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    Frust: Immer diese endlosen Kompromisse (diesmal: Ferien)

    Hi liebe Community,

    darf ich heute mal etwas Frust abladen? Vielleicht ist die ganze Sache ja auch zum Lachen, ich weiss nicht so genau…

    Mein Partner, ein echter lieber Kerl und sehr fürsorglich und aufmerksam gegenüber unseren drei Kindern, ist mit mir in einigen Punkten absolut inkompatibel. Nach 11 Jahren Zusammenleben haben wir unsere Methoden gefunden, mehr oder weniger gut damit umzugehen (Ausweichen, Tolerieren, Erwartungen heruntersetzen bzw. gewisse Erwartungen mit anderen Menschen verwirklichen etc.).

    Bei einem Punkt haben wir eine Lösung gefunden, die nicht wirklich gesellschaftlich akzeptiert ist - es gibt grosse Differenzen im Umgang mit Geld, bzw. bei der Frage, wofür das Geld eingesetzt wird, weshalb wir unsere Konten strikt trennen. Ein anderer Punkt ist noch weniger gesellschaftlich akzeptiert und der schlackert uns jetzt um die Ohren. Stichwort: Ferien- und Freizeitgestaltung.

    Meine Sicht:
    Ferien sind die schönste Zeit im Jahr. Früher, jaaaa, früher einmal… konnte man in dieser Zeit wirklich Träume verwirklichen. Tolle Reisen, spannende Erfahrungen. Nun bin ich von A bis Z limitiert. Drei kleine Kinder, die 1)auf langen Reisen wilde Party machen 2) hotel-untauglich sind, 3) nur Essen, was ihnen schmeckt und dabei eine Riesensauerei veranstalten und 4) am liebsten touristengängige Freizeitparks besuchen, wo man sie aber trotzdem scharf im Auge behalten muss. Zudem ist ein Kind bereits in der Schule, weshalb ich für Urlaube an die teuerste Zeit des Jahres gebunden bin. Also nix mit Südsee, Fernwanderweg oder Riverrafting ;-)

    Ich versuche also, mit all den Einschränkungen so zu jonglieren, um trotzdem noch ein stückweit "meine" Wünsche zu erfüllen. Das geht v.a., indem ich glücklicherweise genug Geld verdiene und daher zumindest aus finanziellen Gründen im Urlaub nicht unbedingt eingeschränkt wäre. Seit über einem Jahr träume ich von einem Urlaub in einem dieser hübschen nördlichen Länder, die Themenparks für Kinder und phantastische Naturwälder haben und überhaupt für ihre Kinderfreundlichkeit berühmt sind.

    Wenn ich alleine mit den Kindern zu entscheiden könnte, hätte ich bereits vor einem halben Jahr eine FeWo, angebunden an ein familienfreundliches Ressort (oder ein Kinderhotel), mit der Möglichkeit (!) für Animationsprogramm etc. gebucht. Ich wäre gern mit anderen Familien dort in Austausch gekommen, die Kinder hätten Spielmöglichkeiten gehabt. Evtl. hätte ich meine Mutter oder eine befreundete Alleinerziehende gefragt, ob sie (mit Kind) mitkommen will. Mir ist ein Minimum an Komfort wichtig, wenn ich in einer FeWo bin und ständig kochen und spülen muss. Da die Kinder noch sehr klein sind, wäre auch Zivilisation / Infrastruktur noch rel. wichtig. Also einfach kein Plumpsklo.

    Nun habe ich aber einen Partner, der da ganz anders drauf ist. Um alle Missverständnisse aus dem Weg zu räumen:

    Er HASST es, über Ferienpläne zu sprechen, überhaupt über organisatorische Pläne für die Zukunft. Es löst bei ihm körperlichen Stress aus. D.h. ich darf so wenig wie möglich mit ihm darüber reden und muss den passenden Zeitpunkt finden - aber den gibt's eigentlich nicht, sondern immer nur richtig üblen Streit.

    Am liebsten würde er selbst etwas organisieren - er ist in Sachen Freizeitgestaltung fast schon kontrollsüchtig. Er HASST es, bei etwas "Mitzumachen", worauf er keinen Einfluss hatte. Problem: Er ist in einer intensiven Weiterbildung, hat keine Zeit und keine Lust, einen Alternativvorschlag auszuarbeiten. Und es ist auch schon viel zu spät… (Problem bei seinen Alternativvorschlägen: siehe unten)

    Zudem HASST er "Ausbrüche" aus dem Alltag = Ferien. Alles soll so bleiben wie es ist, damit er so wenig Stress wie möglich hat. Er will unseren Alltag runder haben, regelmässiger, harmonischer.

    Wenn es nach ihm ginge: Ferien am besten abschaffen. Die Kinder können zu den Grosseltern, die lieben sie sehr, haben beide einen grossen Garten und unternehmen tolle Sachen mit ihnen. Freie Tage würde er am liebsten für sich selbst einsetzen und (allein!) in die nächste Sauna gehen (Nein, mit der Sauna in den nordischen Ländern kann ich ihn leider nicht locken ;-)).

    In guten Momenten sagt er, dass er sich durchaus auch schöne Ferien vorstellen kann. Dann träumt er hin und wieder träumt davon, mit den Kindern wie anno dazumal, als er ein Teenager war, frei im Wald zu campieren. Ich sage ihm dann stets, dass er das ruhig machen kann, vielleicht wäre es aber angesichts des Alters der Kinder sinnvoll, zuerst in unserem Garten mit einem Zelt (!) anzufangen, dann vielleicht im etwas wilderen Garten der Grossmutter und dann erst den Sprung in den Wald zu wagen. Das alles ist natürlich total unrealistisch, denn die Kinder sind noch weit mehr als ich auf Komfort angewiesen. Er hat auch noch nie etwas in diese Richtung unternommen.

    Zudem soll ich da natürlich mitmachen. Vorbereiten, helfen, trösten, dabei sein… muss ja immer jemand auf die Kleinen aufpassen, wenn Papa mit den grossen Kindern das Feuer macht. Das ist auch ok für mich - ist aber ein Wochenendprogramm. Kein Ferienprogramm. In den Ferien will ich was anderes.

    Oder: Abwarten bis die Ferien praktisch vor der Türe stehen, dann schauen, wie das Wetter ist und dann in der Nähe einen netten Ausflug machen. Ist klar, dass Flüge, Ferienwohnungen etc. natürlich dann weg sind. Für ihn kein Problem - er braucht und will das ja auch nicht. Auch das ist ok für mich - aber eben als Wochenendprogramm.

    Nun also zum aktuellen Thema:

    Angekündigt habe ich ihm meine "Urlaubswünsche" bereits vor einem halben Jahr. Er hat auf taub gestellt. Nun habe ich alles recherchiert und bin so weit wie möglich auf seine Vorstellungen (die ich ja kenne) eingegangen und habe ihm gestern Abend ein Bier mitgebracht und freundlich ein kleines Dossier übergeben:
    − Flug direkt. Angebot: Er darf einen Tag früher fliegen, um nicht den Stress mit Kindern, Gepäck, Flughafen, Mietauto-Miete etc. zu haben und würde dafür aber einkaufen gehen müssen für die erste Woche
    − KEINE Hotels
    − Ferienwohnungen total allein im Wald (!) (Malus für mich: keine Waschmaschine, null Komfort, dafür Wald)
    − KEINE Nachbarn
    − Zweiter Teil der Ferien stärker im Tourismusgebiet, aber immer noch abgelegen. Keinen Zwang, mit anderen Menschen in Kontakt treten zu müssen.

    Seine Reaktion:
    − Stinksauer, erst mal das Zimmer verlassen
    − Er will NICHT
    − Das sei VIEL zu weit weg
    − VIEL zu teuer. Er würde höchstens 1/6 der Kosten übernehmen (Zur Info: Er verdient ein Stückchen weniger als ich; die meisten Kosten im Alltag verteilen wir 50:50, Urlaube und Auto normalerweise 2:1).
    − Ich: OK, dann fahre ich alleine mit den Kindern. ER: Nein, er will sich nicht von seinen Kindern trennen.
    − Er: Warum können wir nicht einfach solche Sachen hier vor Ort machen? Ich: Weil ich was anderes sehen möchte, Tapetenwechsel brauche, weil ich mal rauskommen will.

    Wären wir getrennt, hätte er keine rechtliche Grundlage, mich an der Realisierung von Ferien in einem absoluten ungefährlichen Land zu hindern.

    Ok, was seht ihr hier für Lösungen?
    − Alleine fahren mit den Kindern. Will ich nicht unbedingt, da in der Tat sehr anstrengend. Er wäre schon der Richtige, um im Wald mit den Kindern zu spielen, Feuer zu machen, Tiere zu entdecken. Zumal ich ohne ihn sowieso von Anfang an etwas anderes geplant hätte (was jetzt natürlich schon zu spät ist)
    − Es ihm so angenehm wie möglich machen: Lächeln, alle Kosten selbst übernehmen, Ärger runterschlucken. Wäre irgendwie naheliegend, da er ja gar nicht mitkommen will. Andererseits: Wären wir getrennt, müsste er auch irgendwelche Ferien mit den Kindern machen und die würden auch irgendetwas kosten. Wobei ich dann vielleicht die Chance hätte, dass er wenigstens in den nächsten 5 Monaten nicht dauer-schlecht gelaunt ist.
    − Den Traum begraben und "Ferien" (die den Namen nicht verdienen) in seinem Sinne zu machen. (geht nicht, geht einfach nicht für mich...)

    Alle drei Handlungsoptionen tragen das Risiko, dass sie unsere Beziehung als Fundament der Familie in Frage stellen. Bla bla… die schönste Zeit im Jahr… soll / will man doch mit seinen Liebsten verbringen… bla bla.

    (Für die Zukunft sehe ich sowieso schwarz und eigentlich nur die Lösung, dass wie unsere Urlaube getrennt voneinander realisieren. Beim Geld haben wir ja auch eine zwar heikle und durchaus fragwürdige, aber zumindest einigermassen funktionierende Lösung gefunden. Trotzdem haben unsere Kinder ein Recht auf wenigstens einen Familienurlaub, zumindest solange sie noch klein sind)

    Was meint ihr?

    Liebe Grüsse

    sandra

  2. Inaktiver User

    AW: Frust: Immer diese endlosen Kompromisse (diesmal: Ferien)

    Du wirst mich lynchen - aber:

    Alleine fahren, Urlaub nach Deinem Gusto machen und ihm allein die Kinder überlassen, damit er zu Hause in gewohnter Umgebung mit ihnen während ihrer Ferien durch Wald und Wiese hüpfen kann?

    Wenn er zur Lösung des Problems so gar nichts beiträgt und auf der Erfüllung einzig seiner Wünsche besteht - dann erfüll ihm seine Wünsche: Ferien ohne wegfahren ohne von den Kindern getrennt zu sein.

    Ohne Dich.

    Das kann lehrreich sein, was seine Erkenntnis angeht, was Du alles so wuppst....

    Du bezahlst Deinen Part - er zahlt zu Hause....

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    AW: Frust: Immer diese endlosen Kompromisse (diesmal: Ferien)

    Zitat Zitat von sandra08 Beitrag anzeigen


    Ok, was seht ihr hier für Lösungen?
    − Alleine fahren mit den Kindern. Will ich nicht unbedingt, da in der Tat sehr anstrengend. Er wäre schon der Richtige, um im Wald mit den Kindern zu spielen, Feuer zu machen, Tiere zu entdecken. Zumal ich ohne ihn sowieso von Anfang an etwas anderes geplant hätte (was jetzt natürlich schon zu spät ist)
    Ich würde diese Option wählen. Damit es nicht so anstrengend wird evtl. mit einer alleinerziehenden Mutter zusammen Urlaub machen oder die Großeltern fragen, ob sie Lust auf einen gemeinsamen Urlaub haben.


    LG, BNH2009

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    AW: Frust: Immer diese endlosen Kompromisse (diesmal: Ferien)

    Wälder stehen unter Naturschutz, man darf nicht wild campen oder kreuz und quer fern ab der Wege durch die Wälder laufen und Feuer machen. Das nur nebenbei. Zu mal es möglicherweise auch in eurem Sinne ist, von Wildschweinen angegriffen zu werden.

    Wenn du es schaffst, würde ich mich um meinen Urlaub kümmern und er kann mit den Kindern den Urlaub verbringen, wie er möchte.
    Und immer wenn wir lachen, stirbt irgendwo ein Problem.
    Dornröschen hätte gar keinen Prinzen gebraucht, nur einen starken Kaffee
    Friedvoll zu sein bedeutet, von Erwartungen frei zu sein und nichts von anderen zu wollen.
    Wenn du jemand anderem vergibst, dann tust du dies deinetwegen, nicht weil der andere das verdient. (Doris Wolf, Psychotherapeutin)

  5. Inaktiver User

    AW: Frust: Immer diese endlosen Kompromisse (diesmal: Ferien)

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Du wirst mich lynchen - aber:

    Alleine fahren, Urlaub nach Deinem Gusto machen und ihm allein die Kinder überlassen, damit er zu Hause in gewohnter Umgebung mit ihnen während ihrer Ferien durch Wald und Wiese hüpfen kann?

    Wenn er zur Lösung des Problems so gar nichts beiträgt und auf der Erfüllung einzig seiner Wünsche besteht - dann erfüll ihm seine Wünsche: Ferien ohne wegfahren ohne von den Kindern getrennt zu sein.

    Ohne Dich.

    Das kann lehrreich sein, was seine Erkenntnis angeht, was Du alles so wuppst....

    Du bezahlst Deinen Part - er zahlt zu Hause....
    Knallhart... aber ich finds gut.
    Ich bin ja schon über den Satz gestolpert..er kann einen Tag früher fliegen, damit er keinen Stress mit den Kindern hat...Hallo? Es sind auch seine Kinder.
    Ich kann z.B. Urlaub mit Kindern in Schweden wirklich empfehlen. Ferienhaus,teilweise sehr abgelegen...trotzdem mit allem was die Arbeit erleichtert...Seen, Wälder...ist total entspannt.
    Hotel mit Kinderanimation ist aber auch nicht zu verachten, weil Mami hat ja auch Ferien

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    AW: Frust: Immer diese endlosen Kompromisse (diesmal: Ferien)

    Alle drei Handlungsoptionen tragen das Risiko, dass sie unsere Beziehung als Fundament der Familie in Frage stellen. Bla bla… die schönste Zeit im Jahr… soll / will man doch mit seinen Liebsten verbringen… bla bla.

    Trotzdem haben unsere Kinder ein Recht auf wenigstens einen Familienurlaub, zumindest solange sie noch klein sind
    hmh - kleine Kinder brauchen überhaupt keinen Urlaub, denen ist das ziemlich egal - und ein Recht darauf haben sie schon einmal gar nicht.

    Und dem Ansatz deines Partners (wieso seid ihr mit 3 gemeinsamen Kindern nicht verheiratet?), dass es wichtiger ist, dass der Alltag schön ist als "den Urlaub als schönste Zeit im Jahr" anzusehen, kann ich durchaus etwas abgewinnen. Urlaub ist doch die kleinste Zeit des Jahres.


    Was mir aber vor allem auffällt: Solche Dinge gehören doch mal grundsätzlich geklärt. Da kann man ruhig mal streiten, ggf. sogar Beratung in Anspruch nehmen - aber jedes Jahr wieder lauern, zerren, alleine planen, blockieren, die Erwartungen aufeinander prallen lassen - das führt doch nie zu einer Lösung.

  7. Inaktiver User

    AW: Frust: Immer diese endlosen Kompromisse (diesmal: Ferien)

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Du wirst mich lynchen - aber:

    Alleine fahren, Urlaub nach Deinem Gusto machen und ihm allein die Kinder überlassen, damit er zu Hause in gewohnter Umgebung mit ihnen während ihrer Ferien durch Wald und Wiese hüpfen kann?

    Wenn er zur Lösung des Problems so gar nichts beiträgt und auf der Erfüllung einzig seiner Wünsche besteht - dann erfüll ihm seine Wünsche: Ferien ohne wegfahren ohne von den Kindern getrennt zu sein.
    so würde ich das auch machen.
    mir kommt zudem im eingangpost das wort hass zu oft vor.

    und gesellschaftliche akzeptanz. vielleicht verstehe ich das aber auch nur nicht, was hat das mit dem urlaub zu tun

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    AW: Frust: Immer diese endlosen Kompromisse (diesmal: Ferien)

    Bei einem Punkt haben wir eine Lösung gefunden, die nicht wirklich gesellschaftlich akzeptiert ist - es gibt grosse Differenzen im Umgang mit Geld, bzw. bei der Frage, wofür das Geld eingesetzt wird, weshalb wir unsere Konten strikt trennen.
    Gesellschaftliche Akzeptanz .... - ich wusste nicht, dass es dazu Normen oder Vorschriften gibt.

    Meine Sicht:
    Ferien sind die schönste Zeit im Jahr.
    Du hast sehr deutlich beschrieben, dass er das anders sieht - warum willst Du dann diese Zeit mit ihm verbringen.

    Meine Idee:
    Urlaube ohne ihn und mit oder ohne Kinder



    Auf die gesellschaftliche Akzeptanz würde ich an Deiner Stelle pfeifen.....



    Aber insgesamt haben Dein Mann und Du schon recht diametrale Ansichten zu zentralen Themen - wie bleibt man da verliebt und beieinander, bei so viel Konfliktpotential.
    Nach 11 Jahren Zusammenleben haben wir unsere Methoden gefunden, mehr oder weniger gut damit umzugehen (Ausweichen, Tolerieren, Erwartungen heruntersetzen bzw. gewisse Erwartungen mit anderen Menschen verwirklichen etc.).
    Klingt nach 30 Jahren und nicht nach ein wenig mehr als 10

  9. Inaktiver User

    AW: Frust: Immer diese endlosen Kompromisse (diesmal: Ferien)

    Wenn ihr so gar nicht auf einen Nenner kommt, würde ich die Ferien teilen. Für eine Hälfte bist du zuständig, am besten fährst du mit den Kindern in ein Familienhotel oder eine Familien-Anlage irgendwo, wo es dir gefällt.
    Für die andere Hälfte ist er zuständig, kann mit den Kindern machen, was er will - und du fährst (wenn du es dir leisten kannst) ein paar Tage nach eigenem Geschmack weg.

    Optimal ist es nicht, aber wenn das eure Lösung ist und ihr beide damit letztlich am glücklichsten seid - macht es so und lasst euch nicht einreden, dass das unweigerlich das Ende eurer Beziehung wäre.

    Ein echtes Problem sehe ich eher in eurer "Streitkultur", wie man so schön sagt. Er lässt dich auflaufen. Du akzeptierst seine Sicht der Dinge nicht wirklich, auch wenn du es offenbar versuchst. Könnt ihr über die Art eures Streitens sprechen, wenn ihr mal das Thema Urlaub beiseite lasst?

    Ich kenne das Problem übrigens. Ich reise gern und brauche manchmal weite, fremde Natur um mich, mein Partner sucht eher Entspannung im Vertrauten. Das sind zwei verschiedene Charaktertypen. Wenn man die grundsätzlich verschiedene Haltung des anderen akzeptiert, kann man Kompromisse suchen. Wenn jeder die Haltung des anderen für falsch hält, ist das sehr schwer.

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    AW: Frust: Immer diese endlosen Kompromisse (diesmal: Ferien)

    Zitat Zitat von sandra08 Beitrag anzeigen
    Er HASST es, über Ferienpläne zu sprechen, überhaupt über organisatorische Pläne für die Zukunft. Es löst bei ihm körperlichen Stress aus. D.h. ich darf so wenig wie möglich mit ihm darüber reden und muss den passenden Zeitpunkt finden - aber den gibt's eigentlich nicht, sondern immer nur richtig üblen Streit.

    Am liebsten würde er selbst etwas organisieren - er ist in Sachen Freizeitgestaltung fast schon kontrollsüchtig. Er HASST es, bei etwas "Mitzumachen", worauf er keinen Einfluss hatte. Problem: Er ist in einer intensiven Weiterbildung, hat keine Zeit und keine Lust, einen Alternativvorschlag auszuarbeiten. Und es ist auch schon viel zu spät… (Problem bei seinen Alternativvorschlägen: siehe unten)

    Zudem HASST er "Ausbrüche" aus dem Alltag = Ferien. Alles soll so bleiben wie es ist, damit er so wenig Stress wie möglich hat. Er will unseren Alltag runder haben, regelmässiger, harmonischer.

    Wenn es nach ihm ginge: Ferien am besten abschaffen. Die Kinder können zu den Grosseltern, die lieben sie sehr, haben beide einen grossen Garten und unternehmen tolle Sachen mit ihnen. Freie Tage würde er am liebsten für sich selbst einsetzen und (allein!) in die nächste Sauna gehen (Nein, mit der Sauna in den nordischen Ländern kann ich ihn leider nicht locken ;-)).
    Das heißt: im Prinzip ist mit ihm kein Urlaub möglich, er will nichts organisieren, aber auch nichts mitmachen und macht null Kompromisse dir zuliebe.

    Nicht schön.


    Angekündigt habe ich ihm meine "Urlaubswünsche" bereits vor einem halben Jahr. Er hat auf taub gestellt. Nun habe ich alles recherchiert und bin so weit wie möglich auf seine Vorstellungen (die ich ja kenne) eingegangen und habe ihm gestern Abend ein Bier mitgebracht und freundlich ein kleines Dossier übergeben:
    − Flug direkt. Angebot: Er darf einen Tag früher fliegen, um nicht den Stress mit Kindern, Gepäck, Flughafen, Mietauto-Miete etc. zu haben und würde dafür aber einkaufen gehen müssen für die erste Woche
    Die gleiche Frage wie sie schon andere stellten: warum muss ihm Stress mit seinen eigenen Kindern erspart werden?

    − Ferienwohnungen total allein im Wald (!) (Malus für mich: keine Waschmaschine, null Komfort, dafür Wald)
    Frage 1: warum sollte "im Wald" heißen ,dass es dort keine Waschmaschine gibt?
    Frage 2: warum ist es ein Malus für dich, wenn es keine Waschmaschine gibt und nicht auch für ihn? Gibt es ein Naturgesetz, dass Wäsche dein und nicht euer Thema ist?

    Seine Reaktion:
    − Stinksauer, erst mal das Zimmer verlassen
    − Er will NICHT
    − Das sei VIEL zu weit weg
    − VIEL zu teuer. Er würde höchstens 1/6 der Kosten übernehmen (Zur Info: Er verdient ein Stückchen weniger als ich; die meisten Kosten im Alltag verteilen wir 50:50, Urlaube und Auto normalerweise 2:1).
    − Ich: OK, dann fahre ich alleine mit den Kindern. ER: Nein, er will sich nicht von seinen Kindern trennen.
    − Er: Warum können wir nicht einfach solche Sachen hier vor Ort machen? Ich: Weil ich was anderes sehen möchte, Tapetenwechsel brauche, weil ich mal rauskommen will.
    Wenn ich so was lese, werde ich schon aus der Ferne zornig.
    Was bildet er sich eigentlich ein?

    Wären wir getrennt, hätte er keine rechtliche Grundlage, mich an der Realisierung von Ferien in einem absoluten ungefährlichen Land zu hindern.
    Wieso sollte er die jetzt haben?

    Ok, was seht ihr hier für Lösungen?
    − Alleine fahren mit den Kindern. Will ich nicht unbedingt, da in der Tat sehr anstrengend. Er wäre schon der Richtige, um im Wald mit den Kindern zu spielen, Feuer zu machen, Tiere zu entdecken. Zumal ich ohne ihn sowieso von Anfang an etwas anderes geplant hätte (was jetzt natürlich schon zu spät ist)
    Finde ich eine gute Lösung. Sein Part ist doch eh eher theoretisch.
    Die Idee, deine Mutter oder eine alleinerziehende Freundin mitzunehmen, ist doch super ,so wird auch der STress für dich kleiner.
    − Es ihm so angenehm wie möglich machen: Lächeln, alle Kosten selbst übernehmen, Ärger runterschlucken. Wäre irgendwie naheliegend, da er ja gar nicht mitkommen will. Andererseits: Wären wir getrennt, müsste er auch irgendwelche Ferien mit den Kindern machen und die würden auch irgendetwas kosten. Wobei ich dann vielleicht die Chance hätte, dass er wenigstens in den nächsten 5 Monaten nicht dauer-schlecht gelaunt ist.
    Du tust einiges, um es ihm recht zu machen und seine schlechte Laune zu verhindern.
    Warum?
    Wie gut muss eine Beziehung sein, wenn es nötig ist, derartig um jemanden herumzuschleichen, auf Zehenspitzen, damit er nur ja nicht böse wird? Wenn ich schon lese, dass er Monate (!) schlecht gelaunt wäre - unfassbar.
    Ist er in anderen Aspekten wirklich so toll, dass es das wert ist?

    Und: für mich liest sich das so, als hättest du ein viertes Kind, das bei Laune gehalten werden muss, weil es sonst schreit und sich wütend auf den Boden wirft. Sehr unreif. Kannst du ihn noch achten, wenn er sich derartig benimmt?

    − Den Traum begraben und "Ferien" (die den Namen nicht verdienen) in seinem Sinne zu machen. (geht nicht, geht einfach nicht für mich...)
    Nein, würde ich auch nicht.

    Alle drei Handlungsoptionen tragen das Risiko, dass sie unsere Beziehung als Fundament der Familie in Frage stellen. Bla bla… die schönste Zeit im Jahr… soll / will man doch mit seinen Liebsten verbringen… bla bla.
    Muss man nicht. Und es muss auch nicht das Fundament in Frage stellen, wenn man (mal)getrennt in Urlaub fährt. Eher schon, wie er sich benimmt: egozentrisch, kompromisslos, kindisch - finde ich.

    (Für die Zukunft sehe ich sowieso schwarz und eigentlich nur die Lösung, dass wie unsere Urlaube getrennt voneinander realisieren. Beim Geld haben wir ja auch eine zwar heikle und durchaus fragwürdige, aber zumindest einigermassen funktionierende Lösung gefunden. Trotzdem haben unsere Kinder ein Recht auf wenigstens einen Familienurlaub, zumindest solange sie noch klein sind)
    Haben sie das Recht? Mit einem egozentrischen Vater, der am liebsten woanders wäre und einer kuschenden Mutter, die unglücklich ist?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Alleine fahren, Urlaub nach Deinem Gusto machen und ihm allein die Kinder überlassen, damit er zu Hause in gewohnter Umgebung mit ihnen während ihrer Ferien durch Wald und Wiese hüpfen kann?

    Wenn er zur Lösung des Problems so gar nichts beiträgt und auf der Erfüllung einzig seiner Wünsche besteht - dann erfüll ihm seine Wünsche: Ferien ohne wegfahren ohne von den Kindern getrennt zu sein.

    Ohne Dich.

    Das kann lehrreich sein, was seine Erkenntnis angeht, was Du alles so wuppst....

    Du bezahlst Deinen Part - er zahlt zu Hause....
    Sehr gut. Auf den Punkt gebracht. Wetten, dass er nach der Erfahrung anders denkt, was Urlaube angeht?

    Zitat Zitat von Binneuhier2009 Beitrag anzeigen
    Ich würde diese Option wählen. Damit es nicht so anstrengend wird evtl. mit einer alleinerziehenden Mutter zusammen Urlaub machen oder die Großeltern fragen, ob sie Lust auf einen gemeinsamen Urlaub haben.
    Auch eine sehr gute Idee. So ziemlich jeder dürfte angenehmer und weniger anstrengend sein als der Lebensgefährte.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich bin ja schon über den Satz gestolpert..er kann einen Tag früher fliegen, damit er keinen Stress mit den Kindern hat...Hallo? Es sind auch seine Kinder.
    Genau. Und es ist auch seine Wäsche ,die in einer primitiven Hütte von Hand oder gar nicht gewaschen wird. Bzw. die seiner Kinder.

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