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  1. Registriert seit
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    Bemuttere ich ihn zu sehr?

    Hallo...
    Mir geht in letzter Zeit so einiges im Kopf herum und ich würde mich über euren Rat in der folgende Frage freuen.

    Zum Hintergrund: Ich habe mir eigentlich nie einen Mann gewünscht, den ich bemuttern muss. Im Gegenteil. Ich empfinde es als unattraktiv.
    Mr. Pink ist eigentlich ein Mann, der das meiste im Leben auf die Reihe kriegt, wie zum Beispiel im Beruf, finanziell und so weiter. Er hilft im Haushalt, das heißt ich trage ihm nicht den Allerwertesten hinterher. Wir haben Kinder. Er muss wegen seines Jobs oft reisen und kriegt das auf die Reihe, aber er ernährt sich während dieser Zeit grottig (Kein Abendessen, Kaffee und Schokoriegel zum Frühstück mäßig) und bleibt oft bis drei Uhr wach, wenn er spätestens um sechs aufstehen muss. Er hat eine psychische Erkrankung (PTBS und Zwangsgedanken, er macht Therapie), aber es nicht verrückt oder so. Er weiß, dass das nicht intelligent ist.
    Ich plane diesen Sommer mit meinen Kindern für einen Monat oder länger zu Verwandten zu reisen. Es wird das letzte Mal sein, dass dies außerhalb der Ferien möglich ist, da danach der Älteste in die Schule kommt.

    Wo ich ihn also bemuttere:

    1. Manchmal (nicht immer!) bei kleinen Alltagsdingen: Mr. Pink tut sich oft schwer damit ganz einfache Entscheidungen zu fällen, wenn er keinen Plan hat. Wenn er einen Plan hat ist alles okay, aber wenn er von dem Plan abweichen muss, wird es für ihn schrecklich. Dann sitzt er manchmal (nicht immer!) rum und wartet, dass ihn jemand rettet beziehungsweise ihm sagt, was er tun soll. Das ist ihm übrigens bei der Arbeit auch passiert. Es wurde ihm vorgeworfen, dass er sich darum drückt Entscheidungen zu treffen. Er ist total fleißig und hartarbeitend, aber er will im Grunde genommen bei einigen Dingen bemuttert/angeleitet werden.
    2. Beim Einkaufen. Wenn Mr. Pink einkaufen geht, kann ich mich darauf einstellen, dass ich mindestens drei Anrufe aus der Kategorie „Wolltest du die Dosenmilch mit vier oder mit zehn Prozent Fett?“, „Kaufen wir eigentlich Erdbeeren aus Marokko oder sind die zu stark gespritzt?“, „Der Weichspüler mit dem Duft nach Sheabutter ist aus, welchen kaufe ich denn dann?“ rechnen. Ich habe ihm schon mehrmals gesagt, dass ich das hasse. Er versprach mir mehrmals nicht wieder anzurufen, tat es dann aber doch. Ich weiß das ihn einkaufen wegen PTBS stark stresst. Deswegen habe ich es dann auf sich beruhen lassen.
    3. Beim Essen. Er hat Probleme mit dem Essen (mal kann er nichts essen, mal hat er Heißhunger) und ist unzufrieden mit seinem Essverhalten und Gewicht. Er versucht das selbst zu korrigieren und arbeitet daran...aber oft ist es auch so, dass ich ihm etwas vorsetze, weil er zum Beispiel nicht auf die Idee kommt sich den Obstsalat aus der Küche einfach zu holen. Er ist nach uns zu Abend, weil er lange arbeitet/pendelt und von sich aus greift er eher zu Törtchen oder Popcorn als zum Obstsalat. Er macht gerade einen Anlauf sein Essverhalten zu verbessern.
    4. Beim Schlafengehen. Mr. Pink hat Schlafstörungen und Albträume und er hasst den Gedanken schlafen zu müssen. Oft muss ich ihn „holen kommen“... und er fordert das von mir ein beziehungsweise ist verwundert und merkt nicht wie spät es schon ist wenn ich ihn nicht holen komme. Ich habe es ausprobiert.

    Ich habe es mit Mr. Pink besprochen, dass ich das eigentlich nicht will. In einem Fall will er es auch nicht. Er will nicht, dass ich ihn überrede zu essen, wenn er absolut nichts runterkriegt, weil er sich dann schon bemüht es aber nicht schafft. Ansonsten bekommt er aber gerne das Essen vorgesetzt.
    Ansonsten bin ich mir nicht sicher, ob erüberhaupt das Problem sieht. Ich glaube, dass er sich gekränkt fühlte. Er betonte, wie hart er arbeitet, dass er im Haushalt hilft, dass er sich bemüht ein guter Ehemann zu sein... und dass es doch normal sei, dass in einer Familie die Frau die Schlafenszeit bestimme , entscheide was eingekauft würde und dem Mann das Essen vorsetze . Ich fragte ihn ob denn seine Mutter entscheiden würde, wann sein Vater schlafen gehen würde, ihm das Essen vorsetzen würde und so weiter. Seine Antwort: „Nö, die gehen zu verschiedenen Zeiten schlafen, aber deren Ehe ist ja auch nicht gut und natürlich setzt sie ihm das Essen vor. Was denn sonst?“, meine Frage ob er denn wirklich glaube, dass die sonstigen Männer Deutschlands von ihren Frauen gesagt bekämen, wann sie schlafen sollten, bejahte er. Ich weiß nicht ob er das wirklich glaubt. Er hat Angst vor dem Schlafengehen und braucht ein bisschen Zuspruch glaube ich und vielleicht mag er sich das nicht so eingestehen... und die Angst ist derart groß, dass er es immer aufschiebt und aufschiebt...

    Entschuldigt bitte den langen Text. Vielen Dank fürs Lesen. Ich muss betonen, dass er eigentlich nicht kindlich oder unreif ist, sondern ziemlich erwachsen. Bis auf diese Dinge.

  2. Moderation Avatar von skirbifax
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    AW: Bemuttere ich ihn zu sehr?

    Zitat Zitat von LovePink Beitrag anzeigen
    Er hat Angst vor dem Schlafengehen und braucht ein bisschen Zuspruch glaube ich und vielleicht mag er sich das nicht so eingestehen... und die Angst ist derart groß, dass er es immer aufschiebt und aufschiebt...
    Er ist doch krank, er arbeitet an dem Problem aber es ist noch nicht gelöst. Dass der Partner hier helfend die Hand reicht, finde ich nicht bemutternd, sondern unterstützend.

    Zum anderen: Herr S. ist z. B. auch ein 150%iger. Wenn es also den Artikel x nicht gibt ruft auch er an und fragt, ob Artikel y gleichwertig ist. Ich kann daran auch nichts Schlimmes finden - die Alternative wäre selbst einkaufen zu gehen. Du könntest auch noch 2 Alternativen nennen, wenn ein Artikel nicht verfügbar ist.

    Du sagst, ihr habt Kinder, du kochst offensichtlich - habt ihr keine gemeinsamen Mahlzeiten? Auch ich warte immer auf Herrn S. bis er aus der Arbeit kommt (wenn ich früher da bin) und wir essen dann gemeinsam. Und ja, ich bestimme was es gibt. Sollte er das nicht mögen (kommt nicht vor), müsste er sich selbst etwas aus der Küche holen.

    So ganz kann ich nicht das Problem erfassen. Was soll sich denn aus deiner Sicht am Mann ändern? Und, wo ist deine Toleranz, dass er nun einmal so ist wie er ist?
    Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.
    Christian Morgenstern


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  3. Registriert seit
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    AW: Bemuttere ich ihn zu sehr?

    war er denn vor dem traumatischen erlebnis anders? bzw wie lange ist das her?

  4. Avatar von luftistraus
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    AW: Bemuttere ich ihn zu sehr?

    Mmh, ich finde dein Beitrag gehört etwas sortiert.

    PTBS ist eine nicht zu unterschätzende Krankheit. Man muss aber auch schauen was Krankheit und was sein Charakter/Persönlichkeit ist. Meist sind das fließende Übergänge und schwer zu differenzieren.

    Kanntest du deinen Mann schon vor PTBS?
    Oder hast du Ihn mit PTBS kennengelernt?


    Ich finde das ein Mensch mit PTBS sich mit Job-Familie-Haushalt-Therapie zu viel zumutet
    Es kommt drauf an wie ausgeprägt die PTBS ist, aber nachdem was du schreibst, würde deinem Mann ein stationären Aufenthalt in einer Klinik sehr gut tun. Er hätte dort die Zeit sich nur um sich selbst zu kümmern


  5. Registriert seit
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    AW: Bemuttere ich ihn zu sehr?

    Zitat Zitat von LovePink Beitrag anzeigen
    Er betonte, wie hart er arbeitet, dass er im Haushalt hilft, dass er sich bemüht ein guter Ehemann zu sein... und dass es doch normal sei, dass in einer Familie die Frau die Schlafenszeit bestimme ,.
    Hört sich für mich nicht nach PTSD sondern nach total seltsamen Vorstellungen bzgl. Partnerschaft an.

  6. Avatar von frei_gedank
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    AW: Bemuttere ich ihn zu sehr?

    Ich bin da voll bei skirbifax.

    Verhaltensweisen, die durch eine Krankheit hervorgerufen werden, muss man definitiv getrennt betrachten.

    Er hat Angst zu schlafen weil der Schlaf für ihn Alpträume bedeuten - ihn dann dennoch ins Bett zu lotsen und für einen regelmäßigen Schlafrythmus zu sorgen ist für mich Fürsorge, kein Bemuttern.


    Herr freigedank ruft mich auch an, wenn er einen gewünschten Artikel nicht bekommen kann; er möchte es richtig machen und keinen Schmu kaufen.
    Kann lästig sein, aber schlimm finde ich es nicht.


    Wenn ich koche, gibt es das gekochte Essen; mag er das nicht, muss er halt gucken, was sonst da ist.
    Wenn ich zu hungrig bin, um auf Herrn freigedank zu warten - er kommt meistens erst gegen 21:00 Uhr von der Arbeit -, esse ich früher und je nachdem, was ich gerade treibe, wenn er nach Hause kommt, richte ich ihm sein Essen oder er muss es sich selbst aufwärmen.


    „Bemuttern“ ist eh relativ.
    Ich kümmere mich um Dinge, die er nicht gerne macht.
    Dafür übernimmt er Aufgaben, die mir zuwider sind.


    Und manchmal kann man den Partner auch einfach mal machen lassen.

  7. Avatar von linsemo
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    AW: Bemuttere ich ihn zu sehr?

    Bei PTBS sollte man eine Therapie machen, das hört nicht von alleine auf, sondern wird immer problematischer je länger man nichts dafür tut. Am besten eine, in der das Trauma aufgelöst werden kann, EMDR nennt eine solche Therapie. Es ist nicht so toll, jede Nacht von Albträumen geplagt zu werden und schweißnass aufzuwachen. Ich kenne das, es kann passieren, daß man von dem Schlafengehen Angst bekommt.

    Dein Mann hat eine komische Denke, was Frauen und Männer so miteinander machen, es hört sich nicht so an, als ob er die Weisheiten aus Gesprächen mit anderen hat, sondern sich selber zusammengedacht hat. Ja, er denkt verkehrt, aber ich glaube, es gibt noch viele Männern, die so verkehrt denken oder es ist aus Neandertaler Zeiten und hört nicht auf, z. B. Frauen, die viel poppen sind noch immer Schlampen.
    Und immer wenn wir lachen, stirbt irgendwo ein Problem.
    Dornröschen hätte gar keinen Prinzen gebraucht, nur einen starken Kaffee
    Friedvoll zu sein bedeutet, von Erwartungen frei zu sein und nichts von anderen zu wollen.
    Ich bin heute so blöd, ich könnte Amerika regieren.
    Oma ist so dick, weil sie so voller Liebe steckt.
    Wie nennt man ein trauriges Kondom? Weingummi


  8. Registriert seit
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    AW: Bemuttere ich ihn zu sehr?

    Zitat Zitat von LovePink Beitrag anzeigen
    1. Manchmal (nicht immer!) bei kleinen Alltagsdingen: Mr. Pink tut sich oft schwer damit ganz einfache Entscheidungen zu fällen, wenn er keinen Plan hat. Wenn er einen Plan hat ist alles okay, aber wenn er von dem Plan abweichen muss, wird es für ihn schrecklich. Dann sitzt er manchmal (nicht immer!) rum und wartet,
    Schwierig zu beurteilen..
    Kann Persönlichkeitsmerkmal sein, kann Zeichen einer Depression sein.
    Kann beides sein


  9. Registriert seit
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    AW: Bemuttere ich ihn zu sehr?

    Zitat Zitat von LovePink Beitrag anzeigen
    2. Beim Einkaufen. Wenn Mr. Pink einkaufen geht, kann ich mich darauf einstellen, dass ich mindestens drei Anrufe aus der Kategorie „Wolltest du die Dosenmilch mit vier oder mit zehn Prozent Fett?“, „Kaufen wir eigentlich Erdbeeren aus Marokko oder sind die zu stark gespritzt?“, „Der Weichspüler mit dem Duft nach Sheabutter ist aus, welchen kaufe ich denn dann?“ rechnen.
    Kenn ich...
    Die meinigen welchen hatten 100% keine PTBS - dennoch (s. o.)
    Was tun? Keine Ahnung - aushalten, dass ein Mann manchmal/oft Zeug kauft, das keiner braucht
    Ich habe mit meiner besten Freundin schon sehr oft darüber gesprochen, dass wir in organisatorischer Hinsicht besser uns geheiratet hätten....
    Im Ernst, halte ich für kein typisches Symptom


  10. Registriert seit
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    AW: Bemuttere ich ihn zu sehr?

    Ich finde, dass du alle diese Gedanken und Fragen endlich an der fachlich geeigneten Stelle thematisieren solltest!
    Cave: Beiträge können ggf. marginale Rückstände von Ironie aufweisen.
    Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie das Posting oder fressen Sie die Verfasserin.

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