Liebe Community,
ich habe mich heute hier angemeldet um eure Meinung zu einem Vorfall in meiner Beziehung zu erfahren:
Ich bin 24 Jahre alt und mit meiner Freundin (gerade 26) seit etwa 4,5 Jahren zusammen. Sie kommt aus einem kleinen Ort in Norddeutschland, ich aus einer westdeutschen Stadt. Wir haben beide in Göttingen studiert und dort wenige Minuten entfernt voneinander in WGs gelebt. Aufgrund ihres Altersvorsprungs hat sie bereits ihr Studium abgeschlossen, ich habe gerade den Bachelor hinter mich gebracht. Ihre Pläne für die Zeit nach dem Studium waren lange unklar. Zunächst stand die Idee einer Promotion im Raum, sodass sie in Göttingen hätte wohnen bleiben können. Schließlich war die Sehnsucht nach ihrer Heimat allerdings so groß, dass sie sich dazu entschieden hat nach Hamburg zu ziehen - ob ich will oder nicht. Schließlich hat sie mich vor die Wahl gestellt entweder mitzukommen oder halt eine Wochenend-Fernbeziehung zu führen. Liebestrunken habe ich mich dazu entschieden mein Leben in Göttingen aufzugeben und mit nach Hamburg zu ziehen. Von vornherein war abgesprochen, dass ich in Hamburg gerne wieder in einer Studenten-WG wohnen möchte. Eine gemeinsame Wohnung kam für mich nicht in Frage weil sie als Arbeitnehmerin und ich als Student völlig verschiedene Tagesrythmen haben - so wäre ich tagsüber allein und abends wenn ich aufdrehe muss sie leider ins Bett. Außerdem schätze ich einfach den Umgang mit anderen Menschen in einer WG und habe mich darauf gefreut neue Leute und darüber neue Dinge kennenzulernen. Letztendlich bin ich auch davon überzeugt, dass getrennte Wohnungen unsere Beziehung lebendig halten können - auch weil ich einfach von Zeit zu Zeit einfach mal einen Rückzugsraum für mich brauche. In Zukunft wird sich das sicher ändern, wenn ich selbst berufstätig bin und meine Zeit begrenzter als Heute.
Der Umzug nach Hamburg ist jetzt in etwa 4 Wochen her. Sie hat noch keine feste Bleibe gefunden und auch in ihrem Job fühlt sie sich (noch) nicht hundertprozentig wohl. Gestern morgen rief sie weinend bei mir an, um mir mitzuteilen dass sie so nicht weiter mit mir zusammen sein kann. Ohne eine gemeinsame Wohnung könne es zwischen uns nicht so viel Nähe geben, wie sie sich wünscht. Am liebsten, so sagte sie am Telefon, würde sie mit mir Schluss machen weil sie denkt, dass wir beide nicht miteinander glücklich werden können. Sie traut sich aber nicht diesen Schritt zu gehen. Gestern Abend nach 10 Stunden emotionaler Achterbahnfahrt rief sie erneut an um mir zu sagen, dass sie immernoch nicht weiß ob sie mit mir zusammensein möchte. Sie bräuchte jetzt Bedenkzeit und würde sich im Laufe der Woche mit den Urteil melden.
Heute morgen schrieb sie eine aus fünf Worten bestehende, lappidare SMS: „Ich kann das nicht beenden“. Vier Stunden später, weil ich nicht antwortete, ergänzt um „Ich will nicht ohne dich“.
Ich fühle mich um ehrlich zu sein komplett verarscht und missachtet. Ich bin für sie in diese Stadt gezogen um mit ihr eine spannende, schöne Zeit zu haben. Nach nur 4 Wochen passiert nun sowas. Ich kann ihren Wunsch nach einer gemeinsamen Wohnung nachvollziehen (in Ihrer Lebenslage als 9-to-5-Jobber würde ich wahrscheinlich nicht anders empfinden) aber nicht ihre Ignoranz gegenüber meiner Meinung/meinem Wunsch. Ich habe den Eindruck, sie sei der Meinung auf ihr „natürliches Recht“ zu beharren. Als sei es ein Verstoß meinerseits nicht sofort meine WG aufzulösen und mit ihr zusammen zu ziehen.
Was sagt ihr dazu? verhalte ich mich so falsch? Ist es so abnorm als 24-jähriger Stundent in einer WG leben zu wollen? Wir sehen uns hier doch jeden Abend - schlafen etwa jeden zweiten Abend beieinander.
Wie würdet ihr euch jetzt verhalten?
Danke für euren Rat.
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 41
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01.12.2014, 15:20
keine Gemeinsame Wohnung = Trennung?
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01.12.2014, 15:22
AW: keine Gemeinsame Wohnung = Trennung?
Hallo TE,
ich empfehle dir, die ganzen Ortsbezeichnungen und andere Details aus deinem Post zu nehmen, sonst gerät deine Anonymität (auch wenn du sie im Nick hast) in Gefahr!Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben.
Christian Fürchtegott Gellert (1715-69)
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01.12.2014, 15:24
AW: keine Gemeinsame Wohnung = Trennung?
Danke für den Hinweise - die Orte sind bereits durch äquivalente ersetzt...
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01.12.2014, 15:29
AW: keine Gemeinsame Wohnung = Trennung?
Ich finde es durchaus verständlich, dass du in der WG bleiben möchtest. Zudem war es so abgesprochen. Das Verhalten deiner Freundin klingt eher nach "Kleiner Finger - ganze Hand".
Wahrscheinlich habt ihr unterschiedliche Bedürfnisse was die Nähe betrifft.
An sich für mich ein wichtiges Kriterium, ob eine Beziehung funktionieren kann oder nicht...Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben.
Christian Fürchtegott Gellert (1715-69)
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01.12.2014, 15:30Inaktiver User
AW: keine Gemeinsame Wohnung = Trennung?
Für mich klingt das eher so als sei deine Freundin in ihrer Situation verzweifelt.
Du schreibst, sie hätte noch keine feste Bleibe, damit meinst du wahrscheinlich eine feste Wohnung und in ihrem Job hat sie auch noch nicht so recht Fuß gefasst und fühlt sich wohl. Vielleicht wird ihr alles gerade zu viel und wächst ihr einfach über den Kopf, deshalb reagiert sie über.
Wo wohnt sie denn momentan? Und weißt du, wie es ihr unabhängig von eurer Beziehung geht, was sie erlebt im Job und ob sie sich wohl in ihrer Haut fühlt,
Karla
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01.12.2014, 15:35
AW: keine Gemeinsame Wohnung = Trennung?
Danke für Deine Antwort.
Im Moment wohnt sie noch bis Januar zur Zwischenmiete. Ich bin davon überzeugt/weiß es, dass es für sie gerade zu viel ist, ihr alle über den Kopf wächst und sie überreagiert.
Aber wie soll ich damit umgehen? Mir war klar, dass der Anfang in einer neuen Stadt für beide schwierig sein wird. Ich finde es total respektlos, dass sie ihre Unzufriedenheit so an mit auslässt.
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01.12.2014, 15:41Inaktiver User
AW: keine Gemeinsame Wohnung = Trennung?
Es ist nicht schön, dass sie ihre Unzufriedenheit an dir auslässt, das stimmt, aber hab halt auch ein bisschen Verständnis und Nachsicht mit ihr

Versuch doch in einem ruhigen Gespräch mit ihr zu reden und ihr ein bisschen Aufmerksamkeit zu schenken und dann wird es sich wahrscheinlich wieder einrenken.
Ich kann dich gut verstehen, dass du in der WG bleiben magst und schließlich war es alles so im Vorfeld abgesprochen.
Ihr müsst halt schauen, dass ihr euch einander entgegen kommt und wenn sie schon grad so erschöpft und verzweifelt mit allem ist dann geh halt du auf sie zu,
Karla
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01.12.2014, 15:48
AW: keine Gemeinsame Wohnung = Trennung?
Also so etwas kann eine gute Beziehung aushalten, dass mal einer völlig aus der Spur gerät, ist ja auch gerade alles nicht so einfach für Euch beide... Neuer Job für sie, neue Stadt für Dich...
Es ist ihr alles zu viel, sie ist gerade überfordert, da kann man schonmal unsachlich sein.... Dass muss man als Partner auch mal aushalten können, dass der andere etwas tut was völlig blöd ist.Das Leben macht was es will und ich auch!
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01.12.2014, 16:15
AW: keine Gemeinsame Wohnung = Trennung?
Das heißt ich soll das ganze - überspitzt formuliert - einfach 'aussitzen'?
Sie ist nicht der Meinung irgendetwas falsch zu machen - eine sachliche Diskussion ist kaum möglich.
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01.12.2014, 16:20Inaktiver User
AW: keine Gemeinsame Wohnung = Trennung?
Du sollst es nicht aussitzen sondern liebevoll mit ihr sprechen und ihr ein bisschen Verständnis und Aufmerksamkeit entgegen bringen.
Wenn das alles nichts hilft und sie sich wirklich trennen mag, kannst du nichts machen.
Du wirkst jedoch, als seihst du etwas wütend und ungehalten,
Karla


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