Hallodria und santacruz, DANKE!
Oh mein Göttchen, das Lied trifft es ja wie die Faust aufs Auge. Muss ich mir direkt mal LAUT auf die Anlage legen!Wobei es natürlich eher zum Heulen ist.
Und danke für den Klartext, alles was Du und Ihr sagt stimmt. Und doch hege ich die Hoffnung, dass er einsieht, dass er Alkoholiker ist. Aber das neue Jahr endet wie das alte. Und vielleicht muss ich einsehen, dass ich da machtlos bin. Und niemandem helfen kann, der meine Hilfe nicht will.
Aber ist es nicht eine Kapitulation und ein Versagen?
Das mit dem drittklassigen Loser passt sehr in Momenten, in denen er getrunken hat. Aber er ist ja nicht nur schlecht. Er hat auch sehr viele Seiten an sich, die wunderbar sind und ziemlich einzigartig. Glaubte ich bisher zumindest immer.![]()
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10.01.2015, 12:08
AW: Nach Antrag wieder zurückrudern. Wo bleibt da der Stil?
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10.01.2015, 12:10
AW: Nach Antrag wieder zurückrudern. Wo bleibt da der Stil?
Sorry, das lese ich jetzt erst! Das tut mir wirklich leid.
Diese HIntergrundinfo steht allerdings nicht im Gegensatz zu dem, was ich vorher geschrieben habe.
Wenn ich eines laienpsychologisch ergänzen darf:
den Tod deines Freundes scheinst du noch nicht verarbeitet zu haben.
Du versuchst offensichtlich deinen jetzigen Alki STELLVERTRETEND für deinen verstorbenen Freund zu retten.
Das wird nicht klappen. Wenn du an dieser Stelle weitermachst kann sich das noch Jahre hinziehen ohne Erlösung für dich.
Ich sehe da nur den Ausweg für dich über professionelle Hilfe.Geändert von Santacruz (10.01.2015 um 12:28 Uhr)
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10.01.2015, 12:10
AW: Nach Antrag wieder zurückrudern. Wo bleibt da der Stil?
Nein, das ist ein Erwachen und eine Erkenntnis sich mit den Tatsachen auseinander zu setzen.Aber ist es nicht eine Kapitulation und ein Versagen?Los lassen ist einer der besten Geschenke die man sich geben kann.
Mckenzie
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10.01.2015, 12:20
AW: Nach Antrag wieder zurückrudern. Wo bleibt da der Stil?
Eigentlich alles ganz logisch.
vor drei Jahren der Freund verstorben, seit 2 1/2 Jahren mit dem Alki zusammen, der gerettet werden soll.
Der Alki hat, obwohl ihr euch schon lange kanntet, dich erst als potentielle Partnerin wahrgenommen, als du durch den Verlust ein Helfersyndrom entwickeln konntest. Da hat er angedockt. Deswegen seid ihr überhaupt in einer Beziehung.
Der Alki ist damit eigentlich der Nebenschauplatz. Der Hauptakteur ist dein verstorbener Freund, deine Trauer und eventuelle Schuld-und Verlustgefühle, die du nicht bearbeitet hast.
So lange die nicht verschwinden hast du den Alki an der Backe.
Ich hoffe, das kommt hin...und klingt logisch?
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10.01.2015, 12:36
AW: Nach Antrag wieder zurückrudern. Wo bleibt da der Stil?
Ich glaube ich kann das ein wenig nachvollziehen weil ich ähnliche Tendenzen in mir verspüre.
Auch bei mir ging es um einen Alki ( allerdings ohne Beziehung) der an mir andockte. Und den ich zu retten versuchte.
Warum? Weil ich meinem Vater, der nach langjährigem Krebs und Herzkrankheit verstarb, nicht helfen konnte.
Da sucht man sich stellvertretend ein anderes Rettungsobjekt. Um das Trauma und das eigene "Versagen"
( daher auch deine Formulierung) zu kompensieren.
Du hast mit dem Leben noch ne Rechnung offen.
Aber glaub mir: Alkis sind dafür NICHT geeignet!!!!
Wenn du retten willst: mach das nicht in einer Liebesbeziehung, es gibt unzählige Stellen, die ehrenamtliche Mitarbeiter für Menschen in Not suchen-versuche das irgendwie umzuleiten...
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10.01.2015, 12:37
AW: Nach Antrag wieder zurückrudern. Wo bleibt da der Stil?
Das dies etwas mit meinem verstorbenen Freund zu tun haben könnte, habe ich so noch nie gesehen. Aber es ist nicht abwegig und klingt in sich schlüssig.
Achso, ich bin übrigens 41 und eigentlich leide ich nicht unter ständigem Realitätsverlust, aber das mit dem entwickeln eines Helfersyndroms nach dem plötzlichen Verlust, da könnte etwas dran sein. Ich muss mal darüber nachdenken. Wir waren 20 Jahre befreundet und haben uns sehr geliebt. Eben auf eine andere Art....
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10.01.2015, 12:40
AW: Nach Antrag wieder zurückrudern. Wo bleibt da der Stil?
santacruz,
mit dem Leben noch ne Rechnung offen, ja, das stimmt. Hat auch was mit dem Herztod meines Vaters vor langer langer Zeit zu tun. Aber eigentlich tue ich in meinen Augen schon viel sinnvolles in meinem Beruf, in dem ich hilfebedürftige Menschen begleite. Aber dort habe ich kein Helfersyndrom, empfinde diese Arbeit einfach als sehr bereichernd.
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10.01.2015, 12:47
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10.01.2015, 12:49
AW: Nach Antrag wieder zurückrudern. Wo bleibt da der Stil?
Der Text passt wie die Faust auf's Auge!
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10.01.2015, 12:54
AW: Nach Antrag wieder zurückrudern. Wo bleibt da der Stil?
Und wenn dann noch der Tod deines Vaters dazukommt, nunja... der Mensch ist ja doch auch ein Produkt dessen, was ihm so widerfährt. Wenn man das chronologisch in einen Kontext setzt, liegt die Vermutung nahe, dass es da direkte Zusammenhänge gibt.
Es ist definitiv kein Versagen einen Alkoholiker zu verlassen.
Da kannst du fragen wen du willst: Ärzte, Priester, Therapeuten, etc.etc..
Das heisst nicht, dass man nie mehr mit ihm in Kontakt tritt-man muss ja nur keine Liebesbeziehung mit einem führen-glaub mir-als Kumpel ist es auch schon schmerzhaft genug zuzuschauen-aber man hält Distanz.
Und diese Distanz ist im Endeffekt hilfreicher als sich als Komplizin ( Bonnie & Clyde!!!) und Ko-Abhängige mitten im Geschehen zu befinden. Das führt nicht nur ihn sondern auch dich ins Verderben. Siehe das Ende von Bonnie & Clyde....


Wobei es natürlich eher zum Heulen ist.
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