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  1. Inaktiver User

    Ehrliche Beziehungsgespräche mit dem Ehepartner über Gefühle in Freundschaften

    Hallo zusammen

    Mit meinem Mann habe ich viel in den letzten Wochen über Nähe/Distanz zu einem männlichen Arbeitskollegen gesprochen, den ich mehr als mag und mit dem ich seit 3 Jahren eine enge vertraute Freundschaft pflege. Von der Intensität dieser Freundschaft konnte ich zuvor meinem Mann nicht erzählen.
    Ich hatte grosse Angst, meinen Mann zu verletzen und meine junge Ehe zu gefährden. Nun konnte ich vieles klären und bin dabei meine innere Ruhe wieder zu finden.

    Dieser Freund steht nun am Anfang einer neuen Beziehung. Da habe ich gemerkt, wie nah mir das geht und dass es so nicht weiter gehen kann. Es hat mich innerlich zerrissen - weil so viele Fragen nicht geklärt waren. Ich wusste, ich muss die Situation für mich klären - mit meinem Mann und mit dem Kollegen.

    Auch mit meinem männlichen Freund habe ich viel in den letzten Wochen gesprochen, was wir gegenseitig fühlen und wie wir uns künftig verhalten werden und wie wir den Kontakt gestalten wollen. Es ist eine Art "kleine Liebe", aber ich möchte mit diesem Freund keine Beziehung führen. Wir haben nun die Sicherheit, dass wir uns beide auch künftig wichtig sein wollen - aber jeder "in seinem Leben zu Hause bleiben".

    Ich werde diese Freundschaft nicht aufgeben, weil sie mir gut tut - auch wenn grenzwertige Gefühle und Hormone auftauchten, auf beiden Seiten. Nun muss sich das Ganze neu einspielen und neue Gewohnheiten müssen sich erst festigen. Abstand zu gewinnen fällt mir im Moment eher schwer, merke aber dass es mir hilft meine Mitte wieder zu finden. Zumal ich auch seine neue Beziehung nicht gefährden will.

    Seit die Verhältnisse und der Umgang geklärt sind, fühle ich mich so sehr erleichtert. Denn nun ist auch die Gefühlswelt wieder klarer. Ich habe für mein Seelenwohl gekämpft. Eine Freundschaft verteidigt, hinterfragt, neu aufgegleist. Die Grenzen in meiner Ehe habe ich ausgereizt und neu verhandelt. Ich liebe meinen Mann und habe das Wissen, den richtigen geheiratet zu haben. Ich weiss nicht nur, ich fühle klar wo ich hingehöre. Wir können nun über alles reden, auch über Gefühle und Hormone, die trotz Ring am Finger auftauchen. Er gönnt mir diese Freundschaft - erwartet natürlich, dass wir uns korrekt verhalten. Wir sind zur Erkenntnis gelangt, dass normal ist, dass das passiert - es kommt aber darauf an, ob der Kopf dabei eingeschaltet bleibt.

    Ich glaube, wir haben eine neue Qualität in unserer Ehe erarbeitet, die viele gar nie erreichen. Eine neue Ebene an Verbundenheit...so tief, so ehrlich...wir entdecken uns gerade neu. Keine Heimlichkeiten, kein schlechtes Gewissen.

    Es hat eine Menge Mut und ein paar Anläufe gebraucht, mit meinem Mann immer etwas tiefer in das Thema einzutauchen. Mein Mann ist jemand, der nicht unüberlegt eifersüchtig handelt, sondern objektiv reflektieren kann. Dadurch konnte ich das tun. Ich habe gelernt, dass man wirklich offene Gespräche etwas üben und regelmässig führen muss, um diese Nähe/Vertrautheit zu erreichen.

    In anderen Beziehungskonstellationen könnten solche Gespräche nach hinten raus gehen für eine Beziehung gefährlich werden. Mich würde interessieren, wie offen könnt ihr wirklich mit mit eurem Lebenspartner/Ehepartner sprechen? Gab es besondere Erlebnisse/Erfahrungen, die erst dazu führten?

    Ich möchte nicht über meine Geschichte im Detail diskutieren, diese habe ich als Einstieg in das Thema erzählt.

    Danke für eure Rückmeldungen.

    Eure Kassandra

  2. Inaktiver User

    AW: Ehrliche Beziehungsgespräche mit dem Ehepartner über Gefühle in Freundschaften

    Ich wäre nicht verheiratet wenn ich nicht ehrlich und offen sein könnte....

    In deinem Fall hoffe ich für dich, dass die neue Freundin deines Freundes das auch so sehen kann...


    Wird es in dieser Freundschaft mal zu Sex kommen? Du schreibst von Hormonen? Führt ihr eine offene Ehe?

    Hat dein Mann ähnliche Freundschaften zu Frauen - und wenn ja, wie fühlst du dich dabei?

  3. Inaktiver User

    AW: Ehrliche Beziehungsgespräche mit dem Ehepartner über Gefühle in Freundschaften

    Hallo Dharma

    Wir führen keine offene Ehe - es gibt auch keinen Bedarf, sich den Sex anderswo zu holen. Es wird mit dem Kollegen nicht zu Sex kommen, das ist geklärt. Die Hormone sind zum Glück am Abflauen...wir wollen ja eine Freundschaft pflegen und keine Affäre anfangen. Es spielte sich rein auf der Gedanken-Gefühlsebene ab. Aber ja, das Verlangen war mal stark da.

    Offen und ehrlich sein, das hatten wir bislang natürlich schon. Aber nun gab es ja eine konkrete Situation, die geklärt werden musste. Bei Small Talk Themen ist es einfach, ehrlich zu sein. Aber bei Gefühlen zu einem anderen Mann bei der Wahrheit zu bleiben ist schon schwieriger.

    Mein Mann hat auch Freundschaften zu Frauen, aber wie er selbst sagt, nicht in dieser Tiefe. Ich gönne ihm diese Freundschaften. Zu Menschen, die man mag fühlt man sich hingezogen. Umso schöner, wenn diese zu echten Freunden werden.

    Ich habe als junge Frau mit schwer Kranken und Sterbenden gearbeitet. Das hat mich geprägt, offen mit meinen Mitmenschen zu sein. Ich schätze tiefgründige Gespräche sehr und liebe diese Verbundenheit, die daraus entsteht. Das prägt alle meine Freundschaften - aber die sind alle entstanden bevor ich geheiratet habe.

    Einen neuen Menschen in den kleinen Kreis der engsten Freunde einzulassen, muss in gewisser Weise auch vom Partner mitgetragen werden.

  4. Inaktiver User

    AW: Ehrliche Beziehungsgespräche mit dem Ehepartner über Gefühle in Freundschaften

    Dann ist doch alles gut

  5. Inaktiver User

    AW: Ehrliche Beziehungsgespräche mit dem Ehepartner über Gefühle in Freundschaften

    In deinem Fall hoffe ich für dich, dass die neue Freundin deines Freundes das auch so sehen kann...
    Ich kenne Sie noch nicht. Weiss auch noch kaum etwas über sie. Das entwickelt sich gerade. Ich freue mich sehr für ihn, dass er eine neue Beziehung starten kann....das auf mein Drängen hin, sich mal in einem Datingportal anzumelden.

    Ich habe unsere Freundschaft mit meinem Mann besprochen. Ich habe unsere Freundschaft mit meinem Kollegen besprochen. Jetzt muss dieser unsere Freundschaft gegenüber seiner neuen Freundin erläutern (und verteidigen). Natürlich wird sie da miteinbezogen, ich hoffe natürlich dass wir das Team mit ihr nun vergrössern können .

    Aber sie wird ein Stück weit auch akzeptieren müssen, dass Kassandra existiert. Eine neue Freundin kann doch nicht erwarten, dass man bestehende Freundschaften aufgibt. Da würde mein Kollege ja wie ein Blatt im Wind handeln, aber zum Glück entspricht das nicht seiner Persönlichkeit.

    Ich habe ihm zu ihm gesagt: Ich hoffe, sie mag mich.
    Seine Antwort: Sie muss. Du warst zuerst da. Du bleibst meine beste Freundin.

  6. Inaktiver User

    AW: Ehrliche Beziehungsgespräche mit dem Ehepartner über Gefühle in Freundschaften

    So sicher wäre ich da nicht, lies hier mal rum. da gibt's genug Stränge drüber, dass viele Frauen eben genau das nicht dulden...


    Je nachdem wie ernst die Sache wird, wenn sie ihn vor die Entscheidung stellt wird er sich entscheiden müssen.... für eine platonische Freundin oder für eine Liebe!


    Aber soweit ist es ja noch nicht.

    Was ich so gar nicht verstehe, ist diese absprechen - ich erkläre meinem Mann doch meine Freundschaften nicht.... teilweise waren sie lange vor ihm schon, und viele kennt er auch nicht....

    Allerdings hege ich keine erotischen Gefühle für meine Freunde - das konnte ich nie. ONS dagegen schon *fg*

  7. Inaktiver User

    AW: Ehrliche Beziehungsgespräche mit dem Ehepartner über Gefühle in Freundschaften

    Sie führen aufgrund der Wohnorte und familiären Verpflichtung (er ist alleinerziehend) eine Fernbeziehung. Man könnte den Kontakt auch an der Beziehung vorbei gestalten - aber das will ich nicht und ist brandgefährlich. Wird sich alles zeigen.

    Das mit dem Absprechen..gute Frage...ist ein grosses Stück weit einfach eine Schutzmassnahme...denn wenn ich das nicht "öffentlich" gemacht hätte, wären vermutlich die Gefühle für meinen Kollegen aus dem Ruder geraten und wir wären in einer handfesten Affäre gelandet. Dann wäre grosses Theater entstanden und man weiss ja wie das ausgeht...

  8. Inaktiver User

    AW: Ehrliche Beziehungsgespräche mit dem Ehepartner über Gefühle in Freundschaften

    In anderen Beziehungskonstellationen könnten solche Gespräche nach hinten raus gehen für eine Beziehung gefährlich werden. Mich würde interessieren, wie offen könnt ihr wirklich mit mit eurem Lebenspartner/Ehepartner sprechen? Gab es besondere Erlebnisse/Erfahrungen, die erst dazu führten?
    Ich möchte gerne nochmals meine Frage in den Raum stellen und hoffe, noch ein paar andere Erzählungen zum Thema zu erfahren.

    Eure Kassandra

  9. gesperrt

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    AW: Ehrliche Beziehungsgespräche mit dem Ehepartner über Gefühle in Freundschaften

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    So sicher wäre ich da nicht, lies hier mal rum. da gibt's genug Stränge drüber, dass viele Frauen eben genau das nicht dulden...
    Jo, und das ganz zu Recht, wenn ich sowas hier schon wieder lese.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich möchte gerne nochmals meine Frage in den Raum stellen und hoffe, noch ein paar andere Erzählungen zum Thema zu erfahren.
    Ja, ich war bei meinen wirklich wichtigen Männern im Leben immer sehr offen und ehrlich, da wurde auch ein Fremdverlieben thematisiert. Ohne Offenheit und Vertrauen kann ich keine ernsthafte Beziehung führen.

    Allerdings habe ich mich noch nie in einen Kumpel verliebt. Und auch noch nie von meinem Freund verlangt, dass der das akzeptieren muss, dass ich weiterhin trotz Verliebtheitsgefühle mit diesem befreundet bleibe.
    Sei froh, dass dein Mann das so ohne weiteres toleriert - ich würde das nicht, und ich kenne auch kaum Menschen, die das so locker sehen würden.

  10. Inaktiver User

    AW: Ehrliche Beziehungsgespräche mit dem Ehepartner über Gefühle in Freundschaften

    Hallo Josyfine

    Eine ernsthafte Beziehung mit meinem Mann will ich führen und das tue ich auch, indem ich mit ihm spreche. Er ist die wichtigste Person in meinem Leben.

    Die Anziehungskraft zu meinem Kollegen wird weiter abnehmen, ich arbeite an mir und auch der Abstand wird das mit sich bringen. Aber ich möchte diese Freundschaft nicht aufgeben, weil Verliebtheitsgefühle da sind. Das macht das Leben doch erst interessant, sich schwierigen Fragestellungen nicht zu entziehen, Verstrickungen zu entwirren, Emotionen zuzulassen, Grenzen auszuhandeln, Bedürfnisse zu erkennen und zu verteidigen.

    Ich habe schon genug oberflächliche Bekanntschaften. Ich möchte eine echte tiefe und lebendige Freundschaft mit Fleisch am Knochen. Das setze ich mich gerne mit meinen Gefühlen, Zielen, Grenzen, eigenen und gesellschaftlichen Moralvorstellungen auseinander - damit es am Ende für mich stimmt, für meinen Mann und auch für meinen momentan besten Freund.

    Freunde kommen und gehen. Ich habe keine Sicherheit, ob diese Freundschaft tatsächlich halten wird. Sicher ist, dass ich verheiratet bin und mich intensiv mit meinem Ehepartner austauschen sollte und mich und unsere Beziehung weiterentwickeln will. Ich möchte nicht in 10 Jahren sagen müssen: wir hätten viel öfter/viel offener miteinander reden müssen.

    Vielleicht will ich zuviel - eine bereichernde Ehe und eine wirklich gute Freundschaft. Aber ein Versuch ist es wert. Dann bin ich authentisch geblieben. Denn Nichtkämpfen und Aufgeben liegt mir nicht.
    Ich weiss, dass ich da viel von meinem Mann verlange und schätze sein Vertrauen und seine Grosszügigkeit sehr.

    Danke für deinen Input, Josyfine!

    Gruss, Kassandra

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