Ich habe das Problem schon nach allen Seiten gewälzt, die mir einfallen. Aber vielleicht hat die „Schwarmintelligenz“ eines Forums doch noch ein paar mehr Einfälle?
Fakt: Mein Mann (Ende vierzig) ist nach seiner Aussage rundum zufrieden mit seinem Leben und auch unserer Beziehung (Kritikpunkte sind á la 'Es ist zuwenig aufgeräumt.' oder 'Du bist nicht konsequent genug mit den Kindern.') Ich (Mitte vierzig) wäre ebenfalls zufrieden. Aber... Ich bin es nicht, denn mir fehlt seit Jahren (zunehmend) Zärtlichkeit, Aufmerksamkeit, inzwischen auch Sex.
Soweit, so bekannt aus vielen anderen Beziehungen. Nur gibt es ja immer den schönen Rat: „Du musst schon sagen, was du willst! Dann redet doch mal darüber und findet Lösungen“
Wenn es doch so einfach wäre! Mein Mann will absolut NICHT über irgend etwas reden, das auch nur im entferntesten mit dem Begriff „Beziehung“ zu tun hat.
Er hat einige Leitsätze, und von denen geht er nicht ab: „Jeder muss sich selbst darum kümmern, glücklich zu sein, dass kann kein anderer übernehmen.“ „Hast du jemals gehört, dass sich vom Reden irgend etwas gebessert hätte?! Noch nie!“ „Menschen ändern sich nun mal nicht.“
In Teilen gehe ich mit ihm durchaus konform. Aber nicht ganz. Ich glaube schon, dass das Ansprechen von Dingen, die einem (nicht) gefallen, beim Partner „ankommen“ und zu einer Verhaltensänderung führen können. (Ich jedenfalls bin dazu durchaus bereit.)
Ich denke ebenfalls, dass man primär sich erst einmal selbst um seine Lebenszufriedenheit kümmern muss. Nur bekommt die Aussage für mich etwas zynisches, wenn für MICH zum Glück auch ein liebender Partner gehört, der ein paar Streicheleinheiten oder Zuspruch im Alltag gibt oder der auch mal zeigt, dass er einen erotisch findet..... Und DIESE Dinge kann ich mir eben nicht „allein machen“!
Wir sind seit fast zwanzig Jahren zusammen, haben zwei prima Kinder. Wir waren mal ein echtes „Traumpaar“: Es bestand eine Art Grundharmonie; Streit war nie „nötig“, weil wir uns ganz problemlos jeweils aneinander anpassten und miteinander wuchsen. Es bestand da so ein grundsätzliches gegenseitiges Wohlwollen (das ich immer seltener sehe...)
Mein Mann hat viele total phantastische Eigenschaften, weshalb ich ihn nach wie vor sehr liebe: Er ist immer noch sehr attraktiv, unglaublich intelligent und in allen Lagen „lebenstüchtig“, offen für immer wieder neue Eindrücke und Erfahrungen, er ist absoluter Familienmensch, unglaublich hilfsbereit und großzügig auch jedem auch nur entfernten Bekannten gegenüber; er ist beruflich einzigartig belastbar, ohne den Berufsärger mit „heimzubringen“, er ist pragmatisch, hat immer Lösungen für Probleme bereit (bis auf meines.....), er ist ein engagierter Vater und auch sonst toll mit Kindern. (mir fiele jetzt sicher noch einiges Positives ein). Er hat mich auch immer unterstützt, trotz seines eigenen engen Zeitplans, wenn es bei mir beruflich-organisatorisch nötig war! (ich bin jetzt freiberuflich, daher fällt auch das weg.)
Bis vor einigen Monaten haben wir die Jahre über oft nicht allzu viel Zeit füreinander gehabt; er hatte volle Sechstagewoche (à 12 Stunden) oder aber war auch mehrmals ein paar Jahre wochentags beruflich ein paar hundert Kilometer weg. Das fanden wir beide furchtbar – wir wollen ja Familie sein! War er mit der Familie an einem Ort, kam er abends oft kurz vor acht heim, kümmerte sich um die Kinder.... und schlief dann halb zehn oft mitten im Satz mit mir ein. Dass da nicht viel „Nähe“ entstehen konnte, war mir klar, ich habe das akzeptieren müssen.
Seit einigen Monaten (wir wohnen jetzt auch wieder als Familie zusammen) ist er gerade zwischenzeitlich mal beruflich nicht mehr ganz so eingespannt. Dennoch hat gerade in der Zeit noch mal ein weiterer Rückzug seinerseits vom „wir“ stattgefunden. Sex hat er seitdem auch eingestellt.
Ich war vor einigen Jahren mal wg. einer Erschöpfungsdepression in Therapie; es gab dafür viele Auslöser dafür; auch das da schon bestehende Fehlen von Zärtlichkeit und Zuwendung im Alltag spielte eine Rolle. Der Therapeut hat damals in vielen Stunden „abgeklopft“, dass ich mich „richtig“ äußere, d.h. mein Anliegen klar und deutlich formuliere, in der angemessenen Art und Weise, im richtigen Zeitrahmen (alles Dinge, an denen solche Beziehungsgespräche ja von vorn herein scheitern können!)
Er fand bei mir keine „Fehler“ in der Kommunikation meiner Anliegen und war relativ ratlos, wie ich meinen Mann denn noch zu etwas mehr Zuneigungsoffensive bewegen könnte (die ich zum Wohlfühlen und letztlich auch fürs Selbstwertgefühl brauche)...
Es ist, wie mit einer Zahnbürste eine Rille in eine Granitplatte meißeln zu wollen. Mein Mann kann oder will nicht benennen, warum er mir früher mehr Zuneigung und Wohlwollen schenkte bzw. er bestreitet das ganz. Er kann oder will nicht benennen, was ich seitdem „falsch“ mache..., er findet nicht, dass sich da viel verändert habe.
Wenn ich sage: „Ich fände das wirklich schön, wenn du mich mal einfach lieb in den Arm nehmen würdest“, gibt es immer solche Antworten wie: „Warum siehst du nie, was ich alles mache? Ich habe die Reifen an deinem Auto gewechselt,....!“
Ich sehe sein tätiges Engagement sehr wohl (eher für die Familie als für mich, aber sind wir mal nicht kleinlich). Und ich sage ihm auch regelmäßig, wenn ich etwas toll finde, was er macht oder tut! (umgekehrt kann ich mich jedoch nicht entsinnen....)
Was die Erotik angeht... ich denke, so lange das noch intakt war, ist mir der Mangel an „Mal-im-Vorübergehen-zulächeln“ oder einen Kuss geben oder so nicht so sehnlich bemerkbar geworden. Seit er nicht mehr mit mir schläft, nun doch.
Ich habe wegen Antidepressiva in kurzer Zeit extrem zugenommen. Wäre das ein Grund? Mein Mann kann dagegen ja schlecht was sagen, denn einerseits weiß er, dass es daher kommt und man es mir nicht in die Schuhe schieben kann als Nachlässigkeit, zum anderen erlebt er ja, dass ich mich fünf Mal die Woche eine Stunde im Fitnessstudio abquäle und sehr moderat esse etc..,.. (dennoch gehen null Gramm weg! … von der filigranen 90-60-90-Frau zuvor ist nix mehr übrig...)
Auch sonst sind keine Äußerungen zum Wieso zu bekommen; wenn etwas „beziehungsmäßig“ wird, schweigt mein Mann beharrlich komplett; oder es kommen Aggressionen, die sich dann auf Kleinlichkeiten richten, welche primär nichts mit dem Thema zu tun haben.
Ich bekomme dann zu hören, dass ich bitte nicht so viel „interpretieren“ möge, sondern mich an die Fakten halten. Nur – an welche Fakten soll ich mich halten, wenn ich ausschließlich weites Feld zur Interpretation habe?! Ich habe es ihm leicht machen wollen und ganz sachlich mögliche Dinge bereits angesprochen, so dass er eigentlich nur noch hätte irgendwo nicken müssen (für ihn zu viel Stress auf Arbeit, keine Lust, Frau zu unattraktiv geworden, heimliche Nebenbeziehung, schwul geworden, impotent, krank,......) Antwort: Schweigen. Kann ja auch sein, er hat Erektionsprobleme. D.h. - ich hab die; ihn scheint es nicht zu stören und er würde wohl eher aufs Schafott als zum Arzt gehen....
Ich versuche durchaus, Fehler auch bei mir zu sehen. Finde aber, dass ich mit dieser Art doch ganz schön allein auf weiter Flur gelassen werde. Selbst aktiv werden (mal von mir aus küssen oder drücken) mag ich ihn inzwischen nicht mehr. Wenn dann immer keinerlei Reaktion kommt, ist das auf die Dauer irgendwie auch nicht gerade gut für das Selbstbewusstsein, zumindest bei mir....
Irgendwelche Androhung von Konsequenzen: „Wenn du nicht etwas entgegenkommender wirst, DANN.....!“ fallen mir nicht ein. Was sollte denn eine Konsequenz sein?! Normalerweise fielen dann so Worte wie Trennung, aber das will ich doch gar nicht!
Paartherapie kommt nicht in Frage – momentan ist es ohnehin nicht möglich; aber selbst, wenn wir die Möglichkeit hätten, würde mein Mann nicht mitkommen, weil er das für sinnlos hält.
Ich weiß mir langsam keinen Rat mehr, wie ich meine – eigentlich recht bescheidenen ? – Wünsche doch noch rüberbringen bzw. umsetzen könnte.
Nein, ich will mich nicht trennen (geht aus diversen technischen Gründen auch momentan gar nicht), mir steht der Sinn auch nicht nach einem anderen Mann. Wir können uns über ganz viele Themen unterhalten, unternehmen gern Dinge miteinander, vor allem jetzt, wo die Kinder nicht mehr ganz so viel Dasein erfordern – DANN ist es durchaus auch anregend und harmonisch!
Mein Mann hat keinerlei Ambitionen, sich von mir trennen zu wollen; d.h. Pläne für später gibt es viele. ER ist mit unserem Leben zufrieden, wie es ist – so lange ich nicht „rumnörgele“...
Sieht irgendwer etwas, das ich übersehen habe? Kann man einen Stein erweichen?Kennt jemand ähnliches und kann mir raten?
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 889
-
11.03.2014, 09:06
wie kann ich den Panzer (wieder) aufbrechen?
-
11.03.2014, 09:14
AW: wie kann ich den Panzer (wieder) aufbrechen?
Hi Parvati,
was weißt Du von Deinem Mann? Von seinen Träumen, Ängsten, was ihn freut, was ihn nervt, was ihn aufreibt, höllisch interessiert, total langweilt ... usw. Könntest Du das - also ihn - mal näher beschreiben?
Schade find ich, dass Dein Versuch, ans "Eingemachte" zu kommen, diesen eigenartigen im-Katalog-ankreuz-Charakter hatte (oder bekam). Woran liegt das? Wie beginnt ein solches Gespräch bei Euch denn? In welcher Situation, unter welchen Umständen findet es statt? Wie war das früher?
[Edit:] Jetzt hab ich nochmal eine Runde gelesen - und musste irgendwie grinsen, weil ich dieses Bild nicht wegbekam: Während Dein Mann den saugut eingefahrenen Passat-Diesel-Kombi routiniert durch die Gegend schuckelt und im Schlussbild quasi nur noch in die Garage einfahren möchte, kommst "auf einmal" mit nem Spoiler und dem Turbo-Einbauteil an und willst die Karre - mit seiner Hilfe - nochmal für ein paar überraschende Spritztouren pimpen. Das Blöde ist: ich versteh Euch beide gut.
Sag mal, irgendwas ging da doch an irgendeiner Stelle auseinander. Warum?
Gruß,
AenGeändert von Aen (11.03.2014 um 09:32 Uhr)
Eine Krise kann jeder Idiot haben. Was uns zu schaffen macht, ist der Alltag. -- A. Tschechow
-
11.03.2014, 09:32
AW: wie kann ich den Panzer (wieder) aufbrechen?
Da er nicht von sich erzählt, kann ich es nur über das "wissen", was er tut. Er ist zufrieden, wenn er handelt (er ist ja Praktiker und Organisator hoch fünf), wenn er was für sich oder andere tun kann (minus das, was ich für mich ansprach....). Er hat keine hochfliegenden Träume oder sowas. Er sagt: "Wir haben ein Dach und zu essen, ich hab nen Job, die Kinder sind gesund, unser Leben war nie langweilig. Was sollte man noch mehr wollen?!"
Ich glaube nicht, dass er jemals (bewusst) reflektiert; auch Vergangenes in jedweder Form interessiert ihn nicht. Er lebt voll im Hier und Heute (und plant ein wenig für die Zukunft) - ein Konstrukt, das von "Experten" ja weithin für glücklichmachend gepriesen wird! Die Realität scheint ihm recht zu geben. Er meinte schon öfters, dass er soweit glücklich und zufrieden ist - ohne das ganze Reflektieren und Bespiegeln und Zerpflücken. Im Gegensatz zu vielen anderen (inklusive mir), die oft so viel denken und vergleichen und..... Mein Mann hat keinerlei Selbstwertprobleme; er schätzt sich mir und auch anderen gegenüber ganz realistisch ein, weder unter- noch über-.
Dass meine "Einstiege" in etwaige (in meinen Augen notwendige) Paargespräche "richtig" laufen, hatten wir ja in der Therapie schon geklärt. Ich warte also nicht mit dem Holzhammer: "Du, wir müssen mal reden! Unsere Beziehung....." auf, sondern warte i.d.R., bis sich eine günstige Gelegenheit ergibt. Also mal abends bzw. am Wochenend, wenn mein Mann nicht gleich einzuschlafen droht oder noch arbeiten muss und in halbwegs entspannter Atmosphäre. Und sich vielleicht durch eine Begebenheit im Bekanntenkreis oder einen Zeitungsartikel oder so der Aufhänger für so ein Thema bietet.
Ich bemühe mich sehr, alles brav in der "Ich-Form" und nicht als Anklage zu formulieren; also nicht "nie streichelst du mich!, heul!", sondern eher "Ich fände das schön, wenn du mich mal wieder so bisschen streichelst, dann fällt von mir gleich der ganze Frust des Tages ab, das klappt nur bei dir ....". So in der Art. Mein Mann ist aber hochintelligent - der wittert ja sofort, dass sich hinter jeder "Ich-Botschaft" AUCH schon wieder nur eine Kritik (an ihm?) verbirgt....
Wieso meine Frage dann in "Hilfestellungen" mündete? Weil ich es einfach nicht anders wusste; ich wollte ja eine Antwort!
Hätte ich gesagt: "Du, warum schläfst du eigentlich gar nicht mehr mit mir?"..... hätte ich keine Antwort bekommen. Hätte ich gesagt: "Du, ich finde, wir sollten mal wieder Sex haben...." - hätte es Schweigen gegeben. Hätte ich gefragt: "Gibt es einen Grund, warum du nicht mehr mit mir schlafen kannst oder willst?" - hätte es ein "Nö" gegeben. Hätte ich mich ihm eindeutig genähert.... hätte er vermutlich in sein Buch geguckt.
Wenn ich dann geäußert hätte, dass das aber auch nicht so ganz taktvoll ist, wäre er wohl wortlos rausgegangen.
Was hättest du in so einer Situation gemacht? (nicht ironisch gemeint!) Ich wollte ihm mit der Vorgabe möglicher Varianten ermöglichen, dass ich eine Antwort bekommen, OHNE dass er reden muss (also außer "Hm."
)
-
11.03.2014, 09:41
-
11.03.2014, 09:44
-
11.03.2014, 09:45
AW: wie kann ich den Panzer (wieder) aufbrechen?
Parvati, Dein Mann ist oder scheint (!) zufrieden zu sein mit dem, was ist. Du nicht, bist aber nicht bereit daraus Konsequenzen zu ziehen. Also hat er erst Recht keinen Grund irgendetwas zu ändern, wozu, ihm gefällt es so wie es ist.
Gemäß seinem Motto "jeder ist für sein Glück verantwortlich" hieße das Du solltest Dir einen anderen Mann suchen. Er bewegt sich nicht. In allerletzer Konsequenz bleibt Dir nur übrig damit zu leben, wie es ist oder Dir jemand anderen zu suchen.
Das willst Du beides nicht, also ist das eine Sackgasse für Dich.
Da er nicht bereit ist zu reden, nicht mit Dir, nicht mit Hilfe eines Therapeuten, und Du nicht gehen willst, bist Du nun auf Spekulationen angewiesen, was sein könnte. Wenn es z.B. gesundheitliche Gründe auf seiner Seite sind, an denen kannst Du nichts ändern, also auch wieder Sackgasse.
Bleibt also nur übrig, zu überlegen, was kannst und willst (!) Du bei Dir ändern. Das ist allerdings ein Ansatz von hinten durch die Brust, und hat nach meinem Verständnis nichts mit gegenseitigem Wohlwollen in einer Partnerschaft zu tun, wenn er der Eine herumhampelt, um die Wünsche des Anderen zu erraten.
Du kannst ihn nicht umerziehen, das geht schon jahrelang so.
Du beschreibst ihn als sehr attraktiv und rundum lebenstüchtig, Du hattest eine Erschöpfungsdepression und bist aus dem Leim gegangen.
Ein Ansatzpunkt könnte schon Deine extreme Gewichtszunahme sein.
Was sagt denn der Arzt dazu, dass Du trotz achten auf Deine Ernährung und viel Sport nichts abnimmst? Vielleicht ist da ja etwas bei ihm drin nach dem Motto "jeder ist seines Glückes Schmied, wenn sie wollte, könnte sie doch abnehmen". Vielleicht gehört es zu seinem Bild von einer "perfekten" Familie, alles zu wuppen, alles funktioniert, und Du funktionierst in dem Punkt nicht so, wie er sich das vorstellt?
Das ist meiner Meinung nach wie gesagt, ein herumdoktern an einem äußeren Symptom. Es würde mich an Deiner Stelle sehr verletzen, wenn es letztendlich an so etwas liegt und er nicht den Mund aufbekommt.
Sieht er überhaupt noch Dich oder funktionierst Du in einer Rolle? Wenn er stets darauf hinweist, er macht doch alles, hört sich das so an, er erfüllt einer Rolle, niemand kann ihm einen Vorwurf machen. Und solange er Dir nicht den Grund nennt, warum er Dich nicht mehr anfässt, kann ihm da auch niemand einen Vorwurf machen, er funktioniert doch.
-
11.03.2014, 09:48
AW: wie kann ich den Panzer (wieder) aufbrechen?
Ich kann mir gut vorstellen, dass sich das murksig anfühlt, ein Thema wie "zuviel/zuwenig Sex" anzuschieben, während man genau weiß, dass Sexproblematisiererei das letzte ist, was (einen selbst) antörnt. Andererseits klingt das, was Du von Deinem Mann erzählst, nach einem psychisch gut gepolsterten Teamplayer. Also in allen profanen Alltagsangelegenheiten scheint ihr ja bestens eingespielt zu sein ... Und ich würde Dir im übrigen recht geben: wenn er den Großteil seiner gut gelagerten Grundzufriedenheit aus einer gewissen Wurstigkeit und Unhinterfragtheit zieht, ist das vermutlich wirklich sein Ding, das genau so zu ihm gehört - und das Du ihm auch nicht weggequasselt oder "wegphilosophiert" bekommst. Und ich meine, Du solltest es auch nicht versuchen. Warum auch?
Hm. Und wenn Du die Kulissen einfach mal komplett wechselst? Wenn ihr einen Urlaub einschiebt? Damit meine ich keinen mit großer Planerei drumrum (die ja dann auch wieder nach "Du, wir müssen uuuunbedingt mal wieder ..." riecht), sondern eher sowas Halbspontanes, was sich nebenbei ergibt. Ein verlängertes Wochenende, whatever? Und dann mal sehen, ob ein paar Türen aufgehen, in die Du kommunikativ einen Fuß bekommst? Denn das scheint mir ja am meisten auseinanderzulaufen: Eurer Bedürfnis nach einem Austausch über Euch.
Was mir noch nicht recht klar ist: Du beschreibst Deinen Mann so, als sei Dir das, was Dir unendlich vertraut ist, plötzlich fremd geworden. Und als hättest Du irgendwie noch kein Gefühl für diese "neualte" Situation.
Gruß,
AenEine Krise kann jeder Idiot haben. Was uns zu schaffen macht, ist der Alltag. -- A. Tschechow
-
11.03.2014, 09:50
AW: wie kann ich den Panzer (wieder) aufbrechen?
Ja, die ersten Jahre absolut. Bzw... kann man so nicht sagen. Alles war "im Fluss", von sich aus harmonisch, aber er war das, was ich "wohlwollend" bezeichne. Ich hatte das Gefühl, egal was ich mache - er findet es klasse, und wenn es mal nicht so klasse war
, dann unter Rubrik "ach Gottchen, da lag sie aber ganz schön daneben, aber ich lieb sie trotzdem!" Sogar ganz Außenstehende erzählten mir, dass sie sehen können, wie verliebt er in mich ist.
Das hat sich geändert; ist in ner langjährigen Partnerschaft auch sicher normal. Ich kann den Zeitpunkt, ab wo ich das so empfand, auch genau bennenen - ab dem 2. Kind. (Mein Mann tut das als Unsinn ab).
-
11.03.2014, 09:50Inaktiver User
AW: wie kann ich den Panzer (wieder) aufbrechen?
Kannst du mir im über eine offene Beziehung sprechen?
Du kannst ja erwähnen, dass du offensichtlich Bedürfnisse hat, die er nicht wahrnimmt oder selbst nicht hat. Da seine Devise ja ist, dass sich jeder selbst um sein Glück kümmern muss.....
Für mich klingt eure Beziehung sehr nach Zweckgemeinschaft.
-
11.03.2014, 09:52
AW: wie kann ich den Panzer (wieder) aufbrechen?
Unehrlich? Es trifft ja aber absolut den Kern! Kann Wahrheit denn "konstruiert" wirke?
Naja, wenn ich das sagte, dass ich unglücklich bin, käme bzw. kommt die Botschaft siehe weiter oben: "Dann sorge dafür, dass du wieder glücklicher wirst: such dir ein neues Hobby, geh mehr aus,...." Wenn ich dann erwähne, dass ich all das durchaus tue, aber es hier wirklich nur um ihn und mich geht, kommt dann halt..... : Schweigen.






)
Kennt jemand ähnliches und kann mir raten?
Zitieren

