Aber siehst du da keinen Widerspruch?
Einerseits sagt man, wir wollen nicht heiraten, weil es uns nicht wichtig ist unsere Verbundenheit auch nach außen zu symbolisieren - und wenn die dann von außen nicht klar wahrgenommen wird dann schmollt man.
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16.03.2014, 00:00Inaktiver User
AW: Heirat – ja, nein, warum und überhaupt
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16.03.2014, 00:29
AW: Heirat – ja, nein, warum und überhaupt
Das ist ja eine klasse Formulierung! Wenn Du das so pointiert und - wie soll ich sagen - selbsterkenntnisreich (?) formulieren kannst, habe ich gar keine Bedenken, dass Du und (D)ein Weltbild bald ins Reine Kommen.
Ist doch schoen, dass Du Fortschritte machst! Ich wuensche weiterhin viel Erfolg beim Sortieren und Zu-Ende-Denken.
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16.03.2014, 08:33
AW: Heirat – ja, nein, warum und überhaupt
Das ist die katholische Sichtweise. Dann könnte man auch Eheverträge abschaffen. Ich halte das für ziemlich blauäugig in Bezug auf unsere heutige Lebenserwartung und Anforderungen, die das Leben heute stellt.
Man kann es auch so sehen: ich regle vor der romantischen Prinzessinnenhochzeit, die natürlich das Versprechen bis zum Tod beinhaltet, den ganzen juristischen Kram vorbildmäßig, dann hab ich schon viele etwaige Konfliktpunkte von vornherein entschärft und kann das gemeinsame Leben mehr genießen.
Sich vorher mit den Voraussetzungen einer etwaigen friedlichen Trennungen zu beschäftigen ist für mich kein Zeichen von Lieblosigkeit und Mißtrauen, sondern das Gegenteil. Weil ich dem Liebsten ja nichts schlechtes will, auch nicht, falls es mal ganz anders kommen sollte, wie wir uns das eigentlich vorstellen. Denn davor ist niemand sicher.
geht mir auch manchmal so. Danke
Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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16.03.2014, 10:35
AW: Heirat – ja, nein, warum und überhaupt
Mnachmal beschleicht mich das Gefühl, daß es Dir eher darum geht, für deine "unkonventionelle" Haltung gelobt zu werden, aber alle gesellschaftlichen Vorteile der Ehe wie selbstverständlich auch für Unverheiratete zu fordern. Wie bequem es doch ist, die Nonkonformisten-Uniform zu tragen und dabei sein progressives Gewissen dem Spießertum entgegenzualten.
Den Kuchen essen und behalten...
Hans----------------------------------------------------------------
"Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.
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16.03.2014, 10:48Inaktiver User
AW: Heirat – ja, nein, warum und überhaupt
Das klingt widersprüchlich, weil wir hier 2 Ebenen durcheinanderwerfen. Gefühlsmäßig macht es für mich keinen Unterschied - wie tief die Gefühle in einer Beziehung sind; darüber sagt der Trauschein (ob nun vorhanden oder nicht) für mich nichts aus. Rein rechtlich macht es natürlich einen Unterschied, deshalb muss alles Wichtige ja separat geregelt werden.
Aber um bei dem Beispiel mit der ausgeräumten Wohnung zu bleiben: Wenn die Beziehung und die Freundin in der Familie anerkannt sind, dann wird die Familie wohl kaum auf die Idee kommen, 1 Woche nach dem Tod die Wohnung auszuräumen, sondern man wird mit der Freundin gemeinsam trauern und eine gemeinsame Lösung finden. Für mich klingt deren Vorgehen entweder nach der hier beschriebenen konventionelle Sichtweise - oder danach, als ob die Familie die Freundin nicht leiden konnte. Und wenn das so ist, dann hätten sie ihr nach dem Tod vielleicht auch mit Trauschein Probleme gemacht (auch wenn sie in dem Fall damit nicht so durchgekommen wären).
HansDampf, ich fordere gar nichts. Wie oben geschrieben: Ohne Trauschein kann man diese Dinge separat regeln. Bis auf die Steuern, klar, aber dafür hat eine Beziehung ohne Trauschein andere Vorteile und man muss sich halt aussuchen, was einem wichtiger ist - und die entsprechenden Nachteile dann in Kauf nehmen.Geändert von Inaktiver User (16.03.2014 um 11:08 Uhr)
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16.03.2014, 10:50
AW: Heirat – ja, nein, warum und überhaupt
ich kenne zwar Creavitas generelle Haltung nicht, aber mir hängt das Argument der Rosinenpickerei gründlich zum Hals raus.
Das kann man genauso den Eheverfechtern unterstellen: die Schäfchen schön ins trockene bringen, die Steuervorteile ausnutzen (vermehrt die Männer), die vermeintliche Sicherheit und bis vor kurzem noch garantierte Unterhaltshängematte (vermehrt die Frauen - zum Glück hat sich da gesetzlich was getan, was sich allerdings noch nicht so rumgesprochen hat, wie mir scheint), und die vielen miesen Beziehungsqualitäten unter dem Deckmäntelchen der legitimierten Anständigkeit lassen wir jetzt mal ganz außen vor.
Dagegen gibt es nicht wenige unverheiratete Paare, die klar sagen, dass sie sich mehr um ihre Beziehung bemühen, gerade weil es ja achsoleicht ist sich zu trennen. btw: bei gemeinsamen Kindern ist es nie leicht, drum guck ich auch viel mehr nach Familie oder nicht als nach Trauschein oder nicht und ich fände es nur fair, wenn das unser Steuerrecht auch so sehen würde.
Um es nochmal ganz klar zu sagen: Ich bin absolut nicht gegen Ehe, ich halte das nur für eine persönliche Entscheidung, die jedes Paar für sich selbst prüfen und kommunizieren muss und entsprechend -um auf den Threadtitel wieder zu kommen - die Argumente nach den eigenen Wert- und Wunschvorstellung gewichtet gehören.
Diesen Grabenkampf bezüglich einer allgemeinen Gleichwertigkeit des Beziehungslebens, den erlebe ich seltsamerweise immer nur von Seiten der Eheverfechter. Ich lese auch hier keine Nichteheverfechter, die so rigoros wären, dass sie anderes nicht gelten lassen könnten und mit Vorwürfen wie generelle Rosinenpickerei und dergleichen kommen würden.
Genau genommen lese ich hier überhaupt keine Nichteheverfechter.
Ich habe dies im ersten Abschnitt nur gemacht, um mal diese Scheinheiligkeit aufzuzeigen. Natürlich ist das auch nur plakativ und polemisch. Aber eben nichts anderes als dieser ständige Vorwurf, Nichtverheiratete würden immer nur alle Vorteile für sich wollen.Geändert von Amelie63 (16.03.2014 um 11:03 Uhr) Grund: ergänzung
Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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16.03.2014, 10:53Inaktiver User
AW: Heirat – ja, nein, warum und überhaupt
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16.03.2014, 10:56
AW: Heirat – ja, nein, warum und überhaupt
Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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16.03.2014, 11:51Inaktiver User
AW: Heirat – ja, nein, warum und überhaupt
Den Hinweis auf eine katholische Sichtweise finde ich für mich interessant.
Ich glaube, das trifft auf die Familie meines Partners zu, obwohl sie nicht kirchlich orientiert leben. Das würde einiges erklären, z. B. auch, dass die Scheidung des Sohnes in ihrem Umfeld nach Möglichkeit verschwiegen wurde/wird(?) (auch wenn deswegen gelogen werden muss).
Dagegen würde man mit einer zweiten Heirat ja nun auch nicht ankommen.
Ich selbst sehe die Ehe doch ausschließlich weltlich und auch immer im Zusammenhang mit dem geltenden Scheidungsrecht. Nach meiner Überzeugung hält eine Beziehung nicht länger, weil man verheiratet ist, und eine Trennung wird nicht dadurch einfacher, dass man nicht verheiratet ist. Die emotionale Bindung oder die emotionale Trennung ist so oder so das Entscheidende und die Herausforderung.
Was das erben angeht: Wenn man die Erbansprüche im Falle eines unverheirateten Partners nicht gleich durchsetzt, dann heißt das doch noch nicht, dass man die Wünsche des Erblassers nicht beachtet. Mein Vater möchte durchaus, dass ich sein Haus - letztlich - erbe, aber dass hieße doch nicht, dass ich darüber sofort verfügen muss. Aber diese Frage hat sich durch den vorzeitigen Tod seiner Lebensgefährtin ohnehin erledigt, gedanklich hatte ich das aber schon mal sortiert, als es ihm schlecht ging.
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16.03.2014, 12:02Inaktiver User
AW: Heirat – ja, nein, warum und überhaupt
Lea,
wie sieht denn dein Partner die Lage ? Was wünscht denn er sich im Fall einer schweren Krankheit, wenn wichtige Entscheidungen zu treffen wäre und er das in dem Moment nicht selber kann ? Oder wünscht er die "Anerkennung" einer Ehe mit dir bei seinen Eltern/Verwandten ? Dass seine Scheidung verheimlicht wird, ist ja schon schräg....
Oder möchte er für den Todesfall vorsorgen bzw. dich/sich versorgt wissen ?
Ich denke, um offene Worte werdet ihr nicht rumkommen, Heiratsantrag hin oder her.
Du hättest im Fall der Lebensgefährtin deines Vaters recht generös reagiert, aber das tun nicht alle Kinder. Viele können es sich auch schlichtweg nicht leisten: sie selber haben wenig Geld bzw. zahlen irgendwo Höchstmiete, die Lebensgefährtin wohnt für lau im Haus des Vaters ? Für den Fall, das Haus wurde ihr per Testament vermacht, kann man natürlich nichts machen.
Nebenbei bleibt immer der Pflichtteilsanspruch. Den können Kinder immer fordern (und eine/r tut es, darauf kann man fast wetten in solchen Fällen !), auch wenn der Vater/die Mutter wieder geheiratet hat. Viele (Ehe)PartnerInnen können diesen Betrag garnicht aufbringen und dann muss das Häusle doch unter den Hammer.... Von demher: ein sehr schwieriges Thema, das man auch mit einer Ehe nicht einfach lösen kann finde ich. Es will alles gut überlegt und bedacht sein.
Gruß Elli.


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