Nach 25 Jahren Ehe steckt mein Mann mitten in einer schweren Depression.
Während der Therapie ist ihm bewusst geworden, dass er in der Beziehung unglücklich ist.
Wir sind beide über 50, hatten in der Vergangenheit viele Belastungen von außen, die viel unserer Energie gefressen haben.
Jetzt wurde das Fahrwasser gerade ruhiger. Ich hab immer gedacht, dass was richtig gut in meinem Leben läuft, ist die glückliche Beziehung. Ja, mit einigen Problemchen , aber keinen großen. Dass er das rückblickend anders bewertet, hat mich schockiert. Er sagt, er hätte vieles nicht gewollt und sich nur darauf eingelassen, um mich zu halten. Kinder zum Beispiel.
Er hat mir gestanden, dass er im letzten Jahr schon Swingerclubs besucht hat. Dass er dort Erfahrungen gemacht hat mit analer Stimulation, die für ihn unglaublich schön waren.
Dass er darauf nicht verzichten möchte, und dass er unbedingt Sex mit einem Mann oder einen 3er probieren will.
Ich bin eifersüchtig und fühle mich gekränkt. Mir ist Intimität und Vertrauen wichtig, und ich sehe, dass wir da gerade ein Defizit haben.
Er sagt er habe die letzten 15 Jahre immer zurückgesteckt. Aus Hamoniebedürfnis.
Jetzt sei er dran, SEINE Bedürfnisse zu erfüllen.
Er hat zwar vorher schon Wünsche nach mehr Abwechslung geäußert, aber wir haben wenig umgesetzt. Wir haben trotzdem unser Sexleben lange genossen. Regelmäßig, zärtlich, sehr intim.
Irgendwann kam bei ihm eine Unlust dazu, die er aber nicht geäußert hat.
Dazu ist er zu hormoniesüchtig gewesen, sagt er. Das ändert sich im Rahmen der Therapie.
Ich stelle mir die Erfahrung in einem Swinger Club zwar erotisch vor. Aber das ist ein reines Gedankenspiel. In meinem Kopf ja. In die Realität umsetzen möchte ich es nicht.
Er hat mir eine offene Beziehung vorgeschlagen.
Er will bei mir bleiben. Haus (mit Schulden), Kinder (Teanager), Freundschaft, gelegentlich Sex, Kosten, (ich bin Hauptverdiener), Haushalt (Macht er überwiegend).
Klingt für mich nach einem wirtschaftlich sinnvollem Arrangement.
Wir reden darüber.
Aber die Vorstellung, dass Intimität nicht exklusiv ist, dass er zu anderen eine intimere Beziehung haben könnte, als zu mir, quält mich.
Und haben wir denn überhaupt jetzt noch eine intime Beziehung, oder ist dass nicht sowieso schon vorbei?
Habt ihr Erfahrung mit so einem Arrangement?
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 93
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03.02.2019, 14:11
Mein Mann will eine offene Beziehung
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03.02.2019, 14:19
AW: Mein Mann will eine offene Beziehung
"Seien wir realistisch- versuchen wir das Unmögliche"
Wie weiß ich, dass ich nicht brauche, was ich will? Ich habe es nicht. (Byron Katie)
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03.02.2019, 14:40
AW: Mein Mann will eine offene Beziehung
Er darf sich gerne seine Bedürfnisse erfüllen,muss dann aber auch die Konsequenzen tragen.
Zum Beispiel muss er es dann auch ertragen, dass du dich evtl. trennst.
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03.02.2019, 14:49
AW: Mein Mann will eine offene Beziehung
Ich könnte mir nicht vorstellen, Intimität mit einem Mann zu leben, der sich gern von einem Mann anal penetrieren lässt.
Für mich wäre an diesem Punkt die sexuelle Beziehung am Ende.
Ließe er dich denn auch Sexualpartner außerhalb suchen?
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03.02.2019, 14:50
AW: Mein Mann will eine offene Beziehung
Er möchte seine Bedürfnisse erfüllt kriegen. Ok, die finanziellen deckst du ab oder wie?
Deswegen möchte er gern bei dir wohnen bleiben. könnte er finanziell alleine überleben? Müßtest du ihn alimentieren bei Trennung?Durchsage:
"Achtung, es wurde eine herrenlose Damenhandtasche gefunden ..."
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03.02.2019, 14:52
AW: Mein Mann will eine offene Beziehung
Naja, es ist ja auch für sie nicht ohne Konsequenzen. Sie ist eifersüchtig, gekränkt, schockiert, gequält....das bedeutet ja auch etwas.
Sie möchte sich vllt. nicht trennen. Hier wurde jedoch in der Vergangenheit sehr viel zu wenig kommuniziert bisher, ich weiß es nicht- aber wenn die Beziehung weiter möglichst schmerzfrei andauern soll, wäre es dafür nun allerhöchste Zeit."Seien wir realistisch- versuchen wir das Unmögliche"
Wie weiß ich, dass ich nicht brauche, was ich will? Ich habe es nicht. (Byron Katie)
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03.02.2019, 14:52Inaktiver User
AW: Mein Mann will eine offene Beziehung
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03.02.2019, 14:54
AW: Mein Mann will eine offene Beziehung
Also Erfahrungen habe ich nicht damit, und werde damit wohl auch keine machen, weil ich da für mich klare Prinzipien habe.
Wenn ich hier lese, dass dich allein der Gedanke daran quält, würde ich das schon auch klar so mitteilen und ihr solltet nach dem Austausch eurer Standpunkte eine Entscheidung treffen.
Ich habe den Eindruck, dass dein Mann durch die Therapie ganz neuen Lebensanschauungen erhält und damit gerät eure "heile" Welt ins Wanken. Ob das vielleicht nur ein vroübergehender Ausbruch seinerseits ist, mag ich nicht beurteilen. Auch frage ich mich, wie wichtig ihm das Ausleben einer "offenen" Beziehung ist, soll heißen, was würde es bedeuten, wenn er darauf verzichten müsste? Welche Konsequenz hätte das für euch?
M.
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03.02.2019, 15:10Inaktiver User
AW: Mein Mann will eine offene Beziehung
Ich befürchte dass dein Mann, gefangen in seiner Depression, die Realitäten seines Lebens gar nicht mehr wahrnehmen kann.
Ansonsten käme er nicht auf die Idee als 57-Jähriger, depressiver Mann sich seine Erfüllungssuche in einem SC vorzustellen.
Denn das wird nicht funktionieren, sondern ist zum Scheitern verurteilt.
Man kann sich als Paar dann im SC vergnügen, wenn man eine gute und erfüllende Paarsexualität lebt und die Besuche und neue Menschen nur als Ergänzung und zusätzliche Erfahrung ansieht und genießt.
Eine Beziehung, die bereits wegen der jahrelang fehlenden sexuellen Erfüllung in Schieflage geraten ist, wird durch Besuche im SC erst recht zerbrechen.
Was in eurem Fall wahrscheinlich sogar das Beste wäre, wenn ich deine beiden Stränge einbeziehe.
lg jaws
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03.02.2019, 15:18
AW: Mein Mann will eine offene Beziehung
Er hat nur Teilzeit gearbeitet, ist seit längerem krankgeschrieben. Und mit Geld war er immer großzügig.
Ich arbeite fast Vollzeit, verdiene gut, bin sparsam.
Von mir aus kann ich Unterhält zahlen. Wenn er mit dem gleichen Betrag zur freien Verfügung rauskommt wie ich, ist das gerecht. Was das wäre, weiß ich nicht. Üppig wäre es für uns beide nicht, aber ich komme mit weniger aus als er.


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