Antworten
Ergebnis 1 bis 6 von 6
  1. User Info Menu

    Ist gelegentlicher Rückzug die richtige Strategie?

    Ich leide an borderline, aber das nur am Rande. Ich arbeite therapeutisch und auch sonst an mir und habe schon viel erreicht. Seit einem Jahr habe ich einen Partner, obwohl ich mit Beziehung erst einmal warten wollte. Mein Freund hat einiges mit mir durch und nimmt mich trotzdem so, wie ich bin. Er ist sehr verständnisvoll und ich habe gelernt, dass er wirklich zu mir hält.
    Manchmal habe ich natürlich auch noch Rückfälle und es geht mir innerlich richtig mies. Ich bin dann zwar in der Lage, ihm das und den Hintergrund zu erklären, ohne irgendwelche Spielchen zu treiben. Dann jedoch kommt so eine Art Schamgefühl auf, weil ich schon wieder komisch bin. Dann ziehe ich mich zurück und er wartet, bis ich wieder auf ihn zukomme.
    Die Scham rührt daher, dass er psychisch gesund ist und ich nicht "mithalten" kann. Es geht sehr oft um mich, er selbst scheint absolut keine Sorgen zu haben oder das Bedürfnis, darüber zu reden.
    Wie gehe ich mit dieser Scham um? Es ist ein bisschen so, dass ich mich minderwertiger fühle als er, weil er wesentlich besser als ich im Leben klarkommt.
    Wenn diese Gedanken aufkommen, gehe ich auf Rückzug, weil ich ihm nicht zur Last fallen und - noch schlimmer - nicht gesehen werden möchte in meiner Bedürftigkeit.
    Wenn ich mich also selbst nicht ertragen kann, verstecke ich mich quasi vor ihm.
    Geändert von 123vorbei (28.12.2014 um 19:36 Uhr)

  2. Inaktiver User

    AW: Ist gelegentlicher Rückzug die richtige Strategie?

    Auch auf die Gefahr hin, dass ich wieder gesteinigt werde...............

    Sei doch froh das er so ist, und nimm es an.
    Ich kenne das. Und wenn die meine ausrastet, gehe ich einfach bis wieder Ruhe eingekehrt ist. Und ich nehme es nicht übel, weil sie eben so ist.
    Männer können einfach sein.

  3. Inaktiver User

    AW: Ist gelegentlicher Rückzug die richtige Strategie?

    Zitat Zitat von 123vorbei Beitrag anzeigen
    Die Scham rührt daher, dass er psychisch gesund ist und ich nicht "mithalten" kann. Es geht sehr oft um mich, er selbst scheint absolut keine Sorgen zu haben oder das Bedürfnis, darüber zu reden.
    Wie gehe ich mit dieser Scham um? Es ist ein bisschen so, dass ich mich minderwertiger fühle als er, weil er wesentlich besser als ich im Leben klarkommt.
    Wenn diese Gedanken aufkommen, gehe ich auf Rückzug, weil ich ihm nicht zur Last fallen und - noch schlimmer - nicht gesehen werden möchte in meiner Bedürftigkeit.
    Wenn ich mich also selbst nicht ertragen kann, verstecke ich mich quasi vor ihm.
    ich finde das in ordnung und lese aus deinen zeilen auch raus, dass du schon sehr viel von dir zeigst.

    dass er keine probleme von sich auf den tisch packt, finde ich nicht stark, sondern schwach von ihm.
    möglicherweise hat er sich aus einer eigenen unsicherheit heraus eine frau mit problemen gesucht - da muss er keine angst haben und kann sich immer stark fühlen...

    wie auch immer, ein bisschen rückzug finde ich ok.

  4. User Info Menu

    AW: Ist gelegentlicher Rückzug die richtige Strategie?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    dass er keine probleme von sich auf den tisch packt, finde ich nicht stark, sondern schwach von ihm.
    möglicherweise hat er sich aus einer eigenen unsicherheit heraus eine frau mit problemen gesucht - da muss er keine angst haben und kann sich immer stark fühlen... .
    Genau, es muss doch NEGATIV auszulegen sein, wo kämen wir denn sonst hin ??? ;)

    Vielleicht ist er auch einfach wirklich ein recht unbeschwerter Mensch ? Es gibt tatsächlich Menschen, die so sind und vor allem gibt es Männer die es auch mit schwierigen Frauen "aufnehmen" können bzw. (psychische) Probleme gut abfedern können ...

    Sei froh, dass du so einen Mann gefunden hast ! Und einen gelegentlichen Rückzug finde ich eine ziemlich gute Strategie, wenn er weiß, warum du dich gelegentlich zurückziehst und es eurer Beziehung gut tut ! Und manchmal ist es sicher nötig, nicht allen Ballast in eine Beziehung zu kippen, wenn man das Gefühl hat, auch allein damit klarzukommen, bzw. der andere einem gerade eh nicht "helfen" könnte !

    Nur Mut ! Für mich klingt das (als Laie) als seist du auf einem guten Weg !

  5. Inaktiver User

    AW: Ist gelegentlicher Rückzug die richtige Strategie?

    Zitat Zitat von 123vorbei Beitrag anzeigen
    Wenn diese Gedanken aufkommen, gehe ich auf Rückzug, weil ich ihm nicht zur Last fallen und - noch schlimmer - nicht gesehen werden möchte in meiner Bedürftigkeit.
    Wenn ich mich also selbst nicht ertragen kann, verstecke ich mich quasi vor ihm.
    Sage ihm das. Dann weiß er Bescheid und kann deinen Rückzug ohne Probleme akzeptieren.

  6. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Ist gelegentlicher Rückzug die richtige Strategie?

    ich denke, du hast allen Grund, stolz auf dich zu sein, denn das da:

    Ich bin dann zwar in der Lage, ihm das und den Hintergrund zu erklären, ohne irgendwelche Spielchen zu treiben.
    ist eine grosse Leistung, besonders, wenn man mittem im Loch steckt und es schwer ist, überhaupt die Welt einigermassen objektiv zu sehen.

    Wie gehe ich mit dieser Scham um? Es ist ein bisschen so, dass ich mich minderwertiger fühle als er, weil er wesentlich besser als ich im Leben klarkommt.
    Leute sind unterschiedlich gestrickt, was unterschiedliche Dinge leicht oder einfach macht. jemand, der noch nie im schwarzen Loch einer Depression sass, hat noch nicht mal eine Vorstellung davon, wie schlimm es sein kann und wie viel Kraft es braucht, auch nur die banalsten, alltäglichsten Dinge auf die Reihe zu kriegen.

    Das macht niemand zu einem besseren oder schlechteren Menschen, weder so noch anders. Lediglich zu unterschiedlichen Menschen.

    In halte es für eine sinnvolle Strategie, sobald diese Minderwertigkeitsgedanken kommen, bewusst dagegen zu halten, und dir zu sagen: nein, ich bin gleich wertvoll wie jeder andere Mensch auch. ich BIN wertvoll. Irgendwann wirst du es dir auch glauben können. Und bis dahin tust du halt einfach so. ist ok.



    Wenn diese Gedanken aufkommen, gehe ich auf Rückzug, weil ich ihm nicht zur Last fallen und - noch schlimmer - nicht gesehen werden möchte in meiner Bedürftigkeit.
    Wenn ich mich also selbst nicht ertragen kann, verstecke ich mich quasi vor ihm.
    ja, das ist in Ordnung, auf Rückzug zu gehen, wenn man sich verletztlich fühlt, oder auch gewisse Dinge nur mit sich selbst abmachen kann oder will, oder nicht bereit ist, etwas in dieser Intimität und Schwäche zu teilen, nicht mal mit dem Partner.

    Wichtig scheint mir, dass du ihm in Phasen, wo es gut gehst, auch deine Wertschätzung und Freude zeigst, dass er so unterstützend ist. Das ist ja wirklich ein Glück, einen solchen Partner zu haben, ein echter Goldschatz! :-)

    Falls ihr länger zusammenbleiben werden, so wird es sicher auch früher oder später auch mal zur Situation kommen, dass du die Starke bist, die mit einem Problem oder einer Schwierigkeit umgehen kann, und er nicht.
    gruss, barbara

Antworten

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •