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  1. Moderation Avatar von Sternenfliegerin
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    Stirnrunzeln "Darf" ich den Besuch seiner Eltern ablehnen, um mich emotional zu schützen?

    Hallo,

    mich würden Eure Einschätzung zur folgenden "Sachlage" interessieren, damit es verständlich wird, muß ich weiter ausholen.

    Mein Partner und ich leben im Haus meines Partners,
    damals sogar (anfangs, ist aber seit 15 Jahren abbezahlt) von seinen Eltern mitfinanziert.

    Ich kam dazu, als er es etwas über ein Jahr hatte, gemeinsam wohnen wir hier bald 17 Jahre.

    Seine Eltern sind objektiv schwer umgänglich, seine Ex war immer verschwunden, wenn sie zu Besuch kamen, sie wollte möglichst nichts mit ihnen zu tun haben, ich wollte das jahrelang anders versuchen, besser machen, habe mich viele Jahre sehr bemüht,
    - von schönem Essen kochen,
    offenem, freundlichen, fröhlichem Umgang, hübsche, durchdachte Geschenkideen von meiner/unserer Seite,
    von ihrer ging es soweit, daß sie u.a. den Geburtstag ihres Sohnes wirklich "vergaßen",
    bis er ihn in SEINEM Anruf (aus Asien) erwähnte- sonst hätten sie nicht mal gratuliert.
    Haben mir keine Karte für ihn mitgegeben, keine kleine, liebe Geste, nichts.

    Anderes Jahr, ob ich eine Idee hätte für ein Geschenk, gerne hochpreisiger, und ob ich das netterweise dann auch besorgen könnte?
    Es blieb mein (natürlich zusätzliches) Geschenk, denn es wurde nie mehr erwähnt, aber offiziell hatten es die Eltern geschenkt.
    Auch das in ähnlicher Art mehrmals passiert oder eben Weihnachten/Geburtstag komplett "vergessen".

    Ich habe für uns vier gemeinsame Reisen und Kurztripps ausgearbeitet und organisiert, die sie dann teilweise kurz vorher absagen wollten,
    Hotel- und Flugorganisation nur für sie, weil ich das wirklich besser kann,
    trotzdem kam immer wieder Unüberlegtes bis Verletzendes,

    sei es "die Kekse von XY sind viel besser"
    über "unbedingt zu Besuch kommen wollen, aber dann mit uns allen nicht reden des Vaters",
    über Beleidigung meines Vaters an meinem Geburtstag, zu dem sie sich selbst eingeladen hatten
    obwohl mir neben meiner Oma und meinen Eltern noch mehr Übernachtungsgäste nicht recht waren,
    um dann verrückterweise nur mit ihrem Sohn über die guten alten Zeiten (wo meine Familie natürlich nichts zum Gespräch beitragen konnten) und ihre Urlaube reden zu wollen.

    Extreme Mißmutigkeit und Launenhaftigkeit hier im Haus an uns allen auslassen,
    immer wieder unschöne, verletzende Kommentare über meine Figur, über Jahre, von beiden.

    Oder, das bekam sogar Tradition,
    wenn wir bei ihnen waren, wurde meinem Partner morgens ein Kaffee vor die Tür gestellt als Aufwachgruß- mir - nichts.


    Oder Zugtickets buchen und vorstrecken, weil sie aus ihrem Urlaub dieses nicht organisieren könnten. Seid Ihr sicher, ist das fix? Ja, unbedingt.
    Neuer Anruf, wir haben es uns anders überlegt, brauchen die Tickets nicht.
    Obwohl es bekannt nicht stornierbar war, nicht mal eine Nachfrage, ob sie für den Schaden aufkommen können…


    Und vieles, vieles mehr,
    was ich, damit die Anonymität gewahrt bleibt, nicht beschreiben kann,
    Unbeteiligte haben vieles miterlebt und waren oft ähnlich erschüttert wie ich,
    ich bin also nicht "überempfindlich".

    Sie taten mir einfach nicht gut.

    Was mir jahrelang nicht bewußt war, ihr Verhalten stach immer wieder und weiter in ein Kindheitstrauma in meiner eigenen Familie, das ich aus emotionalem Selbstschutz extrem gut verdrängt hatte.

    Von meiner Partnerschaft erwarte ich Loyalität und Schutz,
    bitte diese Tatsache einfach als gegeben nehmen, ob das nun richtig ist oder nicht, es ist einfach so.



    Mein Partner hat viele sehr liebenswerte Eigenschaften.
    Aber die, die mich stören, gerade die Unfähigkeit, für sich selbst einzustehen und mich seinen Eltern gegenüber gegen Verbalattacken und emotionale Verletzungen zu schützen, sind so elementar, daß ich nicht weiß, ob es noch für eine gemeinsame Zukunft reicht.

    Es ist nicht so, daß ich ein kleines verschüchtertes Mäuschen bin, ich bin extrovertiert, sehr kontaktfreudig und offen.
    Aber ich erwarte grundlegend absolute Loyalität von meinem Partner, ich habe diese auch immer gegeben...

    In allen anderen Bereichen gibt er mir diese, aber eben nicht in dem für mich sehr belastenden Umgang mit seinen Eltern.

    Letztlich ist das wirklich unser Knackpunkt,
    ich verachte diese Menschen so sehr, sie widern mich nach Jahren der empfundenen Herabsetzung wirklich an, körperlich aber vor allem emotional (beim letzten Besuch habe ich eine Woche Herpes gehabt, das war allerdings auch ein Auslöser meines Bewußt-Werdens, daß ich sie nicht mehr ertrage).


    Und weil ich sie nicht ertrage, habe ich kein Kind und nicht geheiratet, wie gesagt, daß wird mir leider erst jetzt bewußt.

    Manche Besuche waren im Nachhinein betrachtet durchaus nett und ok-
    aber es hing immer das Damoklesschwert, wann kommt die nächste Breitseite, darüber, also nie entspannt.

    Und das sage wirklich nicht nur ich, sie sind oft mit auf Geschäftsevents gewesen -
    und, wenn auch dezent, aber oft wurde von unseren Kollegen und Freunden gesagt, wie schwierig sie doch wären und wie egozentrisch.

    Der Vater "kaufte" sogar Produkte auf Messen- um sie dann nicht zu bezahlen und die Kollegen brachten sie zu uns und wollten (und bekamen natürlich) ihr Geld.
    Oder mein Partner bekam Einschreiben mit Klagen von Anwälten, weil der Vater in "diskutierwürdige" Geschäfte verwickelt war-
    dazu sollte man wissen, daß beide denselben Vor- und Zunamen haben, nur die Anschrift ist natürlich eine andere.

    Also wurde der Name meines Partners, weil er genauso heißt, gleich mit in Mitleidenschaft gezogen.
    Der Name ansich- und natürlich in gewisser Weise seine Reputation, weil die Schriften eben zuerst hierher kamen, er also mitbetroffen war.
    Und weil er "der Sohn vom Alten" ist…

    So groß ist unsere Branche nicht...

    15 Jahre habe ich mich wirklich, immer wieder mit neuer Kraft, darum bemüht ein gutes Verhältnis zu ihnen zu haben, bei der letzten Verletzung brach etwas in meinem Inneren entzwei und ich wollte auch nicht mehr.

    Es tut mir also wirklich gut, sie nicht mehr in meinem Leben zu haben,
    in mir arbeitet gerade so viel, diesen "Nebenschauplatz" kann ich gerne auslassen.

    All das ist mir erst wirklich im Herbst 2012 bewußt geworden,
    da ist noch mehr, meine eigene Familie betreffend, es geht um Verlustängste, kein "Urvertrauen in tragfähige Beziehungen und Männer allgemein " ,
    ich bin seit Mitte letzten Jahres deshalb in Therapie, u.a. wegen schwerer Depressionen.

    Ich war in meinem Leben viele Jahre komplett erstarrt, habe Vogel-Strauß-Politik betrieben, damit nichts schmerzen kann und aufbricht- aber dann brach sich alles mit Macht Bahn.


    Tja, nun wollen sie aber soooo gerne mal wieder hier herkommen, weil sie sooo gerne hier sind und sich so wohlfühlen bei uns. Ach nee… Ich habe mir ja auch immer die größte Mühe gegeben, es ihnen schön zu machen.
    Ich habe mir ja auch jahrelang- vergeblich in Bezug auf einen entspannten Umgang- ein Bein ausgerissen…

    Ich habe es meinem Partner mehrmals gesagt, daß ich sie nicht gerne hier hätte,
    weil ich emotional sowieso nicht besonders stabil bin,
    ich möchte nicht mal meinen Vater hier haben, also geht es nicht ausschließlich um seine Eltern,
    aber natürlich vorrangig.


    Er weiß, daß in mir momentan ganz viel rumort,
    er weiß um meine Verzweiflung manchmal- ich stelle mein ganzes Leben momentan in Frage,
    stehe vor einem emotionalen und wirklichen Scherbenhaufen-
    und doch hat er gerade - mal wieder - gefragt, ob sie kommen können.

    Es wäre so lange her und er würde gerne wieder Normalität hineinbringen...

    Mein Bedürfnis, sie nicht hier zu haben, kommt also nicht an- oder wird nicht akzeptiert.

    Ich lebe gerade keine Normalität,
    mir geht es so schlecht, ich bin meist verzweifelt und hoffnungslos -
    und gäbe es meine Mutter nicht, hätte ich momentan keine Lebenskraft mehr.
    Mir wäre egal, ob es mich noch gibt oder nicht.


    Und darauf begründet sich meine Frage.

    Ist mein Bedürfnis, sie nicht hier zu haben,
    in seinem Haus, aber meinem/unserem Zuhause, aus Eurer Sicht akzeptabel?

    Weil das eben auch mein Zuhause ist und ich es laut meinem Partner auch so betrachten soll -
    und weil er es eben jahrelang nicht geschafft hat, daß ich in meinem Zuhause von seinen Eltern nicht verletzt oder unangemessen behandelt wurde.

    Es geht mir schlecht, das weiß er, sieht er, spürt er, ich weine viel und bin sehr verzweifelt,
    es ist nicht bloß eine Laune…

    Oder ist mein Bedürfnis aus objektiver Sicht nicht annehmbar,
    weil es eben sein Haus ist und seine Eltern?

    Egal wie sie sich verhalten haben?

    Von der Einschätzung dieser Situation hängt für mich in nächster Zukunft einiges ab,
    denn wenn ich rational und objektiv keine "verletzungsfreie Zone", keine Schutzzone und damit kein Zuhause, das sich so anfühlt, hier erwarten kann und darf,
    weil es (objektiv gesehen) sein Haus und auch sein Zuhause ist,
    dann wird es wohl in eine bestimmte Richtung laufen…


    Was ich ja akzeptieren müßte, es geht mir gerade bei der Faktenlage um eine objektive Einschätzung,
    denn objektiv kann ich nicht sein, ich muß mich endlich emotional selbst schützen, wenn mein Partner es nicht tut…

    Nur bevor ich dieses Gespräch führe, würde ich es gerne besser von mehreren Seiten betrachtet wissen.

    Bitte versteht mich richtig,
    ich verstehe, daß mein Partner seine Eltern hier mal wieder haben möchte- aber ohne mich.

    Der Kompromiß, daß ich dann wegfahren würde (sie kommen immer mehrere Nächte) wäre natürlich gegeben.
    Aber wenn ich aus meinem empfundenen Zuhause wegmüßte, dann wäre es auch nicht mehr wirklich mein Zuhause.


    Ganz wichtig, für mich ist es selbstverständlich, daß mein Partner zu seinen Eltern weiterhin Kontakt hat,
    sie rufen auch noch hier an und wenn ich zufällig dran bin, sind wir höflich und freundlich,
    natürlich sollen/können sie sich auch sehen.


    Mich interessiert, wie Unbeteiligte und vor allem die BRI- Männer sowas emotional und rational auslegen würden- und deshalb frage ich hier nun nach.

    Danke für Eure Einschätzungen.

    Sternenfliegerin auf Bruchpilot-Modus.
    I don´t know where I´m going- but I´m on my way... Carl Sagan

    Vielleicht geht es auf dem Weg gar nicht darum, irgendwas zu werden.
    Vielleicht geht es darum, alles abzuwerfen, was wir nicht sind,
    so daß wir das sein können, wofür wir bestimmt sind.
    Paulo Coelho



    Moderatorin in den Foren:
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    Geändert von Sternenfliegerin (01.08.2014 um 13:10 Uhr)


  2. Registriert seit
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    AW: "Darf" ich den Besuch seiner Eltern ablehnen, um mich emotional zu schützen?

    Wie wahrscheinlich ist es, dass sie tatsächlich vorbeikommen und für mehrere Tage bleiben?

    Dein Mann müsste sich gegen seine Eltern abgrenzen. Vor allem in Hinsicht auf die Finanzen ist das dringend notwendig.
    Wenn deine Schwiegereltern also die Tickets vorgestreckt wollen, dann geht das nicht. Sie sind eigenständige Leute und können ihre Tickets selber bezahlen. Wahrscheinlich sind sie dann eingeschnappt und kommen erst gar nicht. Für dich wäre das ja kein Drama, oder?
    Oder du schickst ihnen eine lange Liste mit Dingen, die sie für ihren Besuch mitbringen sollen. Damit wäre ihr Besuch wahrscheinlich auch schneller abgesagt....
    Was du tun solltest: Liste all diese Dinge auf, die du ihnen vorgestreckt hast, und verlange Entschädigung dafür. Es gibt keinen Grund, warum du sie aushalten solltest.
    "beinhalten" wird wie "halten" konjugiert, als "beinhält", und gehört zur Kategorie schlechtes Deutsch. Warum nicht "enthalten", "umfassen" oder "bedeuten"?

    Sorge dich nicht, lebe!




    Bunny Maja Lukas (14.2.)
    Maxi (3.3.2017)
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  3. Moderation Avatar von Sternenfliegerin
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    AW: "Darf" ich den Besuch seiner Eltern ablehnen, um mich emotional zu schützen?

    Wenn es nach ihnen ginge, wären sie mindestens alle zwei Monate, eher öfter, für ein paar Tage hier.

    Nein, mein Partner wird sich nicht abgrenzen und wird ihnen nie ausreichend Paroli bieten,
    darauf habe ich 15 Jahre gehofft.

    Er ist nach einer "Aktion" auch immer vor der Kopf gestoßen, sagt aber, so waren sie immer, er wird sie nicht mehr ändern können- und es sind seine Eltern.
    I don´t know where I´m going- but I´m on my way... Carl Sagan

    Vielleicht geht es auf dem Weg gar nicht darum, irgendwas zu werden.
    Vielleicht geht es darum, alles abzuwerfen, was wir nicht sind,
    so daß wir das sein können, wofür wir bestimmt sind.
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    Moderatorin in den Foren:
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  4. Avatar von Aen
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    1.690

    AW: "Darf" ich den Besuch seiner Eltern ablehnen, um mich emotional zu schützen?

    Hi Sternenfliegerin,


    Zitat Zitat von Sternenfliegerin Beitrag anzeigen
    Seine Eltern sind objektiv schwer umgänglich, seine Ex war immer verschwunden, wenn sie zu Besuch kamen, sie wollte möglichst nichts mit ihnen zu tun haben, ich wollte das jahrelang anders versuchen, besser machen,

    Zitat Zitat von Sternenfliegerin Beitrag anzeigen
    Er ist nach einer "Aktion" auch immer vor der Kopf gestoßen, sagt aber, so waren sie immer, er wird sie nicht mehr ändern können- und es sind seine Eltern.

    meine "Kompromisslösung" wäre in dieser Situation wohl die Deiner Vorgängerin.


    Gruß,
    Aen
    Eine Krise kann jeder Idiot haben. Was uns zu schaffen macht, ist der Alltag. -- A. Tschechow

  5. Inaktiver User

    AW: "Darf" ich den Besuch seiner Eltern ablehnen, um mich emotional zu schützen?

    Zitat Zitat von Sternenfliegerin Beitrag anzeigen
    Mein Partner hat viele sehr liebenswerte Eigenschaften.
    Aber die, die mich stören, gerade die Unfähigkeit, für sich selbst einzustehen und mich seinen Eltern gegenüber gegen Verbalattacken und emotionale Verletzungen zu schützen, sind so elementar, daß ich nicht weiß, ob es noch für eine gemeinsame Zukunft reicht.
    (...)
    Mein Bedürfnis, sie nicht hier zu haben, kommt also nicht an- oder wird nicht akzeptiert.
    (...)
    Von der Einschätzung dieser Situation hängt für mich in nächster Zukunft einiges ab,
    denn wenn ich rational und objektiv keine "verletzungsfreie Zone", keine Schutzzone und damit kein Zuhause, das sich so anfühlt, hier erwarten kann und darf,
    weil es (objektiv gesehen) sein Haus und auch sein Zuhause ist,
    dann wird es wohl in eine bestimmte Richtung laufen…
    Ich denke, das wirst Du Deinem Partner klar machen müssen. Und zwar unmissverständlich.
    Er kann seine Eltern besuchen, so viel er will. Aber Du entscheidest für Dich selbst. Auch in Deinem Zuhause solltest Du diese Leute nicht dulden.
    Wenn Dein Partner das nicht versteht, dann muss er die Konsequenzen tragen.

  6. Inaktiver User

    AW: "Darf" ich den Besuch seiner Eltern ablehnen, um mich emotional zu schützen?

    Zitat Zitat von Sternenfliegerin Beitrag anzeigen
    Nein, mein Partner wird sich nicht abgrenzen und wird ihnen nie ausreichend Paroli bieten,
    darauf habe ich 15 Jahre gehofft.
    Das muss er auch nicht. Das ist seine Entscheidung.
    Aber Dein Zuhause sollte für seine Eltern tabu sein. Das sollte er respektieren, sonst respektiert er Dich nicht.
    Ich wäre da kompromisslos.

  7. Moderation Avatar von skirbifax
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    66.599

    AW: "Darf" ich den Besuch seiner Eltern ablehnen, um mich emotional zu schützen?

    Zitat Zitat von Sternenfliegerin Beitrag anzeigen
    Von meiner Partnerschaft erwarte ich Loyalität und Schutz,
    bitte diese Tatsache einfach als gegeben nehmen, ob das nun richtig ist oder nicht, es ist einfach so.

    Mein Partner hat viele sehr liebenswerte Eigenschaften.
    Aber die, die mich stören, gerade die Unfähigkeit, für sich selbst einzustehen und mich seinen Eltern gegenüber gegen Verbalattacken und emotionale Verletzungen zu schützen, sind so elementar, daß ich nicht weiß, ob es noch für eine gemeinsame Zukunft reicht.

    [...]

    Letztlich ist das wirklich unser Knackpunkt,
    ich verachte diese Menschen so sehr, sie widern mich nach Jahren der empfundenen Herabsetzung wirklich an, körperlich aber vor allem emotional (beim letzten Besuch habe ich eine Woche Herpes gehabt, das war allerdings auch ein Auslöser meines Bewußt-Werdens, daß ich sie nicht mehr ertrage).

    [...]

    ich bin seit Mitte letzten Jahres deshalb in Therapie, u.a. wegen schwerer Depressionen.

    [...]

    Ich habe es meinem Partner mehrmals gesagt, daß ich sie nicht gerne hier hätte,
    weil ich emotional sowieso nicht besonders stabil bin,
    ich möchte nicht mal meinen Vater hier haben, also geht es nicht ausschließlich um seine Eltern,
    aber natürlich vorrangig.
    Vorweg: Ja, ich finde, dass du sagen kannst, dass seine Eltern nicht kommen sollen.

    Aber: Du hast dich über Jahre mit seinen Eltern arrangiert, sie in dein/euer Leben gelassen, wie z. B. die Teilnahme bei Firmenevents, was ich schon sehr ungewöhnlich finde. Auch warst du sehr inkonsequent, als z. B. Buchungen einfach ohne Angabe von Gründen storniert worden sind. Auch wenn sie den Schaden ersetzt hätten, wäre das für mich Grund gewesen, mich nicht noch einmal einzubringen.

    Und auch die Formulierung "nicht gerne" ist für mich sehr schwammig. Für einen Partner macht man schon mal Dinge bzw. nimmt Dinge in Kauf, die man "nicht gerne" hat, macht usw. Das ist aber etwas ganz anderes, als "ich will nicht, ich kann nicht". DAS sollte für den Partner ein Stoppschild sein. Und ich frage mich, ob dein Partner das in dieser Deutlichkeit weiß.

    Aus deinem Verhalten der letzten Jahre kann er das nicht unbedingt herauslesen. Hast du es ihm so deutlich gesagt? Und, schaffst du in deinem jetzigen, angeschlagenen Gesundheitszustand die Auseinandersetzung mit deinem Partner wegen seiner Eltern? Für mich bewegst du dich auf einem Minenfeld, hinzu kommt, dass du nicht im Vollbesitz deiner Kräfte bist.

    Deshalb könnte ich mir vorstellen, dass deine Gesundheit zunächst Vorrang hat. Ja, vielleicht würde ich auch wegfahren, dann soll dein Partner mit seinen Eltern zusehen, wie er alles schafft. Du genießt die Zeit, die Ruhe, das Wetter und die Ablenkung. Und wenn du dann wiederkommst, unterhaltet ihr euch, was sich in deinen Augen in Zukunft ändern soll, ändern muss.

    Auch wenn du dich momentan von deinem Partner im Stich gelassen fühlst - was ich gut nachvollziehen kann -, solltest du ihm auch zugute halten, dass auch er Zeit braucht zu begreifen, welche Erkenntnisse du für dich gefunden hast, was dich belastet, was du dir wünschst und was für dich nicht verhandelbar ist. Und dann wird sich zeigen, ob die letzten 15 Jahre das tragfähige Fundament geschaffen haben, dass ihr gemeinsam einen Weg für euch findet. Ich wünsche es euch.
    Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.
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  8. Registriert seit
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    AW: "Darf" ich den Besuch seiner Eltern ablehnen, um mich emotional zu schützen?

    das klingt alles etwas merkwürdig. haben die schwiegis einen Standesdünkel, warum auch immer? ist dein partner das einzige Kind?

    luci
    LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH

  9. Moderation Avatar von Sternenfliegerin
    Registriert seit
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    AW: "Darf" ich den Besuch seiner Eltern ablehnen, um mich emotional zu schützen?

    Zitat Zitat von Aen Beitrag anzeigen
    meine "Kompromisslösung" wäre in dieser Situation wohl die Deiner Vorgängerin.
    Gruß,
    Aen
    Das hätte ich vor Jahren tun sollen, aber da wollte ich meinem Partner zuliebe noch ein gutes Verhältnis zu seinen Eltern aufbauen und haben und habe es immer wieder versucht.

    Mein Problem jetzt ist, daß ich emotional - zumindest momentan- nicht mehr zu einem Kompromiß bereit bin, ich bin einmal zuoft von ihnen verletzt worden.

    Ich bin krank geworden, daran hat diese Konstellation nicht unerheblichen Anteil-
    und momentan sträubt sich in mir alles, sie in meiner Nähe zu wissen.

    Leider bedeutet "in meinem Zuhause" in meiner Nähe, in meinem Intimbereich- in meiner "Schutzzone"- selbst wenn ich nicht da wäre.
    Garade sie empfinde ich dann als Eindringlinge.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich denke, das wirst Du Deinem Partner klar machen müssen. Und zwar unmissverständlich.
    Er kann seine Eltern besuchen, so viel er will. Aber Du entscheidest für Dich selbst. Auch in Deinem Zuhause solltest Du diese Leute nicht dulden.
    Wenn Dein Partner das nicht versteht, dann muss er die Konsequenzen tragen.
    Darauf bezieht sich ja gerade meine Frage, ob ich sowas objektiv betrachtet in juristisch seinem Haus und emotional natürlich auch seinem Zuhause "verlangen" kann.

    Ich weiß, was ich - momentan - brauche, es verlangen zu dürfen ist etwas anderes.

    Wenn ich es nicht verlangen kann und er es nicht mir zuliebe akzeptiert, läuft es in meinem Empfinden auf mindestens eine räumliche Trennung hinaus.
    I don´t know where I´m going- but I´m on my way... Carl Sagan

    Vielleicht geht es auf dem Weg gar nicht darum, irgendwas zu werden.
    Vielleicht geht es darum, alles abzuwerfen, was wir nicht sind,
    so daß wir das sein können, wofür wir bestimmt sind.
    Paulo Coelho



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  10. Inaktiver User

    AW: "Darf" ich den Besuch seiner Eltern ablehnen, um mich emotional zu schützen?

    Im Grunde gibt es zwei Möglichkeiten für Dich.
    Entweder Du setzt Dich bei Deinem Partner durch und verbietest seinen Eltern den Besuch in Deinem Zuhause (es ist Dein Zuhause, auch wenn es Dir nicht gehört).
    Oder Du setzt Dich bei seinen Eltern durch und bietest ihnen Paroli, d.h. Du machst es ihnen höllisch ungemütlich, indem Du Dir nichts mehr bieten lässt.
    Beide Möglichkeiten setzten Deinen Willen voraus, zu Dir selbst zu stehen und auch selbst Konsequenzen zu tragen.

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