Hallo ihr Lieben,
ich habe letztes Jahr meine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen und bin nun mit 29 fertig ausgebildete Lehrerin. Seit 4 Wochen habe ich eine feste Stelle in Niedersachsen; es ist auch soweit alles toll. Nach einigem Hin und Her, was die Ausbildung betrifft (u.a. einmal Referendariat Abbruch etc.) - endlich! Eine feste Stelle im Beamtenstatus.
Meine Beziehung verlief die letzten 2, 3 Jahre immer wieder sehr unglücklich.
Mein Freund hatte unter anderem angedeutet, dass er immer in Richtung Süden/Berge ziehen wollte, aber ließ nicht durchblicken, wie dringend es sein müsste.
Ich habe mich schließlich in Niedesachsen beworben, da sehr gute Chancen auf feste Stelle und er meinte, dass es nicht ideal sei, aber man schon eine Lösung finden würde. Ich hatte Ende Nov. einer Stelle zugesagt.
Seine 1. Reaktion: Schluss machen; 2 Tage später Rückzieher.
Seit dem war es ein ewiges hin und her, nichts halbes, nichts ganzes zwischen uns. Er war es jedoch meistens, der immer wieder einen Rückzieher von der Trennung gemacht hat. Seitdem herrscht quasi eine lockere Beziehung vor (schwer zu beschreiben)..aber eig. eher ein loses Gefüge...
Nun denn - Seit ich der Stelle nun zugesagt habe und v.a., seit ich umgezogen bin, betont er immer wieder, wie sehr er eigentlich in den Süden will...Gestern gab es nun eine Diskussion, weil ich nach dem Umzug und neu ankommen es schwierig finde, gleich wieder über Umzug in den Süden nachzudenken und es im Alter immer schwerer wird, Anschluss zu finden. Könnte also sein, dass ich da weiter wohnen würde, wo ich jetzt bin.
Da meinte er letzten Endes, das er nicht nach Niedersachsen ziehen wird, es sei dort langweilig und doof - und sicher sind die Leute da auch so. Ich sei in eine totale Einöde gezogen, er könne seinen Hobbies nicht nachgehen (klettern und Fahrrad fahren), dort gäbe es keine Stelle für ihn (irgendwie nur im Süden...) usw usw. Er gibt der "Gegend" und v.a. uns (!) keinerlei Chance.
Er meinte schließlich, dass es meine Schuld sei, dass es mir nicht so gut geht derzeit mit eingewöhnen etc., ich sei ja von allein da hin und das nur wegen dem Job! Meine Planstelle sei ja wichtiger als alles andere gewesen...und er wolle nicht sein ganzes Leben nach mir ausrichten. Wenn wir verheiratet wären, und er fände die Landschaft nicht schön, wäre das doch ein Gräuel etc.
Ich bin ehrlich gesagt schockiert und - bin ich wirklich zu selbstsüchtig??? Ich hatte ihm doch erzählt, dass ich mich in Niedersachsen bewerbe und die Chancen dort gut stehen...
Was hab ich also falsch gemacht? und ist es berechtigt, schockiert zu sein über seine Worte?
Was uns angeht - ich hab ihn zu lieb, um ihn gehen zu lassen, aber zu wenig lieb, um noch mal richtig an uns zu arbeiten...
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 84
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27.02.2017, 15:32
Selbstbestimmt = selbstsüchtig? Wie sehr muss man auf den anderen achten?
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27.02.2017, 15:39Inaktiver User
AW: Selbstbestimmt = selbstsüchtig? Wie sehr muss man auf den anderen achten?
Glückwunsch, das mit der Wunschstelle ist klasse!
Du hast alles "richtig" gemacht
im Grunde gibt es gar nicht richtig oder falsch!
Jeder trifft sein persönliches "Richtig"
Du hast nur Dein Leben- und deshalb hast die Entscheidung getroffen, die für Dich wichtig war!
Absolut nachvollziehbar für mich!
Für mich hört sich das so an, als ob für ihn"der Süden etc" quasi der Tropfen ist, der das Fass zum Überlaufen bringt...
es scheint eben einfach nicht wirklich zu passen mit Euch...
und klar hast Du die "Berechtigung" schockiert zu sein- es ent-täuscht Dich.....
übrigens:
frage niemals wieder jemanden, ob Deine Gefühle "berechtigt sind"-
es sind Deine Gefühle und Du solltest Dich nicht verbiegen....und andere fragen, was Du fühlen "darfst..."
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27.02.2017, 15:44Inaktiver User
AW: Selbstbestimmt = selbstsüchtig? Wie sehr muss man auf den anderen achten?
Nein du bist nicht selbstsüchtig. Er wußte das du dich um eine Stelle bewerben mußt und hätte vorher die Weichen stellen können. Ich glaube nicht, dass du dich für den Job beworben hättest, wenn ihr euch auf einen Umzug in den Süden geeinigt hättet. Vielleicht hat er nicht damit gerechnet das du das machst.
Es passt einfach nicht zwischen euch. Außerdem müßte er mit arbeiten aber das wird er eher nicht tun.
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27.02.2017, 15:45
AW: Selbstbestimmt = selbstsüchtig? Wie sehr muss man auf den anderen achten?
Ihr habt sehr wenig miteinander abgestimmt. Das ist wohl Fakt.
Nun Niedersachsen ist groß, riesig sogar. Du magst jetzt eine Stelle hinter dem Deich angetreten sein oder in der norddeutschen Tiefebene zwischen Nordhorn und Dannenberg, oder im Harz oder dem bergigen Land zwischen Hameln und Hannoversch Münden.
Ist denn Dein Partner beruflich so ungebunden, dass er praktisch überall wohnen kann, also auch in den Alpen?
Ich sehe es nicht als selbstsüchtig an, einen Beruf dort auszuüben, wo er einem kurzfristig angeboten wird. Millionen von Menschen finden ihre Heimat da, wo arbeiten, nicht wo sie am liebsten Urlaub machen.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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27.02.2017, 15:49Inaktiver User
AW: Selbstbestimmt = selbstsüchtig? Wie sehr muss man auf den anderen achten?
Sei froh, wenn Du eine feste Stelle im Beamtenstatus hast, bei uns hier in Bayern werden junge Nachwuchskräfte fürs Lehramt augenblicklich nur verarscht, anders kann man das leider nicht bezeichnen.
Ob es in Baden-Württemberg besser ist, kann ich Dir nicht sagen, da wirst Du bestimmt auch selbst Informationsmöglichkeiten haben.
Insoweit hast Du dich richtig entschieden, und wenn Du sowieso zu wenig Liebe spürst, um noch mal richtig an euch zu arbeiten, dann ziehe doch den Schlussstrich und lass deinen Freund in den Süden ziehen, aber weise ihn ruhig mal darauf hin, dass er das auch alles finanzieren können muss.
lg jaws
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27.02.2017, 15:50Inaktiver User
AW: Selbstbestimmt = selbstsüchtig? Wie sehr muss man auf den anderen achten?
Ihr habt doch über deine Bewerbung gesprochen? Habt ihr euch auch überlegt was ist, wenn du den Job bekommst?
Du hast jetzt deine Stelle, er muss nun einfach entscheiden, was er will. In den "Süden" ziehen oder mit dir zusammen sein - aber ohne dauerndes jammern ...
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27.02.2017, 15:51Inaktiver User
AW: Selbstbestimmt = selbstsüchtig? Wie sehr muss man auf den anderen achten?
herzlich willkommen in der bri

ich habe eine antwort auf den strangtitel, ob man auf den anderen achten muss.Meine Beziehung verlief die letzten 2, 3 Jahre immer wieder sehr unglücklich.
weißt du, ich musste nie auf den anderen achten. ich wollte.
genauso wie meine partner nie auf mich achten mussten. sie wollten.
mhm, meine wellensittiche hatte ich auch lieb.Was uns angeht - ich hab ihn zu lieb, um ihn gehen zu lassen, aber zu wenig lieb, um noch mal richtig an uns zu arbeiten...
juma, ihr passt nicht zusammen. alleine eure kommunikation ist gruselig.
gehe nach niedersachsen in deinen neuen job. viel erfolg
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27.02.2017, 15:55Inaktiver User
AW: Selbstbestimmt = selbstsüchtig? Wie sehr muss man auf den anderen achten?
eigentlich das exakt gleiche thema wie vor einem jahr... mhmh......
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27.02.2017, 15:56Inaktiver User
AW: Selbstbestimmt = selbstsüchtig? Wie sehr muss man auf den anderen achten?
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27.02.2017, 16:17
AW: Selbstbestimmt = selbstsüchtig? Wie sehr muss man auf den anderen achten?
Herzlichen Glückwunsch zur neuen Stelle.
Und zum Start in deinen neuen Lebensabschnitt.
Dein Freund will - aus meiner Sicht - eure Beziehung beenden, aber er will es nicht schuld sein.
Euch hält eher die Gewohnheit zusammen, als echte Liebe - sonst würdet ihr anders mit einander kommunizieren.
Beende die Beziehung und konzentriere dich auf deinen neuen Lebensabschnitt.
In sechs Monaten wirst du gar nicht mehr wissen, warum du an ihm festhalten wolltest.Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.
.... und das demnächst auf www.befriendsonline.net/
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