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  1. Registriert seit
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    AW: Beziehung mit Baby am Ende?

    Ja, ich hab meine zeitweiligen Zweifel ignoriert, weil ich dachte, perfekt geht ja nicht, und dass Zweifel doch dazu gehören. Und weil er ja auch viele gute Seiten hat. Und ich mich in all den Jahren mit ihm nie alleine gefühlt hab, sondern geborgen und sicher und ja, auch glücklich (da lass ich das letzte Jahr jetzt mal außen vor). Und die Männer und Beziehungen, die ich davor hatte, waren im Vergleich dazu total daneben. Also dachte ich, etwas Besseres finde ich eh nicht, und es reicht mir so. Und der Kinderwunsch wurde auch immer größer.

    Mir tut es halt für die Kleine so leid. Wie gerne hätte ich ihr eine glückliche, behütete Kindheit geboten, wie ich eine hatte. Und jetzt muss sie sich vielleicht später mal schämen, wenn sie in der Schule gefragt wird, warum ihre Eltern getrennt sind. Ich hoffe, sie wirft mir nicht später mal vor, dass ich sie überhaupt bekommen habe? Aber hätte ich nicht so unbedingt ein Kind gewollt, dann wäre sie überhaupt nicht auf der Welt, und das kann doch auch kein Kind wollen, oder?
    Und es hätte ja doch auch gut gehen können...

    Meine Eltern wohnen knapp 300 km weit weg. Ich hab schon mit ihm darüber gesprochen. Er würde mich gehen lassen. Er will mir keine Steine in den Weg legen. Es tut ihm auch alles Leid und er hat ein schlechtes Gewissen. Er würde mir die Kleine auch nicht wegnehmen wollen, weil er weiß, dass mir das das Herz brechen würde. Und sie hängt auch viel mehr an mir als an ihm. Ich denke, er würde dann häufig zu Besuch kommen.

    Bei unserem Wochenendtrip sind wir distanziert, freundlich miteinander umgegangen. Aber man merkt, dass bei ihm jegliches Feuer erloschen ist. Oder er kann sehr gut schauspielern. Es ist echt erstaunlich. Früher konnte er nicht genug von mir kriegen. Jetzt haben wir ohne jeglichen Körperkontakt in einem Bett geschlafen. Ich glaube, man könnte mich ihm nackt auf den Bauch binden. Und ja klar verletzt mich das. Ich hab ein sehr starkes Nähebedürfnis und verhungere seit einem Jahr emotional. Ich kapiere immer noch nicht ganz, wie das passieren und alles so kippen konnte.
    Aber nein, wir sind sehr vernünftig. Wir streiten nicht mal mehr.

  2. Inaktiver User

    AW: Beziehung mit Baby am Ende?

    Zitat Zitat von Die_Fragende1 Beitrag anzeigen

    Mir tut es halt für die Kleine so leid. Wie gerne hätte ich ihr eine glückliche, behütete Kindheit geboten, wie ich eine hatte. Und jetzt muss sie sich vielleicht später mal schämen, wenn sie in der Schule gefragt wird, warum ihre Eltern getrennt sind. Ich hoffe, sie wirft mir nicht später mal vor, dass ich sie überhaupt bekommen habe? Aber hätte ich nicht so unbedingt ein Kind gewollt, dann wäre sie überhaupt nicht auf der Welt, und das kann doch auch kein Kind wollen, oder?
    Und es hätte ja doch auch gut gehen können...
    Woher kommen derart tiefe Schuldkomplexe bzw. die Aufsicht auf das, was vermeintlich geschehen könnte? Entspringt das auch dem Bild, das Dir Deine Eltern für Trennungskinder mit auf den Weg geben?

    Ich habe mittlerweile fast erwachsene Söhne, die würden mir heute eher ganz anderes sagen, hätte ich mich nicht getrennt und wäre in einer für mich zu lieblos gewordenen Ehe verblieben. Meine Kinder wurden auch nicht komisch in der Schule angemacht, das ist heute Alltag in den Klassen. Sie waren nicht alleinige Trennungskinder, auch nicht alleinig im Sinne, dass Eltern das sehr wohl gut auf die Reihe bekommen können.
    Sie sind sozial recht kompetent (so bekomme ich das immer wieder vom Außen erzählt) und haben schon früh gelernt - auch durch eine ungesunde Beziehung meinerseits nach der Beziehung zu dem Kindsvater mit einem anderen Mann - auf gesunde Grenzen in Beziehungen zu achten, sie sind, so würde ich sagen, sogar sehr sensibel dafür.

    Natürlich waren auch sie traurig, aber da wir uns als Eltern nie bekriegten, sie von keinem von uns in irgendeiner Form benutzt wurden, um Streitigkeiten über sie auszutragen, sind sie gut geratene Kerle geworden und glückliche dazu.

    Ich habe mir nicht einen Tag vorgeworfen, eines meiner Kinder geboren zu haben.

    Ehrlich gesagt... Ich weiß nicht, ob das so eine gute Idee ist, wieder so nah an Deine Eltern zu ziehen? Hast Du in Deinem jetzigen Umfeld Kontakte aufgebaut?
    Mit dieser Distanz ist natürlich eine Vater-Kind-Beziehung mit "mal eben" sehen, nicht drin, sie würde also distanzierter werden. Meine Kinder konnten ihren Vater sehen, wann immer sie wollten. Das macht schon einen Unterschied aus, den Dein Mann aber wohl billigend in Kauf nimmt.

    Die Luft scheint jedenfalls raus. Kann es eigentlich sein, dass er dieses Leben nicht leben will, also so mit Familie und Kind? Nur ein spontaner Gedanke gerade, vielleicht habe ich auch etwas überlesen.

    Wie auch immer. Es ist gut, dass Ihr so sachlich seid, das kann auch mal kippen, kriegt man aber hin, ist man so eingestellt, wie ihr beide.

    Warum willst Du eigentlich so wenig vom Leben für Dich? Du solltest dringend an Deinem Selbstwert arbeiten, liebe Fragende, mir tut das fast ein wenig weh, lese ich Deine Zeilen.

    Für den Moment,

    ein ganz lieber tröstender Gruß zu Dir,

    swingingup.

  3. Inaktiver User

    AW: Beziehung mit Baby am Ende?

    doppelt


  4. Registriert seit
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    AW: Beziehung mit Baby am Ende?

    Danke, es tröstet mich tatsächlich, was Du schreibst, im Hinblick auf deine Söhne. Ich hoffe, meine Tochter sieht es irgendwann auch so.
    Ja, das schlechte Bild von Trennungskindern kommt stark aus der Ecke meiner Eltern. “Die werden alle verhaltensgestört und haben schlechte Noten in der Schule. Und wenn man dann mal Kinder hat, muss man alles andere hinten anstellen, und dann ist halt der Alltag da und die Glückseligkeit mit dem Partner vorbei“, und bla bla bla.

    Mit meinem Selbstwert habe ich tatsächlich ein Problem, und ich male mir immer die schlimmsten Sachen aus und traue mir erst mal nichts zu. Dann probiere ich es aus und bin erstaunt, dass ich es gut schaffe. Aber bis dahin kostet es mich viel Energie. Das ist sicher alles genetisch (die Ängste) oder erziehungsbedingt. Ich glaube, nicht nur mein Freund müsste sich mal in Therapie begeben, sondern ich auch.

    Wieder in die Nähe meiner Eltern zu ziehen würde sich schon auch irgendwie anfühlen wie ein Scheitern. Ich hab damals hart gekämpft, um mich abzunabeln. Aber ich will das Beste für die Kleine und ich weiß, dass sie bei ihnen viel Liebe und Geborgenheit kriegen würde. Mein Partner geht manchmal komisch und ungeschickt mit ihr um. Sie hat früher viel bei ihm geschrien und bei sowas wird er dann hilflos und regt sich schnell auf, und probiert viel “mechanisch“ aus, statt ihr echte spürbare Liebe zu geben, was sie dann eher beruhigen würde.
    Naja und irgendjemand, entweder eben meine Eltern oder er, müssten mich aber schon betreuungsmäßig unterstützen, weil ich ja auch arbeiten gehe. Und auch so, bin ich überzeugt davon, dass ein Kind möglichst viele Leute um sich rum haben sollte, die es lieben.

    Ja, du hast es richtig erkannt, er möchte so ein eingeengtes Familienleben gar nicht. Da kommt jetzt auch bei ihm viel aus der Kindheit hoch. Das ist glaube ich auch noch einer der Gründe für die jetzige Entwicklung. Leider ist ihm das eben erst jetzt aufgefallen.


  5. Registriert seit
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    AW: Beziehung mit Baby am Ende?

    Achso, nein, ich habe leider nicht viele Kontakte aufgebaut, und viele haben sich auch wieder im Sande verlaufen. Denn meistens haben wir alles zusammen gemacht. Und er hat mit seiner Art, die manchmal komisch ist, auch schon ein, zweimal Leute vergrault...

    PS: meine Mutter suggeriert mir auch die ganze Zeit, dass ich selber Schuld bin, weil ich mir einfach den falschen Mann ausgesucht hätte...

  6. Avatar von Marta-Agata
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    AW: Beziehung mit Baby am Ende?

    Da hat deine Mutter vermutlich Recht, dass du dir den falschen Mann ausgesucht hast.
    Trotzdem wäre ihre Aufgabe, dich zu unterstützen, wie es halt jetzt ist, und nicht dich auch noch mit Schuldgefühlen zu überladen.

  7. Inaktiver User

    AW: Beziehung mit Baby am Ende?

    Du bist offen und ehrlich, liebe Fragende, Respekt.

    Da kommen viele Dinge bei Dir und bei ihm zusammen, die jetzt "aufplatzen".
    Das passiert gar nicht selten, kommt ein gemeinsames Kind dazu, da zeigt sich, was es an umaufgearbeiteten Baustellen bei den Elternteilen gibt.
    Oft auch zum Leid der Kinder, hier sehe ich aber eine Chance, gerade für Dich und damit auch für Euer Kind.

    Von meiner Seite ein paar Tipps. Ich würde mit Umzug Richtung Deiner Eltern noch nichts überstürzen. Ich würde versuchen, erstmal anzukommen, im Jetzt.
    D.h. Trennung, eine ausgesprochene, das steht jetzt an. Und damit wahrscheinlich auch bald eine neue Wohn-/ und damit Lebenssituation für Euch drei.

    Wäre ich Du, würde ich mich auch um Hilfe kümmern. Für Dich. In Form von einer professionellen Begleitung, denn Du hast so viele negative schlimme Glaubenssätze in Dir, ich weiß nicht, ob Dir da ein Forum weiterhelfen kann, das scheint ganz schön tief bei Dir zu sitzen.
    Dieser Raum ist sehr offen hier, in letzter Zeit leider auch sehr rau geworden, was nicht immer gut für Hilfesuchende ist.

    Wegen Deines Freundes habe ich nochmals den Anfang vom Strang gelesen, jetzt verstehe ich besser. ...

    Er ist erwachsen und offenbar will er sich auch nicht helfen lassen. Anlass dazu hatte er, so ich das lese, genug.
    Bitte mache nicht den Fehler, Dich als seine Therapeutin zu sehen, die jetzt "versagt" hätte.
    Nein. A. Du bist nicht seine Therapeutin und B. Du hast nicht versagt.

    Da ist viel von "Schuld" von "Scheitern" in Deinem Vokabular die Rede. Vieles, das Dir auch noch zusätzlich eingeredet wird.

    Du solltest lernen, Dich davon zu distanzieren und, das ist ein längerer aber sehr lohnender Prozess - eigene und neue Glaubenssätze zu entwickeln. Die gut sind, die positiv sind. Für Dich. Da kann sich eine Menge tun.

    Schicke Dir ruhige Nachtgrüße,

    und sei Dir sicher, je netter Ihr als Eltern agiert und fair, auch untereinander, nicht nur in Bezug auf das Kind, bleibt, dann wird es für Euer Kind auch eine glückliche Kindheit geben, das liegt tatsächlich mit in Eurer Hand, gerade jetzt.

    Und bitte. Verbitte Dir das, was Deine Eltern erzählen. Das ist schon fast bösartig.
    Wirklich. Ich arbeite intensiv mit Jugendlichen zusammen, bei Deinen Worten hat es mich echt geschüttelt. "Fassadenfamilien" sind viel schlimmer. Natürlich gibt es auch sehr verwundete Trennungskinder, meist "dank" Ihrer Eltern.
    Ihr aber seid auf einem anderen Weg. Und das ist ein guter, bleibt Ihr im Dialog.

    Viel Mut und Kraft wünsche ich Dir ,

    swingingup.


  8. Registriert seit
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    AW: Beziehung mit Baby am Ende?

    DANKE!!
    (Keine Ahnung, wie man ein Blümchen posten kann...)

  9. Inaktiver User

    AW: Beziehung mit Baby am Ende?

    Gerne .

    Blümchen (oder anderes) bekommst Du über den Lach Smiley, wenn Du Deine Antwort schreibst, taucht der im oberen Bereich neben einigen anderen Funktionen auf.
    Da poppt dann ein Fenster auf und Du kannst Dich bedienen.



  10. Registriert seit
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    AW: Beziehung mit Baby am Ende?

    Habe gerade raus aus den Schulden gesehen, wo naddel “behandelt“ wurde. Sie hat erwachsenen-adhs. Da meinte mein nochfreund, das könnte er auch haben. Und es ist was dran. Ich hab das grade mal gegoogelt. Sehr vieles trifft zu. Kennt sich jemand mit der Krankheit aus?

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