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    Torschlusspanik und unsicher in der Beziehung

    Hallo zusammen,

    jetzt versuchs ichs auch mal hier .

    Ich werde dieses Jahr 35, bin mit meinem Freund seit einem Jahr zusammen, wir wollen diesen Sommer zusammen ziehen, und würden danach bald mit dem Kinder kriegen anfangen wollen. Und ich bin nicht sicher ob er wirklich der "richtige" für mich ist.

    Es könnte alles so schön sein. Alle Rahmenbedingungen sind gut, wir haben die gleichen Vorstellung was die praktischen Sachen des Leben so betreffen. Reisen, Aktivitäten, Kinder, Tagesablauf allgemein, Zukunft, ich fühl mich wohl bei ihm.

    Was mich jetzt aber immer mehr stört, dass er nicht so emphatisch ist, nicht so sehr über alles mögliche reden kann. Er redet lieber über die Fakten, was hat er gemacht, was gabs zu essen usw. Weniger über Gefühle und den ganzen zwischenmenschlichen Kram. Er kann vieles und macht vieles und ist auch ein lieber Kerl. Aber ich kann mit ihm nicht über alles möglich so quatschen wie mit meiner besten Freundin, oder meinem Ex z.b. Ich kann ihm schon alles erzählen, aber es ensteht nicht immer ein angeregtes Gespräch. Er ist eher praktisch veranlagt.

    Der Auslöser für mein extremes Gedankenkarusell und Beziehung in Frage stellen war meine Erkenntnis vor ein paar Wochen, dass meine Freunde ihn nicht so mögen. Es sind Worte gefallen wie "unsymphatisch", "unbeliebt", .... Das ist erst zur Sprache gekommen, als ich mit verschiedenen Freundinnen nach einem gemeinsamen Spieleabend mal drüber reden wollte. Er hatte sich da so benommen, da wäre er mir anders rum auch unsymphatisch gewesen.
    Er muss in der Gruppe immer kommentieren, seinen Senf dazu geben, er stellt keine Fragen, sondern erzählt von sich, versucht lustig zu sein, ist es aber nicht. Ich fand den Spieleabend dann auch anstrengend. Mit mir allein ist er nicht ganz so schlimm. Dachte daher es ist eine Art Unsicherheit.
    Aber ich kann mit ihm nicht drüber reden, Gespräche über Probleme laufen ins Leere. Für mich zumindest. Als ich anfing über meine Gedanken zum Spieleabend zu reden, war seine einzige Gegenfrage ob ich ihn noch lieb habe. Ich hatte Gegenfragen erwartet, a la "Was genau meinst du, kannst du Beispiele sagen,...". Ich hab ihn gefragt ob ihm das schonmal andere Leute gesagt haben. -> Nein. Punkt. Er belügt sich entweder selber oder ist einfach nicht selbstreflektiert. Oder er kann sich mir gegenüber noch nicht richtig öffen. Mit seiner einzigen mehrjährigen Beziehung (ca 4 -5Jahre) hat er laut eigener Aussage nie so intensiv geredet wie mit mir. Und für mein Empfinden reden wir nicht soo intensiv

    Er hatte mal gesagt, wenns Probleme gibt dann arbeiten wir daran und lösen sie. Das hat mir gefallen. Aber mittlerweile bin ich nicht sicher ob er das kann. Wir haben noch nie richtig gestritten. Aber ein bisschen Wut darf schonmal sein, dann ist danach auch wieder mehr Anziehung. Wenn ich ihm sage, dass es mich irritiert, dass wir noch nie richtig gestritten haben, sagt er, er will ja nicht streiten. Er hätte Angst, dass ich dann gehen würde...?? Auf Nachfrage meinte er, doch doch er würde mir schon sagen, wenn ihn was stört.

    Bin ich jetzt zu kritisch und sollte halt mal mit meiner ganzen Kritik aufhören? Oder bin ich zu unkritisch und sollte die Konsequenzen ziehen?
    Und jetzt funkt der Kinderwunsch rein... Ich habe schon das Gefühl es müsste jemanden geben mit dem es besser passt. Aber wo und wann find ich den? Ich weiss dass manche Frauen noch mit über 40 problemlos schwanger werden. Aber genauso haben andere Frauen schon mit Mitte 30 Probleme schwanger zu werden. Und zu welcher Gruppe gehöre ich jetzt?
    Und wenn ich doch jemanden finden würde mit dem das mit den Gesprächen stimmt, dann stimmen wieder andere Sachen nicht. Das war ja mit meinem Ex so.

    Wenn jetzt die Frage kommt ob ich ihn denn liebe? Ich weiss es nicht richtig. Aber ich war da noch nie gut darin. Ich bin nicht so emotional. Ich kann gut allein, meine ersten zwei Freunde (jeweils ca 1/2 Jahr) hatte ich eher aus dem Grund endlich auchmal einen Freund zu haben. Ich habs versucht, aber die großen Gefühle sind nicht gekommen. Dann war ich mit meinem Ex 6 Jahre zusammen. Mit ihm hatte ich schon so etwas wie einen Seelenpartner, vielleicht hätte ich jetzt mit ihm Kinder wenn wir nicht eine Fernbeziehung gehabt hätten, die dann doch zu sehr gekrieselt hat. Bei ihm trauere ich nur der Freundschaft, dich ich hoffte halten zu können nach, aber nicht der Beziehung. Auch ihm konnte ich in 6 Jahren nie sagen "Ich liebe dich". Das einzige Mal in meinem Leben wo ich wirklich viel Leidenschaft (ohne es im Kopf zu wollen) gespürt habe, war bei einer 2-3 monatigen 'Friends with benefits' Sache. Für diesen Mann wars nichts ernstes, er hatte das auch klar gemacht, aber mit ihm war das so, ich wollte ihn immer wieder treffen, trotz des Wissens, das wird nichts. Es war schwierig da raus zukommen. Da hab ich aber mal gedacht, siehste kannst dich also schon verknallen.
    Ich bin dann aber doch wieder meine jetzige Beziehung eingegangen wos halt schön war und ich mich so auf die gemeinsamen Unternehmungen gefreut habe. Und die Gemeinsamkeit geniese. Der ganz große Liebesknall aber nicht da war. Ich bin aber vielleicht auch jemand der die Liebe erst spürt, wenn der andere beginnt sich davon zu machen...? So wie das der benefit friend sozusagen gemacht hat.

    Ich weiss nicht recht was ich tun soll. Ich freue mich sehr auf die gemeinsame geplante Zukunft. Soll ich das jetzt wegwerfen, weil ich Zweifel habe ob wir wirklich glücklich werden? Wir haben akut kein großes Problem. Es ist nur in meinem Kopf.
    Ich würde ihn gerne als den Mann sehen, den ich mit allen seinen positiven und negativen Eigenschaften liebe und zu ihm stehen kann.

    Im Moment sehe ich viele Dinge als Hindernis. Und dabei hat er mich noch nie kritisiert. Da sind wir eben auch unterschiedlich, bei Fremden oder Bekannten bin ich nicht kritisch. Da will ich nicht negativ reden. Aber ihn kritisier ich oft. Er ist da anders. Im Urlaub z.B sich über die großen Rentnerreisebusse lustig machen (und das nervt mich dann wieder an ihm). Aber über mich oder auch meine Freunde hat er noch nie etwas annähernd negatives gesagt.

    Was mich alles stört weiss er eigentlich (grob), ich sags ja immer mal wieder Aber ihm ist glaub ich nicht klar, dass es mich so arg beschäftigt, dass ich an der Beziehung zweifle. Aber ich weiss nicht ob es hilft, ihm das zu sagen. Er kann sich ja nicht einfach ändern. Und er versucht es ja schon ein bißchen, bzw. rechtfertigt sich dann immer. Es liegt an mir ihn so zu nehmen wie er ist. Ich denke wenn ich mich für ihn entscheide, sage ich das besser nicht so deutlich, weil es unsere Zukunft eher belasten würde als helfen. Andererseits sollte ich ihm die Möglichkeit geben, selber zu sagen, unter diesen Bedingungen will er die Beziehung nicht. Was meint ihr?

    Also im großen und ganzen hab ich zwei Fragen:
    1. Findet Ihr es verwerflich ein Kind zu planen, wenn man sich der Beziehung gerade nicht 100% sicher ist? Frau aber 35 Jahre alt ist.
    2. Sollte man seinem Partner wirklich alle Sorgen sagen? Klar mein Idealbild von Partnerschaft ist offen und ehrlich. Aber wenn mir mein Partner meine Charaktereigenschaften als Trennungsgrund auslegen würde, wäre mein Vertrauen erstmal für lange Zeit dahin. Auch wenn die Sorgen irgendwann einmal wieder unbegründet sein sollten, hängt das dann doch immer über der Beziehung.

    Sorry, für den langen Text...

    Liebe Grüße

  2. Inaktiver User

    AW: Torschlusspanik und unsicher in der Beziehung

    Irgendwie fehlt mir eine Information in Deiner langen Betrachtung... vielleicht hab ich es überlesen, aber - liebst Du ihn?
    Generell bin ich ja der Meinung... wenn man sich fragt, ob es passt - passt es nicht.

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    AW: Torschlusspanik und unsicher in der Beziehung

    Zitat Zitat von marjeta Beitrag anzeigen
    Also im großen und ganzen hab ich zwei Fragen:
    1. Findet Ihr es verwerflich ein Kind zu planen, wenn man sich der Beziehung gerade nicht 100% sicher ist? Frau aber 35 Jahre alt ist.
    kommt halt drauf an, wie sehr du ein kind willst und ob du bereit bist, alleinerziehend zusein. all die dinge, die dich jetzt schon stören, werden dich später noch viel mehr stören und ein kind ist eben auch oft eine belastung für eine beziehuhng.

    Zitat Zitat von marjeta Beitrag anzeigen
    2. Sollte man seinem Partner wirklich alle Sorgen sagen? Klar mein Idealbild von Partnerschaft ist offen und ehrlich. Aber wenn mir mein Partner meine Charaktereigenschaften als Trennungsgrund auslegen würde, wäre mein Vertrauen erstmal für lange Zeit dahin. Auch wenn die Sorgen irgendwann einmal wieder unbegründet sein sollten, hängt das dann doch immer über der Beziehung.
    schwierig. ich würde ihm wohl sagen, dass ich mir der beziehung nicht sicher bin, aber ohne "schuldzuweisung". es klingt nämlich tatsächlich so, als hätte es wesentlich mehr mit dir selbst zutun, als mit ihm. du bist die beziehung schon aus den falschen gründen eingegangen und das rächt sich jetzt eben. das hat nichts mit ihm zutun.
    Liebt Menschen und benutzt Dinge, weil das Gegenteil niemals funktioniert - The Minimalists

  4. gesperrt

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    AW: Torschlusspanik und unsicher in der Beziehung

    ich finde, das hört sich ein bisschen an, als wäre die rosarote Brille runter.
    Nach einem Jahr werden die Macken sichtbar, die man noch am Anfang niedlich fand.
    Jetzt regen sie dich auf.

    Ich würde das mit dem Kinderkriegen lassen.

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    AW: Torschlusspanik und unsicher in der Beziehung

    Ui, das geht ja schnell.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Irgendwie fehlt mir eine Information in Deiner langen Betrachtung... vielleicht hab ich es überlesen, aber - liebst Du ihn?
    Generell bin ich ja der Meinung... wenn man sich fragt, ob es passt - passt es nicht.
    Ja, ich weiss eben nicht wirklich ob ich ihn liebe. Ich tu mir aber bei diesen Gefühlen schon immer sehr schwer. Wie gesagt, erst einmal bei einer kurzen Geschichte "bedingungslos verknallt".

    Zitat Zitat von irgendeinwald Beitrag anzeigen
    kommt halt drauf an, wie sehr du ein kind willst und ob du bereit bist, alleinerziehend zusein. all die dinge, die dich jetzt schon stören, werden dich später noch viel mehr stören und ein kind ist eben auch oft eine belastung für eine beziehuhng.
    Ja, die Gedanken hatte ich auch schon. Geplant will ich eigentlich nicht alleinerziehend werden, aber so eine Garantie hab ich auch nichts wenns jetzt perfekt wäre. Und das praktische, der Alltag und die gemeinsamen Unternehmungen klappen gut, daher hätte ich gedacht, das klappt dann auch mit einem Kind gut.

  6. gesperrt

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    AW: Torschlusspanik und unsicher in der Beziehung

    Du bist halt schon 35, es ist Zeit, sesshaft zu werden, das Projekt "Haus -Kinder - Hund" zu realisieren und ein besserer Partner ist nicht in Sicht. Aber mit diesem ist der Ofen aus, zumindest von deiner Seite aus. Keine guten Voraussetzungen für die Familienplanung.

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    AW: Torschlusspanik und unsicher in der Beziehung

    Zitat Zitat von gorod Beitrag anzeigen
    Aber mit diesem ist der Ofen aus, zumindest von deiner Seite aus. Keine guten Voraussetzungen für die Familienplanung.
    Aber muss der Ofen immer richtig brennen? Das habe ich in den letzten 15 Jahren nicht gefunden. Wenn ich dafür weitere 15 Jahre brauche, ist es zu spät.

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    AW: Torschlusspanik und unsicher in der Beziehung

    Zitat Zitat von marjeta Beitrag anzeigen
    Ja, die Gedanken hatte ich auch schon. Geplant will ich eigentlich nicht alleinerziehend werden, aber so eine Garantie hab ich auch nichts wenns jetzt perfekt wäre. Und das praktische, der Alltag und die gemeinsamen Unternehmungen klappen gut, daher hätte ich gedacht, das klappt dann auch mit einem Kind gut.
    ja, nur wird einer von euch wahrscheinlich mal mehr wollen - leidenschaft, liebe, tiefe verbundenheit und wenn es dann schwierig wird: kind krank oder anstrengend, viel stress in der arbeit, krankheit und die verbindung ist einfach nicht tief genug, wird es schwierig. es hat schon einen grund, warum so viele beziehung in der kleinkindphase scheitern und man nicht einfach mit einem WG-Kollegen ein kind bekommt, nur weil der gemeinsame alltag gut klappt.

    Zitat Zitat von marjeta Beitrag anzeigen
    Aber muss der Ofen immer richtig brennen? Das habe ich in den letzten 15 Jahren nicht gefunden. Wenn ich dafür weitere 15 Jahre brauche, ist es zu spät.
    muss er nicht, kommt halt drauf an, was man vom leben will. wenn dir das lauwarme reicht und du seine macken annehmen kannst, dann passt es doch. mir persönlich wärs zuwenig und ich würde das auch nicht einen kind vorleben wollen. aber menschen sind verschieden und ja, garantie gibts nie, du kannst dich trennen und nochmal 15 jahre alleine sein - was macht die vorstellung mit dir? würdest du der beziehung nachtrauern, dem nicht geborenen kind oder wärst du erleichtert, weil du dir über seine macken keine gedanken mehr machen müsstest?
    Liebt Menschen und benutzt Dinge, weil das Gegenteil niemals funktioniert - The Minimalists

  9. Inaktiver User

    AW: Torschlusspanik und unsicher in der Beziehung

    Wenn es schon so weit ist, dass blöde Bemerkungen der Freunde Jemanden am Partner zweifeln lassen, kann es eindeutig nicht der Richtige sein.
    Da würde ich jede Zukunftsplanung einstellen.

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    AW: Torschlusspanik und unsicher in der Beziehung

    Zitat Zitat von irgendeinwald Beitrag anzeigen
    muss er nicht, kommt halt drauf an, was man vom leben will. wenn dir das lauwarme reicht und du seine macken annehmen kannst, dann passt es doch. mir persönlich wärs zuwenig und ich würde das auch nicht einen kind vorleben wollen. aber menschen sind verschieden und ja, garantie gibts nie, du kannst dich trennen und nochmal 15 jahre alleine sein - was macht die vorstellung mit dir? würdest du der beziehung nachtrauern, dem nicht geborenen kind oder wärst du erleichtert, weil du dir über seine macken keine gedanken mehr machen müsstest?
    Ja, ich würde der Beziehung nachtrauern. Ich mache mir ja auch nicht am laufenden Band Gedanken über seine Macken.
    Und das mit dem Vorleben: ja, vielleicht kommt dann so jemand wie ich dabei raus. Ich habe meine Eltern nie zärtlich (körperlich) miteinander gesehen. Mein Vater ist ausgezogen als ich 9 war. Aber genauso würde ich das schon nicht machen wollen.

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