Hallo,
ich lese oft, dass eine Beziehung bzw. Sex als ein "geben und nehmen" beschrieben wird. Ich störe mich an diesem Ausdruck sehr und zwar an dem Wort "nehmen". Ist es nicht eher ein "geben und _erhalten_" bzw. ein kontinuierliches Kompromisse schließen mit beidseitigem Einverständnis?
"Nehmen" bedeutet für mich, dass man etwas macht, ohne dabei Rücksicht auf seinen Partner zu nehmen. Beispielsweise eine Sexualpraktik, die dem Partner nicht gefallen könnte oder man weiß sogar, dass diese nicht gefällt. Ich denke, wenn man sich einfach so etwas "nimmt" ohne Rücksprache mit dem Partner, dann ist die Beziehung schnell vorbei, da man nicht wissen kann, ob es gut ankommt oder nicht.
Ist das Wort "nehmen" einfach schlecht gewählt? Warum wird es so oft im Zusammenhang "geben und nehmen" benutzt?
Versteht ihr etwas anderes unter "nehmen"?
"Geben und erhalten" finde ich viel passender. "Geben und fordern" finde ich auch gut.
Grüße und erster Post von
friendlyMale91
Edit:
Einfacher gefragt:
Was bedeutet/beinhaltet für euch das "Nehmen" beim "Geben und Nehmen" in einer Beziehung und beim Sex?
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 33
Thema: "Geben und nehmen"
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08.04.2016, 18:34
"Geben und nehmen"
Geändert von friendlyMale91 (08.04.2016 um 22:08 Uhr)
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08.04.2016, 18:42
AW: "Geben und nehmen"
Deine Einlassung finde absolut spitzfindig. Ich kenne das Sprichwort von "Geben und nehmen" als ausgewogene Handlungsbasis. Es passt daher nach meinem Empfinden für Freundschaft, Liebe, Partnerschaft und Sex.
Aber da Du für Dich das anders definieren möchtest, ist das auch in Ordnung.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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08.04.2016, 18:52
AW: "Geben und nehmen"
Man könnte "nehmen" auch interpretieren im Sinne von "ich nehme Hilfe an", "ich nehme ein Kompliment an", ich "nehme" Aufmerksamkeiten an"....
Ich gebe sehr gerne, nicht nur in meiner Beziehung. Ich bin auch gerne mal bereit, in einer Sache zurückstecken und meine Interessen hintenanzustellen - aber ich "nehme" durchaus auch gerne mal, ohne das Gefühl zu haben, dem anderen jetzt was schuldig zu sein. Das ist für mich "Geben und Nehmen".
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08.04.2016, 19:27
AW: "Geben und nehmen"
Ich verstehe das Eingangsposting nicht so recht. Geht`s hier jetzt ums Vögeln? Oder um "Kompromisse in der Partnerschaft"? (Das dachte ich nämlich und dachte gleich - oh, les mal rein, vielleicht kannst Du noch was lernen
).
Vielleicht kannst Du noch etwas genauer werden bzw. Hintergründe schildern
Wenn Dir "fordern" besser gefällt als "nehmen", dann klingt das für mich nach einem Duell zwischen Aktiv und Passiv. Nehmen wäre dann eher etwas "passives", "fordern" dagegen etwas aktives, so in etwa: Ich fordere mein Recht oder so.
Also, worum gehts genau?
Bei vielen Menschen ist es bereits eine Unverschämtheit, wenn sie Ich sagen. - Adorno
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08.04.2016, 20:01
AW: "Geben und nehmen"
um was genau gehts hier? nixcheck...
life's a beach
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08.04.2016, 20:04
AW: "Geben und nehmen"
Du beschreibst "nehmen" im Sinne von "annehmen". Das ist ein schöner Denkanstoß. So habe ich das noch nicht gesehen (auch nicht, dass man sich nicht zu einer Gegenleistung gezwungen sieht). Aber "nehmen" und "annehmen" sind für mich zwei verschiedene Dinge. Ich kann mir ein Glas Wasser jederzeit "nehmen", jedoch um es "anzunehmen" muss mir jemand es z.B. reichen oder einschenken.
Der Ausdruck wird sowohl für Beziehungen als auch für Sex verwendet, also geht es um beides. Es geht hauptsächlich darum, ob der Ausdruck "Geben und Nehmen" passend ist und was "Nehmen" bedeutet.
Du beschreibst nehmen als etwas passives. Ich empfinde nehmen als etwas sehr aktives: z.B. oben, das mit dem Glas Wasser oder z.B. sexuell, dass ein Mann eine Frau nimmt, wie er es will.
Du scheinst nehmen auch eher im Sinne von annehmen zu sehen wie Blueberry. Diese Bedeutung ist passiv.
"Fordern" ist eher zu stark, ein Kampf soll es nicht sein.
So wird es verwendet. Ich finde, es passt aber nicht.
Aber da Du für Dich das anders definieren möchtest, ist das auch in Ordnung.Geändert von friendlyMale91 (08.04.2016 um 20:18 Uhr)
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08.04.2016, 20:09
AW: "Geben und nehmen"
Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.
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08.04.2016, 20:10
AW: "Geben und nehmen"
Was soll an der Bezeichnung fordern besser sein, als das Wort nehmen? Es ist eigentlich egal wie man es betitelt, denn es sollte rein darum gehen dass Sex etwas ist was beiden gefallen und was man freiwillig tun sollte. Einfordern kann ich nichts, denn mein Gegenüber ist ja schließlich nicht mein Leibeigener.
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08.04.2016, 20:17
AW: "Geben und nehmen"
Mh, so richtig hilft mir das jetzt nicht weiter, fm91.
Du möchtest diese Fragestellung eher philosophisch-abstrakt denn an einer konkreten, lebensnahen Situation beackern?
Ok!
Wenn Du in Deinem Eingangsposting schreibst, Nehmen sei zb auch eine sexuelle Praktik, die gegen den Willen des Partners geschieht ("Absprache"), dann hat das für mich nix mehr mit Kompromissen zu tun, sondern das ist dann sexuelle Nötigung, mindestens.
Andersherum bin ich selbstverständlich Feministin, habe aber gar nichts gegen das "Nehmen" von Männern. Also, ich schlag jetzt nicht erstmal im feministischen Handbuch nach, ob das, was jetzt geschieht, in Ordnung ist. Sexuelle Nötigung wie oben von mir beschrieben ist mir allerdings noch nie passiert. Und alles Sexuelle ist für mich irgendwie getrennt vom Alltag, d.h., wenn es dort zu unterwürfigen Handlungen kommt, heißt das nicht, daß ich mich sonst, im "wahren Leben", devot rumschubsen lasse.
Das hat bisher jeder Mann begriffen.
Nehmen ist für mich allgemein eher ein Geschenk, ein Annehmen. Ich kann ja schlecht jemanden dazu zwingen, mir etwas zu geben, zumal dann, wenn er es nicht aus sich selbst heraus versteht oder tut. Damit hatte ich aber so in dem Sinne auch noch keine Probleme. Ich hab mich noch nicht zu-kurz-gekommen oder übers-Ohr-gehauen gefühlt. Dagegen hilft vielleicht auch eine deutliche Abgrenzung, wann mit eigenem Geben Schluß ist.
Das sollte schon im gesunden Gleichgewicht sein, für mich
Bei vielen Menschen ist es bereits eine Unverschämtheit, wenn sie Ich sagen. - Adorno
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08.04.2016, 20:22


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