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  1. Registriert seit
    07.04.2018
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    Warum verletzt mich die emotionale Unbeteiligtheit meines Mannes so?

    Hallo, ich bin verheiratet, Ende 30 und habe mit meinem Mann zwei Kinder.
    Mein Mann ist ein netter Typ, keine Frage, er ist umsichtig und hilfsbereit, übernimmt viele Aufgaben, sodass wir recht gleichberechtigt unseren Alltag meistern.
    Doch immer öfter überkommen mich Zweifel an meiner Wahrnehmung und an ihm.

    Ich spüre ihn nicht. Er ist emotional völlig unbeteiligt. Und ich habe den Eindruck, dass er das mit seiner hinlfsbereiten Art versucht zu kompensieren bzw.zu verstecken.

    Beispiele. Meine Mutter starb vor zwei Jahren. Als es zu Ende ging, rief das Krankenhaus an, dass es wohl in ein paar Tagen soweit sei. Ich solle kommen und mich verabschieden.
    Weinend rief ich meinen Mann an, dass er die Kinder aus der Kita holen soll und ich zu meiner Mutter fahren werde. Er fragte erstaunt, wieso ich denn jetzt schon weine, sie sei doch noch gar nicht tot.
    Dieser Satz blieb bei mir hängen.

    Ich weiß gar nicht, wie ich das beschreiben soll, was seine Art betrifft.
    Er ist da, ja, zuverlässig und alles, aber ich glaube, er liebt mich nicht.
    Er liebt überhaupt nirmanden. Er ist gefühlt völlig Bindungslos.
    Nach außen wirkt er total nett und viele beneiden mich, dass ich so einen Mann habe.
    Er würde ja alles für uns machen, sagen sie, und auch er betont das immer wieder.

    Auch die Beziehung zu seiner Herkunftsfamilie ist seltsam distanziert. Sie sehen sich zwar, aber ich sehe und spüre da keine Verbindung oder gar Liebe. Er nennt seine Mutter "die Mutter" statt meine Mutter.
    Sie ist in meinen Augen sehr egozentrisch und kommt nicht einmal zum Geburtstag ihrer Enkel. Besuchen kann man sie auch nicht, weil sie immer unterwegs ist oder neue Ausreden hat.

    Kurzum, ich fühle mich unglücklich mit meinem Mann. Ich habe natürlich das Gespräch gesucht, aber da wurde er extrem gereizt und sagte, ich solle ihn in Ruhe lassen. Er sei eben so und es stimme, er würde oft innerlich keine Verbindung zu mir, den Kindern oder irgendwem spüren.
    Dabei hat er zur Geburt des Großen geweint. Und ich sehe ja auch, dass er ein liebevoller Vater ist.

    Was stimmt mit mir, mit ihm nicht?

  2. gesperrt
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    AW: Warum verletzt mich die emotionale Unbeteiligtheit meines Mannes so?

    Zitat Zitat von Lunette Beitrag anzeigen
    Kurzum, ich fühle mich unglücklich mit meinem Mann. Ich habe natürlich das Gespräch gesucht, aber da wurde er extrem gereizt und sagte, ich solle ihn in Ruhe lassen. Er sei eben so und es stimme, er würde oft innerlich keine Verbindung zu mir, den Kindern oder irgendwem spüren.
    Dabei hat er zur Geburt des Großen geweint. Und ich sehe ja auch, dass er ein liebevoller Vater ist.

    Was stimmt mit mir, mit ihm nicht?
    Ich glaube nicht, dass mit einem von euch beiden was nicht stimmt, ihr seid eben was die Gefühle betrifft unterschiedlich veranlagt.
    Ich bin auch ein Mensch, der nicht sonderlich emotional ist, ich bin eher der trockene Typ, betrachte die Dinge objektiv und weine kaum. Doch bei der Geburt meiner Kinder kamen mir auch jedesmal Freudentränen, da kam eben ganz, ganz, ganz viel Gefühl zusammen.
    Als mein Vater starb weinte ich nicht und war dennoch sehr, sehr traurig, doch ich freute mich auch, dass er von seinem Leid erlöst wurde, er war schwer krank und hatte keine Freude mehr am Leben.

    Da gibt es viele Beispiele, die Menschen sind unterschiedlich.

    Wie war denn dein Mann als du ihn kennen gelernt hast?
    So frisch verliebt, da gabs doch bestimmt Gefühle?

    Enya


  3. Registriert seit
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    AW: Warum verletzt mich die emotionale Unbeteiligtheit meines Mannes so?

    Ich vermute mal dein mann war immer schon so ( emotionsarm).
    Dachtest du Du könntest ihn ändern? Ihm das noch beibringen ?

    Du hättest es gerne das er dich in die arme nimmt und tröstet wenn du traurig bist. Versteh ich total.
    Aber er kann es einfach nicht. Das Beispiel mit dem bevorstehenden Tod der Mutter zeigt es auch. Er kann es einfach nicht nachvollziehen. Ich sag mal ganz vorsichtig es hört sich nach asperger autismus an. Das kannst du nur so akzeptieren wie es ist.

    Wg der Schwiegermutter seid einfach das sie aktiv ist und nicht an euch klammert.andere beklagen sich das die Oma sich einmischt.
    Den Wind können wir nicht ändern, aber wir können ihm eine andere Richtung geben (Aristoteles)


  4. Registriert seit
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    AW: Warum verletzt mich die emotionale Unbeteiligtheit meines Mannes so?

    Doch, das tut sie, indem sie am Telefon (mein Mann macht einmal die Woche einen Pflichtanruf, weil sie sich sonst beschwert)sich bei ihm über mich oder die Kinder aufregt. Die Kinder könnten dies und das noch nicht, ich sei (wahlweise) faul oder zu karreiergeil, irgendwas ist immer. Er erzählt es mir dann und gibt ihr auch kein Kontra. Es ginge ihm am hintern vorbei was sie sagt meint er.
    Ich frage mich, wozu er dann anruft. Nur weil sie es einfordert?
    Mir geht sie aus dem Weg.

    Mein Mann war schon immer so, mir fällt es nur immer stärker auf. Früher habe ich mich sehr von seiner Hilfsbereitschaft angezogen gefühlt.

  5. Avatar von Unendlichkeit
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    AW: Warum verletzt mich die emotionale Unbeteiligtheit meines Mannes so?

    Ich kenne auch so einen Mann. Der kann das einfach nicht und versteht oft nicht, was seine Frau jetzt wieder "hat".
    Schwierig für beide. Dafür kann man ihm so ziemlich alles gerade heraus sagen, oder muss es sogar.

    Seine Frau, meine Freundin, hat oft und lange mit dieser Art gehandert. Er wird sich nicht ändern - entweder sie lebt damit oder sie muss sich scheiden lassen. Ganz "einfach".
    "...es gibt höchstens hoffnungslose Menschen, aber nie hoffnungslose Situationen..."
    Sprichwort auf Oxtorne


  6. Registriert seit
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    AW: Warum verletzt mich die emotionale Unbeteiligtheit meines Mannes so?

    Zitat Zitat von Lunette Beitrag anzeigen
    Doch, das tut sie, indem sie am Telefon (mein Mann macht einmal die Woche einen Pflochtanruf, weil sie sich sonst beschwert
    Sich bei ihm über mich oder die Kinder aufregt.
    Mir geht sie aus dem Weg.

    Mein Mann war schon immer so, mir fällt es nur immer stärker auf. Früher habe ich mich sehr von seiner Hilfsbereitschaft angezogen gefühlt.
    Was macht er dann , wenn sie sich über dich aufregt ?
    Sagt er sie möge doch bitte mit dir selbst sprechen ?

    Siehst du, er hat mir Hilfsbereitschaft seine Liebe gezeigt. Das ist seine Art.
    Mehr kann er nicht. Das ist dann so.
    Den Wind können wir nicht ändern, aber wir können ihm eine andere Richtung geben (Aristoteles)


  7. Registriert seit
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    AW: Warum verletzt mich die emotionale Unbeteiligtheit meines Mannes so?

    Er macht nichts. Er lässt das Gespräch über sich ergehen und sagt nichts dazu.
    Beflissen erfüllt er aber die Wünsche seiner Mutter. Sie regte sich über die Kleidung eines Kindes auf, und wollte, dass er neue kauft. Das tat er und meinte, das würde er unserem Kind nur anziehen, wenn sie mal zu Besuch käme. Ich frage, was der Quatsch soll, er meinte, er will einfach seine Ruhe und keine Diskussionen mit ihr.
    Er geht jeder Konfrontation aus dem Weg, jedem Konflikt.


  8. Registriert seit
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    AW: Warum verletzt mich die emotionale Unbeteiligtheit meines Mannes so?

    Zitat Zitat von Lunette Beitrag anzeigen
    Er macht nichts. Er lässt das Gespräch über sich ergehen und sagt nichts dazu.
    Beflissen erfüllt er aber die Wünsche seiner Mutter. Sie regte sich über die Kleidung eines Kindes auf, und wollte, dass er neue kauft. Das tat er und meinte, das würde er unserem Kind nur anziehen, wenn sie mal zu Besuch käme. Ich frage, was der Quatsch soll, er meinte, er will einfach seine Ruhe und keine Diskussionen mit ihr.
    Er geht jeder Konfrontation aus dem Weg, jedem Konflikt.
    Tja, das wird nicht funktionieren. Auf der einen Seite will er es ihr recht machen, kauft dem Kind beispielsweise eine neue Hose, dann schimpft du und er kriegt Krach mit dir.
    Die telefongeschichte: er lässt Mutter über die reden, danach bist du sauer.
    Versuch ihm zu erklären wie du dich fühlst wenn er dich übergeht. Enttäuscht und was auch immer. Auch wenn er es nicht versteht, er möchte das Bitte respektieren.
    Den Wind können wir nicht ändern, aber wir können ihm eine andere Richtung geben (Aristoteles)


  9. Registriert seit
    07.04.2018
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    61

    AW: Warum verletzt mich die emotionale Unbeteiligtheit meines Mannes so?

    Asperger...Oweh.
    Allerdings neigt er zu unterdrückten Wutausbrüchen, nämlich wenn eines der Kinder "anstrengend" wird. Das äußert sich darin, dass er bebt vor Hilflosigkeit und man merkt, dass er am liebsten wegrennen oder aber etwas an die wand werfen will. Er wird zittrig und ungehalten, es entfährt ihm ein Schimpfwort. aber er tut körperlich nichts.

    Seine sonstigen Reaktionen sind gleichgültig. Ich hatte vor einem halben Jahr mal eine zeit, in der ich das Thema öfter versuchte anzusprechen, weil ich merkte dass mich ein Kollege reizte. Ich sagte ihm das offen und dass ich um unsere Beziehung kämpfen möchte. Er sagte gelassen, er gönne es mir ja.
    Oder einmal hatte ich heftigste Migräne und rief an, dass er eher von Arbeit kommt, um die Kinder zu betreuen.
    Er kam, natürlich, und als er mich sah , wie ich wimmernd auf dem Sofa hing: ach, jetzt bin ich ja da, scheint ja nicht schlimm zu sein und geht sicher gleich weg.
    Das macht mich wahnsinnig.
    Es wäre ihm glaube ich auch egal, wenn ich oder Muttern tot wären. Wir sind halt da. Und wenn nicht, auch nicht weiter schlimm.


  10. Registriert seit
    08.06.2013
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    AW: Warum verletzt mich die emotionale Unbeteiligtheit meines Mannes so?

    Zitat Zitat von Lunette Beitrag anzeigen
    Asperger...Oweh.
    Allerdings neigt er zu unterdrückten Wutausbrüchen, nämlich wenn eines der Kinder "anstrengend" wird. Das äußert sich darin, dass er bebt vor Hilflosigkeit und man merkt, dass er am liebsten wegrennen oder aber etwas an die wand werfen will. Er wird zittrig und ungehalten, es entfährt ihm ein Schimpfwort. aber er tut körperlich nichts.

    Seine sonstigen Reaktionen sind gleichgültig. Ich hatte vor einem halben Jahr mal eine zeit, in der ich das Thema öfter versuchte anzusprechen, weil ich merkte dass mich ein Kollege reizte. Ich sagte ihm das offen und dass ich um unsere Beziehung kämpfen möchte. Er sagte gelassen, er gönne es mir ja.
    Oder einmal hatte ich heftigste Migräne und rief an, dass er eher von Arbeit kommt, um die Kinder zu betreuen.
    Er kam, natürlich, und als er mich sah , wie ich wimmernd auf dem Sofa hing: ach, jetzt bin ich ja da, scheint ja nicht schlimm zu sein und geht sicher gleich weg.
    Das macht mich wahnsinnig.
    Es wäre ihm glaube ich auch egal, wenn ich oder Muttern tot wären. Wir sind halt da. Und wenn nicht, auch nicht weiter schlimm.
    Ich glaube nicht das es ihm egal wär wenn ihr tot wärt. Er würde es sicher sehr bedauern, aber es wäre für ihn anders wie bei anderen Menschen.
    Du weisst nun Wie er tickt. Er kann nur so und nicht anders. So schwer es auch für dich ist.
    Migräne ist grauenhaft kennen ich. Zieh dich dann zurück und er soll sich um die Kinder kümmern.
    Du kannst auch da keine Empathie von ihm erwarten.
    Den Wind können wir nicht ändern, aber wir können ihm eine andere Richtung geben (Aristoteles)

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