Liebe Community
Ich lese schon seit ein paar Jahren bei euch mit,und konnte viele spannende Inputs aus den Diskussionen mitnehmen. Nun brauche ich Eure Hilfe bezüglich meiner Ehe, ich komme nicht weiter:-(
Vor knapp 5 Jahren lernte ich meinen jetztigen Mann kennen. Ich war alleinerziehend mit meiner 3 -jährigen Tochter, und mit meinem Leben zufrieden.
Es schlug dann mit meinen Mann wie eine Bombe ein. Grosse Gefühle, eine "zusammen schaffen wir alles Attitüde" und viel gegenseitiges Engagement und Unterstützung.
In den kommenden 3 Jahren heirateten wir, kauften eine Wohnung und ich wurde schwanger. Viel und alles sehr schnell.
Seit damals ist es schwierig.
Im Alltag funktionieren wir als Traumteam, teilen uns Arbeiten und Kinderbetreuung und können uns aufeinander verlassen. Wir gehen oft und gerne als Familie in die Ferien, haben tolle Freunde/Familie und können offen miteinander reden und diskutieren.
Aber...
Im banalen Alltagssituationen geraten wir immer wieder aneinander.
Mein Mann hasst teilweise meine, wie er sagt, ignorante, zu selbstbewusste Art, er kann in solchen Momenten fast nicht mehr runterkommen und wird verbal verletzend.
Wir haben keinen Sex mehr zusammen, reden zwar darüber, aber es ändert sich beidseitig nichts.
Immer wieder gibt er mir das Gefühl, eine zu organisierte, zu kritische und zu selbstherrliche Person zu sein, wertet mich dann auch ab.
Ich neige sicher zu diesen Eigenschaften, aber laut meinen Freundinnen völlig im Rahmen.
Mein Mann arbeitet an sich, mit Hilfe einer Therapie, auch um seine Wut und seinen inneren Kritiker in den Griff zu bekommen.
Ich aber kann fast nicht mehr so weiterleben.
Ich funktioniere und empfinde immer wieder Freude, aber auch tiefe Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. Meine Ehe ist gescheitert, es tut mir vorallem Leid für die Kinder, 1.5 und 7.5 Jahre alt.
Ich möchte ,so glaube ich nach jedem Streit, Distanz und die Beziehung aus getrennten Wohnungen weiterführen.
Aber ich habe Angst... dass ich übertreibe, weil doch vieles gut läuft. Wegen der Kinder. Weil ich ihn doch liebe und uns so viel verbindet...Und ich weiss nicht wie und wann ich mit meinem Mann reden soll.
Ich wäre um etwas gedankliche Sortierhilfe durch euch unendlich dankbar.
Lg, Karine
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 118
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16.04.2017, 12:25
Ich glaube meine Ehe ist gescheitert
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16.04.2017, 13:21
AW: Ich glaube meine Ehe ist gescheitert
Liebe Karine,
Könntest du eine solche Konfliktsituation mal genauer beschreiben? Also, wie entwickelt sich das typischerweise (wenn es da "typisch" gibt ), wer macht/sagt was, und was geht in euch (vermutlich) vor? Wann kulminiert die Situation, was tut ihr dann? Und wie geht es hinterher weiter?that was the river - this is the sea
Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum
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16.04.2017, 13:25Inaktiver User
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16.04.2017, 13:57
AW: Ich glaube meine Ehe ist gescheitert
Zu organisiert? Will er sich mal treiben lassen? Habt ihr freizeitstress?
Ich kann mir darunter auch nicht viel vorstellen.
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16.04.2017, 15:00
AW: Ich glaube meine Ehe ist gescheitert
Hallo zusammen, ich beschreibe Euch mal so eine Situation, wobei ich (noch) kein echtes Muster erkenne):
Wir sind um Auto, wollen weg fahren. Das Handschuhfach klemmt, irgendwie kriegen wir es auf, aber fast nicht mehr zu. Während ich versuche das klemmende Teil mit dem Finger zu lösen, haut er drauf, ich klemme mir den Finger ein, es tut kurz weh, nix ist verletzt.
Ich rufe autsch, er sagt, du hättest jetzt auch nicht so blöd deinen Finger reinhalten zu brauchen. Ich sage, du könntest ja einfach zuerst fragen, ob was verletzt ist, oder? Er wird wütend, findet, dass ich ihn abgrundtief nerve und ich ihm nicht die Schuld geben soll, überhaupt, ich solle mal ihm jetzt kein schlechtes Gewissen machen, etc...
Total doof und banal, ich weiss.
Tum Thema überorganisiert soviel:
Wir sind beide mit gleichem Arbeitspensum berufstätig znd müssen im Job relativ flexibel sein. Das heisst ständiges planen, abstimmen, Aufgaben teilen. Oft sagt er, unter der Woche seien wir nur wie eine Maschine die läuft. Teilweise stimmt das, die Tage sind lang, aber ich sehe das halt als ziemlich normal an, zumindest bis die Kleine etwas älter ist.
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16.04.2017, 15:13
AW: Ich glaube meine Ehe ist gescheitert
Hallo Jaws, ich kann auf dem Handy leider nicht zitieren, deshalb meine Antwort ohne Zitat.
Du fragst, warum ich nicht gerade den Punkt bearbeiten, der eine Schwäche von mir zu sein scheint.
Mein Mann hatte viele Wutausbrüche, wo er mich verbal richtig zur Schnecke machte. In so einer Situation begegnete ich ihm stets recht kalt, emotionslos und rational. Aus Selbstschutz. Dies hat sich wohl zu einem Muster entwickelt.
In Streitsituationen bin ich von meiner Art her wenig emotional, oft zu sehr auf das Problemlösen fokkussiert. Mein Mann ist von seiner Persönlichkeit her viel emotionaler, und er regt sich gerade dann besonders über mein Verhalten auf. Irgendwie ein Kreislauf, ich grenze mich emotional ab, er greift an, aus Wut über mein Verhalten.
Dies bezeichnet er als ignorant, oder arrogant.
Im Normalsituationrn hätte ich das nicht, da schwärmt er oft gegenüber Dritten oder mir, dass ich die intelligenteste Frau sei, sein bester Gesprächspartner und er mein Selbstbewusstsein bewundere.
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16.04.2017, 15:18
AW: Ich glaube meine Ehe ist gescheitert
see you on be friends online!
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16.04.2017, 15:34
AW: Ich glaube meine Ehe ist gescheitert
Das ist bei uns ähnlich, nur mit umgekehrten Vorzeichen. Mit mir kann man herrlich streiten, mein Mann ist ruhig und je mehr ich mich dann aufrege, desto ruhiger wird er. Und ich könnte platzen! Das macht mich dermaßen aggressiv, diese stoische Ruhe ...
Wir haben darüber gesprochen, wenn es ruhig war. Ich habe ihm klarmachen können, dass mich seine Ruhe aufregt, er hat mir klar gemacht, dass er mit Rumpelstielzchen keine Diskussionen führt, weil es keine sind. Wir haben einen Weg für uns gefunden, wir haben auch eine Sprache gefunden, die dem anderen signalisiert, dass jetzt kein guter Zeitpunkt ist. Wir vertagen uns dann
Wichtig ist, dass das Grundproblem nicht unter den Teppich gekehrt wird, dass der andere sich nach wie vor gesehen wird und dass - für mich das Wichtigste - beide Reaktionen "gut" bzw. richtig sind, nur momentan nicht kompatibel. Das Schimpfen, Abwerten, zur Schnecke machen geht aber gar nicht. Es könnte allerdings sein, dass es seine Art der Reaktion ist, weil er sich hilflos fühlt. Ich will das nicht entschuldigen, es wäre eine Erklärung.
Dass deswegen die Ehe gescheitert sein muss, ich weiß nicht. Wenn es wirklich daran liegt, wenn ihr beide für euch einen Weg finden wollt, dann ist das möglich. Ein Versuch ist es in meinen Augen auf jeden Fall wert.Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.
Christian MorgensternIn einer Stunde ruhigen Sitzens verbrennt man 73 Kilokalorien.
- Ich habe meinen Sport gefunden.
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16.04.2017, 15:46
AW: Ich glaube meine Ehe ist gescheitert
Dein Beispiel mit dem Finger - ich bin nicht sicher, ob ich das verstanden habe.
Während du noch den Finger im Klappenbereich hast, schlägt er das Fach zu. Hat er es nicht gesehen oder trotzdem gemacht?
Er klemmt also deinen Finger ein. Sagt er auch "entschuldige, das wollte ich nicht"? Wenn nicht, warum nicht? Das wäre für mich ein wenig fürsorglicher Umgang miteinander.
Rufst du "autsch" als Ausdruck von Schmerz? Wie kann er dir daraufhin einen Vorwurf machen?Ich rufe autsch, er sagt, du hättest jetzt auch nicht so blöd deinen Finger reinhalten zu brauchen. Ich sage, du könntest ja einfach zuerst fragen, ob was verletzt ist, oder?
Und warum beschwerst du dich wegen der mangelnden Nachfrage und nicht wegen des Wehtuns, zumal du ja ausgerufen hast?
Welches alternative Verhalten deinerseits hätte deinem Mann denn vorgeschwebt? Und generell : kann er Fehler zugeben?that was the river - this is the sea
Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum
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16.04.2017, 15:48Inaktiver User


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