Ich sehe es nicht so, dass die TE ihren Aversionen "nachgibt".
Sie sind einfach vorhanden. Sie wird wenig Einfluss auf ihre intuitiven
Abneigungen haben - und ich kann sie in diesem Punkt wirklich verstehen.
Allumfassend wahllose Liebe zu Kindern würde ich für mich selbst auch niemals
proklamieren und empfände das als wenig authentisch. Man "darf" guten
Gewissens das Thema differenzierter betrachten und nur auserwählte Kinder
lieben.
Bei mir sind es die eigenen.
Fremde Kinder mag ich - oder auch eben nicht.
Natürlich sind die Kinder eines Partners ein Teil von diesem Menschen.
Trotzdem sind diese Kinder eigene Persönlichkeiten, was nicht automatisch
für Sympathie - geschweige denn Liebe - sorgen muss.
Die Situation der TE ist in der Tat eine schwere Herausforderung auf der
Beziehungsebene.
Es liegt einzig an der Entscheidung und dem Engagement des Vaters, wie sich
das weitere Schicksal des Jungen gestaltet.
Liebe TE,
wenn Du nicht bereit bist, Dich auf eine entsprechende Veränderung Eures
Lebens einzulassen und sie mitzutragen - und sich Dein Mann wegen Deiner Vorbehalte
gegen sein Kind entscheidet - dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass er Dich für
das vorhersehbare weitere Abdriften seines Sohnes verantwortlich machen wird.
Damit würdest Du schwer zurechtkommen, nehme ich an.
Das Kind anzunehmen, auch mit all den unbequemen Facetten, könnte andererseits
der größte Liebesbeweis sein, den Du Deinem Mann entgegenbringen kannst.
Antworten
Ergebnis 91 bis 100 von 156
Thema: Ertrage seinen Sohn nicht
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22.04.2019, 09:31
AW: Ertrage seinen Sohn nicht
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22.04.2019, 09:42Inaktiver User
AW: Ertrage seinen Sohn nicht
Irgendwie kommt mir in den ganzen Antworten zu kurz, dass die TE ja nicht nur selber mit dem Jungen nach Möglichkeit nichts mehr zu tun haben möchte, sondern auch von ihrem Partner erwartet, sich des "Problems" durch Unterbringung in einer Pflegefamilie zu entledigen, damit das Projekt "eigenes Kind" in Ruhe angegangen werden kann.
Wer bitte erwartet allen Ernstes von einem Vater, dass er bitteschön eines seiner Kinder (noch dazu eines, das ihn ganz eindeutig braucht gerade jetzt) zur Seite schiebt, um seiner aktuellen Partnerin das Wunschkind zu machen?
Wenn dieser Mann einigermaßen klar denken kann, dann wird er dieses Ansinnen, egal, wie nett umschrieben die TE es auch anbringt bei ihm, mit der einzig möglichen Konsequenz, nämlich der Trennung, beantworten.
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22.04.2019, 09:55
AW: Ertrage seinen Sohn nicht
Nun, die, die es erwarten bzw. durchsetzen (solche Fälle sind mir bekannt), werden dies wohl kaum öffentlich so direkt sagen, weil sie kein Interesse haben, was da für Reaktionen auf sie zukommen.
dieses "ich liebe alle Kinder pauschal" finde ich...seltsam. Auch Kinder haben ihre Eigenheiten und Charakterzüge. Manche haben schönere, manche weniger schöne Charaktere. Was macht sie per se liebenswerter als Erwachsene? Außer dass manche süß sind. Und klein. Und formbar. Ist es das?
Das kommt noch hinzu. Und gerade in dem Alter, das der Junge hat, zeigt sich sein Charakter deutlich. Ich muss auch sagen, dass ich für ein solches Kind keine zärtlichen Gefühle empfinden könnte. Wäre das Kind anders wäre das bei mir auch anders. Natürlich ist das sehr traurig für den Jungen, das steht fest.Natürlich sind die Kinder eines Partners ein Teil von diesem Menschen.
Trotzdem sind diese Kinder eigene Persönlichkeiten, was nicht automatisch
für Sympathie - geschweige denn Liebe - sorgen muss.
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22.04.2019, 10:33Inaktiver User
AW: Ertrage seinen Sohn nicht
Kinder kosten Kraft. Ganz klar, vor allem so schwierige.
Bei fremden Kindern stelle ich es mir leichter vor, da dann die nötige Distanz vorhanden ist. Bei eigenen ist der Blick dann doch oft von Gefühlen und Hoffnungen getrübt.
Könnte eine Lebensaufgabe für die TE sein. An der sie, der Vater und vor allem der Junge wachsen und sich entwickeln.
Wenn sie die Kraft hat, ihren Lebenswunsch loszulassen und sich wichtigen Dingen zu widmen, die vor ihren Füßen liegen.
Ist mir ganz klar, warum sie den Jungen nicht mag. Dazu müßte sie ihren ganzen Lebensentwurf hinterfragen. Ihren „Egoismus“ hintanstellen.
Damit will ich ganz gewiss nicht urteilen. Das könnten die allerwenigsten, mich eingeschlossen.
Doch manchmal stellt das Leben selbst uns vor Herausforderungen, die wir auf gar keinen Fall annehmen möchten, die uns das Leben versauen. Und dann müssen und tun wir es doch.
Damit würde das Leben des Jungen ein Stück gerettet.
Wenn nicht, ist er selbst in der Pflicht, etwas aus sich zu machen, es mag ihm hoffentlich gelingen, ich wünsche es ihm von ganzem Herzen.
Mit Hilfe wäre es einfacher. Alles Gute für Euch alle drei.
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22.04.2019, 10:45
AW: Ertrage seinen Sohn nicht
Interessant, wäre bei mir genau umgekehrt. Bei eigenen Kindern würden genau diese Gefühle und Illusionen mir die Kraft geben, es durchzuziehen. Bei fremden Kindern, die sehr schwierig wären, würde mir eher der Gedanke kommen, von ihnen Abstand zu nehmen. Was bei eigenen nun zweifelsohne schwieriger ist. Einem engen Familienmitglied kann ich einen häßlichen Charakter eher verzeihen als einem völlig fremden/weit entfernt Verwandten.
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22.04.2019, 10:49
AW: Ertrage seinen Sohn nicht
@Hair: ich finde deinen Beitrag ansonsten wirklich gut, aber ein elfjähriges Kind ist erst mal nicht "selbst in der Pflicht, etwas aus sich zu machen". In dem Alter sind Kinder entwicklungsmäßig auf die Unterstützung und den Halt von Erwachsenen angewiesen.
Zumal das Kind möglicherweise bereits in seiner emotionalen und sozialen Entwicklung geschädigt ist. Damit sind die Voraussetzungen noch einmal brüchiger und schwieriger.
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22.04.2019, 11:13
AW: Ertrage seinen Sohn nicht
Liebe Eisblume,
Ich will mir gar nicht anmaßen, zu behaupten, dass ich mich ansatzweise in deine Situation hineinversetzen kann. Deine Situation stelle ich mir sehr schwer vor.
Aber...
dir ist da ein Menschenkind in die Arme gelaufen, das dich dringend braucht und für das du wirklich Segensreiches tun kannst. Deine Arme sind dabei nicht weit geöffnet sondern auf Abwehr. Das kannst du aber ändern.
Jeder Mensch hat etwas Liebenswertes. Suche das bei dem kleinen Kerl.Geändert von Paraplumeau (22.04.2019 um 11:27 Uhr)
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22.04.2019, 11:22
AW: Ertrage seinen Sohn nicht
Hallo Eisblume,
darf ich fragen, ob Ihr (Du und Dein Mann) ganz offen über dieses
Thema mit einander redet?
Oder schwelt es eher so vor sich hin?
Ich nehme an, Ihr Beide seid Euch der Brisanz und der Emotionalität
bewusst. Das macht es bestimmt nicht einfacher …
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22.04.2019, 11:25Inaktiver User
AW: Ertrage seinen Sohn nicht
Was ich gerne wissen würde.....
Alle Punkte von TE über den Jungen sind Dinge die man mit Liebe, Aufmerksamkeit, Pflege wieder hin bekommt.
Woher dieser Hass kommt, ist mir völlig schleierhaft. Das Kind nicht mögen - ok. Keine Sympathie, ok
Aber Hass?
Pflegefamilie ist schön und gut aber das Kind hat doch einen Vater der es liebt. Warum also zu Fremden geben?
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Ich habe die feste Meinung, das wenn man einen "gebrauchten Mann mit Anhang" als Partner auswählt, das die Kinder auch dazu gehören.
Und wenn der Mann von TE sich wirklich lieber für Sie als für das eigene Hilfe benötigte Kind entscheidet, dann hoff ich das er nicht mehr in der Lage ist, weitere Kinder zu zeugen - denn so etwas verantwortungsloses (den Rest spare ich mir)
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Liebe TE,
wenn du sein Kind nicht nicht zu euch ziehen lassen möchtest, ist das dein gutes Recht. Du musst nichts machen was du nicht willst. Ich finde es auch besser wenn das Kind nicht bei dir ist, wenn du bereits so eine Abneigung gegen dieses Kind hast. Bringt nur Frust auf beiden Seiten.
Ich möchte Dir aber noch eine Frage stellen:
(Angenommen)Das Kind kommt in eine Pflegefamilie, weil dein Mann deinem Wunsch nachgekommen ist.
Du wirst schwanger und ihr habt ein gemeinsames Kind. in 10 Jahren erkrankst du an Krebs und stirbst.
Kann auch ein Autounfall sein.
Dein Mann lernt eine neue Frau kennen und mag euer Kind nicht - "hasst" es. Den das Kind ist nicht wie sie es möchte, da es tiefe trauer über deinen Verlust spürt und nicht damit umgehen kann, dazu noch dein "Ersatz" mit dem Vater turtelnd.
Dein Mann muss sich wieder entscheiden, zwischen eigenem Kind und neuer Frau. Er kommt dem Wunsch seiner neuen Frau nach und gibt euer gemeinsames Kind in eine Pflegefamilie.
Willst du wirklich ein Kind mit einem Mann der so handelt?
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22.04.2019, 12:16Inaktiver User
AW: Ertrage seinen Sohn nicht
In diesem Strang ist wohl alles gesagt - nur noch nicht von jedem
- und mir fehlt vor allem die TE, um hier wirklich weiterzukommen.
Ein paar Anmerkungen erlaube ich mir trotzdem noch:
Stimmt alles. Gleichzeitig geht genau damit die wichtigste Frage einher: weshalb stört das 'fremde' Kind? Ich würde umschreiben wollen mit 'das nicht eigene Kind', denn fremd ist es nur, weil es fremd bleiben soll. Es könnte auch nahe kommen dürfen. Und damit weniger fremd werden.
Sich dieser Frage zu stellen, bedarf einigem Mut, wäre aber für alle Beteiligten der ehrlichste und gangbarste Weg.
Die Größe ermitteln und umtauschen, was nicht passt.Bei der Frage des Kinderwunsches könnte man z.B. eruieren, woran bzw. ggf. an wem das liegt. Und wenn ihr ein eigenes Kind so wichtig ist, was ich verstehen kann, dann muss u.U. ein anderer Mann her.
Wenn es so einfach wäre, gäbe es wohl nur noch glückliche, perfekt optimierte Beziehungen. Wegrennen ist zwar eine Alternative, aber wir nehmen uns bekannterweise mit. Und auch ein Kind ist kein Heilsbringer, sondern genau dann wird wiederum die Paarebene geprüft.
In dieser Beziehung gäbe es noch viele Chancen, wenn Reflektion gefragt würde.
Nochmals, das Kind ist nicht 'fremd', das Kind ist ein Teil des Mannes, den sie liebt. Spielen weder Eifersucht noch Konkurrenz eine Rolle, dann sollte die eigene Gefühlswelt in der Lage sein, Sympathie zu empfinden, oder aber zumindest Respekt und grundlegende menschliche Wertschätzung und Respekt vor dieser Seele, vor diesem menschlichen Wesen und seinem Schicksal.Siehst du den Unterschied? Mein eigenes Kind wäre auch mein Herzblut. Das Kind ist aber für sie fremd. Es ist zwar Teil des Mannes, aber auch ebenso Teil der Frau, die sie verachtet. Dass da wenig zärtliche Gefühle bleiben, finde ich plausibel.
Wie kommen wir außerdem dazu, andere Menschen verachten zu wollen, wenn diese offenbar nicht einmal bekannt sind, es keine Gespräche gab, das Drama dieser Person nicht bekannt ist.
Wer andere verachtet, verachtet auch sich selbst, zumindest Teile des eigenen Selbst.
Nur die eigenen Kinder lieben zu können, das halte ich für eine Hypthose, die ich so nicht teilen kann.
Hast du ein Kind?
Du wiederholst das immer wieder, ich glaube, wir haben dich alle verstanden. Eisblume ist dir vielleicht auch nahe. Doch es ist die Frage, ob ihr Bestätigung hilft oder Herausforderung.



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