...tja, passt das jetzt hierhin oder zum *gebrauchten mann* oder unter *reine familiensache*...
ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich möchte euch mal was fragen.
jetzt bin ich seit drei jahren und sieben monaten mit meinem schatz zusammen, wir lieben uns sehr und sind beide der meinung, endlich angekommen zu sein.
für meinen sohn ist dieser mann der beste stiefvater, den frau und kind sich nur wünschen können, note 1.![]()
ABER...
mein schatz (58 jahre) hat selbst drei kinder, allerdings hat er seine frau vor ca. 30 jahren verlassen (die kinder sind jetzt 37, 35 und 31). kontakt zu ihnen hat er wohl immer nur gepflegt, wenn er allein war. zwischenzeitlich war er noch mal verheiratet.
als wir uns kennenlernten, durfte ich immerhin die mittlere tochter kennenlernen, wir waren zwei oder drei mal da, dann schlief der kontakt ein. den sohn habe ich auch ungefähr so oft gesehen, kontakt siehe oben...
die älteste tochter wohnt hier um die ecke, da gab es bisher gar keinen kontakt (die erste ehfrau wohnt auch in der nähe).
bei aller liebe, aber über dieses thema haben wir uns schon oft auseinandergesetzt, sogar feste gestritten. vor unserem kennenlernen hat mein schatz wohl des öfteren den enkelsohn gehütet; mittlerweile gibt es auch eine enkeltochter.
seit wir zusammen sind hat er mich und meinen sohn und ist glücklich und zufrieden.
bei mir im bauch grummelt es aber. ich meine, man sollte auch eigene kontakte in einer beziehung haben, wir sind ja keine siamesischen zwillinge. ich selbst habe kontakt zu meinem vater, meiner stiefmutter, meinem bruder und meinen drei allerbesten freundinnen (zu all diesen menschen hat auch mein schatz den allerbesten kontakt).
am 1. weihnachtstag kam es quasi zum supergau...
wir sitzen in einem netten lokal mit mittagsbuffet und speisen gemütlich vor uns hin; da kommt die älteste tochter mit ihrem mann, dessen familie und den kindern, ähhh...
mein feiges herz wollte am liebsten gehen, da habe ich ihm die pistole auf die brust gesetzt und ihm gesagt, dass er jetzt gefälligst frohe weihnachten zu wünschen hat. hat er auch gemacht.
da die ganze familie direkt neben dem buffet saß, bin ich zu der tochter hingegangen und habe sie gebeten, dass wir uns wenigstens mal *guten tag* sagen, wenn wir uns begegnen und dass ihr vater einen *pin im kopp* hätte in der beziehung und nicht ich. sie war ganz freundlich zu mir.
mein schatz hat sich natürlich in grund und boden geschämt und ich habe es ihm ehrlich gesagt gegönnt. der enkelsohn erkannte ihn noch nicht mal mehr; hölle!!!
als wir gingen, habe ich die tochter gefragt, ob ich sie mal anrufen darf...
gerade eben habe ich es getan, uff, mit herzklopfen.
ich habe sie gebeten, irgendwann in der nächsten zeit mal eine tasse kaffee mit mir zu trinken, weil ich so gern mal ein halbes stündchen mit ihr quatschen wollte; danach wäre ihr vater wieder dran. sie hat sich meine handynummer aufgeschrieben und versprochen, sich zu melden (ist jetzt natürlich im üblichen familiären silvesterstress).
der rabenvater hat mir felsenfest geschworen, sich jetzt damit auseinanderzusetzen und den kontakt wieder aufzubauen, er möchte seine enkel kennenlernen. es gab wohl auch nie streit, er hat sich einfach zurückgezogen, bis er sich von selbst gar nicht mehr traute, sich mal zu melden.
ja, da stehen wir nun...
ich bin ganz erleichtert, dass ich jetzt selbst gehandelt habe und auch den mut hatte, anzurufen. nun bin ich natürlich sehr gespannt, ob die frau sich meldet.
was sagt ihr dazu?
war das okay oder völlig verkehrt (unsicher bin ich schon...)
danke für's lesen!![]()
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 45
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30.12.2006, 12:10
Der Lebenspartner und seine Kinder...
So wie die Schere und der Wasserkrug des sorgsamen Gärtners den Baum in die Höhe treiben, so lassen die Schmerzen und die Tränen vom vergangenen Jahr des Menschen Seele reifen. (chinesisches Sprichwort)
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30.12.2006, 12:24Inaktiver User
AW: Der Lebenspartner und seine Kinder...
Hallo liebe Henne,
also, ich finde es ganz super, was Du getan hast. Ich an Deiner Stelle hätte ebenso reagiert. Zu schnell wird den den "Nextfrauen" die Schuld am Einschlafen von Kontakten gegeben. Ich glaube, Du hast Deinem Schatz damit auch etwas auf die Füße geholfen.
Ich bin gespannt, wie es mit der "Familienzusammenführung" weitergeht. Halte uns auf dem laufenden.
Lg. Bine
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30.12.2006, 12:45
AW: Der Lebenspartner und seine Kinder...
mache ich gern!
So wie die Schere und der Wasserkrug des sorgsamen Gärtners den Baum in die Höhe treiben, so lassen die Schmerzen und die Tränen vom vergangenen Jahr des Menschen Seele reifen. (chinesisches Sprichwort)
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30.12.2006, 13:00Inaktiver User
AW: Der Lebenspartner und seine Kinder...
tja, so gehen die Meinungen auseinander. Für mich ist so ein Verhalten ueberaus uebergriffig. Es ist seine Familie, seine Entscheidung. Geht niemand an ausser ihm selbst und die direkt Betroffenen. Nur weil die neue Freundin meint er muesse halt Kontakt zu sener Familie haben und notfalls nachhilft ist das noch lange nicht in Ordnung.
Für mich ein absolutes no-go. Wenn ers sich gefallenlaesst - ok. Gut für die Beziehung kanns jedenfalls nicht sein. Von Respekt lese ich da gar nix. eher das hämische Freuen darüber ihn blossgestellt zu haben...
gruss
mirca
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30.12.2006, 13:10Inaktiver User
AW: Der Lebenspartner und seine Kinder...
Sehe ich überhaupt nicht so. Mich würde es schwer treffen, wenn der Mann, den ich ich liebe, sich nicht an gewisse "Grundregeln" hielte. Dazu gehören für mich eben der Umgang mit den eigenen Kindern/Enkeln sowie auch noch viel weitläufigere Sachen. Ich könnte doch auch nicht damit leben, wenn mein Partner auf der Straße kleine Mädchen anquatschen würde (Extrembeispiel, klar, aber letztendlich auch ein "Übergriff" meinerseits).
Ich bewundere deine Geduld, Henne. Ehrlich gesagt: Ich könnte das nicht.
Die Mutter meines Ex-Freundes hat sich mit Anfang 40 überraschend aus ihrer Ehe gelöst und war fortan mit der Liebe ihres Lebens zusammen. Dieser neue Mann war herzensgut und die beiden waren bis zu seinem viel zu frühen Tod das Traumpaar schlechthin. Aber er hatte zwei Ehen hinter sich und ein Teil seiner Kinder aus einer vorherigen Ehe lebten im Kinderheim. Die Mutter hatte sich aus dem Staub gemacht (Drogen, Strich - das ganze Programm) und der Vater kam mit der alleinigen Aufgabe auch nicht zurecht.
Erst mit der neuen Partnerin, eben der Mutter meines Freundes, gab es endlich wieder einen Kontakt zu diesen ziemlich verkorksten Kinderseelen. Dennoch: So ganz wurde das Problem nie gelöst und es stand auch immer etwas zwischen ihnen.
Daran mußte ich beim ersten Posting denken. Es ist sehr schwer, dafür die "richtige" Antwort zu finden.
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30.12.2006, 14:49
AW: Der Lebenspartner und seine Kinder...
ich danke euch für die sehr unterschiedlichen antworten, die natürlich auch meine unsicherheit wiederspiegeln.
@mirca, das was du sagst, spielte auch in unseren streitgesprächen eine rolle und deshalb habe ich auch immer wieder mehrere monate lang den schnabel gehalten.
aber was machst du, wenn einer immer wieder von selbst sagt *och, ich will nächste woche mal zu meiner tochter gehen* (henne: *hibbel*, wie schööön
) und es dann einfach nie tut?
und wie fühlst du dich, wenn du die tochter alle paar wochen mal auf der straße siehst und nicht mal *hallo* sagen kannst (sie kennt mich schon vom ansehen, hat uns ja auch einige male zusammen gesehen)?
und dann eben dieses radikale kontakteinschläfern, seit ich da bin.
ich weigere mich einfach, diesen part der bösen neuen zu übernehmen.
aber für deine kritischen worte danke ich dir; es tut einfach gut, das ganze mal zu durchleuchten. dafür ist tante bri ja schließlich da, nicht wahr?
@basine, ich weiß einfach, dass es den prinzen auf dem weißen pferd nicht gibt
. es stimmen aber soooo viele sachen bei uns, die ich noch nie vorher im leben kennengelernt habe, deshalb nahm ich es lange zähneknirschend hin.
aber die weihnachtsstory brachte das fass schon zum überlaufen...So wie die Schere und der Wasserkrug des sorgsamen Gärtners den Baum in die Höhe treiben, so lassen die Schmerzen und die Tränen vom vergangenen Jahr des Menschen Seele reifen. (chinesisches Sprichwort)
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30.12.2006, 16:26
AW: Der Lebenspartner und seine Kinder...
Hallo Henne,
ich denke, dass es auch ein Stück weit deine Entscheidung ist, wie du mit der Tochter umgehst. Schlließlich wohnt ihr so, dass ihr euch hin und wieder begegnet. Wenn du dann nicht stumm an ihr vorbeilaufen magst, kann ich das gut verstehen. Dein Verhalten im Restaurant fand ich sehr souverän, Hut ab.
Ich habe nach laaanger Beziehung zu meinem Ex und Vater meiner Kinder in der Zeit, als bei uns langsam alles in die Brüche ging, von seinen Eltern (!) erfahren, dass er lang vor meiner Zeit mal kurz verheiratet war und ein Kind existiert. Das hat mich unglaublich beschäftigt, ich konnte nicht damit umgehen. Wäre damals unsere Beziehung nicht eh auf ihr Ende zugeeilt, ich weiß nicht, was das noch ausgelöst hätte. Also nutze deine Chancen, Kontakte so aufzunehmen wie du magst. Und wenn dein Partner immer noch nicht will, so what... Allerdings klingt es eher so, als ob er einfach den ersten Schritt nicht packt. Und vielleicht sogar froh ist, wenn du da ein bisschen schubst.
LöwinMeistens kommt es anders, wenn man denkt...
▬|████|▬ (für Kuchen und andere Nichtdenker)
(Bild: pixelio.de)
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30.12.2006, 16:34Inaktiver User
AW: Der Lebenspartner und seine Kinder...
Liebe Henne65,
ich finde es sehr nett und mutig von Dir. Ich finde, auch, dass es ein paar Grundregeln gibt!
Und da Dein Partner Dich liebt, wird er es wohl gut überleben und alle anderen auch.
Euch allen ein wirklich glückliches und diesbezüglich gedeihendes Jahr 2007
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31.12.2006, 07:25Inaktiver User
AW: Der Lebenspartner und seine Kinder...
Hallo Henne,
natuerlich kannst (und solltest) Du ihm Deine meinung sagen und zeigen. Und mit ihm durchaus offensiv das Ganze diskutieren. Die Grenze wäre für mich das handeln: sobald Du anfängst an seiner Stelle seine Dinge zu regeln die er - aus welchen gründen auch immer - nicht gebacken kriegt hört für mich Paar-Beziehung auf und beginnt Mutter-Kind-Beziehung.
Nur in der ists - meines Erachtens - legitim notfalls selbst das Zimmer aufzuräumen wenn Kind es nun mal einfach nicht macht.
Auch ich würde mit meinem Partner in die Auseinandersetzung gehen wenn ich in meinem Wertesystem den Eindruck hätte er baut Mist. Und ihn nageln wollen auf handelnde Konsequenzen falls er mir dann zustimmt.
Nur: er muss das selbst wollen und er muss selbst handeln. Und ich muesste im Zweifelsfall auch ein "nein, ich will das nicht" akzeptieren. Und ihn nicht hintendrum zu seinem vermeintlichen Glueck zwingen....
verstehst Du worums mir geht? nicht um das Auseinandersetzen. Im gegenteil, das find ich ganz wesentlich.
Nur ums vorwegnehmen von Handlungen die seine Entscheidung sind. Akzepziere ich diese grenze nicht nehme ich ihn nämlich nicht mehr für voll. Und das ist - davon bin ich ueberzeugt - der anfang vom Ende jeder Beziehung.
gruss
mirca
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31.12.2006, 08:23Inaktiver User
AW: Der Lebenspartner und seine Kinder...
Ich möchte jetzt einfach nur mal aus meinem Bauch heraus antworten - und der sagte mir beim Lesen deines Beitrages eindeutig, dass ein Eingreifen und Lenken von deiner Seite nicht in Ordnung ist. Egal, ob mutig und nett gemeint.
Dein Partner ist nicht mehr der jüngste und hat einiges an Erfahrung und Erlebnissen hinter sich. Ich denke, er macht sich selbst Gedanken um seine Kinder, Enkel - und ich an deiner Stelle wäre vorsichtig, ihm da irgendwie einen Weg weisen zu wollen.
Auch die Kinder sind erwachsen. Ein neues Verhältnis zwischen allen wäre ein Verhältnis zwischen Erwachsenen, weniger zwischen Vater und Kind. Wenn die Betreffenden eine Beziehung aufbauen wollen, dann werden sie das tun - aber nicht, indem DU das forcierst.
Ich an deiner Stelle würde glücklich sein, einen lieben Partner zu haben, mit dem ich und mein Kind gut auskomme. Warum willst du dir Stress machen? Es ist - meiner Meinung nach - Sache deines Partners, wie er seine Beziehung zu seinen Kindern regelt!
Und ... als Frau hat man vielleicht oft das Bedürfnis, alles harmonisch und "perfekt" zu gestalten! Alle sind nett und haben sich gern und kommen gut miteinander aus! Und man gefällt sich manchmal ganz gut in der Rolle derjenigen, die so lieb und nett alles regelt. Die Realität sieht aber anders aus! Man kann nichts erzwingen! Wenn über 30 ins Land gegangen sind, wo das Verhältnis deines Partners zu seinen Kindern nicht gewachsen ist, dann wirst du das jetzt auch nicht mehr bewirken!
Das heißt natürlich nicht, dass du ihm deine Meinung dazu nicht sagen solltest! Im Gegenteil! Aber aktives Eingreifen ohne seinen Willen und ohne Absprache ... das ist etwas anderes ....Geändert von Inaktiver User (31.12.2006 um 08:28 Uhr)


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