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    "Liebsein ist keine Liebe", Artikel von Oskar Holzberg in der Brigitte Nr. 2/2014

    Ich habe heute einen sehr interessanten Artikel in der vorletzten Ausgabe der Brigitte gelesen. Leider finde ich ihn in nicht im Internet und um ihn abzuschreiben, ist er etwas zu lang.
    Oskar Holzberg, Paarpsychologe beschreibt das Phänomen des "Kümmering" unter Paaren. Es geht darum, wie Paare sich umsorgen und versorgen und jeder Disharmonie lieber aus dem Wege gehen.
    Ein bezeichnender Satz: Das Ehepaar M. war immer lieb zueinander. Bis er eine Frau traf, die er aufregender fand.

    Zitat(Artikel von Oskar Holzberg in der Brigitte Nr. 2/2014)

    "Tatsächlich ist das Liebsein in der Partnerschaft sogar gefährlich. Für die Liebe. Denn Liebe ist nicht artig und angepasst, sondern ehrlich und mutig. In der Liebe wollen wir den anderen erfahren und ihm begegnen. Im Liebsein, wollen wir ihn endlos von uns überzeugen. Wir bringen ihm Kaffee ans Bett, machen ihm einen besonders hübschen Geburtstagstisch und sind so lieb, für ihn die Jacke aus der Reinigung zu holen, weil wir geliebt werden möchten. Wir loben ihn und sagen ihm, wie viel er uns bedeutet, und streicheln ihn, damit auch wir lieb gehabt werden. Nichts an den Dingen, die wir tun, um lieb zu sein, ist an sich verwerflich. Problematisch ist nur, dass wir auch dann lieb sind, wenn uns gar nicht danach ist, weil wir ständig in Harmonie leben wollen.
    In Krisen, so fand der Paarforscher John Gottmann heraus, geraten Paare in einen Zustand zunehmender Negativität. der Partner kann kaum noch positiv erlebt werden, alles an ihm nervt. Paare, die spüren, dass sie sich voneinander entfremden, versuchen häufig, genau dann besonders nett zueinander zu sein. Aber das ist , als würden wir einen angebrannten Kuchen mit einer besonders dicken Schickt Schoko-Guss überziehen. Es wird nichts besser dadurch, sondern nur verdeckt. Lieb sein dann der Versuch, die Spannungen aufzulösen, ohne den dafür notwendigen Weg zu gehen: Die Distanz zueinander und die bedrohlichen, schlechten Gefühle anzusprechen. Wer Konflikte wagt, kann dazu beitragen, das Enttäuschungen heilen. Wer lieb ist, nur damit alles wieder gut wird, tut niemanden einen Gefallen- und der Liebe am allerwenigsten."
    In den vielen Strängen, die ich hier gelesen habe, gibt es doch sehr oft die Fälle, wo eine Partnerschaft auseinander geht oder eine Affäre einen tiefen Riss in die Beziehung reisst und nicht zu selten ist der betrogene Part total überrascht und meint, es wäre alles wunderbar und harmonisch gewesen. Also kein Grund für einen Seitensprung.
    Auch in meiner persönlichen Erfahrung war es so, dass mein Mann mir selten seine Meinung gesagt hat, wenn er unzufrieden und anderer Meinung war. Er wollte keinen Streit. Und dann irgendwann die Flucht in eine Affäre.

    Was haltet ihr von diesem Artikel? Kennt ihr auch diese Fälle aus der Nachbarschaft oder dem Bekanntenkreis, wo man sich trennt und alle denken: Komisch, die waren doch ein so harmonisches Paar....
    Geändert von zora68 (21.01.2014 um 22:09 Uhr)
    Claudi

    "Fürchte Dich nicht vor Veränderungen, fürchte Dich vor dem Stillstand!"

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    AW: "Liebsein ist keine Liebe", Artikel von Oskar Holzberg in der Brigitte Nr. 2/2014

    Den Artikel habe ich nicht gelesen - aber ansonsten wissen wir das in der Bri schon lange

    Harmoniefalle

    Wenn die echte Auseinandersetzung fehlt und sogar gescheut wird, ist es nicht gut für die Liebe und nicht gut für die Beziehung.

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    AW: "Liebsein ist keine Liebe", Artikel von Oskar Holzberg in der Brigitte Nr. 2/2014

    "Liebsein" in dem Sinne des Auschnitts des Artikels wäre nicht nur keine Liebe- es wäre eine Abhängigkeit, der Stillstand einer Beziehung. Um das zu erkennen, müsste man auch kein "Paarpsychologe"(?) sein.
    Auf der einen Seite ist es sicherlich ein Bedürfnis, in Harmonie leben zu können- aber auf Kosten von anderen Aspekten die auch wichtig sind, zu dem Preis, andere Bedürfnisse zurück zu stellen? Ich denke, unter güstigen Bedingungen stellt sich ein Gleichgewicht ein.
    "Seien wir realistisch- versuchen wir das Unmögliche"
    Wie weiß ich, dass ich nicht brauche, was ich will? Ich habe es nicht. (Byron Katie)

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    AW: "Liebsein ist keine Liebe", Artikel von Oskar Holzberg in der Brigitte Nr. 2/2014

    Bei so einem Thema fällt mir immer Folgendes ein:
    Loriot - Zugfahrt - YouTube
    und:
    http://www.youtube.com/watch?v=wClVIv9yhvo
    Wer Unsinn hören und glauben will, der wird auch Unsinn zu hören bekommen.

    Cave: Meine Beiträge könnten Spuren von Ironie enthalten!

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    AW: "Liebsein ist keine Liebe", Artikel von Oskar Holzberg in der Brigitte Nr. 2/2014

    Zitat Zitat von phantomlake Beitrag anzeigen
    Bei so einem Thema fällt mir immer Folgendes ein:
    Loriot - Zugfahrt - YouTube
    und:
    Pappa ante Portas " Mutters 80. Geburtstag " - YouTube
    genau!
    "Seien wir realistisch- versuchen wir das Unmögliche"
    Wie weiß ich, dass ich nicht brauche, was ich will? Ich habe es nicht. (Byron Katie)

  6. Inaktiver User

    AW: "Liebsein ist keine Liebe", Artikel von Oskar Holzberg in der Brigitte Nr. 2/2014

    Ich muss jetzt mal ganz blöd in die Runde fragen:

    Was ist denn so falsch daran, lieb/nett zu seinen Mitmenschen und vor allem zu seinem Partner zu sein.

    Ich behaupte jetzt einfach mal, dass ich schon lieb zu meinem Partner bin. Ich koch ihm morgens Tee, hol sein Päckchen bei der Post ab, back ihm einen Geburtstagkuchen und und und.

    Andersherum ist es doch genauso. Ich bekomm an meinem Geburtstag Blumen und Kuchen ans Bett, er bringt für mich ebenfalls Pakete zur Post, macht mir ab und an kleine Geschenke, lädt mich ins Musical ein und macht mir am Wochenende Frühstück.

    Wir streiten uns auch mal (wer tut das nicht?). Harmoniesüchtig sind wir beide nicht, obwohl wir natürlich Harmonie schöner finden als ständige Streitereien. Trotzdem sagt jeder von uns immer seine Meinung. Tut der Harmonie aber keinen Abbruch.


    Ist unsere Beziehung jetzt zum Scheitern verurteilt?

  7. Inaktiver User

    AW: "Liebsein ist keine Liebe", Artikel von Oskar Holzberg in der Brigitte Nr. 2/2014

    die frage ist, ob ihr raum habt für misstöne, ob man auch noch in der beziehung zuhause kein kann, wenn es mal nicht so nah sein soll, wenn einem mal nicht zum liebsein zumute ist, bzw. was dann passiert.

  8. Inaktiver User

    AW: "Liebsein ist keine Liebe", Artikel von Oskar Holzberg in der Brigitte Nr. 2/2014

    K82 da hast Du was falsch verstanden. Es geht nicht darum, nicht "lieb" zu seinem Partner zu sein.

    Es geht darum (aus falsch verstandener Harmoniesucht heraus) auch dann lieb zu ihm zu sein, wenn man ihm eigentlich die Pest an den Hals wünscht, weil man stinksauer auf ihn ist.

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    AW: "Liebsein ist keine Liebe", Artikel von Oskar Holzberg in der Brigitte Nr. 2/2014

    "liebsein" hat was Infantiles. Ein Kind wird aufgefordert, "lieb zu sein" (vor allem die Grosselterngeneration braucht diesen Ausdruck gerne), und das bedeutet meistens: artig sein, nicht auffallen, sich anpassen, das tun, was die Erwachsenen erwarten.

    Da ist ein Machtgefälle drin.

    Natürlich gehe ich freundlich und nett mit meinem Partner um, natürlich tue ich im gerne etwas Gutes, ich mach auch immer wieder mal was ihm zuliebe, was ich selbst aus eigenem Antrieb, für mich alleine, eher nicht gemacht hätte. Nämlich dann, wenn ich weiss, dass es ihm sehr wichtig ist und mich nicht mehr abverlangt, als ich aufzubringen bereit bin oder kann.
    Und umgekehrt genauso.
    Das alles läuft in meinen Augen auf gleicher Augenhöhe und kann ich nicht als "lieb sein" bezeichnen.

    Achtung, Lesen gefährdet die Dummheit!
    _____________________________________

    Mut ist nicht das Gegenteil von Angst. Sondern die Erkenntnis, dass etwas anderes wichtiger ist als die eigene Angst.

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    AW: "Liebsein ist keine Liebe", Artikel von Oskar Holzberg in der Brigitte Nr. 2/2014

    ich habe den artikel gelesen und meinen ex-mann und mich durchaus darin wiedererkannt.

    wir waren ein "traumpaar" - im nachhinein betrachtet weiß ich nun, dass wir uns sehr mochten, aber keine partnerschaftliche liebe mehr da war. für ihn war es ok, für mich lange zeit auch, aber irgendwann auch irgendwie nicht mehr. da war ich zunehmend unzufrieden und wusste nicht warum. bis ich einen anderen kennenlernte und ich ganz plötzlich wusste wo unser problem lag.

    mir ist immer noch ein telefonat mit meinem ex in erinnerung, wir führten es ein paar wochen bevor ich den anderen kennenlernte. wir hatten uns gestritten (was extrem selten passierte) und er sagte zum abschied recht verbissen "ich liebe dich!". ich erwiderte es nicht. daraufhin motzte er mich an: "willst du mir das nicht sagen?".
    ich legte auf, ich war schockiert, denn in dem moment erkannte ich, dass "ich liebe dich" bei uns zur reinen floskel verkommen war.

    ich schaute damals abfällig auf streitende paare herab und spekulierte wie lange es wohl dauern sollte bis sie sich trennen würden. tatsächlich lag meine eigene beziehung total im argen und unsere scheinbare harmonie war in wahrheit gleichgültigkeit in kombination mit zuneigung.

    der mann, den ich damals kennenlernte, ist jetzt seit fast 11 jahren mein partner. wir sind mittlerweile verheiratet, haben 2 kinder. und wir streiten uns immer noch . ich sage ihm auch immer: "solange ich noch motze ist alles ok, dann setze ich mich mit uns auseinander. motze ich nicht mehr, sollten die alarmglocken angehen."
    Zada

    Hoffe nicht ohne Zweifel und zweifle nicht ohne Hoffnung.
    [Lucius Annaeus Seneca]

    Wer lebt, stört.
    [Tankred Dorst]
    In einer Familie, die nicht nur aus Mumien besteht, gehören Konflikte dazu.
    [Reinhard Mey]

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