Hallo liebe Community,
das ist mein erster Beitrag in einem Forum :-) Es ist mir wichtig, dass ich zu meinem Anliegen neutrale Meinungen erhalte.
So nun lege ich mal los.
Ich bin 32 Jahre alt und hatte bisher 4 längere Beziehungen. Sozusagen bin ich eigentlich seit meinem 16. Lebensjahr von einer Beziehung in die Nächste. Zwischendurch war ich schon immer wieder ein paar Monate "Single". Es war nie so, dass ich mich von einem Partner für einen anderen getrennt habe. Eigentlich war es immer der gleiche Grund bei der Trennung. Nach ca. 3-4 Jahren habe ich mich mit meinen Partnern nicht mehr gut verstanden bzw. wir haben uns auseinander gelebt. Ich muss dazu sagen, dass ich wirklich keine einfache Person bin.
Vor 5 Jahren habe ich meinen jetzigen Partner kennengelernt, nach einigen Monaten bin ich zu ihm in seine Eigentumswohnung gezogen. Ich habe mich bei ihm einfach pudelwohl gefühlt. Allerdings fühle ich mich in dem Dorf in dem er die Eigentumswohnung hat, nicht wohl. Nach über 4 Jahren kann ich immer noch nicht behaupten, dass ich mich in diesem Ort "Zuhause" fühle. Die Wohnung an sich ist wirklich schön.
Ich brauche extrem viel Ruhe. Vor 2 Jahren habe ich festgestellt, dass ich hochsensibel bin. Ich nehme äußere Einflüsse Personen, Geräusche, Farben, Düfte extremer wahr als andere. Ich fühle mich dadurch oft "geschlaucht" und brauche viele Ruhephasen. Bis mein jetziger Partner mein "Problem" bzw. meine "Gabe" verstanden hat, war es ein harter Weg. Er ist ein sehr geselliger Mensch, aber für mich als "sensibler Einzelgänger" sind Geburtstage mit vielen Leuten oder Zusammenkünfte mit seiner großen Clique etc. einfach nur anstrengend. Ich bin sehr empathisch und nehme alle Gefühle der andere Menschen auf und mache mir währenddessen ständig Gedanken. Ich kann bei solchen Veranstaltungen daher auch sehr schlecht abschalten oder auch einfach nicht so sein wie ich bin. Mittlerweile hat mein Freund das zum Glück akzeptiert und ich gehe nicht mehr mit an "jeden" Geburtstag oder Veranstaltung, wenn ich das nicht möchte. Das finde ich schön und dadurch hat er auch großen Druck von mir genommen.
Jetzt komme ich zu meinem eigentlichen Anliegen. Ich spüre schon seit Jahren, dass ich was in meinem Leben ändern möchte. Ich fühle mich immer rastlos und habe das Bedürfnise irgendetwas zu ändern. Zunächst dache ich immer ich bin unzufrieden mit meinem Job. Es ist zwar nicht meine Berufung aber ich habe tolle Kollegen und einen sehr guten Chef. Daher ist eigentlich auch das nicht mein Problem.
Meine Zwillingsschwester tickt ähnlich wie ich. Sie ist schon sehr lange mit Ihrem Partner zusammen. Er ist oft beruflich im Ausland und sie hat mittlerweile eine 2. Wohnung, da sie den Job gewechselt hat. Aufgrund der Entferndung musste sie sich eine eigene Wohnung in Arbeitsplatznähe zulegen. Sie fühlt sich unter der Woche auch alleine sehr wohl und genießt es. Sie sehen sich wochenends und diese Wochenenden empfinden sie natürlich dann noch intensiver und schöner als vorher.
Vor Kurzem habe ich alleine in Ihrer Wohnung übernachtet, da ich ein Seminar in der Nähe besucht hatte. Ich habe mich sowas von pudelwohl gefühlt. Endlich mal für mich zu sein! Es war ein wunderbares Gefühl. Es kam mir vor, als könnte ich endlich mal "runterfahren".
In der Wohnung von mir und meinem Freund (es ist seine Eigentumswohnung) habe ich mir in unserem Schlafzimmer eine kleine Rückzugsoase eingerichtet. Aber ich habe trotzdem nie richtig meine Ruhe. Von den Nachbarn über uns hört man ständig den TV (es sind ältere Leute :-) ) Irgendwie kann ich mich einfach nicht richtig entspannen und für mich sein.
Da ich das Gefühl habe mich einfach nicht entfalten zu können, möchte ich nun meine eigene Wohnung. Um auch mal auf eigenen Beinen zu stehen und mich so einzurichten und kreativ entfalten, wie es mir gefällt.
Wir haben auch öfter Auseinandersetzungen in letzter Zeit. Es liegt hauptsächlich an meiner Unzufriedenheit. Als ich seit kurzem mit dem Gedanken spiele in eine eigene Wohnung zu ziehen, fühle ich mich befreit und unsere Beziehung harmoniert viel besser. Natürlich habe ich mit meinem Partner über meinen "Wunsch" noch nicht gesprochen. Es ist ja auch ganz frisch und ich wollte erst noch ein paar Nächte darüber schlafen. Zunächst hatte ich ein schlechtes Gewissen, dass ich so denke. Aber andererseits sehe ich es als Chance für mich, endlich in mir anzukommen und zuhause zu sein und es ist ebengleich eine Chance für unsere Beziehung - in der mittlerweile die Trägheit die Übermacht gewonnen hat. Ich will ihn nicht verlieren.
Irgendwie fühle ich mich schlecht, ich weiß, dass mein Freund sich sicherlich zurückgewiesen fühlen wird. Er ist in der Hinsicht eher konservativ eingestellt und es wird ihm im ersten Moment sicher wie ein Schlag ins Gesicht treffen.
Wie kann ich dieses Thema so sensibel wie möglich ansprechen, damit mein Freund nicht allzu verletzt sein wird? Ich möchte es ja nur als "räumliche" Trennung und nicht als persönliche Trennung von ihm.
Ich würde mich über eure Anregungen/Hilfe freuen!
Puh...ganz schön schwierig das alles so gut wie möglich zu erklären
Danke :-)
Eure MeJulie
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16.02.2018, 12:00
Nach 5 Jahren Zusammenleben das Bedürfnis nach einer eigenen Wohnung
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16.02.2018, 12:04Inaktiver User
AW: Nach 5 Jahren Zusammenleben das Bedürfnis nach einer eigenen Wohnung
Was soll man da raten? Es sind deine Empfindungen und dein Leben....wenn du es so brauchst und so willst, solltest du es tun.
Für mich persönlich wäre meine Beziehung zu Ende, wenn mein Mann mir damit käme. Es ist nicht meine Vorstellung von meinem Leben.
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16.02.2018, 12:15Inaktiver User
AW: Nach 5 Jahren Zusammenleben das Bedürfnis nach einer eigenen Wohnung
Meine Begeisterung würde sich sehr in Grenzen halten, wenn mein Mann mit so einem Vorschlag ankäme, aber um mich geht es hier nicht.
Du schreibst, dass Du Dich in den Ort nicht wohlfühlst. Ich kann nur spekulieren: Hätte mein Mann eine Eigentumswohnung und wäre ich dort eingezogen, hätte ich mich dort wohl auch nie wohlgefühlt. Ich hätte mich immer irgendwie als Gast gefühlt. Mein Mann und ich haben immer alle Wohnungen, in denen wir gewohnt haben, gemeinsam ausgesucht und gemeinsam gestaltet. Das war uns beiden sehr wichtig.
Hast Du in der Wohnung ein Zimmer, das Du nach Deinem Geschmack eingerichtet hast oder ein Zimmer, in das Du Dich zurückziehen könntest? Das könnte ich mir als "Zwischenschritt" vorstellen.
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16.02.2018, 12:24Inaktiver User
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16.02.2018, 12:29Inaktiver User
AW: Nach 5 Jahren Zusammenleben das Bedürfnis nach einer eigenen Wohnung
Ich überlege noch wie mein Post neutral geschrieben werden kann.... tja
Wenn du das für dich brauchst, dann such dir eine Wohnung und gut ist.
Für mich wäre es das Ende der Beziehung aber vielleicht sieht dein Freund das ja anders, wer weiß!
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16.02.2018, 12:33Inaktiver User
AW: Nach 5 Jahren Zusammenleben das Bedürfnis nach einer eigenen Wohnung
Ich finde den Wunsch nicht verwerflich. Wenn Dein Freund eher traditionell eingestellt ist, muss man ihm das aber vermutlich vorsichtig nahe bringen.
Vorteilhaft ist hier schon mal, dass sich dadurch zumindest für ihn selbst nichts an der Wohnsituation ändert (da Eigentumswohnung schon vorher vorhanden war). Es wäre sonst blöd, wenn Ihr zusammen irgendwo eingezogen wärt und Du ihn jetzt quasi mit einer zu großen und zu teuren Wohnung sitzen lassen würdest.
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16.02.2018, 12:40Inaktiver User
AW: Nach 5 Jahren Zusammenleben das Bedürfnis nach einer eigenen Wohnung
Welche Zukunftspläne habt ihr? Wolltet ihr eine Familie gründen, warum seid ihr zusammen?
Wenn du aufblühst, wenn du "endlich mal alleine" bist, ist die Beziehung vielleicht einfach zu Ende?
Wenn mir mein Partner sagen würde, er fühlt sich nach Jahren bei mir nicht Zuhause und genießt Alleinsein mehr als meine Nähe, könnte er seine Taschen glaub ich für immer packen.
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16.02.2018, 12:50
AW: Nach 5 Jahren Zusammenleben das Bedürfnis nach einer eigenen Wohnung
Ich kann Dein Ansinnen sehr gut nachvollziehen. Ich ticke ähnlich. Brauche auch meine Ruhe. Ich habe zwanzig Jahre mit meinem Ex-Mann zusammengelebt. Die Trennung war für mich schwer.
Aber: Heute weiß ich meine eigenen vier Wände sehr zu schätzen und würde sie um nichts in der Welt mehr aufgeben. Mein Freund hat das so einigermaßen akzeptiert.
Mein Rat: Sprich mit Deinem Freund. Kommt er damit zurecht, wenn Du ausziehst? Vielleicht kannst Du Dir eine kleine Wohnung in der Nähe suchen?









LG, BNH2009
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16.02.2018, 12:55
AW: Nach 5 Jahren Zusammenleben das Bedürfnis nach einer eigenen Wohnung
Ich kann dich verstehen. Bei mir ist es so, daß ich am liebsten alleine bin. Wenn ich einmal in der Woche für 2 Stunden jemand um mich habe, dann reicht mir das vollkommen. Ich würde nie mehr mit jemandem zusammenziehen.
Die Beziehung muß nicht zu Ende sein. Vielleicht machst du deinem Partner klar, daß es nicht an ihm liegt, sondern an dir, daß du einfach mal alleine leben möchtest. Wenn du es getan hast, dann kannst du auch nicht sagen, wie es für dich ist.
Vielleicht brauchst du es alleine zu leben, du kennst es nicht.Und immer wenn wir lachen, stirbt irgendwo ein Problem.
Dornröschen hätte gar keinen Prinzen gebraucht, nur einen starken Kaffee
Friedvoll zu sein bedeutet, von Erwartungen frei zu sein und nichts von anderen zu wollen.
Wenn du jemand anderem vergibst, dann tust du dies deinetwegen, nicht weil der andere das verdient. (Doris Wolf, Psychotherapeutin)
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16.02.2018, 13:01
AW: Nach 5 Jahren Zusammenleben das Bedürfnis nach einer eigenen Wohnung
Liebe TE, wenn du rastlos und überempfindlich bist, dann empfehle ich dir dringend, deine Schilddrüse zu checken, die Überfunktion fühlt sich genauso an. Sonst ist es wohl an der Zeit, mit deinem jetzigen Partner getrennte Wege zu gehen. Du bist erst 32, überhaupt nicht belastbar und nur noch genervt.


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