Guten Morgen!
Ich bin noch ganz neu im Forum, aber schon seit langem Mitleserin und überwältigt vom regen Austausch und den hilfreichen Ratschlägen. Heute brauche ich selbst eine Einschätzung von euch.
Ich bin mir über die Einordnung des Themas unsicher gewesen, entschied mich aber für dieses Unterforum, zumal Sexualität in der Partnerschaft zum Alltag einer Beziehung gehört.
Ich bin mit meinem Partner (beide 38) etwas über ein Jahr zusammen. Die Beziehung verlief großartig. Wir haben viele Dinge unternommen, sind nach wenigen Monaten spontan verreist und haben einfach unsere Zweisamkeit genossen.
Anfang dieses Jahres kam der Schock: Ich bin an Krebs erkrankt. Es folgte das komplette Programm mit Chemotherapie, Operationen und Bestrahlung. Mein Partner stand und steht mir treu zur Seite, unterstützt mich, wo er nur kann. Ich bin sehr dankbar und weiß das zu schätzen, zumal unsere Beziehung noch immer als „recht frisch“ zu bezeichnen ist und es nicht selbstverständlich ist, dass er diese belastende Zeit durchstehen kann.
Leider hat uns die Krankheit vieler Dinge beraubt, so auch unseres Sexuallebens, das seither natürlich eingeschlafen ist. So wie ich meine Haare verlor, war auch meine Libido abhandengekommen. Wir sind mittlerweile schon länger abstinent als dass wir vor der Diagnose sexuell aktiv waren. Ich bin mir bewusst, dass dies (zum Glück!) reversibel ist und sich alles wieder einspielen wird. Dennoch bin ich noch lange nicht so weit, dass ich mich darauf einlassen kann. Es ist alles noch sehr präsent und ich bin körperlich und seelisch am Ende meiner Kräfte.
Mein Partner hat mir in dieser Hinsicht nie Druck gemacht o. ä. Nun möchte ich aber nicht, dass mein Partner auf Sex verzichten muss, zumal ich auch noch nicht abschätzen kann, wann ich dafür wieder bereit sein kann. Wir haben das Thema untereinander besprochen und in Betracht gezogen, dass er sich bis zu meiner vollständigen Genesung mit anderen Frauen treffen darf, um seine Sexualität zu leben. Der Impuls kam von mir.
Ich denke, ich könnte damit leben, wenn es nur um das Sexuelle ginge und mein Partner versichert mir, dass er Sex und Liebe trennen kann. Natürlich ist unsere Liebe durch die Krankheit gewachsen. Doch schätze ich das tatsächlich realistisch ein?
Ich bin gespannt, was ihr davon haltet. Kann das funktionieren oder ist das zum Scheitern verurteilt? Stellt es in euren Augen eine Gefahr für unsere Beziehung dar? Wie hoch ist eurer Meinung nach das Risiko, dass er sich „fremdverliebt“?
Vielen Dank schon mal im voraus für euer Feedback!![]()
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 37
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27.11.2018, 09:04
Zeitweise offene Beziehung während Genesung eines Partners?
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27.11.2018, 09:10Inaktiver User
AW: Zeitweise offene Beziehung während Genesung eines Partners?
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27.11.2018, 09:16
AW: Zeitweise offene Beziehung während Genesung eines Partners?
Der Vorschlag kam von mir.
Ich denke, ich kann sagen, dass unsere Beziehung durch die Krankheit eine gewisse Stabilität erlangt hat, die sich im Normalfall erst aufbauen müsste.
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27.11.2018, 09:21Inaktiver User
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27.11.2018, 09:25
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27.11.2018, 09:27Inaktiver User
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27.11.2018, 09:28
AW: Zeitweise offene Beziehung während Genesung eines Partners?
Würde es dein Freund überhaupt wollen? Ich könnte mir vorstellen, dass er lieber einfach wartet und dieses erlaubte Fremdgehen mehr negative als positive Gefühle auslöst.
Falls ihr es beide tatsächlich ganz sachlich sehen könnt und ihr mit EIfersucht keine Probleme habt, könnte es funktionieren. Gegen Fremdverlieben gibt es keinen Schutz, er kann sich auch fremdverlieben, während er auf Sex verzichtet...Liebt Menschen und benutzt Dinge, weil das Gegenteil niemals funktioniert - The Minimalists
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27.11.2018, 09:32
AW: Zeitweise offene Beziehung während Genesung eines Partners?
Mein Mann war vor ein paar Jahren lebensgefährlich erkrankt und es hat Monate gedauert, bis er auch nur wieder halbwegs wiederhergestellt war. Damit meine ich, dass er vollkommen geschwächt war, unfähig ein paar Schritte zu gehen usw. Die Prognose war auch entsprechend mau.
Hätte mein Mann mir damals diesen Vorschlag gemacht, hätte mich das auch verletzt. Und, auch ich hatte in der Zeit andere Probleme. Mir ging es in erster Linie darum, ob mein Mann wieder gesund wird, ob er wieder wird arbeiten können und habe mich schon mal prophylaktisch mit verschiedenen Szenarien auseinandergesetzt. Sex oder ein anderer Mann stand definitiv gar nicht auf meiner Liste.Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.
Christian MorgensternIn einer Stunde ruhigen Sitzens verbrennt man 73 Kilokalorien.
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27.11.2018, 09:32Inaktiver User
AW: Zeitweise offene Beziehung während Genesung eines Partners?
Ich glaube ja, dieser Vorschlag ergeht nur, weil die Angst da ist, er orientiert sich in der sexlosen Zeit anders.
Und ihm quasi die Erlaubnis zu geben, aushäusig zu hantieren, soll das legalisieren.
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27.11.2018, 09:36
AW: Zeitweise offene Beziehung während Genesung eines Partners?
Niemand kennt Deinen Partner so gut wie Du. Unter bestimmten Voraussetzungen kann das sicher klappen. Gefahren für Beziehungen gibt es immer- "offen" oder nicht. Das "Risiko" des Fremdverliebens ist immer gegeben- ich würde es aber allein nicht als "Risiko" einstufen. Es hängt mehr vom Vertrauen und der Stabilität euer Beziehung ab, in welche Richtung es gehen kann. Sex ist immer eine Begegnung, die sehr intensiv ist- mindestens während dessen wird der "andere" Mensch mit jeder Faser begehrt, es gibt sehr viel Nähe. Wenn eure Beziehung stark ist, ihr offen und ehrlich zu allem stehen könnt, was ihr absprecht ist es wohl kein Problem. Wenn ihr der Meinung seid, es händeln zu können und glaubt, solche Elemente in eure Beziehung einbinden zu können, kann es gehen. Vielleicht werdet ihr euch aber auch bewusster, was eure Beziehung wert ist auf der einen Seite, aber auch bewusster darüber wie fragil jede Beziehung tatsächlich sein kann. Es kann und wird auch bei euch neue und bisher unbekannte Gefühle auslösen, die ihr gemeinsam verabeiten können solltet, wenn es nicht zerbrechen soll.
Geändert von ernesto_01 (27.11.2018 um 09:43 Uhr)
"Seien wir realistisch- versuchen wir das Unmögliche"
Wie weiß ich, dass ich nicht brauche, was ich will? Ich habe es nicht. (Byron Katie)



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