Hallo ihr Lieben!
Gern möchte ich mal den Rat der Schwarmintelligenz hier einholen.
Kurz zu mir: Ich bin etwas über 30, erfolgreich, finanziell unabhängig und Mutter einer Vierjährigen aus einer früheren Beziehung.
Zur Situation:
Ich bin im Dezember nach einem knappen Jahr Beziehung zu meinem Partner gezogen, was wahrscheinlich etwas früh war, aber mit Job und Kitaplatz so sehr gut ging. Habe mir also einen neuen Job gesucht, meine Kleine (in Absprache und Einverständnis mit dem Kindsvater) in eine neue Kita eingewöhnt, da wir vorher etwa eine Stunde auseinander gewohnt haben und bin zu meinem neuen Partner in seine Wohnung gezogen.
Die Wohnung ist eigentlich groß genug, er hat gesagt, dass er etwas wegräumt und etwas umräumt, sodass wir auch Platz haben.
Wir sind da sehr unterschiedlich, ich bin eher minimalistisch und habe nicht viel Sachen, er ist ein Jäger und Sammler. Wir sind beide nicht so besonders ordentlich. Unsere Absprache war, dass wir uns zeitnah eine größere Wohnung suchen, damit wir alle ausreichend Platz haben.
Ich suche und schaue also nach Wohnungen, kümmere mich, tue und mache und ihm passt jede Wohnung nicht, er möchte (noch!) nicht umziehen, will immer dies nicht und das nicht.
Und ich - ich habe einfach überhaupt keine Lust weiterhin nur zwischen seinen Sachen in seinem Chaos zu wohnen und möchte einfach, verständlicherweise, auch ausreichend Platz für meine Tochter (!) und mich. Er wiegelt ab, ermahnt mich, dass ich doch besser aufräumen muss (habe aber keinen Platz zum Aufräumen, irgendwo müssen die Sachen ja auch hin...) und dies belastet unsere Beziehung sehr. Immer, wenn wir mal Zeit und Raum zum Aufräumen hätten, dann ist er entweder zu müde, muss arbeiten, oder will was mit uns unternehmen.
Ich verstehe das auch, habe aber auch ein Bedürfnis nach einem schönen zu Hause.
Und ich kann seine Sachen halt auch einfach nicht aufräumen, sehe das auch nicht als meine Aufgabe an.
Sprechen tun wir sehr oft darüber, er sagt zu, dass wir schon bald (im Sommer) umziehen werden, aber so richtig glaube ich ihm das nicht mehr. Ich habe ihm auch LAT vorgeschlagen, dass ich mir einfach mit der Kleinen eine Wohnung in der Nähe suche und wir dann eine schöne Beziehung führen und den Alltag nicht so sehr teilen. Ich bin auch zu ihm gezogen, bin beruflich flexibler als er und auch sonst deutlich flexibler. Überlege aber auch, dass ich dann wieder zu meinen Freundinnen und in die Nähe ihres Papas ziehen würde, wenn das nicht klappt, denn da habe ich eben auch ein sehr gutes, sehr intaktes soziales Umfeld aufgegeben.(Meine alte Arbeitsstelle nimmt mich sofort wieder mit Kusshand... Alles kein Ding.)
Das will er nicht, sieht darin das Ende der Beziehung.
Wir verstehen uns gut, er liebt uns sehr und ist für uns da. Kümmert sich auch um die Kleine, es ist wirklich schön.
Was würdet ihr machen? Abwarten? Druck machen? Eigene Wohnung suchen? Ich mag nur einfach auch Raum und Platz für uns, erlebe es nicht als Wertschätzung, dass er mich da nicht ernst nimmt. Es war auch so abgesprochen, aber ich bin halt auch sehr aktiv, kriege viel auf die Reihe.
Bei ihm sehe ich da momentan eher eine Überforderung mit seiner momentanen Doppelbelastung aus anstrengendem und verantwortungsvollen Job (den habe ich natürlich als Ärztin nicht, FYI), Familie (er wollte explizit schnell zusammenziehen!) und einer Partnerin, die auch noch eigene Ansprüche hat.
Ich habe ja noch immer den Eindruck, dass ich die erste Partnerin für ihn bin, die ihm auch intellektuell und finanziell ebenbürtig ist und auch sehr viel schafft (mit Kind, alleinerziehend und ohne Eltern in der Nähe) und auf die Reihe bekommt. Das ist für ihn (mein EIndruck!) auch nicht so leicht, da ich ihn nicht *brauche*.
Alles Liebe, bin für Tipps dankbar!
Colour
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Ergebnis 1 bis 10 von 59
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11.04.2019, 12:15
Zusammengezogen - Differenzen, Wohnung, Kind
Geändert von Colour (11.04.2019 um 12:26 Uhr)
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11.04.2019, 12:21Inaktiver User
AW: Zusammengezogen - Differenzen, Wohnung, Kind
Auch wenn ich überhaupt kein Fan des sogenannten LAT bin...für mich wäre das auch das Ende der Beziehung..aber ich würde in deinem Fall unbedingt in eine eigene Wohnung ziehen.
Ich persönlich könnte niemals mit einem Menschen zusammen leben, der unordentlich ist.
Warst du denn bevor ihr zusammen gezogen seid, nicht in seiner Wohnung und hast das Chaos gesehen das dich erwartet?
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11.04.2019, 12:22Inaktiver User
AW: Zusammengezogen - Differenzen, Wohnung, Kind
Schwierig. Wieviele Räume stehen euch denn zur Verfügung? Wenn es sich platztechnisch ausgeht, könntet ihr getrennte Zimmer einrichten. Da kann er sich ungestraft austoben und der Rest der Wohnung bleibt einigermaßen frei von persönlichem Krimskrams und ordentlich.
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11.04.2019, 12:26Inaktiver User
AW: Zusammengezogen - Differenzen, Wohnung, Kind
einen lagerraum anmieten, einen termin mit deinem partner vereinbaren, die sachen die im weg stehen in den lagerraum schaffen.
danach hast du platz und ordnung.
wenn er auch gegen diesen vorschlag ist, dann würde ich mir eine eigene wohnung nehmen.
denn er will offenbar nichts. mir wäre das zu wenig.
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11.04.2019, 12:27Inaktiver User
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11.04.2019, 12:28Inaktiver User
AW: Zusammengezogen - Differenzen, Wohnung, Kind
Du schreibst "unsere Absprache" - offenbar hat er aber das nicht so ernst gemeint wie Du. Er hat ganz offensichtlich weder Leidensdruck noch Motivation, am Status Quo etwas zu ändern. Er schiebt den Schwarzen Peter auch ganz klar Dir zu.
Und ich denke, Du hast den zentralen Punkt schon identifiziert:
Du nicht, er schon - das würde ich orakeln. Ich nehme stark an, er hat da ein anderes Verständnis von "mein" und "Dein" und dem Rollenverständnis über die Verantwortung zu Ordnung und Haushalt. Habt Ihr darüber VOR dem Einzug gesprochen? Denn das ist eigentlich essentieller als ein Platzproblem. Auch ein großes Zuhause kann man wieder vollstellen.
WYSIWYG - Der Mann ist so, der bleibt so, der wird nicht anders mit mehr Raum und Platz. Du müsstest den Haushalt organisieren und verantworten und auch sein Zeug wegräumen, dann könnte das klappen. Sonst sehe ich schwarz. Und ich sehe da eben auch mehr Bequemlichkeit seinerseits als Wertschätzung. Du hast Dich bewegt und angepasst, er hat sich nicht verändert, bewegt, verkleinert, whatever. Ist es Dir das wert? Dann musst Du es auch hier in die Hand nehmen, aufräumen und den Haushalt als Deinen Bereich sehen.
Oder Du ziehst aus und weg. Dann will er die Beziehung beenden.
GANZ ehrlich? Genau das würde ich tun. Ich hätte keine Lust auf diesen Beigeschmack, dass er Dich zu sich geholt hat als Putzfrau. Wenn er LAT nicht will, ist das ein deutliches Statement.
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11.04.2019, 12:29Inaktiver User
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11.04.2019, 12:31
AW: Zusammengezogen - Differenzen, Wohnung, Kind
Doch, aber ich war naiv, habe gedacht, dass er das schon hinbekommt. SO chaotisch war das auch nicht, bin selbst auch nicht soooo ordentlich, aber zu Dritt mit wenig Platz potenziert sich das eben.
Wir haben drei Zimmer, er hat das eine Zimmer schon zu 2/3 ausgeräumt, einen Lagerraum angemietet, aber es ist noch immer voll. Und es sind überall seine Sachen. Ich wäre auch für dieses Modell.
Lagerraum haben wir schon, er hat ja schon etwas gemacht, aber es reicht mir wirklich nicht und ich habe auch keine hohen Ansprüche.
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11.04.2019, 12:39
AW: Zusammengezogen - Differenzen, Wohnung, Kind
Ja, ich habe ihm sehr deutlich gesagt, dass ich nicht seine Hausfrau bin. Vor dem Einzug, ich habe ihm auch klar gemacht, dass mir das überhaupt nicht liegt und ich das auch nicht priorisiere und ihm auch mitgeteilt, dass ich meinen Job nicht als weniger wert ansehe, weil ich x Euro weniger verdiene.
Und ich werde auch den Haushalt nicht machen.
Ich weiß nicht, ob er das mit der Putzfrau wirklich so sieht, weil er das deutlich verneint, wir reden ja auch miteinander. Aber ja, du hast auch recht.
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11.04.2019, 12:41


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