Liebe Danahellcat,
Du hast schon beeindruckend viele, sehr gute Antworten bekommen, die ich alle unterschreiben kann!
Da das Sich-Lösen aus der Co-Abhängigkeit und der Zuwachs an Selbstwertgefühl ein psychischer Prozess ist, den man nicht willentlich per Verstand abkürzen kann, rate ich Dir dringend, Dir Hilfe und Unterstützung in einer Angehörigen-Gruppe zu suchen.
Wenn es Al-Anon in Deiner Nähe nicht gibt, dann wahrscheinlich eine andere Selbsthilfegruppe.
Die örtliche kommunale oder kirchliche Beratungsstelle in Deiner Nähe wird Dir Auskunft geben können, ebenso übrigens wie die Telefonseelsorge.
Deine große Sorge, eine andere könnte ihn kriegen, wenn es ihm wieder besser geht, kann ich, so absurd sie vielleicht ist, sogar nachvollziehen. Ich selber war auch in einer Abhängigkeitsbeziehung mit meinem Ex-Ehemann, der Arbeitssucht hatte und hatte für den Fall der Trennung u.a. dieselbe Sorge.
Heute kann ich im Nachhinein sagen, auch ohne Arbeitssucht wollte ich ihn nicht zurück!
Wenn Dein Selbstwertgefühl sich verbessert, wirst Du auch eine andere Art von Beziehung wollen!
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11.01.2015, 14:49
AW: Nach Antrag wieder zurückrudern. Wo bleibt da der Stil?
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11.01.2015, 16:17
AW: Nach Antrag wieder zurückrudern. Wo bleibt da der Stil?
Magst Du mal beschreiben, wie solche Wochenenden ablaufen?
Wie geht es Dir, wenn er betrunken ist?
Wie alt sind Deine Kinder?
Bekamen sie denn in den letzten 2,5 Jahren so gar nichts mit?
Ich gestehe, ich kann mir die Art und Weise Eurer Beziehung
schwer vorstellen in Zusammenhang mit Kindern.
Diese Hoffnung wäre erst dann berechtigt, wenn er sich seinemUnd dann ist da doch immer wieder die Hoffnung, dass er das schafft.
Problem stellen würde.
Somit ziehst Du auch einen - in Deinen Augen - gewissen Nutzenweil ich ANgst habe, dass er nach einer Trennung nüchtern wird und eine andere den Mann bekommt, den ich möchte und liebe
aus seinem krankhaften Alkoholkonsum. Die missbrauchte Substanz
ist eine Art Klebstoff zwischen Euch:
ER wird um Deine Intention, ihn zu "retten", sehr wohl wissen. Das gibt
ihm die Gewissheit, dass Du bleibst.
Und DU hast Angst - aus welchem Grund auch immer - dass seine wahre
Persönlichkeit zutage treten könnte. Also bist Du in gewisser Weise dankbar
um den Status quo, der Dir vertraut ist.
Ein Teufelskreis.
Ich schließe mich all denen an, die Dir dringend nahelegen, eine
Beratungsstelle aufzusuchen.
Das hast Du schön gesagt. ,
Denke ich auch.
Und mich wundert, danahellcat, dass Du in Anbetracht seines Dir bekannten
Alkoholkonsums all diese Ungereimtheiten nicht selbst spürst und sie einordnen
kannst.
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11.01.2015, 21:37
AW: Nach Antrag wieder zurückrudern. Wo bleibt da der Stil?
Ähm - ich verstehe überhaupt nicht was du da schreibst - du hättest ihn doch geheiratet wenn er nicht einen Rückzieher gemacht hätte?!

Ich kann überhaupt nicht verstehen dass du deinen Kindern einen Alkoholiker als deinen neuen Ehemann zumuten willst... ganz ehrlich? Da stehen mir die Haare zu Berge! Hast du nicht das Bedürfnis sie vor solchen destruktiven, kranken (und Sucht ist eine Krankheit! Und zwar eine die nicht selten auch das Umfeld krank macht...) zu schützen?
Ein Mann der an 50 von 52 WEs betrunken ist...
Und du erzählst hier du erkennst bei ihm "Muster".. Er ist suchtkrank, fertig, aus, Pause.
Ich kann dich noch viel weniger verstehen, erkennst du deine Muster?
Hol dir Hilfe, tu es bitte deinen Kindern zu liebe.
Alles Gute.
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11.01.2015, 22:24
AW: Nach Antrag wieder zurückrudern. Wo bleibt da der Stil?
Genau genommen bist Du sogar moralisch verpflichtet, Deine Kinder vor einem Zusammenleben mit einem Alkoholiker zu schützen. Oder sollen sie später in der Therapie sagen: "Wir kamen eigentlich gut zurecht, bis unsere Mutter einen unverbesserlichen Alkoholiker geheiratet hat, und zwar sehenden Auges!"
Solllen sie sich einmal ans Jugendamt wenden müssen weil sie es daheim nicht mehr aushalten?
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11.01.2015, 23:32
AW: Nach Antrag wieder zurückrudern. Wo bleibt da der Stil?
Hallo, danahellcat, ich habe es nicht verstanden, ob Du wissen willst wie ich damals die Trennung von meinem Verlobten und gleichzeitig die Hochzeit meines Vaters ueberlebt habe (one way ticket far far away) oder die Trennung von meinem geliebten Alkoholiker.
Also fuer ihn bin ich erst mal zu Al Anon gegangen, ich habe gedacht, da lerne ich, wie ich ihn vom Trinken abhalte. Und, dann war es etwas ganz anderes! Das hat mir garnicht gepasst. Und dann habe ich die feige Nummer gemacht: habe waerend ich noch so halb mit ihm zusammen war andere Maenner gesehen und bin mit ihnen ausgegangen bis ich einen gefunden hatte, der mich wollte. Das war dann zwar ein Riesentheater aber einfach nur Trennung ging nicht, da wurde ich immer wieder weich.
Das hat es viel einfacher gemacht. Aber, der naechste Freund hatte andere Macken. Aber wenigstens nicht so schwer, sich von ihm zu trennen. Das Trennnen ohne Fallnetz habe ich erst viel spaeter gelernt. Das ist aber das einzig ware.
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11.01.2015, 23:50
AW: Nach Antrag wieder zurückrudern. Wo bleibt da der Stil?
Durchsage:
"Achtung, es wurde eine herrenlose Damenhandtasche gefunden ..."
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12.01.2015, 09:01
AW: Nach Antrag wieder zurückrudern. Wo bleibt da der Stil?
Nur kurz vorab ein großes Dankeschön
, ich muss heute lange arbeiten und werde am Abend, spätestens morgen, ausführlich antworten.
Bis dahin,
Dana
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12.01.2015, 10:25
AW: Nach Antrag wieder zurückrudern. Wo bleibt da der Stil?
Liebe Dana,
beim Lesen diesen Threads sträuben sich mir die Nackenhaare.
Was siehst Du - gestandene Frau, Mutter und intelligente und reflektierte Schreiberin - in diesem kaputten, unreifen und komplett manipulativen Mann?
Was erwartest Du von einer Beziehung oder gar einer Ehe mit ihm?
Dass er sich ändert? Dass Du ihn "retten" kannst und ihr seid auf ewig innig miteinander verbunden?
Das sind schöne Vorstellungen - und genau das gaukelt er Dir vor (ohne Dich würde ich noch mehr trinken ...sprich: ohne Dich gehe ich unter.......)
Warum hast Du eine solche Angst davor, ihn zu "verlieren"? Wozu brauchst Du ihn?
Er ist nicht das, was Du Dir wünscht, sondern das, was Du "brauchst", um Dein Muster fortzusetzen. Helfersyndrom, Abhängigkeit, nenn es wie Du möchtest. Das ist keine Liebe. Und ihr behindert euch gegenseitig...Du ihm, so lange Du ihn nicht fallen lässt wird er nie wachsen. Und er Dich, weil Du einen schwachen Mann brauchst, um stark zu wirken.
Setzt Deinen Verstand ein. Trenn Dich. Oder geht mit unter.
Skuld
(ehemalige Partnerin eines Alkoholikers und Mutter dessen Kinder - die (sehr schweren) Trennung liegt 16 Jahre zurück und ich danke heute noch den Himmel für die Kraft und den Verstand, es möglich gemacht zu haben)
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12.01.2015, 13:30
AW: Nach Antrag wieder zurückrudern. Wo bleibt da der Stil?
Liebe Dana,
ein paar Fragen/Aussagen in deinem Thread haben mich besonders angerührt. Dazu möchte ich einmal kurz etwas sagen:
Leider kannst du versuchen was, wie viel und wann du willst. Es nützt dir nichts. Denn er allein kann an seiner Situation und damit auch an Eurer Beziehung etwas ändern. Dein ganzer Spitzentanz, dein ganzes Abstrampeln ist de facto für die Katz. Denn - solange er genügend von seinem Alk hat, interessiert ihn die ganze Sache nicht.das Gefühl nicht alles versucht zu haben
Ich denke schon, dass er dich irgendwo liebt. Aber er liebt den Alkohol eben mehr. Deswegen entscheidet er sich eben für diese "strenge Geliebte". Das ist keine Entscheidung gegen dich - sondern nur für den Alkohol und wenn es irgendwie geht, dann hätte er vermutlich gerne beides - solange du nicht allzuviel nervst und fein den Mund hältst.Vielleicht ist es auch die Einsicht, die so wehtut dass seine Liebe zu mir doch nicht so groß ist, sonst könnte er ja sagen, er holt sich Hilfe. Weil er sich für sich, für das Leben und auch für uns entscheidet.
Was ist dir denn jetzt lieber, mit dieser Möglichkeit rechnend lieber zusammenzubleiben und zu erleben, wie deine Liebe sowieso irgendwann Stück für Stück stirbt? Alternativ folgendes Szenario: Ihr trennt Euch, er trinkt weiter, lernt eine andere kennen. Auf was bist du eifersüchtig? Auf das, was du in der Beziehung auch nicht hattest - Verlässlichkeit, Vertrauen, nicht ständig auf den Zehenspitzen herumlaufen, nicht versuchen seine Launen auszubalancieren, nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen müssen, vermutlich um Gottes Willen nicht seinen Konsum zu kritisieren etc. . Na, da kann man doch jede Frau nur zu beglückwünschen.Und dann ist da doch immer wieder die Hoffnung, dass er das schafft. Und wahrscheinlich auch Egoismus, weil ich Angst habe, dass er nach einer Trennung nüchtern wird und eine andere den Mann bekommt, den ich möchte und liebe.
Liebe Dana, verstehe mich bitte nicht falsch. Wenn du der Meinung bist, dein Mac ist der Mann fürs Leben und ohne ihn geht es nicht - dann ist deine Entscheidung eben so. Aber hör' bitte damit auf, Verantwortung für ihn zu übernehmen, seine Suff-Aktionen schönzureden und vor allem, dir vorzumachen, du könntest ihn dazu bringen trocken zu werden. Das kannst du nicht. Wenn er selbst es will, ja, dann kannst du unterstützen. Aber nur dann. Du kannst ihn nicht retten und du kannst Alkohol nicht bekämpfen. Du kannst davor kapitulieren, das ja: Alkohol, du gewinnst eh' und deswegen will ich mir dir (Alkohol) nichts mehr zu tun haben. Aber wenn du aktiv versuchst dagegen anzukämpfen - sinnlose Zeitverschwendung.
Wie meine Vorrednerinnen empfehle ich dir übrigens auch, eine Selbsthilfegruppe zu besuchen, oder auch mal im Netz zu dem Thema zu suchen. Vielleicht findest du auch im http://www.forum-alkoholiker.de/selbsthilfe-forum.html Hilfe. Hier gibt es auch Foren für Angehörige.
So oder so, viel Kraft
Mit Gruß
SabinGeändert von Sabin (12.01.2015 um 13:32 Uhr) Grund: Link ergänzt
Man erreicht viel mehr mit einem freundlichen Lächeln und einer Pistole als mit einem freundlichen Lächeln allein (Al Capone)
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14.01.2015, 10:05
AW: Nach Antrag wieder zurückrudern. Wo bleibt da der Stil?
Hallo Dana, gibt's hier etwas Neues?
Oder haben wir dir zu sehr zusetzt mit unseren Analysen?
Ich denke das war alles bis jetzt sehr konstruktiv, kann mir aber auch vorstellen, dass es nicht unbedingt das ist was man in einer solchen Situation hören will-besonders wenn die Thread-Überschrift eigentlich einen anderen Fokus hatte...



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