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Thema: Verzweifelt

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    Verzweifelt

    Hallo!

    Ich habe momentan so viele Baustellen, dass ich nicht weiß wo ich anfangen soll. Zunächst zu den Rahmenbedingungen: Mein Mann hat sich vor einigen Jahren selbstständig gemacht und arbeitet soweit möglich von zu Hause aus. Er ist mit diesem Zustand hoch zufrieden und genießt es sein eigener Chef zu sein und seinen Rhythmus leben zu können. Wir haben eine gemeinsame Tochter die zwei Jahre ist und seit September in den Kindergarten geht. Leider hatte die Schwangerschaft ein schlechtes Timing, ich hatte neben zwei Todesfällen eine Fehlgeburt und habe es in meinem alten Job nicht mehr ausgehalten und gekündigt. Da ich für die erste Schwangerschaft recht lange gebraucht habe, war ich überzeugt, dass es beim zweiten Mal auch nicht so fix geht. Das war ein Irrtum.

    Meine Ehe hat sich leider sehr schlecht entwickelt, seit unser Kind auf der Welt ist. Mein Mann hat sich von Anfang an aus allem rausgehalten. Windeln wechseln, mal aufpassen oder dergleichen ist nicht drinnen. Den Übervater spielt er nur, wenn andere dabei sind. Inzwischen behandelt er mich, wie seine Haushälterin. Auch körperlich hat er keinerlei Interesse mehr an mir. Er leugnet das zwar und meint, der Stress wäre schuld. Vor dem Kind hätte er am liebsten mehrmals am Tag Sex gehabt, jetzt gibt es das nicht mal mehr jedes Monat.

    Früher war ihm meine Figur wichtig, die bemerkt er nicht einmal mehr.

    Auch unser Lebensrhythmus hat sich sehr auseinandergelebt. Ich muss mit unserer Tochter aufstehen und gehe daher viel früher schlafen. Er steht erst so gegen 9.00 Uhr oder noch später auf. Dafür arbeitet er dann lange. Momentan gehe ich fast ins Bett, wenn er vom arbeiten kommt.

    Neben diesen privaten Problemen scheint in meinem Beruf auch niemand eine Mutter einstellen zu wollen. Ich arbeite leider in einer sehr konservativen und männerlastigen Branche und da scheine ich die letzte zu sein, die man einstellt. In den letzten zwei Monaten hatte ich trotz intensiver Bewerbung kein einziges Vorstellungsgespräch. Ich muss mich damit anfreunden, deutlich kleiner Brötchen zu backen und trotz Studium und mehrjähriger Ausbildung etwas mehr oder wenig ungelerntes zu machen. Da mir mein Beruf Spass macht, macht mich allein der Gedanken unglücklich. Mein Mann hat für derlei Überlegungen kein Verständnis und meint, wenn es nicht anders geht, ist es halt so und dann hilft herumjammern auch nicht. Ich soll sachlich bleiben und das ganze nicht auf eine emotionale Ebene bringen.

    Wobei es schon schwierig ist, ihn mit derartigen Problemen zu erreichen. Ich sage ihm, dass es mir schlecht geht, wegen der erfolglosen Jobsuche. Seine Antwort ist: "Was gibt es zu Mittag zu essen?" Oje, das schmeckt mir aber nicht so."

    Ich weiß nicht mehr weiter, sehe mich nicht mehr raus und bin einfach nur mehr verzweifelt.

  2. Inaktiver User

    AW: Verzweifelt

    Ich lese raus, dass du deshalb besonders verzweifelt bist, weil dein Mann dir nicht zuhört und deine Probleme anerkennt und dir Aufmerksamkeit schenkt.

    Das wirst du nicht erzwingen können. Der erste Schritt ist vielleicht mal das hinzunehmen und dir klar zu machen, dass du von ihm nichts zu erwarten hast, nachdem was du in letzter Zeit an Erfahrungen mit ihm gemacht hast. Er lebt anscheinend sein eigenes Ding.

    Ich würde versuchen mich auf mich selbst zu konzentrieren. Nicht aufgeben, vielleicht klappt das ja mit deinem Job doch noch. Ist die Kleine schon im Kindergarten? Wenn nicht würde ich mal zusehen einen Platz zu finden, dann hast du ein bisschen mehr Zeit für dich und kannst besser schalten und walten.

    Und dann würde ich auch die postitiven Seiten sehen, du bist grad noch zuhaus und kannst dir deinen Tag selbst gestalten und die Freizeit genießen - was anderes bleibt momentan nicht, da noch kein Job in Sicht oder du nimmst vorübergehend einen Minijob bzw. Aushilfstätigkeit an, damit du abgelenkt wirst,

    Karla

  3. gesperrt

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    AW: Verzweifelt

    Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung in einer Ehe sind das A und O, ich sehe hier nur Einseitiges. Stirnrunzeln macht mir die Fehlgeburt, sowas müssen Beide verarbeiten und sich ebenfalls gegenseitig helfen und stützen. Ich denke DAS hat überhaupt nicht stattgefunden, was sehr oft zu einer Trennung führen kann.

    ER geht dir mit vorgeschobener Arbeitszeit aus dem Weg, so mein Eindruck,DAS kann ebenso eine Folge sein der Fehlgeburt,ER geht den Dingen die ihm nicht passen aus dem Weg und ER merkt oder will auch gar nicht wahrhaben wie verletzend sowas sein kann.

    Du mußt in einer ruhigen Minute tacheles mit ihm reden, verweigert er dir das oder streitet alles ab, so fürchte ich: DAS WARS dann wohl,SO kann man keine Ehe führen.

  4. User Info Menu

    AW: Verzweifelt

    Ich greife mal nur diesen Punkt heraus:
    Zitat Zitat von Violaveilchen Beitrag anzeigen
    ... und meint, wenn es nicht anders geht, ist es halt so und dann hilft herumjammern auch nicht. Ich soll sachlich bleiben und das ganze nicht auf eine emotionale Ebene bringen.

    Ist es denn so, jammerst Du herum? - Mal abgesehen davon, dass das gelegentlich okay ist, ist es außerordentlich zermürbend, wenn jemand sich ständig über seine Probleme beklagt.
    Mit "sachlich bleiben" meint er möglicherweise: konkrete Lösungen überlegen?

    Ich würde bei der Jobsuche "einfach" dran bleiben. Und drücke Dir die Daumen, dass Du bald was findest.

  5. gesperrt

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    AW: Verzweifelt

    Viola, ich habe nun noch geschaut was du in den letzten Jahren hier geschrieben hast.....DAS und anderes geht nun schon viele Jahre und du hast nirgends irgendwelche Konsequenzen gezogen von denen ich denke DAS wär nötig gewesen. Es ist schon lange Zeit......

  6. gesperrt

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    AW: Verzweifelt

    Zitat Zitat von Gigaset1959 Beitrag anzeigen
    Viola, ich habe nun noch geschaut was du in den letzten Jahren hier geschrieben hast.....DAS und anderes geht nun schon viele Jahre und du hast nirgends irgendwelche Konsequenzen gezogen von denen ich denke DAS wär nötig gewesen. Es ist schon lange Zeit......
    Ich habe auch mal geschaut und vor drei Jahren hast du geschrieben, dass er gar keine Kinder will. Jetzt habt ihr eins? Wie kam es denn dazu?

    Ist irgendeines der Probleme aus den anderen Strängen gelöst?

  7. gesperrt

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    AW: Verzweifelt

    und nun kommt nix mehr....toll....hät ich mir hier sparen können...

  8. User Info Menu

    AW: Verzweifelt

    Zitat Zitat von Violaveilchen Beitrag anzeigen
    Windeln wechseln, mal aufpassen oder dergleichen ist nicht drinnen. Den Übervater spielt er nur, wenn andere dabei sind. Inzwischen behandelt er mich, wie seine Haushälterin. Auch körperlich hat er keinerlei Interesse mehr an mir.
    Viola, ich habe deine alten Stränge NICHT gelesen, aber wenn das wirklich so ist, wie du da so lakonisch hinschreibst:

    SO geht das natürlich nicht. Lass dich nicht abspeisen mit "Windeln waschen ist nicht drin" und "wann gibt's Mittagessen?" - wenn auch nach klarer Einforderung nix kommt, dann stell halt die Haushälterei ein, zumindest für ihn. Räum nicht hinter ihm her.

    Er arbeitet zuhause? Prima - kann er gut aufs Kind aufpassen und du gehst mal stundenweise weg.
    Von alleine wird da nix kommen, du musst da ran.

    Mach mal Inventur: was ist da noch an Liebe? An Zärtlichkeit? An Respekt? An Kommunikation?

    Falls nichts von alledem: freunde dich mit der Idee der Trennung an. Es könnte ein Leben DANACH geben, welches vielleicht lebenswerter ist.
    see you on be friends online!

  9. Inaktiver User

    AW: Verzweifelt

    Zitat Zitat von Violaveilchen Beitrag anzeigen
    Leider hatte die Schwangerschaft ein schlechtes Timing, ich hatte neben zwei Todesfällen eine Fehlgeburt und habe es in meinem alten Job nicht mehr ausgehalten und gekündigt. Da ich für die erste Schwangerschaft recht lange gebraucht habe, war ich überzeugt, dass es beim zweiten Mal auch nicht so fix geht. Das war ein Irrtum.

    Mein Mann hat sich von Anfang an aus allem rausgehalten. Windeln wechseln, mal aufpassen oder dergleichen ist nicht drinnen. Den Übervater spielt er nur, wenn andere dabei sind.

    Inzwischen behandelt er mich, wie seine Haushälterin. Auch körperlich hat er keinerlei Interesse mehr an mir.

    Früher war ihm meine Figur wichtig, die bemerkt er nicht einmal mehr.

    Ich muss mit unserer Tochter aufstehen und gehe daher viel früher schlafen. Er steht erst so gegen 9.00 Uhr oder noch später auf. Dafür arbeitet er dann lange.

    Ich sage ihm, dass es mir schlecht geht, wegen der erfolglosen Jobsuche. Seine Antwort ist: "Was gibt es zu Mittag zu essen?" Oje, das schmeckt mir aber nicht so."

    Ich weiß nicht mehr weiter, sehe mich nicht mehr raus und bin einfach nur mehr verzweifelt.
    Hm, kann es sein, dass nicht nur die Umstände schuld sind, sondern, dass ihr einfach zu sehr aufeinander hängt und Dein Mann quasi Dein einziger Ansprechpartner ist?

    Das ist wahrscheinlich zu viel Nähe in der Partnerschaft.

    Für mich würde es jetzt heißen etwas für mich tun, so dass Du wieder in besserer Stimmung bist.

    Deinem Mann hätte ich klar gemacht, dass Du nicht gerade bei möglichen Arbeitgebern glänzt, wenn Du in Bezug auf die immerhin gemeinsame Tochter keine Rückendeckung im Notfall durch ihn aufweisen kannst. Er könnte ja auch krankheitsbedingte Ausfälle zu Hause mit auffangen. Ein gemeinsames Kind heißt eben nicht sich aus allem raushalten und nur vor Publikum glänzen.

    Seine Kommentare oder Nichtkommentare könnte er sich auch sparen. Wahrscheinlich wäre ich schon so verärgert, dass ich ihm sagen würde, dass ich ihm kein Essen mehr koche. Aber auch da können es mangelnde Absprachen zwischen Euch sein. Warum sprecht ihr das Gericht nicht miteinander ab und findet Kompromisse.

    Das mit dem Sex, auch da würde ich ganz klar machen, dass sich entweder was ändert oder es klar ist, dass es das mit Eurer Beziehung war. Da sollte schon Interesse seinerseits da sein mit an Eurer Ehe zu arbeiten. Sich nur raushalten, was ist denn das für eine Einstellung und ja die führt dazu, dass er sich gern in nächster Zeit ganz aus Deinem Leben raushalten kann. Wenn er das so will, dann ist er auf dem richtigen Weg dorthin.

    Und nein, wenn Krisen auftauchen, dann darf auch jeder ansprechen, was einen stört, auch wenn es Dir grad nicht gut geht. Also tu was für Dich.

  10. User Info Menu

    AW: Verzweifelt

    Das klingt ja schrecklich.
    Du trägst deinen Teil bei, indem du den Kommando-Ton zulässt. Was meinst du, was hier los wäre, wenn mein Partner mich so behandeln würde. Das würde ich mir verbitten. Sonst Streik.

    Du scheinst auf ihn fixiert zu sein, wenn ich hier höre, dass du schon vor den Schwangerschaften grosse Probleme mit ihm hattest.

    Ich denke, ohne Hilfe von aussen wirst du das nicht verändern können.
    Das kann eine Beratungsstelle sein, z.B.
    Melde dich gerne, wenn du mehr über solche Möglichkeiten wissen möchtest.

    Das Leben ist zu kurz, um respektlos nebeneinander her zu dümpeln.
    Deine Unzufriedenheit bekommen auch die Kinder mit. Auch, wenn sie noch so klein sind. Auch das Desinteresse des Vaters bekommen sie genau mit. Auch deshalb muss überlegt werden, wie man deine Situationi verändern kann. Kinder, die sich ungeliebt fühlen, haben es später sehr schwer. Sie können kein Urvertrauen entwickeln.

    LG Karla
    The original Karla
    est. 2006


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