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  1. Inaktiver User

    Wie kann ich ihm nur helfen???

    Hallo ihr Lieben,

    ich hoffe auf gute Anregungen und Tipps von euch

    Das Problem:

    Wir (mein Freund und ich) sind im Sommer 2013 umgezogen. Er hatte sein Studium beendet und eine neue (richtig tolle) Stelle gefunden, die auch genau seinen Vorstellungen entspricht.
    Wir sind beide "auf dem Dorf" großgeworden und vor allem mein Freund war da sehr im Dorfleben eingebunden (Vorstandsmitglied im Ortsbürgerverein, bei örtlichen Veranstaltungen immer ganz vorne mit dabei, Sportverein,....). Außerdem haben wir in unserer alten Heimat einen großen Freundes- und Bekanntenkreis und unsere Familien leben wie gesagt auch dort.

    Tja, mein Freund ist ein totaler "Heimscheißer", wenn ich das mal so sagen darf
    Er leidet ziemlich darunter, aus seinem gewohnten Umfeld herausgerissen zu sein. Er schläft immer schlechter und er kann sich einfach nicht so richtig auf seine neue Heimat einlassen. Immerhin sind wir jetzt gemeinsam hier im Fitnesstudio.

    Dort wo wir herkommen, gibt es nicht viele interessante Jobs für ihn. Er hatte letztes Jahr zwei Vorstellungsgespräche dort und er hätte auch in beiden Unternehmen anfangen können (dann hätten wir dort wohnen bleiben können). Allerdings waren beide Stellen befristet, nicht übermäßig bezahlt, die Rahmenbedingungen waren nicht so toll und die Arbeit auch nicht so interessant (er arbeitet eigentlich in der Forschung).

    Ich versuche ihn immer damit zu "trösten", dass unser neuer Wohnort ja nur 1 Autostunde von unserem alten entfernt ist. Wir können also ohne Probleme mal am Wochenende oder wenn irgendeine Feier o.ä. anliegt, hinfahren. Kurzfristig kann er wohl auch damit leben, aber trotzdem fühlt er sich immer noch nicht so sonderlich wohl hier.

    Jetzt meine Frage:

    Wie kann ich ihm bloß helfen? Kann ich überhaupt irgendwas machen, damit er sich besser fühlt? An sich hätte ich auch kein Problem, wieder zurückzuziehen, zumindet in einen Ort, der ungefähr in der Mitte liegt. Dann müsste er ne halbe Std. pendeln. Nun hab ich im Nachbarort aber auch eine Stelle gefunden und dafür würde es sich nicht lohnen, täglich 50 km hin und wieder zurück zu fahren. Also müssen wir erstmal sowieso hierbleiben.

    Wie lange habt ihr gebraucht, um euch an einem neuen Wohnort einzuleben. So, dass ihr das Gefühl hattet: Hier kann ich bleiben. Oder ist das hoffnungslos?

    Komischerweise hat er jetzt für uns einen Beratungstermin bei der Bank ausgemacht wg. Baufinanzierung etc. Will er sich damit jetzt irgendwas beweisen (so nach dem Motto: Ich muss mich jetzt hier wohlfühlen).

    Fragen über Fragen ....

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    AW: Wie kann ich ihm nur helfen???

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hallo ihr Lieben,

    ich hoffe auf gute Anregungen und Tipps von euch

    Das Problem:

    Wir (mein Freund und ich) sind im Sommer 2013 umgezogen. Er hatte sein Studium beendet und eine neue (richtig tolle) Stelle gefunden, die auch genau seinen Vorstellungen entspricht.
    Wir sind beide "auf dem Dorf" großgeworden und vor allem mein Freund war da sehr im Dorfleben eingebunden (Vorstandsmitglied im Ortsbürgerverein, bei örtlichen Veranstaltungen immer ganz vorne mit dabei, Sportverein,....). Außerdem haben wir in unserer alten Heimat einen großen Freundes- und Bekanntenkreis und unsere Familien leben wie gesagt auch dort.

    Tja, mein Freund ist ein totaler "Heimscheißer", wenn ich das mal so sagen darf
    Er leidet ziemlich darunter, aus seinem gewohnten Umfeld herausgerissen zu sein. Er schläft immer schlechter und er kann sich einfach nicht so richtig auf seine neue Heimat einlassen. Immerhin sind wir jetzt gemeinsam hier im Fitnesstudio.

    Dort wo wir herkommen, gibt es nicht viele interessante Jobs für ihn. Er hatte letztes Jahr zwei Vorstellungsgespräche dort und er hätte auch in beiden Unternehmen anfangen können (dann hätten wir dort wohnen bleiben können). Allerdings waren beide Stellen befristet, nicht übermäßig bezahlt, die Rahmenbedingungen waren nicht so toll und die Arbeit auch nicht so interessant (er arbeitet eigentlich in der Forschung).

    Ich versuche ihn immer damit zu "trösten", dass unser neuer Wohnort ja nur 1 Autostunde von unserem alten entfernt ist. Wir können also ohne Probleme mal am Wochenende oder wenn irgendeine Feier o.ä. anliegt, hinfahren. Kurzfristig kann er wohl auch damit leben, aber trotzdem fühlt er sich immer noch nicht so sonderlich wohl hier.

    Jetzt meine Frage:

    Wie kann ich ihm bloß helfen? Kann ich überhaupt irgendwas machen, damit er sich besser fühlt? An sich hätte ich auch kein Problem, wieder zurückzuziehen, zumindet in einen Ort, der ungefähr in der Mitte liegt. Dann müsste er ne halbe Std. pendeln. Nun hab ich im Nachbarort aber auch eine Stelle gefunden und dafür würde es sich nicht lohnen, täglich 50 km hin und wieder zurück zu fahren. Also müssen wir erstmal sowieso hierbleiben.

    Wie lange habt ihr gebraucht, um euch an einem neuen Wohnort einzuleben. So, dass ihr das Gefühl hattet: Hier kann ich bleiben. Oder ist das hoffnungslos?

    Komischerweise hat er jetzt für uns einen Beratungstermin bei der Bank ausgemacht wg. Baufinanzierung etc. Will er sich damit jetzt irgendwas beweisen (so nach dem Motto: Ich muss mich jetzt hier wohlfühlen).

    Fragen über Fragen ....
    Ihr müsst doch sicher mal darüber gesprochen haben, ob ihr wieder zurückgeht, oder zumindest etwas näher zum alten Ort ziehen wollt. Was hat er denn dazu gesagt?

    Machen kannst du gar nichts. Das kann nur er, indem er sich wieder eine Verein etc. sucht, so er denn überhaupt Wurzeln schlagen will dort
    Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"

    Erich Fromm

  3. Inaktiver User

    AW: Wie kann ich ihm nur helfen???

    Zitat Zitat von Lilith10 Beitrag anzeigen
    Ihr müsst doch sicher mal darüber gesprochen haben, ob ihr wieder zurückgeht, oder zumindest etwas näher zum alten Ort ziehen wollt. Was hat er denn dazu gesagt?

    Machen kannst du gar nichts. Das kann nur er, indem er sich wieder eine Verein etc. sucht, so er denn überhaupt Wurzeln schlagen will dort
    Naja, seine Aussage ist, dass er die nächsten 3 Jahre auf jeden Fall hierbleiben will (obwohl er sein altes Zuhause vermisst). Wir kommen wie gesagt vom Dorf. Er arbeitet jetzt in einer größeren Stadt und wir leben in einem Vorort. Also an sich auch noch ländlich, aber eben enger besiedelt als wir es gewohnt sind.

    Wir haben gestern darüber gesprochen, dass wir ja immer noch, sofern ich demnächst mal schwanger werde und in einigen Monaten sowieso in Elternzeit geht, die Gelegenheit beim Schopfe packen und, da wir dann sowieso umziehen müssten in eine größere Wohnung, in eine kleinere Stadt ziehen, die mittig liegt zwischen Heimatdorf und seiner Arbeitsstelle. Das war zumindest mal eine Idee. Nur dann müsste ich mich nach der Elternzeit wieder eine neue Stelle suchen (auch blöd, zumal ich endlich einen wirklich familien- und kinderfreundlichen AG gefunden hab).

    Parallel überlegen wir, hier eine ETW oder Reihenhäuschen zu kaufen und die nächsten Jahre hier zu leben. Später dann vllt. im Heimatort oder in der Nähe selbst bauen und dann die Immobilie hier wieder verkaufen oder vermieten (je nach Finanzlage).

    Erschwerend (für meinen Freund) kommt dazu, dass alle anderen im Freundeskreis im Heimatdorf geblieben sind und dort ein Haus gebaut haben. Die treffen sich wöchentlich und unternehmen viel gemeinsam. Er würde auch gerne dort wohnen (und bauen), die Pendelei ist ihm aber zu viel. Er ist quasi hin- und hergerissen. Leider hat er auch keine gleichaltrigen Kollegen, mit denen er mal was am Abend unternehmen könnte. Die sind alle min. 12 Jahre älter, teilweise sogar 20 Jahre und mehr.

    Unsere Nachbarn sind auch eher die "ältere Generation". Ich habe ja die leise Hoffnung, dass wir, wenn wir Nachwuchs haben, automatisch Gleichaltrige kennenlernen und sich daraus irgendwas ergibt. Aber das dauert ja nun auch noch etwas.

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    AW: Wie kann ich ihm nur helfen???

    Warum müsstest du dir eine neue Stelle suchen? Ist dein AG nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen?

    Ganz ehrlich, JETZT etwas zu kaufen, wo ihr später wieder in Eure "Heimat" wollt, würde ich mir sparen. Wer wei0, was in den nächsten Jahren passiert. Aber gut, ist ja nur meine Sicht
    Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"

    Erich Fromm

  5. Inaktiver User

    AW: Wie kann ich ihm nur helfen???

    Zitat Zitat von Lilith10 Beitrag anzeigen
    Warum müsstest du dir eine neue Stelle suchen? Ist dein AG nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen?
    Nein, nicht wirklich. Wenn wir wirlich "in die Mitte" ziehen würden, hätte ich einen Arbeitsweg von 60 km. Pro Strecke. Wenn ich dann nach der Elternzeit nur Teilzeit arbeiten würde (z.B. 20 Stunden), würde es sich nicht mehr lohnen, da die Fahrtkosten mein Gehalt quasi auffressen würden.

  6. Inaktiver User

    AW: Wie kann ich ihm nur helfen???

    Zitat Zitat von Lilith10 Beitrag anzeigen

    Ganz ehrlich, JETZT etwas zu kaufen, wo ihr später wieder in Eure "Heimat" wollt, würde ich mir sparen. Wer wei0, was in den nächsten Jahren passiert. Aber gut, ist ja nur meine Sicht
    Mit "später" meinte ich so in 5 - 8 Jahren vielleicht. In der ganzen Zeit würden wir zw. 32000 - 50000 Euro an Miete rausschmeißen. Deswegen wollen wir eigentlich bald ein Eigenheim erwerben, um nicht noch länger zur Miete wohnen zu müssen und das Geld irgendwelchen Vermietern in den Rachen zu werfen.

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    AW: Wie kann ich ihm nur helfen???

    Hm, dann wird dein Freund entscheiden müssen, was ihm wichtiger ist. Seine Heimat, Freunde und alles, was dazu gehört, oder eine Arbeitsstelle, die ihn mehr fordert und er mehr Geld bekommt. Die Entscheidung kannst du ihm nicht abnehmen.
    Könnteste du denn in der alten Heimatstadt eine Stelle finden?
    Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"

    Erich Fromm

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    AW: Wie kann ich ihm nur helfen???

    Hallo K82,
    in die Mitte ziehen würde ich nicht, da muss man ja dann immer pendeln, entweder für die Arbeit oder für die Freizeit!
    Ein Kollege hat Haus und Familie auch ca. 1 Stunde weit weg, er ist Montag und Freitag im Homeoffice und "wohnt" Dienstag bis Donnerstag in einem 1-Zimmer-Appartment hier in der Stadt. Das klappt seit ca. 2 Jahren ganz gut. Wäre denn sowas irgendwann möglich?

    Habt ihr denn darüber gesprochen, was es bedeutet, wenn du in der aktuellen Stadt eine neue Arbeitsstelle antrittst? Oder sollte es erstmal nur vorübergehend bis zum gewünschten Kind sein und dann "mal sehen"? Wie geht es dir denn dort? Fühlst du dich wohl? Kannst du dir eine Zukunft dort vorstellen oder zieht es dich auch ins Heimatdorf?

    Grüße, Feli

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    AW: Wie kann ich ihm nur helfen???

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Mit "später" meinte ich so in 5 - 8 Jahren vielleicht. In der ganzen Zeit würden wir zw. 32000 - 50000 Euro an Miete rausschmeißen. Deswegen wollen wir eigentlich bald ein Eigenheim erwerben, um nicht noch länger zur Miete wohnen zu müssen und das Geld irgendwelchen Vermietern in den Rachen zu werfen.
    Ach so, ich dachte, es ginge um 2-3 Jahre
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    Erich Fromm

  10. Inaktiver User

    AW: Wie kann ich ihm nur helfen???

    Zitat Zitat von Felicitas80 Beitrag anzeigen
    Hallo K82,
    in die Mitte ziehen würde ich nicht, da muss man ja dann immer pendeln, entweder für die Arbeit oder für die Freizeit!
    Ein Kollege hat Haus und Familie auch ca. 1 Stunde weit weg, er ist Montag und Freitag im Homeoffice und "wohnt" Dienstag bis Donnerstag in einem 1-Zimmer-Appartment hier in der Stadt. Das klappt seit ca. 2 Jahren ganz gut. Wäre denn sowas irgendwann möglich?

    Habt ihr denn darüber gesprochen, was es bedeutet, wenn du in der aktuellen Stadt eine neue Arbeitsstelle antrittst? Oder sollte es erstmal nur vorübergehend bis zum gewünschten Kind sein und dann "mal sehen"? Wie geht es dir denn dort? Fühlst du dich wohl? Kannst du dir eine Zukunft dort vorstellen oder zieht es dich auch ins Heimatdorf?
    Über die Möglichkeit, dass wir uns eine Wohnung in unserer Heimat nehmen und er sich ein Zimmer bei seiner Arbeit nimmt, haben wir gesprochen. Er will das nicht. Dann wäre er unter der Woche ja auch nicht da und es wäre im Prinzip nicht anders als jetzt. Am Wochenende können wir ja so oder so dort hinfahren.

    Ich hab jetzt ja hier eine Stelle gefunden. Die Überlegung war nun, zumindest so lange hier wohnen zu bleiben, bis ich in Elternzeit gehe. Dann umziehen in die Mitte, da ich dann sowieso min. 3 Jahre zuhause wäre. WEnn in der Zwischenzeit noch ein zweites Kind käme, dann entsprechend länger. Danach müsste ich dann am neuen Wohnort schauen, ob ich eine Teilzeitstelle finde.

    Ich fühle mich soweit ganz wohl hier. Obwohl ich auch sehr an meiner Familie hänge. Aber ich bin hier im Chor und im Sportverein. Mir reicht das eigentlich. Ihm fehlt hier aber dieses "jeder kennt jeden" und sein Freundeskreis, den wir nun nur alle 2-3 Wochen am Wochenende mal sehen.

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