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    Beziehungsfrust und miteinander reden

    Liebe Leserinnen hier im Brigitte-Forum,

    ich lese schon lange mit und nehme immer wieder mal gute Anregungen von hier mit in mein Alltagsleben.
    Nun belastet mich schon lange Zeit etwas in meiner Beziehung, worüber ich mit niemandem außerhalb reden möchte. Und mit meinem Freund kann ich irgendwie auch nicht darüber reden. Es ist zumindest wahnsinnig schwer, denn wir sind beide nicht so die Kommunikationscracks und er ist da sogar noch "unbedarfter" als ich.

    Wir sind seit 7 Jahren zusammen (und nein, ich glaube nicht an das verflixte 7. Jahr), leben seit 4 Jahren zusammen und sind eigentlich sehr glücklich miteinander. Zumindest in unserem täglichen Umgang. Aber wir schleppen 2 große, dicke Problempacken mit uns und das schon seit längerer Zeit.

    Da ist zum einen der Umstand, dass er immer noch verheiratet ist. Als wir uns kennen lernten, war er bereits seit 8 Jahren getrennt von seiner Frau und hatte auch schon eine längere Beziehung mit einer anderen Frau, bevor wir zusammenkamen. Er sagt immer wieder, dass er sich scheiden lassen will, aber er hat es bis heute noch nicht getan. Ich habe die ersten Jahre immer wieder das Gespräch darüber gesucht, aber seit 1 Jahr thematisiere ich das nicht mehr, weil ich so die Nase voll davon habe.
    Ich kenne noch nicht einmal einen triftigen Grund dafür. Wenn ich ihn anspreche, dann meint er nur, dass er das schon noch tun würde. Ich habe den Eindruck, er will sie nicht verletzten, denn sie lebt allein, ist noch dazu keine Deutsche (lebt weit weg von ihrer Heimat) und scheint im Leben nicht so gut zurecht zu kommen. Kinder sind keine da, die Ehe währte 20 Jahre, bevor sie sich trennten und es war seinerzeit eine sog. "Vernunftehe", damit sie in Deutschland bleiben konnte.
    Ich verstehe einerseits die Gründe, andererseits wünschte ich mir doch etwas mehr Ehrlichkeit mir gegenüber. Soll er doch sagen, dass er das nicht kann, aus diesen und jenen Gründen, nur damit ich es verstehen kann. Aber dieses Herumgeeiere finde ich ... würdelos, irgendwie. Ich komme mir dabei wie eine nölende Geliebte vor.

    Das nächste, was unsere Beziehung (jedenfalls meiner Meinung nach) sehr belastet ist der Umstand, dass wir seit ca. 2 Jahren praktisch nicht mehr miteinander schlafen. Das letzte mal ist über ein Jahr her und es hat sich so "angekündigt", dass ich von seiner Seite immer mehr Zurückhaltung merkte und er es nicht mehr so mochte, wenn ich "eindeutige Signale" aussendete. Als das immer öfter vorkam, sprach ich ihn auch darauf an und bekam die sehr einsilbige Antwort, dass er auf Grund eines Medikamentwechsels (er nimmt Tabletten gegen Bluthochdruck) eben Impotenzprobleme bekommen habe, dass er aber schon mit dem Arzt gesprochen und ein anderes Mittel verschrieben bekommen hätte. Der hätte aber gesagt, dass es schon einige Wochen oder auch Monate dauern könne, bis sich das wieder normalisiert. Das ist jetzt über ein Jahr her.
    Auch hier habe ich einerseits so eine Wut in mir, dass er NIE, aber auch NIE das Gespräch mit mir sucht und ich tue mich auch sehr schwer, über solche Dinge zu reden. Ich habe Angst, etwas zu zerreden. Aber klar, so wie es ist, ist es auch nicht gut. Ich weiß gar nicht, wie ich so ein Gespräch anfangen soll.

    Alles in allem ist er ein total zuverlässiger Mensch, er hilft mir, wo er kann, er hat meine Kinder aus erster Ehe (die jetzt seit unserem Kennenlernen beide erwachsen geworden sind) von Anfang an akzeptiert und ist ihnen ein guter Freund geworden. Auch mir ist er ein toller Gefährte und wir harmonieren in allen anderen Bereichen, ich bin immer sehr gerne mit ihm zusammen, wir teilen viele Interessen.

    Aber. Ich merke, auf Grund der obigen "Problempacken" entsteht in mir immer mehr Frust, diesbezüglich. Das fühlt sich manchmal paradox an, weil wir doch eigentlich doch sehr glücklich miteinander sind. Ich vergaß auch zu erwähnen, dass wir ansonsten sehr liebevoll miteinander umgehen, Händchenhaltend durch die Gegend spazieren, uns küssen, im Arm halten.

    Ich merke, dass es mich nicht mehr kalt lässt, wenn mir ein anderer Mann zeigt, dass er mich attraktiv findet. Ich meine, das hat mir vorher auch gefallen, aber ich habe nie auch nur einen Gedanken daran verschwendet, wie es wäre, wenn mehr daraus würde. Mittlerweile schon. Es sind nur Gedankenspiele, meist erotischer Natur, aber es macht mir trotzdem irgendwie Angst vor mir selbst, weil ich schon glaube, dass es eine Art "self fulfilling prophecy" in Beziehungen gibt insofern, dass man den Weg für den Ausbruch bereitet, wenn man es sich nur lange genug vorstellt und in Gedanken durchspielt.

    Das ist jetzt ein langer Text geworden, sorry. Aber ich wüsste gerne mal, wie ihr anderen das macht, wenn ihr über heikle Themen in Euren Beziehungen reden müsst / wollt. Ich meine über Themen, wo es einem wirklich, wirklich schwer fällt.
    Ich möchte meinen Freund trotz der oben beschriebenen Probleme nicht verlieren, aber ich habe Angst, dass es irgendwann so riesige Probleme werden, dass sie eben nicht mehr gelöst werden können, einfach weil man sie zu lange ignoriert hat.

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    AW: Beziehungsfrust und miteinander reden

    Hast du mal auf den Tisch gehauen?

    Und meine Meinung - wenn er sich 15 Jahre lang nicht hat scheiden lassen, dann tut er das auch nicht mehr - höchstens, wenn du glaubhaft machen kannst, dass du dich jetzt noch deshalb trennen würdest. Da wäre euer Zusammenziehen der Zeitüunkt gewesen, die Scheidung zur Voraussetzung zu machen.
    Habt ihr denn irgendwelche Verträge? Oder würde die Ehefrau völlig zurecht eure Waschmaschine abholen kommen, sollte er morgen verunglücken?

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    AW: Beziehungsfrust und miteinander reden

    Ja, ich hab schon öfter auf den Tisch gehauen, allerdings ohne Konsequenzen anzudrohen, denn an sich ist mir das auch wiederum nicht sooo wichtig. Es geht mir mehr darum, dass er mal offen sagt, was eigentlich los ist. Ich muss nicht unbedingt mit ihm verheiratet sein. Ich habe zwei gescheiterte Ehen hinter mir und möchte nicht zwingend nochmals heiraten.
    Wir haben auch keine Verträge, theoretisch könnte also die Ehefrau tatsächlich Ansprüche anmelden, wenn mal was mit ihm passiert. Aber auch das macht mir keine schlaflosen Nächte, denn wir haben nicht so die großen Werte bei uns herumstehen und eigentlich glaube ich auch nicht, dass sie das tun würde.

    Er spielt allerdings mit dem Gedanken, eine Wohnung für uns zu kaufen. Dazu habe ich ihm gesagt, dass ich da nicht mitziehen werde, solange er noch verheiratet ist. Solange wir noch so zusammen leben, dass es mich nicht finanziell ruinieren würde, macht es mir nichts aus. Gemeinsamer Besitz ist allerdings was anderes.

  4. Inaktiver User

    AW: Beziehungsfrust und miteinander reden

    Hallo doralie, willkommen hier.

    Also ich mache ja auch vieles und vieles mit. Aber ich würde z.b. nicht mit einem Mann zusammen ziehen der noch verheiratet ist. Zusammen sein ja, das wäre kein Problem, aber eine gemeinsame Wohnung gäbe es unter diesen Bedingungen nicht.

    Abgesehen davon 2 Jahre keinen Sex? Wenn er die Medikamente umgestellt hat zeigt sich da schon eine Wirkung?

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    AW: Beziehungsfrust und miteinander reden

    die BriTechnik schreibt die Dinge heute mal wieder doppelt.

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    AW: Beziehungsfrust und miteinander reden

    Zitat Zitat von doralie Beitrag anzeigen
    Wir haben auch keine Verträge, theoretisch könnte also die Ehefrau tatsächlich Ansprüche anmelden, wenn mal was mit ihm passiert. Aber auch das macht mir keine schlaflosen Nächte, denn wir haben nicht so die großen Werte bei uns herumstehen und eigentlich glaube ich auch nicht, dass sie das tun würde.
    Sein Vermögen, das nicht Haushaltsvermögen ist, bekäme sie (und seine Verwandten) jedenfalls, und wenn er eine Wohnung kaufen will, muss er ja Ersparnisse haben. Aber wenn du nicht wieder heiraten willst, kann dir egal sein, ob seine Frau und seine Verwandten oder nur seine Verwandten erben würden.

    Schließlich ist aber immer wieder die Frage: Wer ist dein, wer ist sein nächster Angehöriger?
    Das ist eine Frage, die nicht nur das Innenverhältnis betrifft!

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    AW: Beziehungsfrust und miteinander reden

    Hi!
    Du schreibst, dass sie die Ehe brauchte, um bleiben zu können. Das ist nun doch aber nicht mehr so oder?

    Es fällt euch schwer darüber zu reden sagst du, aber genau das muss geschehen.

    Letztendlich musst du ihm "nur" sagen, was du hier geschrieben hast und deine Gefühle dabei darstellen. Gerade bei dem Thema Scheidung ist das offensichtlich. Es scheint dir nicht wichtig, dass er sich scheiden lässt, denn frei scheint er ja zu sein, sondern seine Eierei verletzt dich. "Entscheide dich! Wirst du dich trennen? Ja? Dann mache es jetzt! Nein? Auch ok, aber dann rede nicht immer darüber, denn das bringt mich in die Position der ewigen Geliebten in der zweiten Reihe, das verletzt mich."

    Und auch beim Thema Sex ist das, was du schreibst, genau richtig: Es geht nicht darum, dass du ihn nicht mehr willst, wenn es nicht klappt. Aber deine Lust ist noch lebendig, sie klopft an und sucht nach Wegen heraus zu brechen. Du möchtest es nicht genießen, wenn dir ein anderer Interesse zeigt, aber du kannst nichts dagegen tun, wenn er es dich nicht mehr spüren lässt.

    Ich finde das alles legitim und vor allem kommst du mit diesen Dingen frühzeitig auf ihn zu und nicht, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist. Du musst ihm deutlich machen, dass er nun handeln muss.

    LG Lara
    Denken ist wie googeln, nur krasser...

  8. gesperrt

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    AW: Beziehungsfrust und miteinander reden

    Tja, das mit dem Sex kannst du wohl nicht ändern - du kannst ihn nicht zwingen.

    Aber der Status "verheiratet" wäre mir zu viel - aber ich wäre auch nicht mit ihm zusammengezogen.
    Mir wäre das alles zu heikel - wenn ihm etwas passiert, bist du in jeder Hinsicht raus, sie wird entscheiden, sie wird Ansprüche anmelden können. Schon in deinem Interesse, sollte er das Thema anpacken. Ansonsten kann ihm dein Seelenheil ja nicht so wichtig sein.

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    AW: Beziehungsfrust und miteinander reden

    Ehrlich gesagt wäre so eine Beziehung nichts für mich-aber damit ist dir ja nicht geholfen.
    Was den Sex angeht, ich weiß das solche Medis auf Potenz,Libido etc. wirken können,
    könnte man sicherlich Abhilfe schaffen-wenn er dazu bereit ist.Seine "Kälte" in dieser Hin-
    sicht würde mich verletzen. Also scheint ihm das Thema nicht mehr wichtig zu sein.

    Ein absolutes no go wäre die Sache mit seiner Ehe.Ich finde es sehr rücksichtslos, wie
    er sich dir gegenüber verhält. Denn er weiß ja das du daran leidest; es wäre anders
    wenn es dich nicht weiter stören würde, wie es wohl bei Frau Schadt- der Partnerin
    des BP- zu sein scheint.
    Die etwaigen Konsequenzen in Bezug auf dich berühren ihn wohl nicht sonderlich.
    Freiwillig wird er sich wahrscheinlich nicht ändern.Wenn Nachdruck deinerseits
    nicht weiter hilft, würde ich über den Fortbestand der Beziehung ernsthaft nachdenken.
    Die Träume sind geheime Tunnel, durch die wir zurück-
    kehren, so daß wir einen Moment lang wieder sind, wer
    wir waren

    Aharon Appelfeld

  10. Inaktiver User

    AW: Beziehungsfrust und miteinander reden

    Zitat Zitat von doralie Beitrag anzeigen
    Es geht mir mehr darum, dass er mal offen sagt, was eigentlich los ist.
    Nachvollziehbarer Wunsch.

    Genau das würde ich ihm so sagen.

    Und ich würde ebenfalls deutlich machen, dass dir die Sexualität fehlt. Dazu muss er dann ja auch irgendwas sagen bzw. Stellung beziehen.

    Kein gemeinsames Wohneigentum zu schaffen, ist unter diesen Umständen äußerst vernünftig gedacht. Eigentlich sollte ihm dieser Umstand auch zu denken geben. Nötigenfalls sage es ihm nochmals deutlich.

    Auch wenn für euch beide die Kommunikation nicht unbedingt einfach ist, führt doch kein Weg daran vorbei.

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