Hallo, ich hatte hier vor längerer Zeit schon mal von meinen Zweifeln bzgl. meiner Beziehung geschrieben. Und das alles nicht genug habe ich vor einem halben Jahr mit meinem Lebensgefährten eine gemeinsame Wohnung bezogen. Es sind vier Zimmer, wenn auch kleine aber ich habe im Vorfeld gedacht, das wird für zwei Leute ja ausreichend sein, um sich auch jeweils zurückzuziehen. Wirkliche eigene Bereich sind aber aufgrund des Wohnungsschnitts definitiv nicht möglich (Durchgangszimmer).
Um es kurz zu machen, es ist passiert, was ich befürchtet aber doch verdrängt hatte. Mich regt schon jetzt jede Kleinigkeit auf, die er anders macht als ich. Er ist nicht der ordentlichste, ich das ganze Gegenteil und wenn nur die Post und der Schlüssel bei meiner Ankunft sich auf dem Wohnzimmertisch stapeln bin ich schon bedient.
Und was erwarte ich jetzt hier? Wie findet man die Gelassenheit und wie macht man die Kompromisse, die ein Zusammenleben einfach erfordern? Wie schafft ihr das oder wenn nicht, wie geht ihr damit um?
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09.10.2015, 09:57
Trotz Zweifel in gemeinsamer Wohnung - der falsche Schritt?!
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09.10.2015, 10:01Inaktiver User
AW: Trotz Zweifel in gemeinsamer Wohnung - der falsche Schritt?!
Warum genau wohnt ihr denn dann zusammen?
Ich bin ja hier der unordentlichere Teil, und jemand dem seine Ordnung wichtiger ist als ich und der sich an so einem Kleinsch... aufhängt könnte mich mal gern haben (jedenfalls wenn wir über Post auf dem Tisch reden). Das ganz grundsätzlich.
Ein Zusammenleben in einer Wohnung steht bei uns wohlweislich nicht zur Debatte, es hat jeder seins und kann dort machen was er will, und mal ist man hier und mal dort, zusammen oder alleine.
Ich kann es mir anders kaum vorstellen, wieso soll ich mir ohne Not so einen Stress machen? Ich möchte auch ehrlich gesagt niemanden mehr 24/7 um mich herum - das sag ich dann aber auch. Wir haben beide jedes Recht der Welt so zu sein wie wir sind, und über Post hier oder da gibt es ja nun keine DIN Norm an die man sich zu halten hat.
Ich frag mich, ob dich tatsächlich nur aufregt was er anders macht oder ob du nicht aushalten kannst dass er einfach anders ist.
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09.10.2015, 10:43
AW: Trotz Zweifel in gemeinsamer Wohnung - der falsche Schritt?!
Der erste Schritt wär mal, zu sagen, "das ist ja alles neu für uns, und läuft noch nicht rund. Ich würde vorschlagen, daß wir..." und dann sortiert ihr mal, was wessen Territorium ist und welche Regeln für geteilte Territorien gelten. Praktisch, konkret, und nur die wichtigsten Punkte. Ihn nervt bestimmt auch das eine oder andere, dann hast du Verhandlungsmasse.
Ansonsten gelten die Standardregeln für eine geordnete Bude: Abläufe angucken und die Bude auf die Abläufe ausrichten. Wenn manz.B. nach dem Heimkommen mit Zeug in den Händen der Wohnzimmertisch die erste geeignete Ablage ist, andet das Zeug auf dem Wohnzimmertisch. Also wird entweder ein anderer Platz angelegt, oder der Wohnzimmertisch kriegt einen "Eingangskorb". Und so weiter.
So was zu verhandeln passiert immer wieder. Das ist ein Dauerbeschäftigung. Meine ganze Kindheit wurde davon begleitet, daß bei uns zuhause wegen der absurdesten Dinge (wo die Schuhe stehen, wo die Zeitung liegt, wann welches Fenster geöffnet wird) die Fetzen flogen. Aber nach ein paar Jahren hat man das "drin" und ist nur noch aus Gewohnheit aufgeregt ("argh, Männe nu wieder"). Oder zieht wieder auseinander.
Ein Teil des Verhandels ist auch, wie du ja sagst, Gelassenheit. Da hilft's, sich zu sagen, daß man den anderen ja liebt und respektiert, trotz oder wegen seiner Macken, daß das Zusammenwohnen viel Nettes hat, das man im Alltag leicht übersieht, aber sich wieder ins Gedächtnis rufen sollte, und daß man sich überlegt, wo die eigenen "bis hierher und nicht weiter"-Linien verlaufen und diese konsequent (aber idealerweise respektvoll) verteidigt.
Wenn man das nicht mehr tut oder nicht mehr kann, ist es höchste Zeit für getrennte Wohnungen, solange noch was zu retten ist.
Ich spreche da aus der Erfahrung von jemandem, der das überhaupt nicht hinkriegt, und jeden nach kurzer Zeit wieder vor die Tür setzt, aber ich weiß inzwischen, woran es bei mir scheitert. Ich finde Leute auf Dauer anstrengend. Sogar meine Liebsten und Nächsten. Dewegen müssen die irgendwann auch wieder gehen, sonst werde ich kirre, und rege mich über jeden Kleinkram auf...** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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09.10.2015, 11:22
AW: Trotz Zweifel in gemeinsamer Wohnung - der falsche Schritt?!
oder dass es dich aufregt, dass er überhaupt bei dir / mit dir wohnt.hilfskonstruktion
Ich frag mich, ob dich tatsächlich nur aufregt was er anders macht oder ob du nicht aushalten kannst dass er einfach anders ist.
Ich denke, wenn man sich wirklich gern hat und liebt, dass man eine Lösung für so Kleinkram finden wird.
Lass doch einfach sein Zeugs liegen und kümmere dich um deine eigenen Sachen,
Souvenir
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09.10.2015, 11:37Inaktiver User
AW: Trotz Zweifel in gemeinsamer Wohnung - der falsche Schritt?!
Das funktioniert aber nicht wenn 2 Menschen so grundverschieden sind. Ich könnte auch nicht mit einem sehr unordentlichen Menschen auf Dauer zusammenleben, wenn nur ich mich anpassen soll. Dann würde ich mich nicht mehr wohl fühlen.
Beide müssen an sich arbeiten und es müssen klare Regeln aufgestellt werden wo er sich auslassen kann und wo er sich zurückhalten sollte mit seiner Unordnung. Das gleiche gilt für die TE. Er braucht Bereiche wo er unordentlich sein darf, ohne das sie etwas sagt.
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09.10.2015, 12:01
AW: Trotz Zweifel in gemeinsamer Wohnung - der falsche Schritt?!
Seine Sache liegen lassen und mich nicht drum kümmern würde bei mir nur dann funktionieren, wenn es dann in seinem Zimmer wäre aber ein solches gibt es eben nicht. Und das Wohnzimmer, in dem ich es schon so haben möchte, wie ich es mir vorstelle, ist nach einem kleinen Flur der erste Raum, den man betritt. Das wird mir nie egal sein.
Ich möchte mit ihm zusammen leben aber ich kriege es nicht hin, mich zurück zu nehmen. Er kritisiert mich ja kaum und ich mache garantiert nicht alles so, wie er es machen würde. Schon allein daran sehe ich ja, das Menschen eben unterschiedlich mit Dingen umgehen. Ich möchte auch so sein
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09.10.2015, 12:04Inaktiver User
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09.10.2015, 12:05
AW: Trotz Zweifel in gemeinsamer Wohnung - der falsche Schritt?!
Ich denke, wenn du immer das Bedürfnis hast ihn zu kritisieren, dann regt er dich allgemein schon auf.
Versuch ihn doch einfach lieb zu haben, dann regt dich das vielleicht weniger auf.
Oder du lernst es einfach dich mehr um dich selbst zu kümmern als um andere dich zu scheren. Schließlich ist es auch seine Wohnung und er darf es da so tun, wie er sich wohl fühlt.
Souvenir
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09.10.2015, 12:13
AW: Trotz Zweifel in gemeinsamer Wohnung - der falsche Schritt?!
Da liegt wohl der Hase im Pfeffer.
Ist es tatsächlich so, dass man jemanden nicht genug liebt, nur weil man so viele Kritikpunkte sieht. Ich habe eine Freundin, die streitet sich ständig mit ihrem Mann, dass ich mich immer wundere, warum sie noch zusammen sind. Aber da sagt sie, sie würde ihn lieben und hätte nie Trennungsgedanken, bei keinem Streit...... ??!!
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09.10.2015, 12:15Inaktiver User


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