Guten Abend,
ich weiß, dass dieser Titel wahrscheinlich für fast alle absurd klingt, aber er beschreibt meine derzeitige Situation irgendwie am besten. Ich bin seit etwas über 2 Jahren mit einem Mann zusammen, mit dem die Beziehung nicht leicht ist.
Zuerst einmal zu den positiven Seiten:
Er ist mein bester Freund, ich liebe es, mich mit ihm auszutauschen, über Gesellschaftsthemen, Politik, Alltagsthemen, Freunde, Kultur, etc. Er ist sehr reflektiert, belesen, ich empfinde unsere Gespräche als enorm bereichernd und sie machen mir großen Spaß. Er ist superzuverlässig, ehrlich, fürsorglich, hat ein sehr gutes Herz und ich würde meine Hand für ihn ins Feuer legen.
Leider passt es in vielen Dingen auch nicht so gut: Wir streiten uns viel über Alltagsabläufe (wie viel Zeit verbringen wir bei ihm, wie viel bei mir, wohin fahren wir in den Urlaub, wohin gehen wir zum Essen, wofür etc.). Ich denke, vieles davon ist auch dem geschuldet, dass wir nicht zusammen wohnen, beide mit unseren anspruchsvollen Vollzeitjobs, Freunden/Familien, Sport, Haushalt & Hobbys recht ausgelastet sind. Wir verstehen uns perfekt, wenn wir einen längeren Urlaub zusammen verbringen. Wir haben schon 'anspruchsvolle' Urlaube mit viel individueller Organisation zusammen gemacht und waren dort immer ein super Team und super innig und harmonisch. Aber, wie gesagt, kaum sind wir in unseren Alltagen, ist es schwierig. Wir möchten auch gerne zusammenziehen, aber das ist noch einmal ein ganz anderes (schwieriges) Thema.
Ich denke oft über Trennung nach, weil unsere vielen Streits einfach zermürbend sind und sie auch meine Gefühle zu ihm beeinträchtigen. Andererseits möche ich gerne Kinder (mal ist dieser Wunsch stärker, mal schwächer) und bin schon 36. Ich habe eine leise Ahnung davon, wie anstrengend Kinder sind (da ich oft, auch über Nacht, kleine Kinder gebabysittet habe) und weiß, dass sie für eine Beziehung sehr belastend sind.
Ich stehe nun vor der Entscheidung, alles 'hinzuwerfen'. Aber natürlich bin ich auch nicht so naiv oder optimistisch, zu glauben, dass ich dann wirklich bald noch den "Mann meiner Träume" finde, mit dem es mit Kindern noch klappt. Ich hatte in den letzten Jahren wirklich einige Beziehungen unter 2 Jahren, nie hat es gepasst (vielleicht bin ich auch einfach schwierig - aber ich weiß nicht genau, wo ich da ansetzen soll, da ich, abgesehen von meinen Beziehungen, in allen anderen Bereichen im Leben und mit mir selbst recht glücklich bin).
Die Männer, mit denen ich vorher zusammen war, waren für eine längere Beziehung und für Kinder auch nicht wirklich passender. Andererseits fehlt mir momentan der Glaube an unsere Beziehung, um diesen Schritt zu gehen (und ich glaube, ihm auch - auch wenn wir in besseren Momenten - schon darüber gesprochen haben, dass es für Kinder bald an der Zeit ist).
Was meint ihr? Was ist riskanter? Ich weiß schon, dass ich, sollte ich in dieser Beziehung ein Kind bekommen, mich mit dem Gedanken anfreunden muss, dass ich wohl irgendwann alleinerziehend sein werde. Andererseits bin ich eh nicht der Typ, der an eine lebenslange Beziehung glaubt (für mich zumindest nicht - dass andere das hinkriegen, denke ich schon).
Ich denke übrigens auch nicht, dass man den Kindern zuliebe zusammenbleiben muss, auch wenn ich die Herausforderungen von Patchwork-Familien aus eigener Erfahrung kenne und sie keineswegs verharmlose.
So, jetzt bin ich gespannt auf eure Antworten. Ich weiß schon, dass viele von euch sagen werden: "Ein Baby bekommt man doch aus Liebe!" Das fände ich auch schön, aber wenn es diese 'perfekte' Beziehung einfach nicht gibt - sollte dann mein Weg sein, einfach kinderlos zu bleiben? Mit diesem Gedanken kann ich mich noch weniger anfreunden...
Ich könnte natürlich auch versuchen, die Beziehung "besser zu machen" - daran arbeite ich auch, allerdings bis jetzt nicht mit großem Erfolg.
Viele Grüße und danke fürs Lesen
la_hannah
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 124
Thema: Trennung oder Baby?
-
28.07.2019, 21:55
Trennung oder Baby?
-
28.07.2019, 22:15
AW: Trennung oder Baby?
Einfach machen, wenn viele Menschen so denken und sich den Kopf zermalmen würden, wäre wedeer der Kölner Dom gebaut noch Menschen zum Mond geflogen´oder die Menscheiut bereit arg dezimiert wenn nicht gar ausgestorben.
.
Wenn man nur noch über die Risiken oder das unentwegte Scheitern nachdenkt , braucht und sollte man gar nichts anfangen weil man immer einen Grund finden wird etwas nicht zu tun..
Leben und zwar dein leben findet im heute mit Entscheidungen an und nicht später im Konjunktiv im Kopf statt.
Mach das was dein Instinkt und dein Gefühl dir sagt, eine Garantie bekommst du nicht und gibt dir auch keiner und du glaubst ja eh nicht an die ewige Liebe kannst also nur positiv überrascht werden. Was du hast , das hast du und gehört zu deinem tun und deiner Geschichte dann sofort oder später dazu (bsw. deine Kinder)
Vertraue auf dein eigenes Gefühl als treibende bestimmende Steuerfrau deiner Zukunft die du willst und wie sie dir wünschst
-
28.07.2019, 22:22Inaktiver User
AW: Trennung oder Baby?
Auch wenn ich deine Sorgen und Gedanken verstehen kann......
Aber sollte man nicht erstmal den wirklichen Alltag testen? Also zusammen ziehen und dann schauen ?
Du scheinst da irgendwie einen Schritt aus zu lassen. Zudem sagst du ja selbst, das es anders wäre wenn ihr zusammen wohnen würdet......
Die Frage für ein Kind ist eine Sache von 2 Leuten Mutter+Vater
Klar kannst du deinen Stiefel durchziehen egal wie. Aber du hast eine Verantwortung dem Kind gegenüber.
Ich denke die wichtigere Frage wäre. Kannst du mit ihm eine Elternebene haben, ohne Partner Beziehung?
-
28.07.2019, 22:22
AW: Trennung oder Baby?
Will er denn ein Kind?
Islabonita
Moderation im Freundschaftsforum, Umgangsformen, Familiensache, Mietforum und in Rund um die Bewerbung - ansonsten normale Userin
-
28.07.2019, 22:31Inaktiver User
AW: Trennung oder Baby?
Hannah, ist das der Mann aus Deinem alten Strang?
-
28.07.2019, 22:32
AW: Trennung oder Baby?
Wow, das ist wirklich schön gesagt. Vielen Dank für diese Worte. Mein Gefühl sagt... Hilfe, bin im totalen Chaos. Möchte jetzt gerne Kinder... aber um jeden Preis? Ich weiß es nicht. Bin irgendwie gerade in Starre.
Das stimmt definitiv. Meiner Meinung nach ist das absolut der nächste wichtige Schritt und ich arbeite daran. Leider ist das nicht so leicht, er möchte das zwar auch, aber er steht sich da selbst im Weg.
Andererseits denke ich mir auch: Bei anderen Paaren klappt das Zusammenwohnen Top und sie trennen sich trotzdem nach der Geburt. Auch nach vielen Jahren des Zusammenseins. Und: Um jetzt alles nach Bilderbuch zu machen, haben wir nicht mehr genug Zeit, ein gewisses Risiko gehört dazu.
Ich bin davon überzeugt, dass ich es schaffen würde und er wäre zumindest ein fairer und verantwortungsvoller Partner, denke ich. Niemand, der sich aus dem Staub macht und was auch relevant ist: Ich suche einen Partner, der die Erziehungsarbeit und auch die Elternzeit 50:50 mit mir aufteilen will. Damit ist er - zumindest in der Theorie - einverstanden. Sowas findet man unter Männern heue leider auch nicht häufig, denke ich.
-
28.07.2019, 22:35
-
28.07.2019, 22:37
AW: Trennung oder Baby?
-
29.07.2019, 00:37
-
29.07.2019, 06:02
AW: Trennung oder Baby?
Wer von euch bekäme denn das Kind?
Zwei Asphaltiere und Streit darüber wo ihr wieviel Zeit verbringt? Warum? Ist deine Wohnung perfekter als seine?
Anspruchsvoller Job - anspruchsvoller Urlaub? Perfektion wohin man sieht?
Bist du sicher, dass in eure anspruchsvolle perfekt Welt ein Kind paßt?
Mir scheint ihr wollt euch immer noch gegenseitig beeindrucken - von daher...mhm würde ich nach nur zwei Jahren erstmal noch ein paar Jahre zusammen leben und gucken ob ihr euch zusammen raufen könnt ohne euch umzubringen.
Wenn im Raum steht entweder Trennung oder Kind - tendiere ich zur Trennung. Was glaubst du ändert ein Kind? Eine nicht sichere Beziehung wird nicht besser wenn ein Kind kommt.
Wenn es dir um das Kind geht, dass du dann allein groß ziehen wirst - dann los.
Was mir fehlt bei der Auszählung: Liebe, Nähe, guter Sex???


Zitieren

