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    Gebe ich zu viel? - Wie man sich in einer Beziehung ändert

    Liebes Forum,

    ich habe eine Frage an Euch und mich würde eure Meinung zu meiner Geschichte interessieren.

    Vor 7 Jahren war ich mit einem Mann zusammen, in den ich sehr verliebt war. Diese Liebe machte mich blind. Er nannte mich dumm und erzählte mir von Frauen, die er hätte haben können. Er war arrogant und tat mir nicht gut. Er war es der sich von mir trennte, nach etwa einem Jahr. Ich war am Boden zerstört, denn ich war zu dem Zeitpunkt verliebt und sehr naiv. Es hat mich lange gedauert bis ich wieder klar sah, und endlich mein Selbstwertgefühl wieder hatte! Es ging mir danach gut, ich fühlte mich wohl. Er wollte vor 2 Jahren etwa wieder eine Beziehung mit mir, was ich ablehnte - wie gesagt, ich hatte mein Selbstbewusstsein wieder. :-) Damals, vor 4 Jahren investierte ich viel in diese Beziehung: hatte das Gefühl mich selbst zu verlieren. Ich war naiv, verliebt, vollkommen daneben :-) Seitdem also geht es mir gut, habe auch viel für meine Karriere getan, habe das Gefühl, endlich etwas Ruhe in mir gefunden zu haben.

    Und dann kam er. Wir sind seit etwa einem Jahr zusammen, er wohnt im Ausland, weit weg von mir. Fernbeziehung also, wir sehen uns monatlich. Er besucht mich regelmäßig, plant mit mir, wir kennen unsere Freunde, Familie. Wir integrieren den anderen so gut es geht in unser Leben. Unternehmen viel schönes zusammen, er ist sehr liebevoll, hilfsbereit, offen. Nie habe ich mich so toll mit jemanden verstanden.

    Ich bekomme jedoch manchmal Angst. Ich habe die Befürchtung, dass ich meine Fehler wiederhole. Denn ich merke, ich investiere viel in unsere Beziehung (obwohl das tut er schon auch). Kann mir vorstellen, zu ihm zu ziehen, obwohl es einen Neuanfang für mich ist, für meine Karriere ist das nicht so toll, aber machbar. Ich merke, wie meine Prioritäten sich ändern. Früher war meine Karriere alles, jetzt ist es mir wichtiger, mit ihm ruhige Momente zu erleben. Das macht mir Angst, weil ich mich nicht wieder verlieren möchte. Ich denke manchmal, ich darf mich gar nicht verlieben :( Ich glaube, diese Angst steckt nur in mir, wegen meiner Erfahrung vor 7 Jahren.

    Was denkt ihr darüber - hattet ihr schon mal das Gefühl? Dass ihr Angst habt "zu viel" zu geben, dass es vielleicht nicht genommen wird? Dass euer Leben sich verändert hat dank des Partners - und zum guten, oder zum Schlechten? Ist es "normal", dass sich die Prioritäten mit der Zeit ändern? Wo ist die Balance, wo liegt die Grenze: ab wann gebe ich mich auf, und wo ist die Änderung noch ein Kompromiss?

    Meine Gefühle fahren irgendwie Achterbahn, ich bin so dankbar ihn in meinem Leben zu haben, aber dieses Verliebtsein bringt einen echt durcheinander (kommt bei mir selten vor). :-)

    Ich danke Euch fürs Lesen!

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    AW: Gebe ich zu viel? - Wie man sich in einer Beziehung ändert

    Das sind die Hormone, dieses Durcheinander kennen wir ja alle.

    1 Jahr alle vier Wochen sehen, macht 12 Wochenenden plus vielleicht ein paar Wochen Urlaub.
    Da ist es so schön leicht, nur positives und schönes gemeinsam zu erleben.

    Ein Alltag sähe ganz anders aus.

    Auf der jetztigen Basis kannst du eigentlich gar keine Entscheidung darüber treffen, die so weit reichend ist wie Umzug, Karriereknick usw.

    Abwarten. Wird sich alles finden.

    LG Karla
    The original Karla
    est. 2006


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    AW: Gebe ich zu viel? - Wie man sich in einer Beziehung ändert

    Zitat Zitat von Karla48 Beitrag anzeigen
    Das sind die Hormone, dieses Durcheinander kennen wir ja alle.

    1 Jahr alle vier Wochen sehen, macht 12 Wochenenden plus vielleicht ein paar Wochen Urlaub.
    Da ist es so schön leicht, nur positives und schönes gemeinsam zu erleben.

    Ein Alltag sähe ganz anders aus.

    Auf der jetztigen Basis kannst du eigentlich gar keine Entscheidung darüber treffen, die so weit reichend ist wie Umzug, Karriereknick usw.

    Abwarten. Wird sich alles finden.

    LG Karla
    Hallo Karla,

    lieben Dank für deine Antwort! Ja, wir sehen uns dann immer für 1-2 Wochen, da ich arbeitsbedingt auch reisen kann, d.h. ich bin da nicht ortsgebunden. Das macht es schon einfacher, da sieht man sich nicht so wenig - Alltag gibt es aber nicht ganz, das stimmt. Wo man 2-3 Wochen zusammen lebt, merkt man schon einiges (wir arbeiten dann beide). Und natürlich die Urlaube noch dazu. Aber man kann es natürlich nur dann wissen, wie es wirklich läuft, wenn man tatsächlich zusammen lebt.

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    AW: Gebe ich zu viel? - Wie man sich in einer Beziehung ändert

    Hallo louise,

    ich habe selten eine so doofe Geschichte wie meine gehört. Ich bin vor einiger Zeit mit meinem langjährigen Ex-Lebensgefährten gemeinsam in eine neue Stadt gezogen. Drei Monate nach dem Umzug hat mein Partner die Beziehung beendet. Völlig unerwartet, kompromisslos und ohne Begründung.

    Man weiß NIE. Auch der Mensch, den Du von Herzen liebst, ist sich im Zweifel selbst der nächste.

    Wenn Du Deinem Herzen folgen möchtest, warum nicht? Ich würde mich weitestgehend absichern, einen Plan B überlegen, womöglich abklären, wie lange ich in den alten Job noch zurückkönnte.

    Alles Liebe und Gute
    neustart

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    AW: Gebe ich zu viel? - Wie man sich in einer Beziehung ändert

    Hallo Louise,
    wenn wir mal sinnieren, dann überlegen wir uns doch mal, warum sind wir auf dieser Welt? Um zu lieben, um geliebt zu werden. Allen Emanzipationen zum Trotz, will frau immer noch die Liebe leben. Genauso wie der Mann. Wobei ich finde, dass auch eine empanzipierte Frau sich nichts gibt, "Opfer" für die Liebe zu geben. Es kommt darauf an, wie beide Partner damit umgehen.

    Was du erlebst, signalisiert jedoch genau das. Du triffst einen Menschen, du verliebst dich und möchtest mit ihm dein Leben teilen. Du möchtest dich in ihm verlieren, jedoch nicht deine Persönlichkeit, sondern du willst ihm blind vertrauen. Das ist Liebe. Jetzt hast du dummerweise diese blöde Erfahrung mit einem Mann gemacht, der dich nicht ernst genommen hat. Das war von ihm aus keine Liebe, von dir im Endeffekt auch nicht, es war wohl eher Abhängigkeit. Denn wenn man mich als dumm bezeichnet, dann sieht der Typ von mir nur noch einen Kondenzstreifen am Horizont.

    Du bist emotional gereift, du hast Karriere gemacht. Du bist einfach eine Frau mitten im Leben. Dazu gehört die Liebe und das was du schreibst, hört sich gut an. Ein aufmerksamer Mann, der dich offenbar ebenso liebt. Deine Ängste sind verständlich, sie gehören dazu. Du solltest sie aber nicht über dich und deine Gefühle zu diesem Mann bestimmen lassen. Dass du deine Job aufgeben könntest, um bei diesem Mann zu leben, das ist eben auch Liebe. Solche "verrückten" Sachen macht man, um bei dem Mann zu sein, den man liebt. Niemand kann dir eine Garantie geben, ob ihr dann das Zusammenleben schafft, ob ihr für immer zusammenbleibt. Wenn du für dich entscheidest, dass das, was du tust, für den Augenblick genau das Richtige ist, dann kannst du auch bei einem möglichen Scheitern gut damit umgehen.

    Eine wahre Liebe zu finden, wünscht sich jeder. Und wenn du dir sicher bist, dass dieser Mann dir gut tut, wenn du dich mit ihm einfach wohlfühlst und er dir zu verstehen gibt, dass er dich ebenso sehr liebt, was spricht dann dagegen, seine Zelte abzubrechen und zu dem Mann zu ziehen? Nichts. Auch als empanipierte Frau verlierst du deshalb nicht dein Gesicht. Wer liebt ist glücklich, wer geliebt wird, ist ausgeglichen und steht mit festen Beinen auf dem Boden, egal wo auf diesem Planeten.

    Also wage es und lass den "falschen" Mann von früher dir nicht die neue Liebe verderben.

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    AW: Gebe ich zu viel? - Wie man sich in einer Beziehung ändert

    Zitat Zitat von louise8 Beitrag anzeigen
    Denn ich merke, ich investiere viel in unsere Beziehung (obwohl das tut er schon auch).

    Kann mir vorstellen, zu ihm zu ziehen, obwohl es einen Neuanfang für mich ist, für meine Karriere ist das nicht so toll, aber machbar. Ich merke, wie meine Prioritäten sich ändern. Früher war meine Karriere alles, jetzt ist es mir wichtiger, mit ihm ruhige Momente zu erleben.
    Hier gibt es eine recht einfache Richtlinie, die dich schützen kann, um die Unabhängigkeit für dich als Frau zu bewahren: Investiere NIE mehr als er! Am besten ist immer, wenn ER ein klein bischen mehr gibt als du. Wenn ihr euch liebt, gleicht es sich sowieso immer am Ende aus.

    Weitere Richtlinie: Bewahre dir stets und immer deine wirtschaftliche/finanzielle Unabhängigkeit. Bewahre dir stets und immer Karriereoptionen, eigenes Geld, Erspartes, eigenes Konto!

    Als letztes: Plane relevante Schritte nicht vor ihm. Frauen tendieren ja oft dazu, zu rasch an Nägel mit Köpfen zu denken. Sie planen, organisieren, geben sich sogar auf. Die Männer gehen nebenbei in den Schnarchmodus (SIE regelt ja jetzt alles).

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    AW: Gebe ich zu viel? - Wie man sich in einer Beziehung ändert

    Zitat Zitat von Blue2012 Beitrag anzeigen
    Hier gibt es eine recht einfache Richtlinie, die dich schützen kann, um die Unabhängigkeit für dich als Frau zu bewahren: Investiere NIE mehr als er! Am besten ist immer, wenn ER ein klein bischen mehr gibt als du. Wenn ihr euch liebt, gleicht es sich sowieso immer am Ende aus.

    Weitere Richtlinie: Bewahre dir stets und immer deine wirtschaftliche/finanzielle Unabhängigkeit. Bewahre dir stets und immer Karriereoptionen, eigenes Geld, Erspartes, eigenes Konto!

    Als letztes: Plane relevante Schritte nicht vor ihm. Frauen tendieren ja oft dazu, zu rasch an Nägel mit Köpfen zu denken. Sie planen, organisieren, geben sich sogar auf. Die Männer gehen nebenbei in den Schnarchmodus (SIE regelt ja jetzt alles).
    Ich danke euch für eure Antworten!

    Das sehe ich auch so! Und Du hast recht, vielleicht bin ich auch einfach zu rasch bei solchen Gedanken.
    Mit dem "lass ihn mehr geben" - das werde ich im Kopf behalten, aber versuche dabei authentisch zu bleiben. Ich bin nämlich jemand, der gerne gibt, und nicht bewusst drüber nachdenkt oder es abwiegt. Das möchte ich teilweise behalten, denn das gehört für mich zum liebevollen Umgang.

    Aber Du hast recht, mal spitz formuliert: wenn die Frau alles mitmacht, und Mann nichtmal kleinen Fnger rührt, ist das sehr unasgeglichen. Gott sei Dank ist das nicht der Fall.

    Mit dem finanziellen und Karriere-teil gebe ich dir voll recht. Da muss Frau rational bleiben und mal das Herz (ein bisschen) ausschalten.

  8. Inaktiver User

    AW: Gebe ich zu viel? - Wie man sich in einer Beziehung ändert

    Zitat Zitat von louise8 Beitrag anzeigen
    Was denkt ihr darüber - hattet ihr schon mal das Gefühl? Dass ihr Angst habt "zu viel" zu geben, dass es vielleicht nicht genommen wird? Dass euer Leben sich verändert hat dank des Partners - und zum guten, oder zum Schlechten? Ist es "normal", dass sich die Prioritäten mit der Zeit ändern? Wo ist die Balance, wo liegt die Grenze: ab wann gebe ich mich auf, und wo ist die Änderung noch ein Kompromiss?

    Meine Gefühle fahren irgendwie Achterbahn, ich bin so dankbar ihn in meinem Leben zu haben, aber dieses Verliebtsein bringt einen echt durcheinander (kommt bei mir selten vor). :-)

    Ich danke Euch fürs Lesen!
    Bin ich mir hinsichtlich der og Fragestellungen unsicher, nehme ich erst einmal keine weitreichenden Veränderungen vor, BIS ich mir sicher bin.

    Konkret: Ich entziehe mir nicht selbst die finanzielle Lebensgrundlage. Ein Umzug mit Jobwechsel wäre für mich nur dann eine Option, wenn damit für mich ähnlich gute wirtschaftliche Entwicklungen verbunden wären.

  9. Inaktiver User

    AW: Gebe ich zu viel? - Wie man sich in einer Beziehung ändert

    Liebe Louise,

    die Angst zu viel zu geben, kenn ich. Grad mit Verletzungen im Hintergrund ist die Sorge, sich selbst (wieder) aufzugeben und schließlich zu verlieren fast schon eingebaut ins System des Verliebtseins.

    Was Deine konkrete Situation betrifft, so stimme ich Karla zu. Ihr kennt Euch noch viel zu wenig und zu kurz, um so weitreichende Entscheidungen eines Umzugs, der für Dich einen Karriereknick bedeuten würde, zu treffen. Ich kann Deinen Wunsch nach mehr (räumlicher) Nähe absolut nachvollziehen, bin ja auch in einer Fernbeziehung.

    Habt Ihr denn überhaupt schon mal über einen Umzug Deinerseits und die (beruflichen!) Konsequenzen für Dich gesprochen oder ist das alles nur ein Gedanke in Deinem Kopf?

    Solche Entscheidungen sollten grundsätzlich reifen und v.a. miteinander abgestimmt werden. Und nach einem Jahr Fernbeziehung mit so wenigen Treffen ist es evtl. eh noch zu früh - Liebe hin, Liebe her... Da seid Ihr noch zu verliebt und auf Wolke 7, grad weil Ihr Euch so selten seht...

  10. gesperrt

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    AW: Gebe ich zu viel? - Wie man sich in einer Beziehung ändert

    Zitat Zitat von Blue2012 Beitrag anzeigen
    Hier gibt es eine recht einfache Richtlinie, die dich schützen kann, um die Unabhängigkeit für dich als Frau zu bewahren: Investiere NIE mehr als er! Am besten ist immer, wenn ER ein klein bischen mehr gibt als du. Wenn ihr euch liebt, gleicht es sich sowieso immer am Ende aus. ...
    Abgesehen davon, dass ich nicht verhehlen mag, dass ich das Wort "Investieren" im Kontext von Liebsbeziehungen entlarvend und abstossend finde:

    Wie messt ihr eigentlich objektiv, wer wieviel investiert?
    Habt ihr da so spezielle Liebo-meter?
    Oder geht es nur um messbares wie Zeit, Geld etc.?

    Und warum gleicht es sich am Ende nicht aus, wenn zwei sich lieben aber SIE immer ein bisschen mehr gibt bzw. investiert als er?

    Weibliche Logik, Arithmetik bzw. Ökonomie?

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