Hallo,
gibt es hier vielleicht auch jemanden, der bzw. die ein Problem mit den Arbeitszeiten seines/ihres Partners hat?
Wir haben ein gemeinsames Kind und waren uns eigentlich immer einig, dass Familie und Privatleben vor dem Beruf kommt.
Aber im Alltag sieht es anders aus.
Die Arbeitszeiten meines Mannes lassen nur wenig Raum für oben genanntes und ich bzw. unsere Beziehung leiden zunehmend darunter.
Gibt es hier Leidensgenossinnen?
Misa
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 26
Thema: Mann arbeitet zu viel
-
14.12.2006, 23:44
Mann arbeitet zu viel
-
15.12.2006, 10:46
AW: Mann arbeitet zu viel
Hallo Misi,
ist dein Mann selbstständig oder macht er Schichtdienst...
Was heißt er arbeitet zu lang..beschreib es mal bitte näher. Danke.
-
15.12.2006, 11:35
AW: Mann arbeitet zu viel
Ohne mehr über den Hintergrund zu wissen - wenn es in Eurer Familie "nur" einen Verdiener gibt, der viel zu tun hat und sich engagiert, ist das eigentlich ein gutes Zeichen. Ich kenne niemanden, der sich seine Arbeitszeiten noch aussuchen kann. Wenn dein Mann darauf bestände, zu einer bestimmten Zeit den Griffel fallen zu lassen, weil die Familie auch wichtig ist, könnte er Schwierigkeiten bekommen. Oder hast du im Grunde eher Angst, dass er absichtlich läner arbeitet, weil ihm das lieber ist, als Zeit mit Dir und Eurem Kind zu verbringen?
Mein Mann und ich gehen um 8 Uhr aus dem Haus und sind um 19 Uhr oder etwas später wieder zurück. Natürlich ist man danach (und nach eventuellen Einkäufen oder anderen Erledigungen) nicht mehr besonders fit - und auch nicht immer gut drauf. Ich kann mir vorstellen, wie es wäre, wenn einer von uns zu Hause bliebe: Der "Verdiener" kommt abgeschlafft nach Hause, wo der Daheimgebliebene schon freudig wartet - ebenfalls geschafft (zumindest, wenn ein Kind da ist), aber dafür sehr mitteilungs- und erlebnisbedürftig. Klar, dass da unterschiedliche Erwartungen aufeinander prallen - ist quasi das klassische Dilemma.
Wenn dein Mann also nicht weniger arbeiten kann, weil sein Job sonst gefährdet ist oder er zu wenig Geld verdient, würde ich versuchen, die Situation zu entschärfen und mir gemeinsam mit ihm ein paar Maßnahmen zu überlegen, die die Spannungen zwischen Euch aufheben oder mildern.
-
15.12.2006, 13:50
AW: Mann arbeitet zu viel
Hallo!
Nein, mein Mann ist weder im Schichtdienst noch selbständig. Auch ist sein Job weder gefährdet noch verdient er zu wenig.
Er ist leitender Angestellter und es ist mir völlig klar, dass man für diese Tätigkeit bzw. das durchaus reichliche Gehalt auch nicht jeden Tag um 17 Uhr den Stift fallen lassen kann.
Er ist einfach ein ehrgeiziger Mensch, der seinen Job bestmöglich machen will. Das ehrt ihn und ich verstehe ihn diesbezüglich auch sehr gut, denn ich selbst bin ganz genauso gestrickt.
Allerdings war vor unserem Sohn die klare „Abmachung“, dass wir beide beruflich ein wenig kürzer treten und aus seiner Sicht war das auch überhaupt kein Problem.
Fakt ist allerdings, dass ich durchaus ein wenig kürzer trete, er aber keineswegs.
Also schmeisse ich neben Studium und Arbeit, Haushalt und Kind. Wenn mein Mann abends heimkommt ist das Haus zumindest so, dass man sich zumindest wohlfühlen kann, das Kind ist sauber, satt und im Bett, das Essen ist fertig. Und ich auch – soviel zum Thema „abgeschlafft“. Das sind wir dann beide und fallen ziemlich bald wie die Steine ins Bett. Nicht gerade zuträglich für eine Beziehung. Mal ganz abgesehen von unserem Sohn, der mit seinem Vater meist nur am Wochenende etwas machen kann.
Und ich habe es mir einfach nicht so vorgestellt, ich denke, das ist der Punkt, der mich so enttäuscht.
Es war immer klar, dass ich zum finanziellen Unterhalt der Familie beitragen will und werde, auch mit Kind. Und im Gegenzug wollte mein Mann auch zur Familienarbeit beitragen.
Klar, er macht es auch. Er ist nicht der Typ, der sich nach der Arbeit die Pantoffeln und das Bier bringen lässt, ganz und gar nicht. Aber natürlich ist der ganze Kram gemacht, wenn er heimkommt. Es wäre ja auch völlig behämmert, wenn ich damit auf ihn warten würde und wir als gemeinsame Abendaktivität das Klo schrubben würden....
Ich habe auch schon oft mit dem Gedanken gespielt, das (Zweit-)Studium zu schmeissen und wieder voll arbeiten zu gehen, um ihm einen möglichen finanziellen Druck zu nehmen.
Er meint allerdings, sein Engagement in der Arbeit hat nichts mit finanziellem Druck zu tun und es würde nicht wirklich was ändern, wenn ich wieder arbeiten ginge.
Er selbst ist auch nicht wirklich glücklich mit der Situation und ich habe keinesfalls den Eindruck, dass er lieber in der Firma ist als Zuhause. Aber er ist einfach Mister Perfect und schafft es nicht, nach Hause zu gehen, bis nicht alles wirklich erledigt ist.
Aber verdammt nochmal, ich bin auch Mrs. Perfect,, würde jetzt wohl gerade mein Studium beenden, wenn wir unser Kind nicht bekommen hätten, aber ich musste meine Maßstäbe auch an die neue Lebenssituation anpassen.
Und an die (ursprünglich geplante) Situation mit möglichem zweiten Kind und meinem Wiedereinstieg in den Beruf will ich ja gar nicht denken....wie soll denn das dann erst funktionieren??
Ich bin auf alle Fälle mächtig frustriert und frage mich, ob ich überreagiere, oder ob es anderen genauso geht wie mir.
Grüsse,
Misi
-
15.12.2006, 14:33
AW: Mann arbeitet zu viel
Hm. Ich kann verstehen, dass du angefressen bist. Und wie du auch, kann ich auch deinen Mann verstehen, jedenfalls teilweise.
Für mich sieht es aber trotzdem so aus, als hättet Ihr Eure Vereinbarung, was die Prioritäten nach der Geburt des Kindes angeht, doch nicht eindeutig festgelegt - sonst gäb's ja kein Problem. "Kürzer treten" ist mMn doch eher eine schwammige Umschreibung. Kann man jetzt aber auch nicht mehr ändern.
Ich denke nach deinem Posting folgendes: Wenn dein Mann seine Stelle schon über längere Zeit inne hat und damit abschätzen konnte und kann, ob ein früherer Feierabend drin ist, weil er fest im Sattel sitzt und sich daran auch nichts geändert hat, könnte er ruhig früher nach Hause kommen. Du nimmst ihm ja schon einiges bis alles an übrigen Pflichten ab, da gibt es eigentlich keinen "Grund", zum Sonntagspapa (und Sonntagsehemann) zu werden.
-
15.12.2006, 14:36
AW: Mann arbeitet zu viel
sorry misi, aber für mich liest sich das so, als ob du einfach nur frustiert bist.
Zitat von misi
du gehst arbeiten, studierst, kümmerst dich um dein kind, machst den haushalt. er kümmert sich zu wenig um sein kind, aber im haushalt braucht er nicht helfen.
du machst dich fertig, damit alles fein ist, wenn er nach hause kommt und eure beziehung leidet darunter?
misi, schalt doch mal nen ganz zurück und denk mal ein wenig mehr an dich. ja, lass ihn mal das klo schrubben oder ihr schrubbt es gemeinsam, aber du brauchst auch mal etwas zeit für dich.
oder ihr verlegt die hausarbeit teilweise auf's wochenende, wenn der sohnemann euch dabei zusehen kann. oder ihr legt euch zu putzfee zu - wenn ihr beide arbeiten geht müsste das doch drin sein, oder?
viele männer sehen ihre kids nur am wochenende, weil sie entweder zu spät nach hause kommen oder überhaupt nur am wochenende da sind. er ist doch am wochenende für seinen sohn da, oder?
viel wichtiger scheint mir, dass du etwas mehr an dich denkst und zur ruhe kommst!
liebe grüße
zadaZada
Hoffe nicht ohne Zweifel und zweifle nicht ohne Hoffnung.
[Lucius Annaeus Seneca]
Wer lebt, stört.In einer Familie, die nicht nur aus Mumien besteht, gehören Konflikte dazu.
[Tankred Dorst]
[Reinhard Mey]
-
15.12.2006, 16:57Inaktiver User
AW: Mann arbeitet zu viel
Hallo!
Ich hatte auch mal so einen Mann ... der hatte zwar klare Vorstellungen, wie Familienleben abzulaufen hat, aber im Alltag sah es anders aus.
Er machte "Karriere" - ich saß zu hause mit 2 Kleinkindern.
Ich habe ihm 1000 x gesagt, dass ich mir das nicht so vorstelle - natürlich wollte ich ihm den Rücken freihalten, aber ich habe trotzdem von ihm erwartet, dass er vielleicht EINMAL im MONAT nicht um 20.00 Uhr Schluss macht - sondern um 17.00 Uhr zuhause ist! Wäre das zuviel verlangt gewesen!?!?!? Er arbeitet auch nicht im Schichtdienst - sondern in einer großen Firma als Jungmanager, wo der erste, der ging, als looser galt. Dazu noch ständige Auslandsreisen ...
Dann heiß es - gerade auch von seiner Familie - dass ich ja auch vom Geld profierern würde! Aber das war es nicht - erstens lebte wir sicherlich nicht im Luxus, außerden hätte ich liebend gern auf Geld verzichtet, wenn ich meinen Mann mehr bei uns gehabt hätte.
Irgendwann fühlte ich mich sehr verletzt - überfordert mit den Kindern - hätte seine Unterstützung gebraucht ... die Ehe lief immer schlechter ... Frust von beiden Seiten ....
Ende: Scheidung!
Heute würde ich es anders machen! Pistole auf die Brust! Klar und konkret fordern! Meine Meinung und meine Bedürfnisse klar formulieren! Nicht auf andere Zeiten warten! Jetzt! Sonst kann es schnell zu spät sein !
Alles Gute!
-
15.12.2006, 17:21
AW: Mann arbeitet zu viel
Das halte ich für einen wesentlichen Punkt.
Zitat von Inaktiver User
@misi: vielleicht hilft es, Dir klar zu machen, was an dem ganzen Dich besonders unzufrieden macht. Nicht nur die Meinung, dass er sich nicht an das vorher zugesagte hält. Aber was wünschst Du Dir von ihm? Dass er mehr Zeit mit den Kindern verbringt? Dass ihr mehr Zeit zu zweit habt? Dass er mehr im Haushalt macht?
Mache es Dir selbst klar und dann versuche, mit ihm ein möglichst sachliches Gespräch dazu zu führen. Ich glaube, mit klaren Ansagen, was man von ihnen braucht, kommen viele Menschen besser klar.
Mein Freund war eine Zeitlang auch der Meinung, ich arbeite zu viel (allerdings haben wir keine Kinder). Das fand ich etwas anmaßend. Ich habe nachgefragt, ob es etwas konkretes ist, was ihm fehlt. Wenn er möchte, dass wir öfter ausgehen, können wir das machen, das können wir vorher verabreden, ich war dann auch immer da. Wenn er findet, wir verbringen zu wenig Zeit miteinander, können wir darüber reden (fand ich nicht, fand er aber auch nicht). Aber dann ist es irgendwann mein Privatvergnügen, wenn ich länger arbeite und dafür vielleicht noch ein paar interessantere Dinge mit mache.
Natürlich ist die Situation mit Kind anders. Aber mit konkreten Anforderungen läßt sich immer leichter umgehen, als mit einer wolkigen Unzufriedenheit.
Grüße,
EdelherbDie Ente bleibt draußen.
-
15.12.2006, 18:04
AW: Mann arbeitet zu viel
Misi, Deine Situation kenne ich nur zu gut. Bei uns wäre es sicherlich auch irgendwann auf Trennung hinausgelaufen, ähnlich wie bei Marie. Ich habe meinem Mann dann die Pistole auf die Brust gesetzt: er wollte die Kinder genau so sehr wie ich, er hat sie maximal am Wochenende (wenn er da nicht auch in seinem Büro sass und gearbeitet hat) gesehen. Weder die ersten Schritte, noch Worte mitbekommen.
Wir haben dann viel diskutiert, beide unsere Vorstellung von: wie geht es weiter dargelegt. Er hat dann beruflich deutlich zurückgeschraubt, vielleicht dadurch auch eine Beförderung "verpasst", aber seine Kinder erlebt. Konnte hin und wieder bei Schulaufführungen etc dabei sein, mehr am Familienleben teilnehmen und hat es genossen. Jetzt wo die Kinder älter sind arbeitet er wieder mehr, auch dies nach Absprache.
Uns beiden (und den Kindern) hat es gut getan. Klare Regelungen sind einfach wichtig ein:" du arbeitest zuviel und ich sitz hier zu hause" ist wenig hilfreich.
Versuch in einer ruhigen Minute (ohne Kind) mit ihm zu reden, einen Konsens zu finden. Vielleicht müsst ihr auch beide Abstriche machen....
SiljaMan sollte alle Tage wenigstens ein kleines Lied hören, ein gutes Gedicht lesen, ein treffliches Gemälde sehen und, wenn es möglich zu machen wäre, einige vernünftige Worte sprechen.
Goethe
-
15.12.2006, 18:08
AW: Mann arbeitet zu viel
Hallo Misi,
ich kann dich gut verstehen, es gibt wohl ein paar Gemeinsamkeiten bei uns. Ich bin verheiratet, habe zwei Kinder, Haus, Garten,arbeite 20 Stunden, und habe momentan ständig das Gefühl, für alles allein zuständig zu sein.
Mein Mann hat eine gehobene Position im Angestelltenverhältnis, die häufig mit Außendienst verbunden ist, besonders jetzt zum Jahresende. Daneben hat er ein zeitintensives Hobby, das ihm sehr wichtig ist, und für das er auch noch die paar Abende nutzt, die er mal da ist.
Als wir uns kennenlernten, waren die Voraussetzungen völlig anders. (Ich habe damals sogar mehr verdient als er.)
Es kam dann so wie im Klischee: ich zu Haus mit 2 Kleinkindern, und er macht die Super-Karriere (geht wohl auch nur mit Familie im Hintergrund). Dass ich jetzt 20 Stunden arbeite, dient meiner persönlichen Selbstbestätigung und musste ich mir hart erkämpfen, sprich, die Organisation steht, auch ohne dass Papa hierfür zwangsläufig erforderlich ist!
Nachdem wir unter großer Belastung ein neues Haus gebaut haben (was er so gern wollte!) kam die Idee, sich beruflich weiter entwickeln zu wollen, das bedeutet heutzutage ja mit 99%iger Sicherheit einen Ortswechsel, und nachdem ich das nun gerade mit Umzug, Schul- und Klassenwechseln sowie meinem beruflichen Wiedereinstieg organisiert hatte, habe ich dann ganz klar gesagt: OHNE MICH! (Idee ist nun auch verworfen...)
Es ist eine Situation, die keine "endgültige Lösung" zulässt. Beruflich ist es gefordert, 150% Einsatz zu zeigen, wenn er vorankommen will, und es ist auch die Erwartung des beruflichen Umfelds, dass er entsprechend zur Verfügung steht. Folge ist, dass wir hier in regelmäßigen Intervallen Riesen-Kräche haben, danach geht es dann eine Zeitlang besser, bis es sich wieder einschleift.
Ich habe damit ein echtes Problem, denn es ist für mich nicht einzusehen, dass immer ich beruflich ausfallen muss, wenn z. B. ein Kind krank ist, andererseits habe ich auch kein Druckmittel in der Hand, denn alles würde ja auf dem Rücken der Kinder ausgetragen.
In diesem Sinne solidarische Grüße
Blaueshaus


Zitieren
