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  1. Registriert seit
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    Mein Mann und seine "verkorkste" Einstellung zu Familie...

    Ich bin gerade ziemlich emotional mitgenommen, dass ich gar nicht so recht weiß, wo anfangen... Vor ein paar Tagen hat mir meine Jüngste "gebeichtet", dass sie schwanger ist . Dass mich das ganze etwas aus der Bahn wirft, ist nicht verwunderlich. Bis vor "kurzem" hatte ich noch das Teenagerdrama mit ihr und ihrer Schwester, welches sich erst im letzten Jahr beruhigt hat, seitdem sie beide zum Studieren weggegangen sind. Sie ist erst 21, nun wieder zu Hause, weil sie es an ihrem Studienort nicht ausgehalten hat (die Sehnsucht nach ihrem Freund und dem vertrauten Umfeld war zu groß) und möchte sich an der hiesigen Uni bewerben. Der Freund ist auch gerade in Ausbildung und mein erster Gedanke ist, die beiden sind "zu jung" dafür...
    Auf der anderen Seite sehe ich das trotzdem nicht als "Weltuntergang". Die beiden strahlen momentan, fühlen sich an einem Weltwunder beteiligt, dass ich gar nicht anders kann als mich davon berühren zu lassen. Und dann sind auch noch die "Vorbilder", mein Ex und ich waren gerade mal ein Jahr älter, als unser erstes Kind geboren wurde, ich war mitten im Studium, er gerade fertig mit der Ausbildung und es war eine wahnsinnig anstrengende, aber auch tolle Zeit. Da kann ich jetzt schlecht die "Besserwisserin" raushängen lassen (ganz abgesehen davon, dass es ja eh zu spät ist).

    Aber dann ist da noch mein Mann... er ist nicht der Vater meiner Kinder, wir sind aber seit über 12 Jahren zusammen und in dieser Zeit hat er sich auch langsam an die Kinder gwöhnt. Ich schreibe das bewusst so, weil es schon einen Teil des Problems aufzeigt. Mein Mann hatte bis zu meinen Kindern nicht die geringsten Kontakte/Erfahrungen mit jüngeren Kindern/Menschen. Je näher ihm diese kamen (was bei meiner Familie mit eigenen Kindern und vielen jüngeren Neffen und Nichten kaum zu vermeiden ist), desto mehr hatte ich den Eindruck, dass er erstarrte und die Kinder wie "Aliens" betrachtete. Im Laufe der Jahre hatten wir deswegen auch unsere Schwierigkeiten, quälten uns durch die Diskussion über potentielle eigene Kinder, bis ich das Thema nicht vor gut zwei Jahren endgültig begraben habe. Seit meine Kinder erwachsen sind, ist sein Umgang mit ihnen auch wesentlich entspannter geworden und ich dachte, dann ist das halt so, er ist einfach nicht der Kindertyp.
    Etwas komisch fühlte ich mich schon, als seine Mutter kürzlich für ein paar Wochen zu Besuch war und das Thema Kinder zur Sprache kam. Er ist Einzelkind und seine Eltern hätten sich wohl immer Enkel gewünscht, sind aber davon ausgegangen, dass ICH nicht wollte. In dem Gespräch ist mir wieder aufgefallen, wie belastet dieses Thema von seiner Seite aus ist, wie schwer es ihm fällt, darüber überhaupt zu reden.

    Die letzten Tage geben mir aber doch sehr zu denken... mein Mann läuft so schlecht gelaunt und gereizt duch die Gegend, ist echt "ungenießbar" und kommt offenbar überhaupt nicht mit dem Gedanken zurecht "Großvater" zu werden (wenn auch nur "Stief"). Und ich verstehe nicht, wo das Problem ist? (ich fürchte, ihm ist es selber gar nicht so bewusst...). Er braucht sich da nicht im geringsten "einbringen", ist für nichts verantwortlich oder so. Meine Tochter hat so eine große Familie, von der sie sowohl ideele, praktische, als auch materielle Unterstützung bekommen wird. Trotzdem "leidet" er und ich kann es nicht verstehen . Als wir uns heute Mittag darüber unterhalten haben, meinte er, Großväter sind in seiner Vorstellung alte Männer, die gelegentlich zu Besuch kommen, aber sonst nicht mehr am Leben teilnehmen

    Obwohl ich mich sonst als sehr einfühlsam bezeichnen würde, stehe ich da vollkommen "blöd" da und verstehe ihn gar nicht... er ist das absolute Gegenteil dieses "Bildes" von einem Großvaters, beruflich sehr erfolgreich, sportlich mit einer Superfigur und auch sonst sehr gutaussehend . Und dann bringt ihn eine "Aktivität" meiner Tochter total aus dem Gleichgewicht?? Ich frage mich, wie soll ich damit umgehen?? Kann ich ihm irgendwie helfen? Soll ich in Zukunft jegliche Dinge innerhalb meiner Familie, die mit Kindern zu tun haben, "ausklammern" und von ihm fernhalten? Soll ich das ignorieren und ihn "leiden" lassen, in der Hoffnung, dass er sich irgendwann wieder fängt (so ähnlich war es, als mein Ex vor ein paar Jahren Nachwuchs erwartete und inzwischen hat er sich daran auch gewöhnt). Ehrlich gesagt macht mir die Reaktion schon etwas Sorgen, weil ich irgendwie das Gefühl habe, es wäre wie eine Art Zeitbombe, ein ernsthaftes, schwerwiegendes Problem, was unsere Beziehung womöglich irgendwann massiv belasten könnte....

  2. Avatar von brighid
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    AW: Mein Mann und seine "verkorkste" Einstellung zu Familie...

    mir kommt es garnicht so verkorkst vor.

    er hatte, bis heute, eine bestimmte vorstellung von grossvätern.

    und ist jetzt damit konfrontiert seinen ganz eigenen weg zu finden. hier heisst es in der familienkonstellation die du beschreibst: beute- opa.

    ich kann nur sagen was ich tun würde bzw. getan habe als wir erfahren haben, dass ich grossmutter werde.
    (er ist nicht der vater meiner kinder.) ich habe ihn gefragt ob er es auch noch mit einer oma aushält? er musste lachen, hat geschluckt und der rest ist nicht jugendfrei.

    seine vorstellung von opa waren etwa die die auch dein mann geäussert hat.

    dazulernen- ist die devise.
    hinfallen ist keine schande, liegenbleiben schon.

    das leben ist kostbar, lasst uns jeden tag gebührlich feiern

  3. Inaktiver User

    AW: Mein Mann und seine "verkorkste" Einstellung zu Familie...

    Gut, grundsätzlich scheint er ein wenig ein ein wenig anderes Sozialverhalten zu haben und ich gehe aber davon aus, dass ihm viel an Dir liegt und ggf. ist das der Knackpunkt. Er denkt vielleicht, dass es jetzt sehr viele Großmutterfreuden oder auch -pflichten geben wird und er daran mit teilhaben muss oder auf Dich verzichten kann. Andererseits bin ich kein Hellseher und er ist erwachsen genug selbst den Mund aufzumachen und sich ehrlich und authentisch zu äußern.


  4. Registriert seit
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    AW: Mein Mann und seine "verkorkste" Einstellung zu Familie...

    Grundgütiger! Dir (euch) bleibt auch nix lange erspart.

    Sorry, aber ich erinnere deine früheren Threads....
    Und, dass die Schwangerschaft euch nicht massiv behelligen würde - das glaubst du doch selber nicht.
    Sie ist doch jetzt schon wieder bei dir daheim.

    Also, ehrlich, ich verstehe deinen Mann. Ihr hattet doch nie mal eine Zeit alleine. Zu Zweit. Als 2 Erwachsene ohne Anhang.
    Und jetzt wäre es endlich soweit gewesen. Und jetzt das.

    Ich finde es auch schade, dass du da so unempathisch bist. Er hat doch seit Jahren das ganze Chaos mit deinen Töchtern mitgetragen. Und nach 12 Jahren hinterfragst du wieder/immer noch seine Position?

    Echt, Daisy, schau lieber, dass dir der nicht so kurz nach der Heirat den Laufpass gibt. Der muss doch das Gefühl haben in einem Irrenhaus zu leben. Und dass er keinen Bock hat einer 21jährigen, schwangeren Chaos-Nudel und ihrem unreifen Freund den Kümmer-Opi zu machen - das verstehe ich gut.

    Ich würde dich an seiner Stelle fragen, welche Rolle ich als dein Ehemann in deinem Leben so zu haben habe. Kuschen, zahlen und sonst?

  5. gesperrt
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    AW: Mein Mann und seine "verkorkste" Einstellung zu Familie...

    Ich finde das total verkorkst...

    Du hättest eigentlich gerne mit ihm Kinder gehabt? Er aber nicht? Und hast es seinetwegen „begraben“?
    Hat seiner Mutter anscheinend auf Fragen (sowas Fragen Eltern durchaus) suggeriert, daß es „Deine Schuld“ ist?

    Mon dieu, bist Du leidensfähig!


    Er reagiert „schon immer“ auf Kinder komisch?
    Und lernt anscheinend nix dazu?

    Warum gabst/gibst Du Dich mit jemand ab, der ein Problem mit Deinen Kindern (egal ob wegen ihnen als Person oder generell) hat?
    Das wird bei den Enkeln nicht besser, ich hoffe für Tochter und Baby, daß ihr Vater ein tauglicherer Opa ist.

  6. Avatar von Mitternachtsblau
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    AW: Mein Mann und seine "verkorkste" Einstellung zu Familie...

    Daisy, du schriebst:

    Die letzten Tage geben mir aber doch sehr zu denken... mein Mann läuft so schlecht gelaunt und gereizt duch die Gegend, ist echt "ungenießbar" und kommt offenbar überhaupt nicht mit dem Gedanken zurecht "Großvater" zu werden (wenn auch nur "Stief"). Und ich verstehe nicht, wo das Problem ist? (ich fürchte, ihm ist es selber gar nicht so bewusst...).
    Deine Tochter hat es dir doch aber gerade erst vor ein paar Tagen gebeichtet.
    Vielleicht läßt du ihm einfach mehr Zeit, sich an den Gedanken zu gewöhnen? Er hat es damit ja offensichtlich sehr, sehr viel schwerer als du - da kann man ihm nicht verdenken, dass er auch länger braucht als du, um sich damit irgendwie zu arrangieren.

    Dass er es schwer hat, sich als Opa zu sehen, zeigt doch immerhin, dass er sich dann überhaupt als Opa sieht. Er könnte auch gar keine Regung zeigen, denn mit ihm hat es ja faktisch nichts zu tun. Aus der Perspektive ist es doch eher ein Fortschritt?
    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten.

    Oscar Wilde

  7. Avatar von Mitternachtsblau
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    AW: Mein Mann und seine "verkorkste" Einstellung zu Familie...

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen

    Echt, Daisy, schau lieber, dass dir der nicht so kurz nach der Heirat den Laufpass gibt. Der muss doch das Gefühl haben in einem Irrenhaus zu leben. Und dass er keinen Bock hat einer 21jährigen, schwangeren Chaos-Nudel und ihrem unreifen Freund den Kümmer-Opi zu machen - das verstehe ich gut.
    Ich habe von den bisherigen Beiträgen nur im Hinterkopf, dass die Mädels sich ständig massiv gehackt haben, weil sie eifersüchtig aufeinander waren. Oder sind. Also, dass es ein Teenagerproblem war, was sich mit der Trennung der beiden leidlich relativiert hatte.

    Darüber hinaus habe ich keine Idee, warum eine 21jährige per se viel zu jung zum Kinderkriegen sein sollte.
    Ich war bei meiner Großen auch 21, das war nicht grundsätzlich verwerflich. Man ist fit und leistungsfähig und wächst mit seinen Aufgaben...

    Und von einem Anspruch an ihn als "Kümmer-Opi" war ja wohl nirgends die Rede.
    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten.

    Oscar Wilde


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    AW: Mein Mann und seine "verkorkste" Einstellung zu Familie...

    Ich finde gerade die Meinungen von Rockeby und Sacrebleu sehr bezeichnend... sie geben ungefähr die Pole wieder, zwischen denen ich schwanke

    Wobei mein Mann nicht "kuschen und zahlen" muss! Erstens hat die Chaos-Nudel (der Begriff passt aber tatsächlich ) Eltern, die als erste in der Pflicht sind. Dann muss sie sich um ihren Kram vor allem selber kümmern! Und das macht sie. Auf ihre Weise, die vielleicht anders ist, als meine/unsere. Aber die Freiheit soll sie auch haben. Und den "Kümmer-Opi" von ihm zu erwarten, da wären meine Kinder wohl die letzten, denen das in den Sinn käme. Da eignet sich mein Sohn wesentlich mehr als "Kümmer-Onkel" oder mein Ex.

    Die Sache mit den eigenen Kindern war jahrelang sehr kompliziert... obwohl ich mit ihm über so ziemlich alles reden kann, ist das ein Thema, welches er sehr schnell abfertigt und abblockt. Manchmal klang es an, dass meine Kinder "zu anstrengend" waren, um sich in dem Umfeld auf ein eigenes Kind einzulassen. Er wirkte in diesem Bereich sehr "unausgegoren" auf mich und irgendwann habe ich das Thema aus "Altersgründen" aufgegeben. Ich nehme in Kauf, dass er insgeheim traurig oder womöglich auch neidisch ist, dass er keine eigenen Kinder hat (was ich wiederum sehr schade fände, aber letzendlich war das seine Wahl). Was mir immer wieder zu schaffen macht, ist dieses unterschwellige Gefühl von "Schuld", in der ich stehe. Er hat meine Familie "in Kauf" genommen und daher soll ich aber ja ganz und gar für ihn da sein. Nicht, dass ihr das missversteht, ich liebe ihn ja und bin natürlich für ihn da. Aber er ist für mich nicht der "einzige" emotionale Kontakt. Umgekehrt habe ich das Gefühl, nachdem er sich halbwegs von seiner Mutter gelöst hat, wäre ich genau das für ihn und das fühlt sich manchmal erdrückend an. Und vielleicht mag es vor diesem Hintergrund auch etwas Angst sein, dass er mich mit noch mehr Menschen "teilen" muss?

  9. Avatar von Annilein
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    AW: Mein Mann und seine "verkorkste" Einstellung zu Familie...

    Er fühlt sich nicht als Vater, ist ja auch keiner. Sicher vermutet er dass nun von ihm erwartet wird sich als Opa zu fühlen. Er ist aber keiner.
    Lass ihn doch mal in Ruhe, ich habe den Eindruck du zerrst immer an ihm rum.
    Schon bei den früheren Strängen wegen deiner Töchter.
    Heute ist die gute alte Zeit von morgen (Karl Valentin)


  10. Registriert seit
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    AW: Mein Mann und seine "verkorkste" Einstellung zu Familie...

    Zitat Zitat von Mitternachtsblau Beitrag anzeigen
    Daisy, du schriebst:



    Deine Tochter hat es dir doch aber gerade erst vor ein paar Tagen gebeichtet.
    Vielleicht läßt du ihm einfach mehr Zeit, sich an den Gedanken zu gewöhnen? Er hat es damit ja offensichtlich sehr, sehr viel schwerer als du - da kann man ihm nicht verdenken, dass er auch länger braucht als du, um sich damit irgendwie zu arrangieren.

    Dass er es schwer hat, sich als Opa zu sehen, zeigt doch immerhin, dass er sich dann überhaupt als Opa sieht. Er könnte auch gar keine Regung zeigen, denn mit ihm hat es ja faktisch nichts zu tun. Aus der Perspektive ist es doch eher ein Fortschritt?
    Vielen Dank für diesen Hinweis! So habe ich das noch gar nicht gesehen... er braucht tatsächlich für vieles etwas mehr Zeit. Was mich halt etwas erschreckt hat, war dass er sich irgendwie "bedroht" und belastet fühlt, wo das mit ihm nur am Rande etwas zu tun hat und er alle Freiheit hat, sich da einzubringen oder auch nicht.

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