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  1. Registriert seit
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    Tipps gesucht - Umgang mit guter Freundin vom Partner

    Guten Morgen liebe Community

    Ich (44jährig) bin schon längere Zeit stille und interessierte Mitleserin in diesem Forum und empfinde die Unterstützung hier als sehr wertvoll. Nun wäre ich selber froh um einige Tipps für mein Beziehungsleben.

    Seit ich denken kann fehlt mir aufgrund traumatischer Erlebnisse in der Kindheit (schwere psychische Erkrankung der Mutter, fehlende Unterstützung Vater und Schwester) das Urvertrauen in das Leben, das Vertrauen in mich selbst und somit auch das Vertrauen in einer Partnerschaft. Daraus ergaben sich mit der Zeit Eifersuchtsgefühle, welche sich praktisch in jeder Partnerschaft (5 an der Anzahl) mehr oder weniger manifestierten. Ich möchte vorausschicken, dass es bei keinem Partner Anzeichen von Untreue gegeben hat. Ich schildere kurz, wie sich diese Gefühle in mir bzw. im Umgang mit dem jeweiligen Partner zeigten und ich bin froh, dass ich hier anonym bin. Denn ich weiss, dass sich die Schilderungen teils kindisch, oberflächlich, unreif anhören werden.

    Ich habe meine Partner jeweils zu keiner Zeit eingeschränkt in dem Sinne, dass sie mit ihren Freunden nicht weggehen können, dass ich hinterher telefonierte, den Kontakt zu irgendwelchen Personen verboten habe usw.
    Mein Problem war immer die Eifersucht/der Neid auf andere, schönere, taffere Frauen, bei welchen ich das Gefühl habe, dass sie meinem Partner gefallen könnten , er sich von mir abwenden oder mich nicht mehr so begehren könnte.

    Mein aktueller Partner, mit welchem ich nun 2 Jahre liiert bin, ist ein Riesenschatz und ich bin überglücklich, dass wir uns gefunden haben. Wie kein anderer vorher zeigt er Verständnis für mein Problem und interessanterweise waren meine Gefühle betreffend anderer Frauen bei ihm praktisch nie ein Thema. Das hängt ganz stark damit zusammen, dass er mir täglich mit seiner Art (liebevolle Zuwendung, Zärtlichkeit etc.) zeigt, wieviel ich ihm bedeute und wie wichtig ihm unsere Beziehung ist.

    Nun kommen wir auf den eigentlichen Punkt: wie oben erwähnt - mit anderen fremden Frauen hatte ich bisher praktisch keine Probleme. Wäre da nicht seine gute Freundin/Bekannte in seinem Freundeskreis.
    Sein engster Freundeskreis besteht aus ca. 5 - 8 Personen, Frauen und Männer, welche sich schon lange, teilweise seit der Schulzeit kennen und einen regelmässigen Kontakt pflegen. Vor 10 - 12 Jahren ist nun diese Freundin, nennen wir sie C., ebenfalls zu dieser Clique gestossen. Irgendwann, nach einigen Monaten unserer Beziehung, hat mich mein Partner von sich aus informiert, dass er ganz am Anfang an C. interessiert gewesen, es aber nie zu einer Beziehung oder Affäre o.ä. gekommen sei, da ihrerseits das Interesse gefehlt habe. Mit der Zeit habe er bemerkt, dass sie sowieso nicht zueinander gepasst hätten und sie für eine Beziehung für ihn ebenfalls uninteressant geworden sei. Trotzdem verstehe er sich gut mit ihr und mag sie als Freundin - "tiefere" Gefühle habe er keine mehr für sie, die Sache sei schon seit langer Zeit für ihn abgeschlossen.

    Ich vertraue meinem Partner vollständig. Er hat bei diversen Diskussionen, welche ich diesbezüglich immer wieder hinaufbeschwört habe, engelsgleiche Geduld bewiesen und mir oben genannte Tatsachen immer wieder vor Augen gehalten. Trotzdem - und ich denke, dies sind wieder die "Geister der Vergangenheit"- nagt an mir das Gefühl oder die Angst, dass er ganz hinten in seinem Herzen oder Kopf für diese Frau ev. immer noch andere als Freundschaftsgefühle hegen könnte (weil ich denke, dass er ja damals aus irgendeinem Grund an dieser Frau interessiert war und sie nur nicht etwas miteinander hatten, weil sie kein Interesse an ihm hatte).

    ....und ich - erwachsene und eigentlich gestandene Frau - komme einfach damit klar. Obwohl er sich ihr gegenüber völlig normal verhält, keine ausschweifenden oder intensivere Kontakte mit ihr hat und sonst irgendetwas auffälliges zu bemerken wäre.

    Es ist auch so, dass sie - zumindest für mich - nicht gerade ein Sympathiebolzen ist. Mit teils überheblichen Aussagen nervt sie mich oft - aber ja: vielleicht habe ich einfach Mühe mit dieser Geschichte. Sonst kann ich gegen aussen neutral und normal mit ihr kommunizieren.

    Es ist zermürbend - für mich und meinen Partner. Wir sind sonst sehr glücklich zusammen und geniessen unsere Zeit in vollen Zügen. Ich möchte dieses Glück auf keinen Fall wegen einer solchen Lappalie zerstören. Und trotzdem zerfrisst es mich immer wieder oder ich fühle mich wie auf Kohlen, wenn wir irgendwo alle zusammen sind.

    Ich wäre so froh und dankbar, wenn ich dieses Thema endlich "ad acta" legen könnte und unbeschwert mit dieser Angelegenheit umgehen und darüber stehen könnte.

    Hat jemand Tipps für mich? Ich bedanke mich im voraus fürs Lesen dieses nun doch lang gewordenen Textes und wünsche euch einen schönen Start ins Wochenende .

    Vielleicht noch einige Anhaltspunkte zu mir:
    Ich bin eine selbständige, attraktive, kommunikative, grundsätzlich und nach aussen selbstbewusste Frau, welche beruflich ein Team leitet. Ich habe zwischendurch auch immer wieder alleine gelebt, schätze meine Rückziehmöglichkeiten in meiner eigenen Wohnung und habe einen engen und schönen Freundeskreis.
    Bezüglich meines Problems habe ich in der Vergangenheit (vor der jetzigen Beziehung) schon ein paar Anläufe im Rahmen von psychologischer Beratung in Anspruch genommen. Leider ohne durchbrechenden Erfolg.

    Ganz liebe Grüsse
    Marina


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    AW: Tipps gesucht - Umgang mit guter Freundin vom Partner

    Guten Morgen,

    Marina, Du kannst von Deinen Partnern weder erhoffen noch erwarten, dass sie Deine Probleme lösen. Es gibt keinen Grund, auf eine Freundschaft zu verzichten, weil der Partner damit ein Problem hat und auch keinen Anspruch darauf. Dein Szenario der wunderbaren Harmonie würde mit Sicherheit Risse bekommen, lenkte Dein Partner ein und entsorgte er diese Freundin, nur um eine drastische Lösungs-Fantasie zu beschreiben. Damit möchte ich nicht ausdrücken, dass Du das anstrebst. Aber falls Dir das dennoch als Lösung Deiner Probleme vorschweben sollte, kann ich Dir nur aus meiner Erfahrung mitteilen: Das wird nichts bringen, denn die Ursachen Deiner Schwierigkeiten werden damit nicht angegangen.

    Du wirst selbst die Ärmel aufkrempeln und Deine Wanderschuhe anziehen müssen, wenn Du Dich auf den Weg zu einer guten inneren Balance machen möchtest, die Entwicklungen abfedern und immer wieder zu innerer Stabilität finden kann.

    Beispielsweise, indem Du Glaubenssätze wie "ich bin xy, weil ich z erlebt habe" hinterfragst und durch realistischere Annahmen, die mit Leben gefüllt werden, ersetzt - mit therapeutischer Unterstützung.

    Um es mal ganz direkt zu formulieren: Davon auszugehen, dass ein Mensch aufgrund von Traumatisierungen weder Vertrauen in sich, noch in andere, noch ins Leben an sich entwickeln könnte, ist nicht haltbar. Unser Gehirn / Nervensystem ist plastisch und Lernprozesse können auf allen Ebenen stattfinden. Gerade bei Traumatisierungen ist jedoch wichtig, auch tatsächlich alle Ebenen einzubeziehen. Therapieformen, die sich auf verbalen Austausch beschränken, sind häufig nicht ausreichend, da vieles im Organismus gespeichert, aber nicht direkt zugänglich ist.

    Mein Ansatz wäre in einem solchen Falle immer eine Stratgie, die psychotherapeutische Verfahren mit körpertherapeutischen Ansätzen kombiniert. Denkbar wäre beispielsweise ein Versuch mit ACT, einem Zweig der VT, Traumatherapie, Gestalttherapie, Hypnotherapie, ergänzt durch körpertherapeutische Ansätze.

    Das kann und wird Turbulenzen zur Folge haben, braucht Geduld und Zuversicht. Aber es ist eine sehr lohnende Reise. Ich wünsche Dir, dass Du Dir selbst wichtig genug bist, um sie anzutreten.


  3. Registriert seit
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    AW: Tipps gesucht - Umgang mit guter Freundin vom Partner

    Zitat Zitat von Marina76 Beitrag anzeigen
    Ich (44jährig)

    Seit ich denken kann fehlt mir aufgrund traumatischer Erlebnisse in der Kindheit (schwere psychische Erkrankung der Mutter, fehlende Unterstützung Vater und Schwester) das Urvertrauen in das Leben, das Vertrauen in mich selbst und somit auch das Vertrauen in einer Partnerschaft.

    Ich vertraue meinem Partner vollständig. Er hat bei diversen Diskussionen, welche ich diesbezüglich immer wieder hinaufbeschwört habe, engelsgleiche Geduld bewiesen


    Es ist zermürbend - für mich und meinen Partner.


    Ich wäre so froh und dankbar, wenn ich dieses Thema endlich "ad acta" legen könnte und unbeschwert mit dieser Angelegenheit umgehen und darüber stehen könnte.

    Hat jemand Tipps für mich? Ich bedanke mich im voraus fürs Lesen dieses nun doch lang gewordenen Textes und wünsche euch einen schönen Start ins Wochenende .

    Vielleicht noch einige Anhaltspunkte zu mir:
    Ich bin eine selbständige, attraktive, kommunikative, grundsätzlich und nach aussen selbstbewusste Frau, welche beruflich ein Team leitet. Ich habe zwischendurch auch immer wieder alleine gelebt, schätze meine Rückziehmöglichkeiten in meiner eigenen Wohnung und habe einen engen und schönen Freundeskreis.
    Bezüglich meines Problems habe ich in der Vergangenheit (vor der jetzigen Beziehung) schon ein paar Anläufe im Rahmen von psychologischer Beratung in Anspruch genommen. Leider ohne durchbrechenden Erfolg.

    Ganz liebe Grüsse
    Marina
    Könnte es sein, dass Du auf einen alles für Dich tuenden und alles verstehenden Partner bestehst und dabei Deine Kindheit als vollumfängliche Entschuldigung ins Feld wirfst? Das dürfte jedweden, noch so gutmütigen Partner dauerhaft überfordern und irgendwann auch nerven. Ich denke, dass Dir eine Therapie helfen könnte diese Kindheitswunde zu schließen anstatt dafür ständig einen Retter zu suchen. Vom Alter her könnte man dies auch so langsam erwarten als Partner.


  4. Registriert seit
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    AW: Tipps gesucht - Umgang mit guter Freundin vom Partner

    editiert
    Geändert von Sternenfliegerin (23.08.2019 um 12:57 Uhr) Grund: Zitat mißlungen


  5. Registriert seit
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    AW: Tipps gesucht - Umgang mit guter Freundin vom Partner

    Zitat Zitat von KlaraKante Beitrag anzeigen
    Es gibt keinen Grund, auf eine Freundschaft zu verzichten, weil der Partner damit ein Problem hat und auch keinen Anspruch darauf. Dein Szenario der wunderbaren Harmonie würde mit Sicherheit Risse bekommen, lenkte Dein Partner ein und entsorgte er diese Freundin, nur um eine drastische Lösungs-Fantasie zu beschreiben. Damit möchte ich nicht ausdrücken, dass Du das anstrebst. Aber falls Dir das dennoch als Lösung Deiner Probleme vorschweben sollte, kann ich Dir nur aus meiner Erfahrung mitteilen: Das wird nichts bringen, denn die Ursachen Deiner Schwierigkeiten werden damit nicht angegangen.
    Vielen Dank für eure raschen Antworten :-)

    - Ich würde NIEMALS verlangen, dass er seinen Kontakt zu C. abbricht und habe dies auch immer wieder betont.
    - Ich weiss, dass das Problem auf MEINEM Mist wächst und ich übernehme auch die volle Verantwortung dafür.
    - ich war und bin immer bereit, an mir zu arbeiten. Dass das Leben ein Lernprozess ist und Dinge nicht in Stein gemeisselt sind, war mir schon immer bewusst.

    Ich hoffe, ich konnte einige Dinge klarstellen. Herzlichen Dank.

    Sorry, Zitieren ist mir nicht gelungen ;-).
    Geändert von Sternenfliegerin (23.08.2019 um 12:59 Uhr) Grund: Zitat repariert


  6. Registriert seit
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    AW: Tipps gesucht - Umgang mit guter Freundin vom Partner

    Zitat Zitat von Marina76 Beitrag anzeigen
    - Ich weiss, dass das Problem auf MEINEM Mist wächst und ich übernehme auch die volle Verantwortung dafür.
    - ich war und bin immer bereit, an mir zu arbeiten. Dass das Leben ein Lernprozess ist und Dinge nicht in Stein gemeisselt sind, war mir schon immer bewusst.
    Dann war es eben noch nicht die richtige Therapie. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Partner dieses Generv ewig mitmacht und helfen will, nicht mehr in dem Alter. Tu effektiv etwas für Dich selbst und dies nachhaltig.

    Es nützt nichts, wenn Dir das alles bewusst ist und Du dies bei Bedarf aufsagen kannst, wenn es dann immer wieder zu Szenen kommt. Irgendwann hat ein Partner davon genug und das zu Recht.


  7. Registriert seit
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    AW: Tipps gesucht - Umgang mit guter Freundin vom Partner

    Zitat Zitat von Marina76 Beitrag anzeigen

    Er hat bei diversen Diskussionen, welche ich diesbezüglich immer wieder hinaufbeschwört habe, engelsgleiche Geduld bewiesen und mir oben genannte Tatsachen immer wieder vor Augen gehalten.

    Es ist zermürbend - für mich und meinen Partner.


    Wenn Du das nicht in den Griff bekommst, dann wird auch diese Beziehung scheitern.

    Du bist alt und lebenserfahren genug, um dich nicht länger hinter deinem Kindheitstrauma zu verstecken, sondern deine Probleme offen und ehrlich dir selbst gegenüber anzugehen.

    Es ist erstaunlich, dass dein Partner das noch mitmacht und sich immer wieder von Dir ungerechtfertigte Vorhaltungen anhört. Irgendwann wird bei ihm eine Grenze erreicht sein und er wird lieber gehen, als sich weiterhin unschön behandeln zu lassen.
    Es gibt keinen Weg zum Glück -

    glücklich sein ist der Weg.


  8. Registriert seit
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    AW: Tipps gesucht - Umgang mit guter Freundin vom Partner

    Hallo Marina,

    auch wenn ich finde, dass Dich meine Mitschreiber hier evtl. etwas zu "harsch" angehen, haben sie im Prinzip natürlich Recht und das weißt Du ja auch, sonst würdest Du Dir hier keine Hilfe suchen wollen.

    Deine Gedankengänge bzgl. anderer Frauen sind mir auch nicht ganz unverständlich, da ich leider auch entsprechende Erfahrungen gemacht habe. Will sagen, ich weiß, wie man in so eine blöde Schiene geraten kann.
    Trotzdem: Du solltest es unbedingt nochmal mit einer Therapie versuchen. Vielleicht hat es einfach bisher noch nicht gepasst. KlaraKante hat da schon sehr gute Tipps gegeben...

    LG
    Larissa

  9. Avatar von Steineiche
    Registriert seit
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    15

    AW: Tipps gesucht - Umgang mit guter Freundin vom Partner

    Hallo Marina,
    Der Beitrag von KlareKante ist unheimlich wertvoll. Bitte gehe nicht oberflächlich darüber hinweg.
    Solange du immer wieder Diskussionen mit deinem Partner anzettelst, übernimmt du mitnichten die Verantwortung für dich, sondern versuchst die Verantwortung deinem Partner zuzuschieben. Das geht langfristig nicht gut und du bist ja auch nicht glücklich damit.
    LG


  10. Registriert seit
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    AW: Tipps gesucht - Umgang mit guter Freundin vom Partner

    Wie wäre es wenn Du dieses Thema mit ihm nicht mehr thematisierst und versuchst Dich selbst auszuhalten???

    Das kann ein Anfang sein ... Vielleicht mal ausprobieren... Bis dann und dann werde ich das nicht mehr bei ihm ansprechen und sehen wie es Dir damit gehen...

    Ständiges darüber reden macht es nicht besser, denn es puscht immer das Gefühl....
    Das Leben macht was es will und ich auch!

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