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    "wieso immer ich?" - über die Ungerechtigkeit des Alltags

    Hallo liebe Ehefrauen,

    mich interessiert, ob ihr euch in eurem Beziehungsalltag ähnlich benachteiligt fühlt wie ich.
    Und falls dem nicht so sei, wie macht ihr das?

    Mein Mann und ich sind seit 7 1/2 Jahren ein Paar.
    Wir haben zwei entzückende kleine Kinder (4+6 Jahre alt), sind mit zwei gastronomischen Läden selbstständig (eigentlich ist nur mein Mann selbstständig, denn ich bin bei ihm eingestellt) und nun haben wir noch vor einem Jahr ein 100 Jahre altes Haus, unser Traumhaus, gekauft.

    Mein Mann ist ein toller Mann, der mir alle Freiheiten läßt, mich in meinen Idee unterstützt und dazu noch unglaublich sexy und charmant ist.

    Es könnte alles so schön sein, wenn ich mich dabei nicht so schlecht (mein erster Impuls war eher *scheiße) fühlte.

    Mein Mann versteht es, sich das Leben möglichst schön und angenehm zu machen und sich jede Realität so zu stricken, dass sie seine "Leb in den Tag"-Philosophie unterstützt.
    Das bedeutet aber leider für mich, dass notwendige Dinge (Dinge, die für MICH notwendig erscheinen) leider an mir hängen bleiben. Das hat sich in den letzten Jahren jedoch derart einspurig entwickelt, dass ich immer mehr von dem ohnmächtigen Gefühl übermannt werde, dass ALLES allein in meiner Verantwortung liegt.

    Ich habe vor einem Jahr meinen Job als Sozialarbeiterin aufgegeben (sehr gerne aufgegeben, denn ich konnte und mochte keine emotionale Arbeit mehr leisten) und bin in einen unserer beiden Läden mit 20 Std/Woche eingestiegen.

    Nach einem Jahr im Betrieb beschleicht mich jedoch immer mehr die böse Ahnung, dass mein Mann zu wenig Ahnung und vor allem zu wenig Engegement in die Geschäftsführung steckt.
    Die Mitarbeiter routieren, da aufgrund von Urlaub und Krankheit die halbe Besatzung fehlt, mein Mann sitzt im Büro und ließt Zeitung (er trägt die Verantwortung, würde er jetzt sagen).
    Ich bin nicht unbedingt der Meinung, dass der Chaf im operativen Geschäft mitarbeiten sollte, aber wenn es an allen Ecken fehlt und die Zeit drängt, dann würde ih als Chef UNBEDINGT mitarbeiten, denn nur so kann ich kontrollieren, dass die qualitativen Richtlinien tatsächlich auch eingehalten werden und meinen Mitarbeitern zeigen, dass wir in Krisenzeiten alle zusammen halten und sie damit motivieren.
    Jedes Mal, wenn ich in seinem Laden aushelfen muss, bin ich fassungslos von der Unordung, dem Chaos und der Lieblosigkeit mit dem unseren Kunden das Essen serviert wird.

    Ebenso schockt mich sein Urvertrauen in die Personalführung. Er könnte nicht auf Anhieb sagen, wieviele Mitarbeiter wir haben (die Zahl ist seit 1 1/2 Jahren stabil), welche Arbeitszeiten sie haben oder wie die Urlaubsplanung aussieht. Ebenso wieviel Gewinn welcher Laden abwirft, wann wir das letzte Mal die Preise erhöht haben oder wieso wir welche Steuern zahlen müssen.
    Das brauche er alles gar nicht zu wissen, denn es liefe doch gut!
    Es liefe doch schon seit 20 Jahren so...

    Dass er kurz vor unserem Kennenlernen einen Laden aufgrund ??? verloren hat, im zweiten Laden kurz nach unserem Kennenlernen die Kündigung aufgrund schlechter Leistung drohte, schreibt er der Launenhaftigkeit bestimmter Entscheidungsträger, aber niemals seinen Leistungen zu. Da ich keine Ahung von dem Geschäft hatte, habe ich ihm immer geglaubt.
    Mit viel Mühe, Zeit und Engagement haben wir letztes Jahr die Ausschreibung für einen weiteren unseren zweiten Laden gewonnen. Die vielen Bewerbungen und Konzeptentwicklung fielen dabei mir zu, denn er habe es nicht so mit dem Schriftkram.

    Jetzt haben wir wieder zwei Läden machen einen ordentlichen Umsatz von 500 Tsd. pro Jahr, aber nur einen Brutto-Gewinn von ca. 40 - 60 Tsd pro Jahr. Mir streuben sich die Haare, wenn ich sehe, wieviel Geld wir aufgrund seiner entspannten Haltung verlieren, vor allem, da binnen kürzester Zeit aus meinen 20 Std./Woche ein Vollzeitjob geworden ist, da ich an allen Ecken und Enden versuche, das Schlimmste zu verhindern.
    Aufgaben die wir absprechen, vergisst er und macht sie einfach nicht, weil er keine Lust habe, sich wegen Geld Stress zu machen. Wenn ich unseren Monatsabschluss nicht in die Hand nehme, zahlen wir regelmäßig 140 € Verzugsstrafe an das Finanzamt. Seine privaten KK-Rechnungen hat er seit wir uns kennen, nicht einmal eingereicht, weil auch das nur unnötiger Geldstress ist.

    Das wäre alles nicht so schlimm, wenn wir genügend Geld hätten. Haben wir aber nicht!
    An unserem Haus stehen noch zahlreiche Renovierungsmaßnahmen an, die wir uns gerade einfach nicht leisten können. Aber auch das sieht mein Mann nicht. Wenn ich nicht immer wieder den Notstop ziehen würde, würde er immer weiter Handwerker bestellen, ohne sich Gedanken über die darauffolgenden Rechnungen oder gar die Bestimmungen des Denkmalsschutzes zu machen.

    Ich glaube, ich bin realistisch genug zu wissen, dass ein altes Haus ein Lebensprojekt ist und immer Geld und Mühen kostet. Dass ich aber immer noch keine Terasse habe, während unser hart erarbeitetes Geld in unnötigen Gruben versickert, macht mich unfassbar wütend.
    Die Renovierung und Koordination von Geld und Handwerkern liegt auch hauptsächlich in meiner Hand. Unsere anfängliche Aufgabenteilung (er kümmert sich um die Heizung inkl. Förderung und ich um den Rest), klappt auch nur, wenn ich ihn immer wieder an die Fördertermine erinnere und ihn quasie dort hin schiebe.

    Auch finde ich es furchtbar ungerecht, dass die Kinder zu 98 % in meinen Zuständigkeitsbereich fallen.
    Wenn ich meinem Mann sage (bitten geht nicht, denn dann findet er immer einen Weg sich heraus zu winden), dass er etwas Bestimmtes mit den Kindern tun soll, dann tut er dies auch. Aber das bedeutet auch immer, dass die Planung sowie Vorbereitung an mir liegt.

    Mir platzte endgültig der Kragen als ich letztes WE mit einer Freundin beim Wellness war.
    Ich hatte die Wochen davor 50 Std/ Woche gearbeitet und sämtliche Fehlzeiten im Betrieb, anstehende Aktionen und Konzeptionen sowie die längst fällige Preiserhöhung umgesetzt und stand neben der Arbeit im Haushalt und der Versorgung der Kindern kurz vor einem Nervenzusammenbruch.
    Mein Mann gönnte mir das WellnessWE von Herzen.

    Als ich jedoch wieder kam, wollte ich am liebsten wieder fahren. Das Haus lag in Schutt uns Asche, so wie unsere Kinder es nur hinkriegen, wenn sie sehr lange und sehr frei spielen dürfen, die Wäsche stapelte sich und der Kühlschrank war leer.
    Er gönnte mir zwar das WE, das bedeutet aber nicht, dass er sich irgendwie für die Übernahme des Alltags verpflichtet fühlte.

    Ich spüre, dass mir die Verantwortung zu viel wird und ich sie so nicht mehr all zu lange stemmen kann.
    Mein Mann kann meine Ängste nicht nachvollziehen, da ER doch die Verantwortung trage. Dies sei übrigens auch der Grund, warum er sich zu Hause so wenig beteilige. Die Verantwortung, die er trüge, sei eine weitaus größere als der Job (die drei Jobs) die ich machte.

    Mein erster Impuls war, mir wiede einen externen Job zu suchen und ihn seiner eigenen Betierbsphilosophie zu überlassen. Das Dumme ist nur, dass unsere Existenz, unser Haus sowie das Selbstwertgefühl meines Mannes an den Geschäften hängt.

    Nun sagt man immer, dass der Frieden und das Glück der Familie immer an der emotionalen Stabilität der Frau hinge. Ich wäre gerne eine Frau, die das alles glücklich uns klaglos mittragen könnte.
    Kann und will ich aber nicht.

    Wie macht ihr das? Ist bei euch alles gerecht verteilt?
    Wie geht ihr mit ev. Ungerechtigkeiten in der Arbeits-/ und Veantwortungsverteilung um???
    Wie schafft ihr es, zumidest den Kindern gegenüber den Schein zu wahren und ein glückliches Heim zu bieten??

    Verzweifelt und überfordert
    L.-M.

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    AW: "wieso immer ich?" - über die Ungerechtigkeit des Alltags

    Wie macht ihr das? Ist bei euch alles gerecht verteilt?
    Wie geht ihr mit ev. Ungerechtigkeiten in der Arbeits-/ und Veantwortungsverteilung um???
    Wie schafft ihr es, zumidest den Kindern gegenüber den Schein zu wahren und ein glückliches Heim zu bieten??

    Verzweifelt und überfordert
    L.-M.
    Das erste, was mir einfiel, Dein Mann ist ein fauler, verantwortungsloser Sack, der sich von Dir bedienen lässt.

    Allerdings, Du lässt mit Dir machen.

    Dein Mann übernimmt keine Verantwortung, anderen beim arbeiten zuschauen, scheint tatsächlich bei manchen Menschen die Definition von "Chef sein" zu sein.
    Dein Mann hilft weder aus, was in eurer Situation notwendig wäre, noch übernimmt er Führungsverantwortung.

    Mir streuben sich die Haare, wenn ich sehe, wieviel Geld wir aufgrund seiner entspannten Haltung verlieren, vor allem, da binnen kürzester Zeit aus meinen 20 Std./Woche ein Vollzeitjob geworden ist, da ich an allen Ecken und Enden versuche, das Schlimmste zu verhindern.

    Mein erster Impuls war, mir wiede einen externen Job zu suchen und ihn seiner eigenen Betierbsphilosophie zu überlassen.

    Das Dumme ist nur, dass unsere Existenz, unser Haus sowie das Selbstwertgefühl meines Mannes an den Geschäften hängt.
    Du nennst das entspannte Haltung? Hast Du das ironisch gemeint?
    Such Dir wieder eine externe Arbeit. Wenn die Geschäfte Deines Mannes pleite gehen, steht ihr schnell ohne alles dar.

    Sein Selbstwertgefühl hängt daran, dass Du Dich wie ein Putzlappen behandeln lässt?

    Gehört Dir die Hälfte des Hauses?

    Kinder merken es sehr schnell, wenn ein Schein ohne Substanz dahinter gewahrt werden soll.

    Mein Mann ist ein toller Mann, der mir alle Freiheiten läßt, mich in meinen Idee unterstützt und dazu noch unglaublich sexy und charmant ist.
    Worin äußert sich das, Dir alle Freiheiten lässt? Was sollte er Dir auch reinreden, Du bügelst alles aus, letztendlich ist es ihm doch egal, was Du machst oder nicht machst, Hauptsache er kann seinen Schlendrian durchziehen.

    Jetzt haben wir wieder zwei Läden machen einen ordentlichen Umsatz von 500 Tsd. pro Jahr, aber nur einen Brutto-Gewinn von ca. 40 - 60 Tsd pro Jahr.
    Hm, keine Ahnung, wie hoch übliche Renditen in der Gastronomie sind. Ist das Problem zu wenig Umsatz, oder zu hohe Kosten?
    Edit: Bruttogewinn heißt kein Abzug von Fixkosten, wie Mieten, Pacht, Gehältern? Was ist mit Steuern? Von was lebt ihr?

    Nun sagt man immer, dass der Frieden und das Glück der Familie immer an der emotionalen Stabilität der Frau hinge. Ich wäre gerne eine Frau, die das alles glücklich uns klaglos mittragen könnte.
    Kann und will ich aber nicht.
    Das sagt bestimmt Dein Mann?

    Um auf die Frage im Titel zu antworten, weil Du es mit Dir machen lässt.

    Edit: es ist ja nicht irgendeine Ungerecht des Alltags (was sollte das auch sein?), die Dich verzweifeln lässt, sondern dass Dein Mann auf Deine Kosten Chef spielt (er handelt nicht wie einer) und daheim den Pascha gibt - denk auch daran, was für ein "Vorbild", das für die Kinder ist.
    Geändert von Ozean_ (03.07.2015 um 15:39 Uhr)

  3. Moderation

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    AW: "wieso immer ich?" - über die Ungerechtigkeit des Alltags

    Liebe Lara-Marlen, bitte nimm es mir nicht uebel, aber hier geht es ja wohl kaum um handelsuebliche Verteilungsprobleme zwischen Ehepartnern, noch nicht einmal um das (viel zu) verbreitete Problem, dass Frauen auch bei Berufstaetigkeit den Haushalt im Alleingang stemmen.

    Dein Mann ist schon etwas spezieller, das aeussert sich ja nicht nur in Eurer Aufgabenverteilung. Und ja, selbstverstaendlich finde ich diese Aufteilung unhaltbar. Ich meine daher, dass es dir relativ wenig nuetzt zu hoeren, wie Andere es halten, denn solche Extremfaelle halte ich fuer relativ selten. Suchst Du allerdings Bestaetigung, dass Du zu Recht ueberfordert bist - nein: ueberfordert wirst - bin ich gern zu Diensten: Dass ein Partner sich einen lauen Lenz macht, bzw. noch schlimmer aktiv Probleme verursacht, die der andere dann 24/7 auszugleichen hat ist nicht normal und nicht haltbar.

    Ich hoffe sehr, vor allem fuer Eure Kinder, dass Du keine Frau bist, die das noch lange laechelnd und klaglos hinnimmt! Das Familienglueck soll davon abhaengen, dass Mama ALLES mit sich machen laesst waehrend Papa ausschliesslich das tut, wozu er Lust hat? Das willst Du Deinen Kindern nicht ernsthaft mitgeben, oder?

    Wie Du Deinen Mann aus seiner Apathie kriegst, weiss ich leider auch nicht. Vielleicht melden sich hier ja noch User mit Businesserfahrung, die praktische Vorschlaege haben, was als erstes in Angriff zu nehmen ist. Denn ich verstehe, dass Du "ihn" nicht "einfach" mit dem Geschaeft vor die Wand laufen lassen willst - immerhin wuerde er Euch alle mit an die Wand klatschen. Das ist schon eine gemeine Situation. Waere denn eventuell ein irgendwie moderietes Gespraech zwischen Euch eine Hilfe, z.B. Mediation? Denn das Kernproblem ist ja, dass er die Probleme in seiner Ehe und Familie nicht sieht oder sehen will.

  4. Inaktiver User

    AW: "wieso immer ich?" - über die Ungerechtigkeit des Alltags

    Hallo Lara-Marlen,

    beim Lesen Deines Textes hab ich das Gefühl, dass du von Hölzchen nach Stöckchen springst, um allem gerecht zu werden, während Dein Mann den Chef spielt, was aber im Wesentlichen darauf hinausläuft, dass er sich die Eier schaukelt.

    Wenn Du Dir einen externen Job suchst, würde mE die Situation nur verschärft und das Ding schneller an die Wand gefahren.

    Du kannst versuchen, mit Deinem Mann Tacheles zu reden.

    Rechne ihm das vor, wieviel Geld ihr durch seine Haltung verliert, und setze ihm ein Ultimatum. Wobei es von Dir abhängt, ob - bei Nichteinhaltung des Ultimatums - DU dann auch die nominelle Macht an Dich nimmst, dh Du anstatt seiner Chefin und Entscheidungsträgerin wirst, und ihn aus Aushilfe einstellst (zB zum Kellnern) oder ob Du dann gehst, also ihn verläßt.

    Viel Glück !!!

  5. Moderation

    User Info Menu

    AW: "wieso immer ich?" - über die Ungerechtigkeit des Alltags

    Fragen an Deinen Mann - oder an Dich, ueber Deinen Mann. Musst Du aber nicht hier beantworten!

    Zitat Zitat von Lara-Marlen Beitrag anzeigen
    Mein Mann ist ein toller Mann, der mir alle Freiheiten läßt, mich in meinen Idee unterstützt[...]
    Wie Wildwusel: Worin gibt er Dir Freiheit?
    In welchen Ideen unterstuetzt er Dich? Ist es aktive Unterstuetzung oder sagt er immer nur: "Ja, toll, mach doch" ?
    Ist es "Freiheit", oder ist ihm eigentlich egal was Du tust und wie es Dir geht?

    Zitat Zitat von Lara-Marlen Beitrag anzeigen
    Die Mitarbeiter routieren, da aufgrund von Urlaub und Krankheit die halbe Besatzung fehlt, mein Mann sitzt im Büro und ließt Zeitung (er trägt die Verantwortung, würde er jetzt sagen).
    [...]
    Die Verantwortung, die er trüge, sei eine weitaus größere als der Job (die drei Jobs) die ich machte.
    Worin aeussert sich seiner Meinung nach die Verantwortung ganz konkret?
    Meint er vielleicht: Er traegt das Risiko? D.h., er weiss, dass er es falsch macht, aber das kann anderen ja egal sein, weil er es im Fall ist, der den Bach runtergeht? Was denkt er ueber die Tatsache, dass er Familienvater ist und folglich nicht er das Risiko traegt sondern ihr alle?


    Zitat Zitat von Lara-Marlen Beitrag anzeigen
    Jedes Mal, wenn ich in seinem Laden aushelfen muss, bin ich fassungslos von der Unordung, dem Chaos und der Lieblosigkeit mit dem unseren Kunden das Essen serviert wird.
    Was sagt er zu Kundenfeedback?


    Zitat Zitat von Lara-Marlen Beitrag anzeigen
    Mein Mann gönnte mir das WellnessWE von Herzen. [...]
    Er gönnte mir zwar das WE, das bedeutet aber nicht, dass er sich irgendwie für die Übernahme des Alltags verpflichtet fühlte.
    Hast Du ihn schonmal damit konfrontiert, dass sein "Goennen" ein reines Lippenbekenntnis ist, weil er Dich diese Pause sehr teuer bezahlen laesst?



    Und noch eine Antwort:
    Zitat Zitat von Lara-Marlen Beitrag anzeigen
    Wie macht ihr das? Ist bei euch alles gerecht verteilt?
    Wie geht ihr mit ev. Ungerechtigkeiten in der Arbeits-/ und Veantwortungsverteilung um???
    Nein, natuerlich ist es nicht immer im Einzelnen gerecht, bzw. jeder von uns fuehlt sich mal ungerecht belastet. Dann tragen wir das aus. Weil wir aber im Ganzen nicht sooooo unterschiedliche Meinungen davon haben, was zur Alltagsbewaeltigung noetig ist, raufen wir uns immer wieder zusammen.

    Ein Problem bei Euch ist ja, dass Dein Mann viele Notwendigkeiten gar nicht anerkennt und Steuererklaerung, Personalfuehrung, Kinderversorgung, sprich alles, was irgendwie Arbeit ist, als nicht unbedingt notwendig und damit freiwillig umdefiniert. So vermeint er Dir das Recht zu nehmen, die Teilung dieser Aufgaben einzufordern. Wenn diese Dinge "unnoetig" sind, wird es zu Deinem privaten Problem, dass Du sie erledigt haben willst. Eine perfide Masche, wenn es eine ist. Oder eine ganz schwere Realitaetsstoerung, wenn er das wirklich glaubt. Daher erstmal mein Vorschlag, ihn, evtl. mit neutraler Fuehrung, ueberhaupt mal zu einem ernsthaften Gespraech zu bewegen.

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    AW: "wieso immer ich?" - über die Ungerechtigkeit des Alltags

    Ja, genau so fühlt es sich für mich an!

    Aber kann ich meinem Gefühl trauen?
    Mein Mann sagt immer, dass ich gar nicht sehe, was er alles macht.

    Der Grund, warum ich so an meiner Wahrnehmung zweifel ist, dass ich selbst mächtig unter einer enorm unzufriedenen Mutter gelitten habe, die meinen Vater auch immer vorgeworfen hat, er wäre faul und würde nichts machen. Diese Sicht konnte ich nicht teilen, denn ich fand schon, dass mein Papa sehr viel gemacht hat u.a. alleine ein Haus gebaut hat, sämtliche Autos alleine repariert hat, regelmäßig gekocht und dazu noch der Hauptansprechpartner für uns Kinder war.

    Eine meiner Sorgen ist, dass ich womöglich unbewusst den Nörgelmodus meiner Mutter übernommen habe und meinem Mann Unrecht tue und damit auch meine Kinder unnötig belaste??

    Fakt ist aber auch (Sozialisation hin oder her), dass ich keine Kraft mahr habe, so weiter zu machen...

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    AW: "wieso immer ich?" - über die Ungerechtigkeit des Alltags

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wenn Du Dir einen externen Job suchst, würde mE die Situation nur verschärft und das Ding schneller an die Wand gefahren.
    Sie steht kurz vor dem Zusammenbruch, dann kann sie weder im Geschäft, noch im externen Beruf etwas machen.
    Daher mein Rat, bevor sie zusammen klappt lieber einen zeitlich und finanziell einschätzbaren Job annehmen, bevor alles den Bach runtergeht.

    Es kommt ja jetzt schon bei ihrem hohen Engagement kaum etwas rum, die Chance, dass die Geschäftsidee nicht wirklich gut läuft, liegt nahe.

    Wie kann die Familie mit den Zahlen, die genannt wurden überleben, ein Haus renovieren, in Urlaub fahren, Altersvorsorge betreiben?

    Du kannst versuchen, mit Deinem Mann Tacheles zu reden.

    Rechne ihm das vor, wieviel Geld ihr durch seine Haltung verliert, und setze ihm ein Ultimatum. Wobei es von Dir abhängt, ob - bei Nichteinhaltung des Ultimatums - DU dann auch die nominelle Macht an Dich nimmst, dh Du anstatt seiner Chefin und Entscheidungsträgerin wirst, und ihn aus Aushilfe einstellst (zB zum Kellnern) oder ob Du dann gehst, also ihn verläßt.

    Viel Glück !!!
    Das wird er nicht machen, da doch laut Aussage sein Selbstwertgefühl an den Geschäften und am Chef spielen hängt.

    Will LM das wirklich, dass dann auch offiziell, rechtlich, z.B. als Geschäftsführerin die Haftung bei ihr liegt, auch abhängig von der Rechtsform der Geschäfte, wem gehört was, wem gehört das Haus?

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    AW: "wieso immer ich?" - über die Ungerechtigkeit des Alltags

    Was macht er denn ganz konkret?

  9. Inaktiver User

    AW: "wieso immer ich?" - über die Ungerechtigkeit des Alltags

    Liebe Lara-Marlen,

    ich bin zwar keine Ehefrau, aber um zu beurteilen, dass du wirklich das Schlimmste von allen Welten übernommen hast, während dein Mann sich nur die Rosinen rauspickt, braucht es keinen Trauschein.

    Dass du überfordert bist, wundert wohl niemanden, der deinen Text liest. Du musst dringend die Bremse ziehen, denn ich glaube nicht, dass dein Mann von selbst darauf kommt/kommen will, wie nahe du einem Burnout bist.

    Eine Freundin von mir lebt das, was du beschreibst, in abgeschwächter Form, und selbst das ist furchtbar mitanzusehen. Aber sie hat das Problem selbst mitverursacht, indem sie ihn zu Anfang ihrer 20jährigen Ehe, als die Belastungen (Kind, Eigentumswohnung etc) noch nicht da und ihre Ressourcen größer waren, nach Strich und Faden verwöhnt hat wie ein Kind, obwohl sie die Alleinverdienerin ist. Mittlerweile hat sich eine Art Gewohnheitsrecht zementiert, dass kaum noch zu lösen ist ausser durch Trennung.

    Konfrontierst du deinen Mann mit eurem Problem (nicht den vielen einzelnen Baustellen, sondern der grundsätzlichen Fehlverteilung eurer Lasten und Verantwortlichkeiten)? Und wie reagiert er darauf?

    Zitat Zitat von Lara-Marlen Beitrag anzeigen
    Mein erster Impuls war, mir wiede einen externen Job zu suchen und ihn seiner eigenen Betierbsphilosophie zu überlassen. Das Dumme ist nur, dass unsere Existenz, unser Haus sowie das Selbstwertgefühl meines Mannes an den Geschäften hängt.
    Ich finde deinen ersten Impuls sehr gut. Es gibt dir eine gewisse Unabhängigkeit, um auch im schlimmsten Fall dich und die Kinder zu ernähren, und er überlässt deinen Mann seiner selbstverursachten Katastrophe. So lange du immer alles auffängst, sieht er doch gar keine Veranlassung, an den Verhältnissen etwas zu ändern.

    Dass du dich auch noch um das Selbstwertgefühl deines Mannes sorgst, haut allerdings dem Fass den Boden aus! Auch dein Glaubenssatz, dass Glück und Stabilität einer Familie an der Frau hängen, klingt ungeheuer patriarchalisch und antiquiert. Unfassbar!

    Der größte Fehler, den die meisten Frauen in ihren Ehen und Beziehungen begehen: alles richtig machen zu wollen und die Gute zu sein. Ihr ethisches Empfinden wird fast immer schamlos und systematisch ausgenutzt, von Ehemännern und der Gesellschaft, weltweit und zu allen Zeiten. Virginia Woolf schrieb einen großartigen Essay über dieses Phänomen: "Killing the Angel in the House".

    Ich glaube, das solltest du auch tun - den Engel töten.

    LG Wilhelma

  10. Inaktiver User

    AW: "wieso immer ich?" - über die Ungerechtigkeit des Alltags

    Lara-Marlen - ich kann das alles so gut nachvollziehen... mir ging es vor langer Zeit ganz genau so. Ich hab dann noch versucht - nachdem alles Reden nichts geholfen hat und ich wirklich viel versucht habe - unsere Ehe zu retten mit Hilfe einer Eheberatung - aber das lief ins Leere, weil mein Exmann sich dem auch verweigert hatte. Natürlich nicht so grad raus, nein, er hat es ganz subtil boykottiert damit es so aussah, als wolle er ja, nur die Umstände, leider leider, liessen das ja nicht zu dass er an Gesprächen teilnimmt... den konntest du nicht greifen, eher hättest du einen Pudding an die Wand genagelt.

    Einen Rat kann ich dir also nicht geben, ich bin ja gescheitert damals und dann gegangen.

    Paß einfach auf dich auf - und bitte traue deiner Wahrnehmung. Das ist das Schlimmste, dass man sich selbst immer noch mehr in Frage stellt...

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