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  1. Moderation Avatar von skirbifax
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    Outtake: Ehevertrag - notwendig, vernünftig oder unromantisch?

    Da sich in einem anderen Strang ein interessantes Thema herauskristallisiert hat, habe ich die Beiträge in einen separaten Strang verschoben. Ich wünsche einen interessanten und konstruktiven Austausch
    Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.
    Christian Morgenstern


    Moderatorin für:

    Was bringt Sie aus der Fassung?
    Beziehung im Alltag
    Trennung und Scheidung
    Über das Kennenlernen
    Geändert von skirbifax (02.05.2019 um 08:20 Uhr)


  2. Registriert seit
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    Outtake: Ehevertrag - notwendig, vernünftig oder unromantisch?

    Mal eine Frage an die die eher "pro Ehevertrag" sind.

    Warum würdet ihr heiraten wollen?
    Für mich beinhaltet die Ehe in erster Linie, das man füreinander einsteht.
    Auch - aber natürlich nicht nur - auf der finanziellen Ebene.

    Klar ist das bei "Normalos"
    wo beide "normal" verdienen einfacher als wenn einer eben sehr reich ist.

    Letztlich geht es bei dem Ehevertrag doch nicht in erster Linie um das Leben in der Ehe, sondern um den Fall der Scheidung.

    Verstehe ich auch, dass man da dann auch finanziell wieder getrennte Wege geht - es sei denn es gibt gemeinsame Kinder.

    Im Prinzip ist die gesetzliche Ehe ja auch so geregelt, nachehelicher Unterhalt ist ja stark eingeschränkt worden.

    Man denkt immer so, der "ärmere Partner" gibt nichts auf und hat nichts zu verlieren, aber so sehe ich das nicht.
    Ich beispielsweise habe meine Finanzen so geplant dass ich damit allein gut auskomme.

    Würde ich zum Beispiel meine Wohnung, meinen Arbeitsplatz oder anderes verändern um mit meinem Partner zusammen zu ziehen, dann wäre das für mich mit Normalo-Gehalt vermutlich das grössere Risiko als für den der viel Geld hat.

    Eine Heirat ist in dem Sinn schon auch eine Art Milderung des Risikos, da eben eine gemeinschaftliche finanzielle Mitverantwortung besteht und die im Fall der Scheidung zumindest mit berücksichtigt wird.
    So zumindest verstehe ich das deutsche Eherecht.


  3. Registriert seit
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    AW: Mein Verlobter will einen Ehevertrag

    Zitat Zitat von ganda55 Beitrag anzeigen
    Ich auch. Der Strang sähe anders aus, wäre der vermögende Teil eine Frau und wollte der Mann nur ohne Vertrag heiraten ...

    Der Vertrag hier ist keinesfalls sittenwidrig oder sogar knebelartig, wie schon geschrieben wurde. Ich verstehe das Problem damit nicht. conneco, vielleicht erklärst du es ja mal ausführlicher als mit dem lapidaren "unromantisch", das gar nix aussagt.
    Ich denke, das Thema Ehevertrag hat schon einen gewissen Einfluss auf die Beziehung.

    Bei einer "normalen" Hochzeit denkt man zuerst an das Kleid, das Fest, Kirche, Ringe usw. Das Standesamt wird mehr oder weniger eine Formalität. Welcher Otto-Normal-Verbraucher weiß denn wirklich genau, was er da unterschreibt und welche rechtlichen Folgen das hat.

    Beim Ehevertrag ist das anders. Das hat schon was Unromanisches. Es fühlt sich mehr wie ein Geschäft an, als wie "der schönste Tag im Leben".

  4. Avatar von jofi2
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    AW: Mein Verlobter will einen Ehevertrag

    Ich verstehe nicht wirklich worauf du hinaus willst,sally.
    Dass Ehepartner so lange die Ehe andauert füreinander einstehen müssen (gegenseitige Unterhaltsverpflichtung) ist doch durch den Ehevertrag gar nicht berührt. Für die TE spielt es erst recht keine Rolle. Zum einen ist sie als Beamtin abgesichert, zum anderen bekommt sie doch von Anfang an Einkünfte vom Ehemann überschrieben.
    Nach einer Trennung muss die Alterssicherung beider Partner geteilt werden (kein Ehevertrag), oder es muss eine andere Lösung gefunden werden. Zum Beispiel dass dies durch Vermögen abgesichert wird (Ehevertrag). Letzteres ist im Fall der TE geplant.
    Ich red halt auch oft nur so dahin und hoffe, dass ein Gedankengang Schritt hält. Und wenn nicht, hat er halt Pech gehabt, der Gedanke.

    (Gerhard Polt)


  5. Registriert seit
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    AW: Mein Verlobter will einen Ehevertrag

    Zitat Zitat von Wolfgang11 Beitrag anzeigen
    Beim Ehevertrag ist das anders. Das hat schon was Unromanisches. Es fühlt sich mehr wie ein Geschäft an, als wie "der schönste Tag im Leben".
    Aber man schließt dich für alles Verträge ab.
    Ich denk ja auch nicht an Totalschaden des Autos wenn ich ne Vollkasko abschließe.
    Ich denke auch nicht, das ich morgen sterbe, wenn ich eine Lebensversicherung abschließe.

    Warum also ist ein Ehevertrag so anders?

    Eine Eheurkunde ist letztendlich auch ein Vertrag. Der ist nur gesetzlich geregelt.
    Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"

    Erich Fromm


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    AW: Mein Verlobter will einen Ehevertrag

    Zitat Zitat von Saily_ Beitrag anzeigen
    Mal eine Frage an die die eher "pro Ehevertrag" sind.

    Warum würdet ihr heiraten wollen?
    Für mich beinhaltet die Ehe in erster Linie, das man füreinander einsteht.
    Auch - aber natürlich nicht nur - auf der finanziellen Ebene.

    Klar ist das bei "Normalos"
    wo beide "normal" verdienen einfacher als wenn einer eben sehr reich ist.

    Letztlich geht es bei dem Ehevertrag doch nicht in erster Linie um das Leben in der Ehe, sondern um den Fall der Scheidung.

    Verstehe ich auch, dass man da dann auch finanziell wieder getrennte Wege geht - es sei denn es gibt gemeinsame Kinder.

    Im Prinzip ist die gesetzliche Ehe ja auch so geregelt, nachehelicher Unterhalt ist ja stark eingeschränkt worden.

    Man denkt immer so, der "ärmere Partner" gibt nichts auf und hat nichts zu verlieren, aber so sehe ich das nicht.
    Ich beispielsweise habe meine Finanzen so geplant dass ich damit allein gut auskomme.

    Würde ich zum Beispiel meine Wohnung, meinen Arbeitsplatz oder anderes verändern um mit meinem Partner zusammen zu ziehen, dann wäre das für mich mit Normalo-Gehalt vermutlich das grössere Risiko als für den der viel Geld hat.

    Eine Heirat ist in dem Sinn schon auch eine Art Milderung des Risikos, da eben eine gemeinschaftliche finanzielle Mitverantwortung besteht und die im Fall der Scheidung zumindest mit berücksichtigt wird.
    So zumindest verstehe ich das deutsche Eherecht.
    Das ist im Normalfall auch richtig. Im Grunde hat der Ehevertrag für den wohlhabenden Part zwei Gründe.

    Zum Einen wird das finanzielle Risiko bei Scheidung gedeckelt.

    Und zum Anderen muß im Scheidungsfall nicht das ganze Vermögen offengelegt werden.

    Das mit der gemeinschaftlichen Mitverantwortung ist so eine Sache. Bei stark unterschiedlichem Einkommen hat eben die wohlhabende Seite im Trennungsfall sehr viel zu verlieren und praktisch nichts zu gewinnen.


  7. Registriert seit
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    AW: Mein Verlobter will einen Ehevertrag

    Manche empfinden es auch "unromantisch", Diskussionen darüber zu führen, ob bei der Eheschließung jeder seinen eigenen Nachnamen behält oder die Frau den Namen des Mannes annimmt oder umgekehrt oder Doppelname oder was auch immer.

    Ich finde einen Ehevertrag an sich nicht unromantisch. Ich habe bei der TE nur das starke Gefühl, dass sie der Meinung ist, auf mehr Geld aus dem Vermögen des Mannes Anspruch zu haben, als dieser ihr zugestehen will, nur aus dem Grund, dass er wohlhabend ist. Sie will den Ehevertrag nicht, weil er "unromantisch" ist. Sie will ihn nicht, weil sie aus ihrer Sicht durch den Ehevertrag zuwenig Geld bekommt. Wenn der Ehevertrag vorsehen würde, dass sie pro Jahr 1 Million Euro aufs Konto überwiesen bekommt, wäre ihre Meinung vermutlich anders.

    Bevor hier Aufschreie kommen, dass sei alles reine Unterstellung: sie selbst hat in ihrem Eingangsposting geschrieben "ohne Ehevertrag würde da viel mehr gehen" und "ich finde, er sollte großzügiger sein".

    Und einen Mann vorwiegend aus Geldgründen zu heiraten ist aus meiner Sicht null romantisch.

  8. Avatar von jofi2
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    AW: Mein Verlobter will einen Ehevertrag

    Eine Eheschliessung ist nicht romantisch sondern ein Vertrag mit gesetzlichen Regelungen. Er dient der Absicherung und Regelung von Lebensrisiken.
    Das ganze Theater drumherum ist das was es ist - Theater, Symbol, eventuell ein religiöser Hintergrund.....

    Der Entschluss, mit jemandem zusammenleben zu wollen und eventuell eine Familie zu gründen hat etwas mit Liebe zu tun - hoffe ich wenigsten.
    Ich red halt auch oft nur so dahin und hoffe, dass ein Gedankengang Schritt hält. Und wenn nicht, hat er halt Pech gehabt, der Gedanke.

    (Gerhard Polt)


  9. Registriert seit
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    AW: Mein Verlobter will einen Ehevertrag

    Zitat Zitat von jofi2 Beitrag anzeigen
    Ich verstehe nicht wirklich worauf du hinaus willst,sally.
    Ich will nirgendwo drauf hinaus es war ne Frage.
    Eheverträge sind nun mal ungewöhnlich. Ich kenne niemanden der einen geschlossen hat, weil die meisten das gängige Recht für sich ok fanden.
    Und ich kenne etliche unverheiratete Paare.

    Darum....es muss einem ja irgendwas am normalen Eherecht stören wenn man einen Vertrag machen will (vereinfacht ausgedrückt), vielleicht hat jemand der so denkt, dann auch eine besondere Vorstellung von der Ehe?
    Weil - nicht heiraten ist ja auch immer noch eine Option.


  10. Registriert seit
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    AW: Mein Verlobter will einen Ehevertrag

    Zitat Zitat von Lilith10 Beitrag anzeigen
    Aber man schließt dich für alles Verträge ab.
    Ich denk ja auch nicht an Totalschaden des Autos wenn ich ne Vollkasko abschließe.
    Ich denke auch nicht, das ich morgen sterbe, wenn ich eine Lebensversicherung abschließe.

    Warum also ist ein Ehevertrag so anders?
    .
    Naja, ich hoffe zwar in den beiden Fällen weder auf einen Totalschaden noch auf meinen Tod, aber ich schließe diese Versicherungen ab, weil ich schon davon ausgehe, dass das passieren kann.

    Eine Ehe einzugehen, ohne davon auszugehen, dass es gerade nicht passieren kann, dass sie nicht hält, das ist das Unromantische.


    Der "normale" Ehevertrag, der durch Eheschluss beim Standesamt geschlossen wird, ist was anderes: Zwar erwirbt man mit diesem Vertrag auch Ansprüche, ggf. auch nacheheliche, gegen den Ehepartner, aber heiraten wird man, wenn man sich für die Rechtslage überhaupt interessiert, doch eher, weil man die Ansprüche gegen den Staat (Ehegattensplitting, Witwenrente, Erbschaftssteuer....) mitnehmen will, also die Goodies, die man in einer Ehe, die hält, so bekommt.

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