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    Thema "Ganz und gar einlassen" - gibt es Hoffnung?

    Hallo zusammen

    Ich weiss nicht mal, ob ich im richtigen Forum poste. Vor 1.5 Jahren habe ich einen Mann kennengelernt, der damals gerade frisch getrennt war von seiner Ex (mit der war er 5 Jahre zusammen). Wir haben mit der Zeit was begonnen - nicht gerade direkt mit Sex, zuerst viele Unternehmungen, Gespräche, dann mit der Zeit auch Sex. Er musste dann für 9 Monate beruflich ins Ausland. Er sagte mir, ich sei für ihn die perfekte Beziehungsfrau, aber es sei für ihn zu früh, sich auf eine Beziehung mit mir einzulassen, da er in Beziehungssachen sehr fragil sei.

    Ich habe ihn dann auch in Ruhe gelassen. Wir hatten Kontakt ab und zu, drei Mal habe ich ihn im Ausland besucht. Was auch wunderschön war, aber immer noch mit der gleichen Ansage seinerseits.

    Als er zurückkam, war er inzwischen 1 Jahr getrennt von seiner Ex. Seit da hat er sich langsam und immer mehr auf mich eingelassen. Seit einem halben Jahr also. Es hat sich konstant gesteigert. Immer mehr gesehen, jetzt schon etwa 4 Mal pro Woche. In einer Wohnungsübergangszeit hat er schon mehrere Wochen bei mir gewohnt, was wunderbar funktionierte. Wir haben Freunde und Eltern des jeweils anderen kennengelernt.

    Und doch hat er Mühe mit dem ganz Einlassen. Er sagt wortwörtlich: Er habe Angst, sich auf einen Menschen einzulassen, von dem er wisse, dass er perfekt für ihn wäre. Angst, langweilig zu werden für mich, den Glanz und die Anziehungskraft zu verlieren, austauschbar zu werden, nimmer der beste für mich zu sein. Bis jetzt habe er sich oft Frauen ausgesucht, wo es nicht 100% passte, weil er dann gewusst habe, dass er irgendwann sowieso wieder gehen müsse. (!) Er habe Angst, "mich nicht verlassen zu können" (!!), weil ich so sei, wie er es sich eigentlich genau wünsche - das bedeutet natürlich aber ankommen, sich verletzlich machen. Er fragt mich manchmal 10 Mal am Tag, ob ich es langweilig finde mit ihm.

    Es ist nicht so, dass ich diese Ängste gar nicht kenne, aber in der Dimension, in der er sie hat, kenne ich sie nicht und verstehe sie auch nicht. Er kommt mir manchmal vor, wenn es um Beziehung geht, wie jemand, der das Gefühl hat, über einen riesigen Abgrund springen zu müssen ohne Netz und doppelten Boden. Ich kenne das selber nicht.

    Es ist auch noch wichtig zu wissen, dass er in Therapie ist, seit Monaten, intensiv. Wegen dieses "Krampfes", sich ganz einzulassen. Er redet auch mit mir darüber, offen.
    Ich sehe die Vorwärtsbewegung. Ich sehe, dass er mich immer näher ranlässt, wir immer näher kommen, uns immer mehr öffnen.

    Er gibt mir sonst sehr viel. Ich liebe ihn 100%, lasse ihn 100% ran. Wir teilen soviele Interessen, haben wunderschönen Sex, wir reisen zusammen, reden übers Zusammenziehen, über Kinder. Wir haben eine tiefe Beziehung, so finde ich.
    Und doch bin ich manchmal müde. All diese Ängste... Ich weine manchmal und bin so traurig, weil ich einfach nicht weiss, ob ich gegen diese Ängste ankomme, die ich manchmal auch soooooo extrem finde seinerseits! Ich will ihn ja nicht umbringen, auffressen - er tut manchmal so, als wäre ich eine Bedrohung! Angst vor dem Verschlungen werden.... Und das tut ihm dann auch im Nachhinein leid.

    All diese Ängste kommen mir manchmal vor, wie ein unsichtbarer Feind - und ich weiss nicht, wie mit diesem unsichtbaren Feind umgehen und ob das überhaupt geht. Und auch wenn ich sehe, dass wir immer weiterkommen, frage ich mich manchmal: Macht das Sinn? Kann sich das zumindest so auflösen, dass die Angst nicht mehr zwischen uns steht? Er sagt, er sei durch und durch ein Angstmensch. Er hat auch Ängste vor anderen Sachen - Angst, nicht schlafen zu können, Angst, allein zu sein, Angst vor zu grossen Menschenmengen - so so so so viel Angst. Was ist denn das, diese Angst? Und doch liebe ich so Vieles so sehr an ihm und habe mich insgesamt bei einem Mann noch nie so wohl gefühlt.

    Wir sind beide über 30.

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    AW: Thema "Ganz und gar einlassen" - gibt es Hoffnung?

    Zitat Zitat von GrosseWolke Beitrag anzeigen
    Er hat auch Ängste vor anderen Sachen - Angst, nicht schlafen zu können, Angst, allein zu sein, Angst vor zu grossen Menschenmengen - so so so so viel Angst.
    DAS würde mich an deiner Stelle höchst beunruhigen. Dieser Mann scheint eine generelle Angststörung zu haben und er sollte nicht nur seine Bindungsangst in der Therapie zum Thema machen, sondern seine vielen anderen Ängste. Ich denke, die Bindungsangst zu überwinden, ist noch das geringste Problem. Diese vielen anderen Ängste sind in meinen Augen beunruhigender. Wenn er es nicht schafft, das mit Hilfe der Therapie in den Griff zu bekommen, sehe ich schwarz.

    Willst du eine Familie mit einem Mann gründen, der so irrationale Ängste hat, die sich auch noch steigern können, wenn's schlecht läuft? Ich war mal mit einem Mann zusammen, dessen Angststörung solche Ausmaße angenommen hat, dass er irgendwann nicht mehr arbeiten konnte... ihm konnte allerdings in einer Therapie geholfen werden und es wurde besser.

    Als Außenstehende würde ich dir raten: Lass es mit diesem Mann.

    Aber da du ihn liebst, wirst du diesen Rat nicht annehmen, also dann: Warte ab, wie sich dein Freund mit therapeutischer Hilfe entwickelt und hab viel Geduld, denn das dauert länger.

    Mach nicht den Fehler, selbst Therapeutin zu spielen, du kannst nichts tun. Leb dein eigenes Leben weiter und konzentrier dich weniger auf ihn.

    Und frag dich mal, ob du nicht ein kleines Helfersyndrom, gepaart mit ein paar Retterphantasien hast... du arbeitest dich an diesem Mann ganz schön ab.

    Seufz.

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    AW: Thema "Ganz und gar einlassen" - gibt es Hoffnung?

    hallo grosse wolke

    ich kann mich in einigem was du über deinen partner schreibst wiederfinden
    zwar lass ich mich nicht von meinen ängsten beherrschen, aber ich weiß wie sie sich anfühlen

    da er in therapie ist und du selbst sagst es wurde mit der zeit besser, dann gib ihm noch mehr zeit - versuche diese angst nicht als feind gegen dich zu sehen sondern das es ein kampf von ihm mit sich selbst ist

    bei mir hilft wenn mein partner einfach aktzeptiert das diese angst da ist und mich kurz in den arm nimmt und verständnis zeigt ...

    ob es sinn macht - mh das kann dir natürlich hier keiner sagen ... aber da du ja fortschritte siehst und du dich so gut mit ihm fühlst, denke ich durchaus das das sinn macht geduldig zu sein

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    AW: Thema "Ganz und gar einlassen" - gibt es Hoffnung?

    Ich habe einfach heute wieder einen hoffnungslosen Abend.

    Ich weiss nicht ob ich ein Helfersyndrom habe. Keine Ahnung. Ich bin manchmal auch so müde, mich all diese Fragen zu fragen. Ich hatte eine sehr lange, fast 10jährige Beziehung und eine kurze 2jährige. Ein paar wenige Affären. Ich habe gerne Beziehungen. Ich habe keine Angst vor ihnen. Vor ein paar Sachen im Leben habe ich Angst, aber nicht so, dass sie mich blockieren.

    Ich habe schon so viel Verständnis gezeigt. So viel geredet, so viel da gewesen. So viel in den Arm genommen. Ja, es wird besser, aber ich habe das Gefühl, ich gebe so viel, ich warte so viel. Manchmal fragt er 10 Mal am Tag, ob ich ihn langweilig finde. Manchmal ruft er vor einem Treffen an und wir müssen 1 Stunde diskutieren, ob das jetzt eine gute Idee ist, uns zu treffen. Manchmal wenn wir streiten will er wegrennen und ich muss dann meine Gefühle erklären. Manchmal....

    Und auf der anderen Seite steht so viel Liebe, so viel Lachen, so viel Humor, so viel Nähe, so viel Interessen. Wir reisen zusammen, wir gehen zusammen auf Konzerte, Ausstellungen, können bis nachts um 4 reden, uns wird nie langweilig, haben wunderschönen Sex, kochen zusammen, spielen zusammen, wir können alles alles zusammen machen! Wir reden über Kinder....

    Ich weiss einfach manchmal nicht weiter. Ich bin so eine fröhliche, kraftvolle Person, aber manchmal habe ich Momente, wo ich mich nur noch ausgelaugt fühle. Wo ich das Gefühl habe, ich verliere das Vertrauen in ihn. Wo ich müde bin. Wo ich nicht weiter weiss.

    Ich bin blockiert durch einerseits all die schönen Dinge die wir haben - und andererseits durch diese Ängste. Ich bin mitblockiert.
    Und kann dann nicht mehr klar denken. Weiss drum auch nicht, ob ich ein Helfersyndrom habe. Bis jetzt dachte ich eigentlich, ich hätte normale Beziehungen gehabt. Worin äussert sich ein Helfersyndrom? Vielleicht habe ich auch Angst vor dem Alleinesein. Andererseits weiss ich, dass ich ihn liebe. Aber ich bin halt ein Beziehungsmensch. Ich bin gern in einer Beziehung. Und er ist offenbar nicht gern in einer Beziehung - manchmal weiss ich es nicht.

    Ich weiss, ich bin konfus. Im Moment sehe ich den Wald vor lauter Bäumen nicht.

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    AW: Thema "Ganz und gar einlassen" - gibt es Hoffnung?

    Liebe GrosseWolke,

    du solltest dir mal eine Auszeit nehmen. Sag deinem Freund, du brauchst mal eine Weile Abstand. Erklär ihm, dass dich die Situation auslaugt; erklär es ihm so, wie du es hier geschrieben hast.

    Und du musst lernen, Grenzen zu setzen. Wenn er dich fragt, ob er dich langweilt, beantworte ihm die Frage. Einmal. Die nächsten Male sagst du, dass du es bereits gesagt hast, es nicht wiederholst und es dich nervt.

    Du merkst, dass du ein Helfersyndrom hast, wenn du ihn behandelst wie einen Kranken. Wäre er "normal" (entschuldige, ein anderes Wort fällt mir gerade nicht ein), würdest du doch auch nach ein paar Fragen dieser Art sagen "hey, hör jetzt auf, es nervt mich!" Wenn er eine Stunde über ein Treffen diskutieren will, dann willst du eben kein Treffen und machst dir einen schönen Tag allein. Diskussion beendet.

    Ihr seid nicht mehr auf Augenhöhe, wenn du in die Beschützerrolle schlüpfst und sich dein Verhalten seinen Ängsten und Zwangsstörungen anpasst.

    Probier doch mal aus, mit ihm auf Augenhöhe zu kommunizieren. Sag und zeig ihm, dass du genervt, überfordert, müde und ausgelaugt bist. Zeig ihm deine Grenzen. Dafür musst du dir aber erstmal selbst klarmachen, wo die sind und dir erlauben, sie zu setzen.

    Vielleicht rütteln ihn ein paar klare Worte von dir eher wach, als deine liebevollen Bemühungen. Er lässt sich in meinen Augen ganz schön gehen, wenn er das alles bei dir ablädt.

    Aber: Frag dich mal, ob du wirklich was ändern willst:

    Wenn du Angst vor dem Alleinsein hast - dann hast du dir möglicherweise unbewusst einen Mann gesucht, der dich braucht. Willst du gebraucht werden? Willst du einen schwächeren Mann, damit du dich stärker fühlst? Welchen Nutzen ziehst du aus genau DER Beziehungskonstellation?

    Liebe GrosseWolke, diese Fragen sollen nicht sticheln und sind nicht böse gemeint und du musst sie auch nicht MIR beantworten, sondern dir.

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    AW: Thema "Ganz und gar einlassen" - gibt es Hoffnung?

    Zitat Zitat von Tessa Beitrag anzeigen
    Liebe GrosseWolke,

    du solltest dir mal eine Auszeit nehmen. Sag deinem Freund, du brauchst mal eine Weile Abstand. Erklär ihm, dass dich die Situation auslaugt; erklär es ihm so, wie du es hier geschrieben hast.

    Und du musst lernen, Grenzen zu setzen. Wenn er dich fragt, ob er dich langweilt, beantworte ihm die Frage. Einmal. Die nächsten Male sagst du, dass du es bereits gesagt hast, es nicht wiederholst und es dich nervt.

    Du merkst, dass du ein Helfersyndrom hast, wenn du ihn behandelst wie einen Kranken. Wäre er "normal" (entschuldige, ein anderes Wort fällt mir gerade nicht ein), würdest du doch auch nach ein paar Fragen dieser Art sagen "hey, hör jetzt auf, es nervt mich!" Wenn er eine Stunde über ein Treffen diskutieren will, dann willst du eben kein Treffen und machst dir einen schönen Tag allein. Diskussion beendet.

    Ihr seid nicht mehr auf Augenhöhe, wenn du in die Beschützerrolle schlüpfst und sich dein Verhalten seinen Ängsten und Zwangsstörungen anpasst.

    Probier doch mal aus, mit ihm auf Augenhöhe zu kommunizieren. Sag und zeig ihm, dass du genervt, überfordert, müde und ausgelaugt bist. Zeig ihm deine Grenzen. Dafür musst du dir aber erstmal selbst klarmachen, wo die sind und dir erlauben, sie zu setzen.

    Vielleicht rütteln ihn ein paar klare Worte von dir eher wach, als deine liebevollen Bemühungen. Er lässt sich in meinen Augen ganz schön gehen, wenn er das alles bei dir ablädt.

    Aber: Frag dich mal, ob du wirklich was ändern willst:

    Wenn du Angst vor dem Alleinsein hast - dann hast du dir möglicherweise unbewusst einen Mann gesucht, der dich braucht. Willst du gebraucht werden? Willst du einen schwächeren Mann, damit du dich stärker fühlst? Welchen Nutzen ziehst du aus genau DER Beziehungskonstellation?

    Liebe GrosseWolke, diese Fragen sollen nicht sticheln und sind nicht böse gemeint und du musst sie auch nicht MIR beantworten, sondern dir.
    Nein, ich bin nicht böse, ich nehme es nicht persönlich. Ihr könnt mit mir offen reden, ich vertrage das. Denn ich suche Hilfe, ich weiss nicht, was ich machen soll.

    Und dann ist es wieder so, nach so einem hoffnungslosen Abend, dass es dann durchaus wieder ein paar Wochen schön sein kann. Ohne viel Trarara. Dann vergesse ich wieder, dass dieses riesige Problem da ist. Und dann kommt es auf einmal wieder und beherrscht unseren Alltag.

    Ich bin mir unschlüssig, ob ich ein Helfersyndrom habe. Ich würde es so beschreiben: EIGENTLICH habe ich keins. Das heisst, wenn unser Alltag nicht von Ängsten besetzt ist, dann geniesse ich es einfach. Suche keine Probleme oder Stellen, wo ich ihm helfen kann. WENN die Probleme dann aber auftauchen, dann helfe ich, ja. Habe dann aber das Gefühl, wenn ich ein, zwei Mal mit ihm darüber rede, dann sollte es gut sein. Und bin dann immer wieder überrascht, dass er mich zwei Stunden später schon wieder fragen kann, ob ich es langweilig finde. Das heisst, ich habe wohl eine Mischung aus keinem Helfersyndrom, wenn kein Problem ansteht, und Helfersyndrom, wenn das Problem da ist. Das heisst, ich suche mir kein Problem, das ich therapieren kann; aber wenn eins auftaucht, dann helfe ich vielleicht zu sehr.

    KEINE AHNUNG!?!?

    Es hilft mir hier alles!

    Es ist auch so, dass ich gemischt reagiere: Manchmal, wenn er mich fragt, ob ich es langweilig finde, dann sage ich: Nein, alles gut. Erkläre, rede. Und dann, ab einem gewissen Punkt, sage ich ihm, dass er es mir jetzt einfach glauben muss. Dass er selber lernen muss, mir zu vertrauen. Ich habe den Satz gelesen, Vertrauen ist das Gegenteil von Angst. Nicht Sicherheit, sondern Vertrauen. Das habe ich ihm gesagt. Und das sage ich ihm jetzt seit einer Weile in diesen Situationen.

    Manchmal bin ich auch genervt. Aber vielleicht sollte ich es öfters sein? Vielleicht sollte ich öfters meine Müdigkeit zeigen. Ich weiss es nicht.

    Vielleicht ist auch das Problem, dass ich eine starke Frau bin, die viel aushält - ohne dass ich helfen WILL. Ich halte einfach viel aus, weil ich schon als Kind viel Verwantwortung übernehmen musste, weil ich schon durch viel Schwierigkeiten in meinem Leben musste und viel alleine schaffen musste.

    Da frage ich mich manchmal auch, ob das schwache Männer anzieht. Ohne dass ich eigentlich helfen will. Denn ja, ich will manchmal helfen, aber ich will mich auch fallenlassen können, will auch schwach sein, will auch umsorgt werden ab und zu! Ich will nicht immer nur helfen!

    Im Moment bin ich verwirrt.

    Angst vor dem Alleinsein: Ich habe nicht Angst vor dem Alleinsein, aber vor dem Übergang von Beziehung zu Alleinsein. Ich hatte schon einige Liebeskummer und Phasen, wo ich allein war, und schlussendlich ging es mir immer gut allein und ich genoss mein Leben. Aber der Übergang - das heisst, das Loslassen, das bewusst reinsteuern in den Liebeskummer, das kann ich irgendwie nicht. Ich kann nicht Leute verlassen - ich lasse mich verlassen. Ich weiss nicht, woran das liegt. Wenn ich dann mal allein bin, dann geht es mir relativ bald jeweils gut. Dann geniesse ich das Leben, fühle mich wohl. Ich fühle mich auch sehr wohl mit mir allein, langweile mich nicht. Habe viele Freunde. Aber ich kann mich nicht BEWUSST fürs allein sein (im Sinne von Beziehung aufgeben) entscheiden. Ich kann nicht bewusst verlassen. Kann man das lernen? Wie geht das?

    Ich hoffe, man versteht, was ich sagen will.

    Ich danke Euch für das Anhören meiner konfusen Gedanken. Es ist mir bewusst, dass ich durcheinander bin.

    Und es ist wohl so: Ich bin ein Beziehungsmensch. Ich möchte eine erfüllte Beziehung, möchte Familie, möchte Kinder. Ich habe keine Angst vor Beziehung.

  7. gesperrt

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    AW: Thema "Ganz und gar einlassen" - gibt es Hoffnung?

    Hallo Wolke (das grau lass ich mal weg, das klingt so nach schlechtem Wetter.. )

    Wie alt bist Du? Gerade 30 oder knapp drüber oder schon eher Mitte 30? Ich frage nur, weil Du noch einen Kinderwunsch hast und ich nicht denke, dass Du mit ihm in den nächsten Jahren an diesen Punkt kommen wirst, zumindest nicht geplant.

    Dein Freund hat so viele Ängste, dass es schon fast ein Wunder ist, dass er noch arbeiten geht und sich mit Dir trifft. Es wundert mich auch, dass noch sexuell was läuft, denn ich kenne das so, dass Ängste/Probleme/Sorgen immer auf die Potenz der Männer schlagen und dann nicht mehr viel los ist, wenn nicht sogar tote Hose herrscht.

    Du kommst mir vor wie eine Krankenschwester, die sich um ihren Patienten kümmert, ihm sein Händchen hält und hin und wieder mal eine unbeschwerte Zeit mit ihm verlebt. Aber wenn ich das so durchlese, bist Du wohl eher in Deiner Rolle als Krankenschwester gefragt, denn als Frau. Bei Euch ist so ein krasses Ungleichgewicht, dass, als wäre ein Kleinkind mit einem 2 Zentner Mann auf der Wippe. Das kann nur funktionieren, wenn der 2 Zentner Mann dem Kind mithilft, also er immer viel Gewicht abfangen muss, damit die Wippe in Bewegung bleibt. Das ist ein schönes Bild für Euch: Du musst nämlich auch ganz viel von Deiner Kraft an ihn abgeben, damit er weiterhin im Beziehungsspiel dabei ist. Und das musst Du unabhängig davon machen, wie es Dir geht. Er braucht Dich wie ein Ertrinkender das Rettungsboot.

    Ich würde mir ganz genau überlegen, ob ich diese "was auch immer" weitermachen möchte. Eine Beziehung ist es nicht. Er braucht Dich, ohne Dich gehts bei ihm nicht. Das ist auf Dauer eine wahnsinnige Bürde für Dich. Du magst jetzt zwar durch Deine Kindheit/Deine Erfahrungen sehr stark sein. Aber immer stark sein zu müssen und ihm die Sicherheit zu geben, die er braucht (10 Mal die Bestätigung, dass es mit ihm nicht langweilig ist), wird auch für Dich mit der Zeit eine enorme Herausforderung.

    Wo ist er, wenn es Dir nicht gut geht, wenn Du eine Schulter zum Anlehnen brauchst? Wie reagiert er auf Dich, wenn Du mal schwach bist? Kann er damit umgehen? Oder wird er noch unsicherer, weil seine sichere Stütze plötzlich nicht mehr da ist?

    Überlege es Dir gut. Du vergibst Dir Zeit, die Du für Deine Zukunftsplanung nutzen könntest, und zwar eine, die auf den 1. Blick (mehr habe ich nicht) erfolgreicher verlaufen wird als mit Deinem Freund.

    Wenn Du erst 31 bist, hättest Du noch ein bisschen Zeit. Aber wenn Du bereits Mitte 30 bist, würde ich mir wirklich Gedanken machen, ob ich meine wertvolle Zeit mit ihm "vergeuden" will. Bei ihm scheint doch alles angstbesetzt zu sein, bis auf Sex und Reisen... Also Gedanken würde ich mir auch machen, wenn Du erst 31 bist. Aber dann wäre ich vielleicht noch geduldiger, weil mir der Mann viel bedeutet und 6 Monate noch nicht sehr lange ist.

    Waren Deine Exfreunde immer eher von der schwächeren Sorte, problembeladen und Du die starke Freundin? Ist das Dein roter Beziehungsfaden? Oder ist er jetzt das 1 Mal, dass bei Euch so ein Kräfteungleichgewicht herrscht?

    Liebe Grüsse

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    AW: Thema "Ganz und gar einlassen" - gibt es Hoffnung?

    Zitat Zitat von GrosseWolke Beitrag anzeigen
    Angst vor dem Alleinsein: Ich habe nicht Angst vor dem Alleinsein, aber vor dem Übergang von Beziehung zu Alleinsein. Ich hatte schon einige Liebeskummer und Phasen, wo ich allein war, und schlussendlich ging es mir immer gut allein und ich genoss mein Leben. Aber der Übergang - das heisst, das Loslassen, das bewusst reinsteuern in den Liebeskummer, das kann ich irgendwie nicht. Ich kann nicht Leute verlassen - ich lasse mich verlassen. Ich weiss nicht, woran das liegt. Wenn ich dann mal allein bin, dann geht es mir relativ bald jeweils gut. Dann geniesse ich das Leben, fühle mich wohl. Ich fühle mich auch sehr wohl mit mir allein, langweile mich nicht. Habe viele Freunde. Aber ich kann mich nicht BEWUSST fürs allein sein (im Sinne von Beziehung aufgeben) entscheiden. Ich kann nicht bewusst verlassen. Kann man das lernen? Wie geht das?

    Ich hoffe, man versteht, was ich sagen will.
    Ja. Und ich halte dich für völlig "normal", um dieses Wort mal überzustrapazieren.

    Ich meine, jeder, der jemanden liebt, hat auch Angst, verlassen zu werden oder eben auch zu verlassen. Beim einen ist das erste angstbesetzter, beim anderen das letzte. Ich kenne viele Leute, die enorme Schwierigkeiten haben, eine Trennung herbeizuführen. Das kannst du auch nicht lernen, außer, durch Übung, aber es ist ziemlich doof, sich ständig zu trennen, nur um das zu üben, oder?

    Vermutlich wirst du dich von deinem Freund trennen, wenn dein Leidensdruck zu hoch ist und deine Grenzen zu oft überschritten werden.

    Es ist schwierig, dir zu raten, weil wir dich ja nicht kennen. Ich würde dir also - unter Vorbehalt - raten, über DICH nachzudenken. Über deine Grenzen, über deine Bedürfnisse, über deine Ängste, Hoffnungen und Zukunftswünsche. Lern dich besser kennen. Erst dann kannst du, glaube ich, anders auf deinen Freund reagieren. Denn ich denke, du musst das Schema, wie du auf deinen Freund reagierst, ändern.

    Mich würde interessieren, wie er das wahrnimmt. Ob er merkt, dass ihr nicht auf Augenhöhe seid, du aus der Partner- in eine Therapeutenrolle kippst? Er merkt, dass er in die Kinderrolle fällt? Ob er damit glücklich ist?

    Wenn du dir ein bisschen klarer über dich geworden und etwas zur Ruhe gekommen bist, solltet ihr reden und zwar mal über DICH.

    Ich wünsche dir ein happy end. Mit ihm - oder ohne ihn.

    @ Mathilda:

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    AW: Thema "Ganz und gar einlassen" - gibt es Hoffnung?

    Liebe Wolke, ich fasse mich in Anlehnung an Tessa nur ganz kurz:

    Deine Hilfe in diesen Situationen ist keine Hilfe. Im Gegenteil. Sie ist Futter für seine Ängste.

    Er fühlt, was er fühlt - das kannst du ihm nicht "ausreden", den Dreh muss er von innen heraus selbst schaffen. Wenn du ihm während einer Angstsituation durch viele Worte ein gutes Gefühl vermittelst, wird er genau das immer wieder von dir haben wollen.

    Das Fass hat ein Loch. Es nützt nichts, es immer wieder vollzuschütten. Selbst dann nicht, wenn er sich damit kurzfristig besser fühlt. Da ist eine grundlegende, langwierige Aufarbeitung notwendig. Tut mir leid, wenn ich das so sagen muss, aber das wirst du als seine Partnerin nicht allein leisten können.

  10. gesperrt

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    AW: Thema "Ganz und gar einlassen" - gibt es Hoffnung?

    Zitat Zitat von Tessa Beitrag anzeigen
    @ Mathilda:
    @ Tessa: Danke

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