ich bin mir nicht sicher, ob das Thema hier am besten hineinpasst, es hat ja auch etwas mit meiner Persönlichkeit zu tun, da das Problem aber in erster Linie mit meinem Partner auftritt, dachte ich, ich stelle es mal hier zur Diskussion.
Wir beide sind sehr reflektiert und kommunikativ. In allen anderen Bereichen sind wir die "Spezialisten", die auch in schwierigen Situationen mit anderen klarkommen. Nur miteinander gibt es immer wieder Reibung, bei der wir gar nicht so recht fassen können, wodurch das kommt. Wenn wir so vor uns hin "philosophieren", stellen wir immer wieder fest, dass wir ganz ähnliche Vorstellungen und Wünsche haben. Und dann klappt das mit der Umsetzung sehr oft nicht, führt immer wieder zu Frust und Stress. Als "Profis" haben wir die Situation natürlich analysiert und festgestellt, dass es offenbar an der Kommunikation liegt... offenbar gibt es da einen Knackpunkt, der bei mir das Gefühl von Unsicherheit auslöst, worauf ich irgendwann unwirsch reagiere und wir dann, anstatt uns um die "Zielerreichung" zu kümmern, uns in die Haare kriegen und wahnsinnig viel Zeit verplempern.
Gestern haben wir mal wieder so eine Situation gehabt und mal genau hingeschaut, was da passiert. Und offenbar sind es immer wieder die gleichen Mechanismen. Wir unterhalten uns über irgendetwas, was wir gerne machen würden (wie z.B. ich würde gerne mit dir nach Island in den Urlaub, auf ein Konzert, mehr Sex haben etc). Mein Partner bleibt da immer seeeehr vage. So, grundsätzlich fände er es nett, mal nach Island zu fliegen. Oder er könnte sich vorstellen, mich zu heiraten. Oder vor ein paar Jahren noch, eigentlich hätte er sich auch ein Kind gewünscht. Bisher haben wir weder geheiratet, noch ein Kind bekommen (für welches inzwischen auch der Zug abgefahren ist und wo er manchmal noch sagt, er hat ja die Hoffnung... was mich dann echt auf die Palme bringt), noch waren wir in Island. Nicht, weil ich keines davon wollen würde. Aber wir kriegen es irgendwie einfach nicht hin (ok. es ist jetzt nicht so, als ob wir gar nichts hinkriegen würden... wir fahren immer wieder mal in den Urlaub und haben uns vor zwei Jahren auch eine gemeinsame Wohnung gekauft... aber bis es jedes Mal so weit ist, ist es eigentlich ein ganz schöner Krampf, der unsere ansonst sehr schöne Beziehung ganz schön trübt). Irgendwie passiert etwas in diesem Bereich zwischen einen Wunsch äußern und ihn dann umsetzen.
Vor kurzem habe ich ihm dann zu einer konkreten Situation einen Vorschlag gemacht. Einen eher "unromantischen", ich habe ihm vorgeschlagen, einen unserer "Wünsche" als Ziel festzusetzen, uns die einzelnen Schritte zu überlegen, die es dazu braucht, uns dann eine "deadline" vorzunehmen, bis zu der wir das Ziel erreichen wollen und immer wieder die einzelnen Schritte zu überprüfen, inwieweit wir vorankommen und ob eine Kurskorrektur notwendig ist. Und am Ende sollten wir die Konsequenzen aus dem Ergebnis ziehen, anstatt solche Ziele immer weiter vor uns her zu schieben. Ich habe ihm das ganz explizit als Vorschlag zur Vorgehensweise formuliert und ihn gebeten, mir ein feedback zu geben, was er davon hält. Und es kam.... nichts.
Ich bin verunsichert und warte. Ich frage mich, hat er es vergessen? Stimmt er dem zu? Hat er es einfach unter den Tisch fallen lassen und hofft, ich würde es auch vergessen? Da es immer ich bin, die das Gespräch beginnt, möchte ich auch nicht ständig drängeln und lasse ihm Zeit. Mit der Zeit werde ich aber immer unsicherer und distanziere mich immer mehr und irgendwann gibt es Streit, weil er das Gefühl hat, ich zerstöre unsere "Harmonie"! Das ist etwas, das wir immer wieder, an den unterschiedlichsten Situationen durchexerziert haben (und ich frage mich tatsächlich, sind wir etwas "blöd" für Beziehung??). Gestern Abend habe ich das Kommunikationsproblem als solches angesprochen. Er kann mich nicht verstehen und meint, er wäre doch hier, das wäre doch offensichtlich, dass er "mit mir will". Aber für mich besteht ein großer Unterschied, ob er mit mir will und dann auch tatsächlich (um mal bei dem Urlaubsbeispiel zu bleiben) DIESEN Sommer mit mir nach Island will, oder ob er Island grundsätzlich als nettes Urlaubsziel sieht und es sich vorstellen kann, mal dorthin zu gehen. In dem einen Fall ist es "nett, dass wir darüber gesprochen haben". In dem anderen Fall kann ich ganz konkret planen, eine Route ausarbeiten, Unterkünfte suchen, passende Flüge zusammenstellen, das miteinander besprechen und irgendwann buchen.
Gestern hat er sich in der ganz konkreten Situation ein "Ja" abgerungen und bestätigt, dass wir es jetzt mal "so machen sollen".
Aber ich frage mich jetzt ernsthaft, ist mein Kommunikationsstil so komisch? Erwarte ich etwas, dass für alle anderen so offensichtlich ist und er es deshalb gar nicht für nötig hält, es auszusprechen? Oder eiert mein Schatz tatsächlich im Privaten doch ganz schön herum? Ich meine, bloß weil er gesagt hat, er könnte sich heiraten grundsätzlich vorstellen, renne ich doch nicht aufs Standesamt und fange mit den Hochzeitsvorbereitungen an? Bloß weil ich gesagt habe, ich stehe auf monogame Beziehungen, kann ich nicht davon ausgehen, dass mein Partner auch dahinter steht? Für MICH ist das ganze erst gültig, wenn beide dem zugestimmt haben. Ich frage mich also, was wir tun können, um da "besser" miteinander voranzukommen? Bei mir hat dieses Problem oft zu dem Gefühl geführt, er äußert sich nicht, weil er nicht wirklich hinter der Sache steht (und wenn diese Zweifel einsetzen, dann wird es tatsächlich heikel für unsere Beziehung). Aber er äußert auch keine Kritik, gibt auch keine Alterenativvorschläge und ich habe das Gefühl, wir drehen uns ständig im Kreis.
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Ergebnis 1 bis 10 von 92
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25.01.2017, 11:50Inaktiver User
Unterschiedlicher Kommunikationsstil?
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25.01.2017, 11:52Inaktiver User
AW: Unterschiedlicher Kommunikationsstil?
Bist Du sicher, dass das wirklich auch seine Wünsche sind?
Klingt erstmal mehr nach Konfliktvermeidung.
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25.01.2017, 11:59
AW: Unterschiedlicher Kommunikationsstil?
Das kenn ich auch mit früheren Partnern
Heute würde ich anders damit umgehen:
Schatz, hast du eine Urlaubsidee/wunsch?
hmmmmm, weiß nicht
Nein
ok, ich würde gern Island, sollen wir?
hmm..
hmm ja, hmm nein?
Können wir machen
schön, ich buche
(ich geh davon aus, er macht andere Sachen in der Beziehung, die dich glücklich machen)
Dann machts ja nix, wenn du dich um diesen Bereich kümmerdst
so kommste wenigstens nach Island
Diese Diskutierei zermürbt und führt zu nicht vielEs wird Zeit für eine neue Signatur
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25.01.2017, 12:04Inaktiver User
AW: Unterschiedlicher Kommunikationsstil?
Ja ich schließe mich Twix an - dazu hätte ich gar keine Lust. Unnötige Ernergieverschwendung.
Er kann sich nicht entscheiden - ich hoffe, dass ist nur in wenigen Dingen so in eurer Beziehung. Sonst wäre das schon nichts für mich...
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25.01.2017, 12:04Inaktiver User
AW: Unterschiedlicher Kommunikationsstil?
Ganz schön kompliziert.
Island ist dein Wunsch, ich würde da auch murmeln "hm, ja, können wir ja mal machen", es wäre aber immer noch nicht mein Wunsch.
Wenn DU da hin willst, dann würde ich an deiner Stelle im Januar sagen "Dieses Jahr fahre ich im Juli nach Island und melde diese Woche meinen Urlaub an. Möchtest du mit, sonst frage ich xy".
Warum wartest du immer so lange? Du möchtest, dass was von ihm kommt. Wenn es nicht seine Priorität ist, kannst du lange warten.
So auch mit der Ehe. Du möchtest heiraten, er könnte es sich vorstellen, es ist aber nicht sein Herzenswunsch. Frag ihn doch konkret! Ich wollte auch heiraten, habe meinem Mann einen Antrag gemacht und er hat ja gesagt. Ich habe einkalkuliert, dass er nein sagt und hätte dann meine Schlüsse gezogen. Ihm war es nicht so wichtig wie mir, also hat er mir keinen Antrag gemacht.
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25.01.2017, 12:08Inaktiver User
AW: Unterschiedlicher Kommunikationsstil?
Nein. Ich bin mir eben NICHT sicher! Nur, was soll ich tun? Einfach nur abwarten, bis er irgendwann einen konkreten Wunsch äußert?
Das Urlaubsproblem ist meiner Meinung nach ein "einfaches" Problem, weil es weder die Beziehung in Frage stellt, noch sonst "unumkehrbare, weitreichende Konsequenzen" hätte. Ich habe 13 Wochen Ferien im Jahr, er 5 Wochen Urlaub. Jahrelang sind wir in den Sommerferien mit den Kindern ein paar Tage weggefahren, aber alles eine "schwere Geburt". Nach ganz langem Nachbohren - er hatte keinen richtigen Bock, weil die immer rumgemault haben. Ok. Kinder sind aus dem Haus. Wir hätten jetzt alle Möglichkeiten der Welt. Von ihm kommt, "grundsätzlich würde er ja gerne..." und "er hat mal davon geträumt, die Welt zu sehen...". Und dann meine Frage, "was machen wir dieses Jahr?" - "Darüber müssen wir mal reden..."
Aber es wird nicht konkreter! Letztes Jahr habe ich dann gesagt, ich würde gerne mal zum Mountainbiken, haben wir auch gemacht. War auch "nett". Aber immer wieder lässt er durchblicken, dass er das Gefühl hat, etwas zu verpassen! Etwas viel "Cooleres", "Abenteuerlicheres" als Strandurlaub an der Adria oder Mountainbiken oder Wandern. Als ich vor ein paar Jahren nach Australien bin, habe ich das auch alleine gemacht
Das klingt in solchen Momentan wahrscheinlich nicht nur für mich, sondern auch für andere halblebig und wenig begeistert. Wenn ich aber frage, willst du überhaupt mit mir?? Dann ist er beleidigt, zeigt mir auf, wo er so viel für uns/für mich tut und fühlt sich verletzt, dass ich an ihm zweifle. Ja, ich zweifle inzwischen sehr stark, ob ich damit den Rest meines Lebens verbringen möchte.
Wenn ich frage, was willst DU? Kommt nichts konkretes ("mit dir glücklich sein" *aaargh*), wenn ich konkret was vorschlage, läuft es wie beschrieben.
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25.01.2017, 12:11Inaktiver User
AW: Unterschiedlicher Kommunikationsstil?
kompliziert schon... aber Island ist tatsächlich SEIN Wunsch - angeblich. Genau so wie Segeln (und ich ihn dann drängen musste, oder ihm die "Erlaubnis" geben musste, den Segelschein zu machen)... oder eine bestimmte Band, die er mal gerne gesehen hätte... und irgendwann war es mir zu bunt und ICH habe die Tickets besorgt
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25.01.2017, 12:15Inaktiver User
AW: Unterschiedlicher Kommunikationsstil?
das ist leider in allen Beziehungsdingen so, bis auf so Kleinigkeiten wie die Frage, welcher WC-Papierhalter oder welcher Faltenwurf für die Vorhänge etc. in solchen Dingen kann er sich ganz konkret dahinterklemmen und Fakten sammeln, abwägen und tatsächlich Entscheidungen treffen!
Komischerweise ist er im Job vollkommen anders
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25.01.2017, 12:17Inaktiver User
AW: Unterschiedlicher Kommunikationsstil?
Also gibt es doch nur - nimm ihn so wie er ist oder trenn dich.
Ich hätte keine Lust immer hinter ihm herzulaufen.
Gut er hat weniger Urlaub als du - aber der Urlaub den ihr gemeinsam verbringt solltet ihr auch gemeinsam entscheiden.
Fahr halt allein nach Island. Übrigens das Traumland meines Mannes . Mir ist es dort zu kalt. Würde er hinziehen wollen würde ich mitgehen.
Wir entscheiden Urlaube zusammen. Jeder schlägt etwas vor und dann einigen wir uns. Dieses Jahr ist es Namibia oder Tansania und London...
Mir scheint er ist grundsätzlich wenig entschlußfreudig und auch wenig begeistert oder?
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25.01.2017, 12:18Inaktiver User


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