaub - getrennt, zusammen verbringen?

    Zitat Zitat von schafwolle Beitrag anzeigen

    Ich nehme mal an, er ist nicht erst seit gestern so ...??

    Du wirst ihm die Art und Weise einer Reaktion, wie Du sie Dir wünschst,
    wohl nicht anerziehen können. Er IST so.


    Wegen dieser Schuldgefühle seinerseits - gibt es einen speziellen Grund
    für die Ausprägung?
    Nun ja, vorher habe ich immer nachgegeben. Ich habe schlichtweg nichts allein unternommen an den Tagen, an denen wir zusammen frei haben und abends auch nie. Bin ja 4/10 Abenden regulär weg durch die Arbeit.

    Bzgl der Schuldgefühle kann ich nur vermuten, dass es sich um so Gefühle handelt, wie sie bei Eltern mit Scheidungen hind und wieder vorkommen.

    Ich denke nach allem was er selbst erzählt hat und was ich über ihn gehört habe von Verwandten und Freunden, dass er selbst nicht so richtig hinter dem Kinderwunsch stand. Er hat einfach sein eigenes Ding durchgezogen in den Jahren ohne Rücksicht auf Frau und Kinder....

  4. Inaktiver User

    AW: Urlaub - getrennt, zusammen verbringen?

    Zitat Zitat von Josiena Beitrag anzeigen
    Nun ja, vorher habe ich immer nachgegeben. Ich habe schlichtweg nichts allein unternommen an den Tagen, an denen wir zusammen frei haben und abends auch nie.
    Warum gibst du jetzt nicht mehr ständig nach? Was hat sich in dir verändert?

  5. User Info Menu

    AW: Urlaub - getrennt, zusammen verbringen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Warum gibst du jetzt nicht mehr ständig nach? Was hat sich in dir verändert?
    Zunächst einmal entschuldige ich mich für die verspätete Antwort.

    Nun ja, es war ja anfangs noch so wie ich vorher beschrieben hatte, dass ich selbst auch sehr eifersüchtig war.
    Wir hatten vereinbart, dass wir keine längere Abwesenheit voneinander unternehmen (ich reiste nicht allein zu meiner Schwester und er hat sein jährliches Männerwochenende im Ausland ausgesetzt).
    Desweiteren war vereinbart, dass keine getrennten abendlichen Besuche von Partys, Discos, Nachtclubs usw stattfinden.

    Irgendwann entwickelte es sich so, dass meine Schwester mich einlud, sie mal wieder zu besuchen und mein Mann wiederum wollte da nicht so schnell wieder hinfahren, weil es für ihn natürlich keine hohe Priorität hat, meiner Schwester wegen ans andere Ende der Republik zu reisen.

    Das Thema habe ich mit meinem Therapeuten beacktert und somit verstärkte sich der Wunsch, alleine hinzufahren und auch damit im Austausch sein Männerwochenende "hinzunehmen".
    Mittlerweile ist das gar kein Problem mehr.
    Ich habe wirklich einen großen Schritt gemacht, was meine eigene Problematik angeht.
    Ich möchte nicht mehr zurückstecken und möchte ihn aber auch nicht mehr behindern, das zu tun, was ihm Spaß macht.

    Man kann also sagen, dass ich einen gewaltigen Schritt hin zu "normalem" Verhalten gemacht habe.
    Das Thema, das immer wiederkehrt ist mein Selbstwert und wie ich ihn stärken kann.
    Ich habe einerseits z.B. große Probleme mit meinem Gewicht, wo jetzt jeder sagt, herrje, er hat Dich ja so geheiratet, entspann Dich doch. Aber das Thema "Gewicht" begleitet mich schon so lange ich denken kann und ich hatte für unsere Hochzeit ca 6kg abgenommen, die jetzt wieder drauf sind.
    Das ist für mich so ein stetiger Kampf, ich hab mich mit dem geringeren Gewicht so viel wohler gefühlt. Dafür hab ich aber auch mehrmals die Woche Sport gemacht. Dazu hab ich im Moment keine Kraft.


    Freitag Abend haben wir auch noch alles besprochen, denn mein Mann hat gemerkt, dass ich wütend war. Er hat mir gesagt, dass er es verstehen kann, wenn ich nicht mitgehen möchte, sich aber freuen würde, wenn ich ihn begleite. Wir haben auch noch ganz viel über die Situation gesprochen mit seinen Söhnen. Er weiß das alles, für ihn ist es auch schwer, nur erkennt er nicht seine Beteiligung nicht oder er will es nicht erkennen.
    Ich habe beschlossen, nachher mitzugehen.

    Gestern war ich endlich wieder Reiten und es war so toll, es hat mir so viel Abstand gegeben zu dieser Gesamtsituation. Man ist im Wald und beim Tier und alles andere ist so weit weg.
    Ich werde jetzt auf jeden Fall wieder regelmäßig gehen zumindest zum Ausreiten. Hab der Besitzerin ehrlich gesagt, dass es mir unter der Woche zu anstrengend ist, noch zum Unterricht in die Halle zu fahren, wenn ich morgens früh raus muss.


    Diese Dinge für mich zu tun, die mir gut tun, das fällt mir so schwer. In mir ist immer so viel Pflichtgefühl, dass ich immer zuerst die "wichtigen" Sachen erledigen muss, dann erst kann ich entspannen. Und meistens ist der Tag vorbei und ich hatte keine Zeit für die schönen Aktivitäten. Da kommt der Sport wieder ins Spiel.
    Letztes Jahr bin ich morgens vor der Spätschicht oder Nachtschicht zum Sport, in Spitzenzeiten sogar nachmittags nach der Frühschicht, obwohl ich da meistens total k.o. bin.

    Heute gehe ich vor der Spätschicht ins Büro. Und an den Tagen, an denen ich zwar nicht im Büro bin, liege ich einfach länger im Bett, statt pünktlich zum Kurs aufzustehen. Mache den Haushalt und trinke eine Stunde Kaffee beim BriCom-Surfen oder vor Netflix. Ich bin dann zwar eigentlich entspannter, habe aber gleichzeitig ein schlechtes Gewissen. Fitness ist bezahlt, muss "abgearbeitet" werden und für meinen Körper ist es auch gut.
    Viel Druck mach ich mir selbst, weil ich ständig an mir selbst innerlich Kritik übe. Kann diese Stimme trotz Therapie irgendwie nicht ausschalten.
    Die inneren Kritiker sind immer noch so laut. Da hat die ganze Therapie bis jetzt nichts geholfen.

  6. User Info Menu

    AW: Urlaub - getrennt, zusammen verbringen?

    Zitat Zitat von Josiena Beitrag anzeigen
    Nun ja, es war ja anfangs noch so wie ich vorher beschrieben hatte, dass ich selbst auch sehr eifersüchtig war.
    Wir hatten vereinbart, dass wir keine längere Abwesenheit voneinander unternehmen (ich reiste nicht allein zu meiner Schwester und er hat sein jährliches Männerwochenende im Ausland ausgesetzt).
    Das finde ich eine ziemlich wichtige Information, dass ihr diese Vereinbarung hattet!
    Dann ist seine Reaktion besser verständlich
    (auch wenn mir völlig unverständlich ist, wie man eine solche Vereinbarung treffen kann).

  7. User Info Menu

    AW: Urlaub - getrennt, zusammen verbringen?

    Zitat Zitat von Marta-Agata Beitrag anzeigen
    Das finde ich eine ziemlich wichtige Information, dass ihr diese Vereinbarung hattet!
    Dann ist seine Reaktion besser verständlich
    (auch wenn mir völlig unverständlich ist, wie man eine solche Vereinbarung treffen kann).
    Verlustangst, fehlender Selbstwert und fehlendes gegenseitiges Vertrauen.

  8. Inaktiver User

    AW: Urlaub - getrennt, zusammen verbringen?

    Zitat Zitat von Josiena Beitrag anzeigen
    Zwecklos, da wird er nicht von seinem Kurs abweichen. Er kann aufgrund seiner Schuldgefühle nicht "nein" sagen, wenn die beiden mal wieder Geld oder sonstiges brauchen.

    Habe gelernt, dass es mich nichts angeht. Mit seinem Geld kann er machen, was er will.

    Ansonsten ziehe ich mich aber komplett raus.
    Oh je, schwierig.

    Komplett Rausziehen wirst du dich nicht können. Indirekt wirds dich immer betreffen.

    Wieso ist eine Stunde später auftauchen ein Kompromiss? Finde ich nicht, es geht um eine Feier, und nicht ne lockere Party. Ich finde es unhöflich.

  9. Inaktiver User

    AW: Urlaub - getrennt, zusammen verbringen?

    Zitat Zitat von Josiena Beitrag anzeigen
    Verlustangst, fehlender Selbstwert und fehlendes gegenseitiges Vertrauen.
    Okay, dann ist das eure Baustelle.

    Okay, ich verstehe es halbwegs, dass man seltene freie Tage miteinander verbringen will - aber warum schreibt ihr euch gegenseitig so viel vor? Mir würde das keine Freude mehr machen, wenn ich "muss".

  10. User Info Menu

    AW: Urlaub - getrennt, zusammen verbringen?

    Was mir auffällt, ist das Ungleichgewicht. Kompromisse finden gar nicht statt. Ich finde es sehr wichtig, etwas mit Familie/Freunden zu machen. Und Urlaub sollte doch möglich sein, dass Beide etwas davon haben. Aber ich lese heraus, dass Dein Mann nur sich selbst durchsetzen möchte, d.h.,Du hast nur das zu tun, was er will. Wenn er die Option hat, mitzugehen und er es nicht machen möchte, dann ist das wirklich sein Problem.
    Vor allem musst Du schon Deine Grenzen aufzeigen, weil es sich sonst verschlimmert. Denn er lotet ja aus wie weit er gehen kann.
    Mache die Dinge, die Dir gut tun. Bei Deinem Stress ist das auch wichtig. Warum musst Du mitgehen, wo seine Ex ist? Würde ich nicht machen, er kommt ja zu Deiner Familie auch nicht mit. Im Gegenteil, er stresst Dich sogar...

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