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Thema: Paartherapie

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    Paartherapie

    Hallo an alle,

    ich (52) mache mit meinem Mann (55) eine Paartherapie, wobei wir nicht bei einem Psychologen, sondern eher bei einem Mediator sind.

    Inzwischen haben wir 2 Besuche hinter uns und ich merke, dass die Themen in meinem Mann "arbeiten". Allerdings spricht er nicht darüber, sondern sondert sich ab, schweigt, ist missmutig und übel gelaunt.

    Wenn ich ihn anspreche, sagt er, dass "nichts" ist; bestenfalls sagt er, dass er keine Hoffnung mehr hat oder keinen Sinn mehr in unserer Ehe sieht. Eine halbe Stunde später taut er dann plötzlich auf, umarmt mich und spricht davon, dass er mit mir alt werden möchte... Diese Zustände wechseln täglich. Bitte ich ihn darum, etwas genauer zu erzählen, sagt er, dass er noch darüber nachdenken müsse... Das geht jetzt seit 6 Wochen so.

    Ich will uns mit der Paarberatung eine Chance geben. Meine Angst ist jedoch, dass sich bei meinem Mann aufgrund der eingefahrenen Denkweise nichts mehr ändert; die letzten Jahre waren geprägt davon. Ich hoffe und möchte aber so gerne, dass er es schafft, seine kommunikativen Fähigkeiten mithilfe der Mediation besser zu entwickeln.

    Meine Frage ist, welche Erfahrungen Ihr mit Paartherapie, Mediation oder Beratung gemacht habt.

    Inwieweit "fruchten" solche Sitzungen? Wer hat es geschafft, von einer "Es-ist-alles-gut-und-das-Wetter-ist-schön-Ehe" mithilfe von Beratung eine ehrliche und lebendige Partnerschaft aufzubauen?

    Freue mich über Rückmeldungen!

    LG Brimborium

  2. Moderation

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    AW: Paartherapie

    Macht ihr gemeinsam eine Paartherapie oder gehst du mit deinem Mann zur Paartherapie, damit er sich ändert?

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    AW: Paartherapie

    Der Vorschlag kam von mir und ich bin froh, dass mein Mann mitgeht. Ich denke, vordergründig geht es darum, zu erkennen, was bei uns falsch läuft. Würde mich über eure Erfahrungsberichte freuen!

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    AW: Paartherapie

    Inwieweit "fruchten" solche Sitzungen?

    Die beiden Sitzungen haben bereits gefruchtet. Das Problem dürfte die
    Kommunikation sein.
    Und zwar hier im speziellen der Inhalt der Kommunikation. Erlauben sie
    Ihrem Mann alles anzusprechen, oder gibt es "NoGo s" bei denen Sie mit
    Trennung oder ähnlichem drohen ? Vielleicht auch unbewusst, aber Ihr Mann weiß das eben.
    Wenn ja, wird er diese Themen nicht ansprechen, auch nicht bei dem Mediator, weil danach gibts dann zu Hause "Haue"...

    Das wichtige Thema das Sie prüfen sollten ist die Sexualität.
    Ist meist ein ganz zentrales Thema in Beziehungen, aber oft unterdrückt oder unterschätzt
    und der Quell für ein unglückliches Leben eines Partners oder Paares.
    Es gibt, allgemein mal gesagt,schließlich Gründe, warum ein Partner fremdgeht oder Dienste von
    Prostituierten in Anspruch nimmt.
    Spricht Ihr Mann über seine Vorlieben oder spricht er wegen dem oben genannten
    nicht darüber. Vielleicht will er mal in einen Swinger Club oder hätte es Oral mal
    ganz gerne.
    Kurz um, hören Sie zu, und dannn sagen Sie mal nichts (keine Rechtfertigungen warum und wieso dies und das so ist oder nicht geht )und denken erstmal darüber nach.
    Bitte Geduld, Ihr Mann wird sich nicht sofort öffnen und die Themen beim Namen nennen.
    In diesem Sinne.

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    AW: Paartherapie

    Ich wäre so froh, wenn mein Mann Dinge ansprechen würde, die unser Leben erschweren: der Sex, die Kommunikation, das Leben an Feierabend... Wenn ich etwas sage, meint er, es wäre doch alles gut- ich solle mir mal keine Gedanken machen.

    Aber ich finde es eben nicht gut. Der Sex ist futsch, reden hilft nicht, weil ich keine Antworten bekomme, wir unternehmen nichts gemeinsam...

    Und dass der Therapeut meinem Mann vorschlagen musste, mal mit mir auszugehen- man sollte meinen, das wäre einfach! Aber nein, seit Wochen überlegt er, wann, wie und wo... Das ist so verkrampft, so wenig spontan :-(

    Das finde ich so seltsam: dass "normale" Dinge nicht funktionieren.

    Aber ich mache mir was vor: ausgehen war noch nie sein Ding. Reden auch nicht. Letztendlich hoffe ich auf Änderung seinerseits. Bin ganz klar in der Erwartungshaltung...
    Geändert von Brimborium (12.05.2015 um 05:56 Uhr) Grund: Vertippt

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    AW: Paartherapie

    Ich habe zweimal Paarberatungen in Anspruch genommen. Das erste mal mit dem Vater meines Kindes, da half uns die Beratung immerhin, die Trennung ganz gut hinzukriegen, das zweite mal mit einem Freund, der sich aber letztlich nicht drauf einlassen konnte und dort immer den coolen mimen musste. Ich war danach nicht mehr lange mit ihm zusammen. Beide male war ich die Initiatorin.

    Paarberatungen oder Paartherapien finde ich gut, weil sie helfen können, den eigenen Standort und den Standort des Paares zu klären. Mehr würde ich grundsätzlich davon nicht erwarten. Das ist schon sehr viel wert. Denn wenn ich weiss, wo ich stehe, kann ich auch besser herausfinden wohin und wie ich mich bewegen will/kann.
    Das Ergebnis ist immer offen und das sollte es auch bleiben, wenn man verknöcherte Strukturen verlassen oder zumindest aufweichen will. Sonst bewegt ihr euch nämlich einfach in eurem altbekannten Fahrwasser weiter.

    Das tut ihr im Moment anscheinend ja noch. Du erwartest, dass dein Partner sich ändert, er versteht entweder nicht, was von ihm eigentlich erwartet wird, weil er schließlich ja so geheiratet und in folge so "geduldet" wurde und weil er einfach so ist, wie er immer war, oder er macht das ganze nur, um dich wieder zum "funktionieren" zu bringen, weil der den Schuß vorm Bug gehört hat. Wenn da jetzt eine Ambivalenz seinerseits zutage tritt, würd ich das erstmal als ganz gutes Zeichen sehen, dass sich da überhaupt was bewegt. Aber was das letztlich heisst, das muss nicht deiner Erwartungshaltung entsprechen.

    Und was bewegt sich bei dir? Für mich klingt das so, als würdest du den Therapeuten lediglich als dein Sprachrohr sehen, damit bei deinem Mann endlich das ankommt, was du ihm direkt nicht vermitteln konntest. Das ist aber nur ein Teil des ganzen Prozesses. Deine innere Haltung könnte vielleicht auch etwas neue Bewegung brauchen. z,B was die Erwartungshaltung an deinen Mann angeht bzw was bei dir überhaupt dahinter steht.

    Ich habe mich in diesen Situationen immer gefragt, wie es überhaupt so weit kommen konnte. Und ich bin immer wieder zu dem Ergebnis gekommen, weil ich es zu lange mit mir hab machen lassen, weil mir etwas anderes, was dieser Mensch verkörpert, wichtiger war, weil ich auf mich selbst nicht genug geachtet habe. Und diese Erkenntnis finde ich spannend: woher kommt es, dass ich so wenig auf mich geachtet habe? Denn das war und ist es letztlich, das ich für die Zukunft habe lernen müssen, um andere eingefahrene Situationen zu vermeiden, die auf dem selben "Muster" in mir beruhen.
    Geändert von Amelie63 (12.05.2015 um 06:53 Uhr)
    Grüße
    A.

    Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.

  7. User Info Menu

    AW: Paartherapie

    Zitat Zitat von Brimborium Beitrag anzeigen
    Hallo an alle,

    ich (52) mache mit meinem Mann (55) eine Paartherapie, wobei wir nicht bei einem Psychologen, sondern eher bei einem Mediator sind.


    Inwieweit "fruchten" solche Sitzungen? Wer hat es geschafft, von einer "Es-ist-alles-gut-und-das-Wetter-ist-schön-Ehe" mithilfe von Beratung eine ehrliche und lebendige Partnerschaft aufzubauen?

    Freue mich über Rückmeldungen!

    LG Brimborium
    Es geht nur, wenn beide den ehrlichen Wunsch haben, etwas zu bewegen, den Blick auf etwas zu lenken, mit Hilfe von jemand von außen. Ist es nur mürrisch "mitgegangen", kann vielleicht noch Interesse geweckt werden und es geht voran. Wenn aber nicht, wird sich auch nichts weiter bewegen. Etwas Zuversicht und Neugier wären schon eine gute Voraussetzung zum "Erfolg".
    "Seien wir realistisch- versuchen wir das Unmögliche"
    Wie weiß ich, dass ich nicht brauche, was ich will? Ich habe es nicht. (Byron Katie)

  8. Inaktiver User

    AW: Paartherapie

    Ich war nach der Trennung mit dem Ex bei einer Mediatorin. Ich fand das sehr hilfreich, er leider nicht, er warf ihr Parteinahme vor (weil Frau) und hat die Sache abgebrochen, als es ans Eingemachte (Geld) ging, insbesondere darum, dass er die Steuerrückzahlung nicht nur mit mir teilen, sondern mir sogar den Löwenanteil überweisen müsse (wir reden hier von ca. 200 Euro).

    Grundsätzlich ist es nötig, dass man bereit ist, sich darauf einzulassen, dass ein Mediator nicht klärt, nicht regelt, sondern eher hinweist und wie ein Schiedsrichter funktioniert. Wenn man wirklich Beratung will und eine Meinung, dann ist eine Paarberatung sinnvoller. Ich glaube, das hört sich bei Euch eher so an, dass Dein Mann schon recht hat, das ist "nichts" für Euch, ihr braucht eher einen Psychologen als einen Mediator.

    Im Rückblick hätte mir das wohl gut getan so etwas erst mal allein zu machen. Wo stehe ich, wo will ich hin, was will ich überhaupt, wie bin ich positioniert in der Ehe, welche Rolle will ich loswerden... deshalb wäre das vielleicht eine Idee für Dich?

  9. Inaktiver User

    AW: Paartherapie

    Zitat Zitat von Brimborium Beitrag anzeigen
    Aber ich mache mir was vor: ausgehen war noch nie sein Ding. Reden auch nicht. Letztendlich hoffe ich auf Änderung seinerseits. Bin ganz klar in der Erwartungshaltung...
    Da würde ich ansetzen.
    Du kannst nur Dich selbst ändern, Dein Mann ist, wie er ist, und so hast Du ihn auch "genommen". Wenn DU ausgehen willst, dann geh aus! Erwarte nicht von ihm, dass er Dich einlädt, wenn Du möchtest, dass er dabei ist, dann such DU was aus und lade ihn ein. Und wenn er darauf keinen Bock hat, mach das mit einer Freundin.

    Die Erwartungshaltung ist fatal, damit machst Du Dich zum passiven Opfer Deines Mannes. Wozu?
    Den Fehler hab ich leider auch gemacht, gemeckert und gehofft, dass es was bringt. Inzwischen hab ich gelernt, dass das nix bringt.

    Ich dachte übrigens auch immer, dass das alles an MIR liegt, dass er mich nicht will, dass ich nicht "richtig" bin und er deshalb so ist. Jetzt hat der meine ja eine neue Frau, und ich sehe, dass er anders ist. Aber immer noch nicht so, wie ich es schön fände. Er lebt jetzt ein angepasstes Leben mit ihr, vorher hat er versucht sich an mich anzupassen - und mir hat's halt nicht gereicht, ihr offenbar derzeit schon. Er lebt nicht SEIN Leben, das war, was mir gefehlt hat. Und das wird dieser Mann in 1000 Jahren nicht tun. Entscheidungen treffen, selbst was initiieren. Mein Fehler: ich habe das erwartet und war enttäuscht.

    Also mein Rat: nimm Deinen Mann "as is". Schau auf Dich: kannst Du mit einem Mann, der "so" ist, leben? Kannst Du Dir Dein Leben gestalten, wie Du es willst? Wenn das mit ihm geht, fein. Wenn nicht, dann musst Du in Richtung Trennung denken und nicht in Richtung "ich erwarte, dass...".

  10. User Info Menu

    AW: Paartherapie

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ...ein Mediator nicht klärt, nicht regelt, sondern eher hinweist und wie ein Schiedsrichter funktioniert.
    Ein Schiedsrichter ist aber genau das: er klärt, regelt.
    Ein Mediator ist alles, aber kein "Schiedsrichter".

    Nur, weil es vielleicht von allgemeinem Interesse ist:
    Ein Mediator ist ein "Vermittler", der es ermöglichen kann (unter bestimmten Voraussetzungen), dass z.B. Partner einen Weg oder Formen finden, miteinander (besser) zu kommunizieren, wenn das ohne Hilfe, einer Art "Moderation" nicht möglich ist- ABER: eben BEIDE das auch wünschen.
    Er wird versuchen, die jeweilige Sichtweise des Anderen so heraus zu arbeiten, dass es nachvollziehbar wird und das gegenseitige Verständnis gefördert wird. Hinter jeder vertretenen Position stehen Bedürfnisse, die für das Gegenüber nicht immer klar sichtbar sind. Hier wird ein Mediator sehr wahrscheinlich ansetzen. Es wird ausgelotet werden, wo die Gemeinsamkeiten bestehen, aber auch die Unterschiede, und wie mit Differenzen Umgegangen werden soll. Als Abschluss kann es zu einer Mediationsvereinbarung kommen, in der die Parteien ein Ergebnis festhalten und die Entwicklung daran messen können, wenn sie es wünschen.

    Ein Mediator/Mediatorin ist allparteiisch- wird das von einer der Parteien in der Mediation nicht mehr so gesehen, wird man keine Fortschritte erreichen können. Ziel jeder Mediation ist einen Konsens zu erzielen zur Zufriedenheit beider (aller) Parteien.
    Einen "Schiedsspruch" kann und darf es in einer Mediation nicht geben.
    Geändert von ernesto_01 (13.05.2015 um 15:13 Uhr)
    "Seien wir realistisch- versuchen wir das Unmögliche"
    Wie weiß ich, dass ich nicht brauche, was ich will? Ich habe es nicht. (Byron Katie)

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