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  1. Inaktiver User

    Beziehungskonzepte

    Wir haben den Nacktfoto-Thread gehighjackt.

    Dort ist eine Diskussion um Beziehungskonzepte entstanden, die dort keiner sucht und zu der wir schön fänden, wenn sich mehr User beteiligen. Und deshalb eröffnen wir - auch auf Anregung von Eltje - diesen Thread.

    Und damit das Lesen und der Einstieg nicht so mühsam ist, kopieren Distel und ich den Anfang unserer Diskussion hier hinein.

    Entstanden ist die Diskussion in einem "Eifersuchtszusammenhang", wobei der Partner noch Nacktfotos der Ex auf dem PC hat. Und in der Diskussion wurden die immer wieder auch in anderen Threads auftauchenden Argumente ausgetauscht.

    Schlagwortartig:

    "Das würde ich nicht dulden"

    "Nicht dulden hat in einer Beziehung nichts zu suchen"

    "Dann sind die Fotos der Ex also wichtiger als die neue Partnerin"


    Und dahinter stehen m.E. unterschiedliche Beziehungskonzepte.
    Was sagt Ihr dazu?

    Gruß, Leonie
    Geändert von Inaktiver User (05.11.2006 um 14:50 Uhr)

  2. Inaktiver User

    AW: Beziehungskonzepte

    Diese Diskussion führt doch immer auf den gleichen Kern.

    Einig sind sich alle, dass man sich mit dem Partner im Wesentlichen einig sein sollte und dass man Rücksicht nimmt. Wenn meinen Partner etwas stört und mir das nicht so wichtig ist, dann mache ich das eben nicht.

    Problematisch wird es dann, wenn ihn etwas stört, was mir wichtig ist. Und das kommt immer 'mal wieder vor.
    Soll ich dann auch sagen: Mein Partner ist am allerwichtigsten, deshalb richte ich mich. Oder sage ich dann eher, wenn ich etwas wichtig finde und angemessen, dann mache ich es - unabhängig davon, wie mein Partner das findet. Wenn es ihn verletzt, ist das dann eben sein Problem.

    Und da gibt es unterschiedliche Beziehungskonzepte.
    Die einen, die mit "nicht dulden", "wenn mich etwas verletzt, darf der andere das nicht tun, das gebietet die Rücksicht" und damit in letzter Konsequenz mit gegenseitigen Vorschriften arbeiten.

    Und die anderen, die grundsätzlich der Meinung sind, dass der Partner machen kann, was er will, und dass man sich keine Vorschriften machen lässt und dem anderen keine macht.

    Ich kann nur mit dem zweiten Konzept leben - der Gedanke an das erste schnürt mir die Kehle zu. Da bekäme ich keine Luft zum Atmen.
    Ich spreche mich mit meinem Mann ab, nehme Rücksicht, raufe mich mit ihm zusammen, will, dass es ihm gut geht - aber im Zweifel mache ich, was ich will. Und er kann machen, was er will. Wenn er einen Wunsch hat, dann unterstütze ich ihn, auch wenn mir das 'mal gegen den Strich gehen sollte.


    Zunächst einmal ist keines dieser Konzepte besser oder schlechter, wenn die beiden sich einig sind.

    ABER ich halte das zweite dennoch in zwei Punkten überlegen:

    Erstens ist es leichter, in dem zweiten auf Dauer glücklich zu sein. Weil es besser mit Entwicklungen und Veränderungen, die es im Laufe der Jahre immer gibt, umgehen kann. Wenn ich einen neuen Wunsch habe, dann reagiert mein Partner nicht mit einem: "Was soll denn das jetzt???" - selbst wenn es ihn befremdet.

    Und deshalb führt dies zweitens auch zu weniger Verletzungen. Denn wenn ich das Konzept habe, dass mein Partner etwas zu lassen hat, wenn ich das nicht will, bin ich natürlich verletzt, wenn er es doch tut. (Oder er verkneift es sich und verbiegt sich). Wenn aber klar ist, dass er das jetzt tut und selbstverständlich tun darf, weil es ihm wichtig ist, dann finde ich das zwar vielleicht immer noch nicht toll, aber es gibt keine "Extra-Verletzung".




    Seine Liebe ist wichtiger als ein blödes Nacktfoto - wie traurig wäre das, wenn es andersherum wäre!

    Und dann ist auch klar, dass es im Zweifel nicht darum geht, dass das Foto (die Ex, die Freundin, etc.) wichtiger ist als der Partner, sondern dass ich nicht bereit bin, eine Beziehung zu führen, in der in dieser Kategorie gedacht wird (sondern mich im Zweifel trenne, wenn es am Anfang der Beziehung ist, und dem Partner auch 'mal etwas zumute, wenn die Beziehung nicht mehr zur Disposition steht).

    Gruß, Leonie

  3. Inaktiver User

    AW: Beziehungskonzepte

    @Leonie60: Ich habe zwei Fragen.

    1. Welche Kategorie meinst Du?
    2. Kann man sich jemals sicher sein, dass eine Beziehung nicht mehr zur Disposition steht?

  4. Inaktiver User

    AW: Beziehungskonzepte

    Distel,

    Zu 1.
    Kategorie ist vielleicht kein ganz treffendes Wort.
    Gemeint ist die "Denkweise, dass mein Partner etwas nicht tun darf, wenn mich das stört", verpackt in das Argument, dass das dann wichtiger ist als ich, was nicht sein darf.

    Vielleicht ein Beispiel, das hier in der BriCom oft kommt: Treffen mit der/dem Ex.
    Gedankenexperiment: Ich wäre an jemanden geraten, den es stört, dass ich Kontakt zu meinem Ex pflege. Und der verlangt, dass ich das deshalb lasse.
    Wäre für mich nie in Frage gekommen, mich danach zu richten.
    Weil ich das angemessen finde und es mir wichtig ist.

    Und dann kommt hier in der BriCom regelmäßig das Argument:"Der Ex ist wichtiger als der Partner. Das kann doch nicht sein."

    Und wenn mein Partner das weiterhin zum Thema gemacht hätte, hätte ich mich getrennt.
    Also doch, der Ex ist wichtiger als der Partner.

    Nein, natürlich nicht. Ich hätte mich selbstverständlich nicht getrennt, weil der Ex wichtiger ist (völlig abwegig).
    Sondern weil ich keine Beziehung führen will, in der mir Vorschriften gemacht werden und dann mit solchen Argumenten gearbeitet wird.


    Zu 2.
    Garantien gibt es keine im Leben.
    Aber mein Partner und ich können uns entscheiden, die Beziehung nicht mehr zur Disposition zu stellen. Das nenne ich Hochzeit.
    Auf den Punkt gebracht:"Bis zur Hochzeit kann man es sich überlegen. Danach geht es darum, das beste daraus zu machen."
    Und ich gehe mit Beziehungsproblemen anders um, abhängig davon, ob diese Entscheidung schon gefallen ist.
    Hier sind wir heute schon einmal darauf gekommen.

    Heißt nicht, dass ich die Statistik nicht kenne. Oder dass ich mich unter keinen Umständen scheiden lassen würde.
    Aber dass ich mich bei vielen Problemen einen Tag nach der Hochzeit anders verhalten hätte als 6 Monate davor. Deshalb oben die Unterscheidung.

    Gruß, Leonie
    Geändert von Inaktiver User (05.11.2006 um 14:46 Uhr)

  5. Inaktiver User

    AW: Beziehungskonzepte

    Danke für Deine Antwort.

    1. Ok, das ist einleuchtend. Dabei geht es aber nur um Dinge, die mit dem Partner und der Beziehung nichts zu tun haben, oder? Da entscheidet jeder für sich selbst.

    Wobei einige jetzt sicherlich argumentieren werden, dass es spätestens dann mit der Beziehung zu tun hat, wenn der andere sich damit unwohl fühlt ...

    2.
    Aber dass ich mich bei vielen Problemen einen Tag nach der Hochzeit anders verhalten hätte als 6 Monate davor.
    Hättest Du Dich nur deshalb anders verhalten, weil die Option "Trennung" nach der Heirat weggefallen wäre, also in jedem Fall eine andere Lösung gefunden werden müsste? Oder wärst Du nach der Hochzeit das Problem auch grundsätzlich selbstbewusster (i. S. v. "sich mehr herausnehmen") angegangen?

  6. Inaktiver User

    AW: Beziehungskonzepte

    Distel,

    Deine Erläuterung zu 1. verstehe ich nicht. Denn ich bin auch der Meinung, dass es ein "das hat nichts mit Dir zu tun" in einer Beziehung eigentlich nicht gibt.

    Kannst Du Beispiele nennen? Gerade bei diesen Eifersuchtsgeschichten (Nacktfoto und Ex) würden die meisten doch sagen, dass es um die Beziehung geht.



    Hättest Du Dich nur deshalb anders verhalten, weil die Option "Trennung" nach der Heirat weggefallen wäre, also in jedem Fall eine andere Lösung gefunden werden müsste?
    Ja, so ist es gemeint.



    Oder wärst Du nach der Hochzeit das Problem auch grundsätzlich selbstbewusster (i. S. v. "sich mehr herausnehmen") angegangen?

    Nein, so ist es keinesfalls gemeint. So ein "jetzt kann er sich nicht mehr trennen, dann kann ich mehr riskieren und kann mich gehenlassen" ist nicht gemeint.


    Im Gegenteil. Vor der Hochzeit hätte ich mir "mehr herausgenommen". Und immer auch im Auge gehabt, ob es passt und ob ich das will. Und im Zweifel ziemlich schnell gesagt, dass ich das so nicht will und mich getrennt. Und auch darauf geachtet, dass mein Partner sich nicht verbiegen muss, damit die Beziehung so ist, dass ich sie will.

    Nach der Hochzeit ist klar, dass ich mich für diesen Menschen entschieden habe und viele Jahrzehnte mit ihm leben will.
    Und das will ich glücklich tun. Dazu will und muss ich beitragen. Und Probleme eben zu beider Zufriedenheit lösen oder zumindest dafür sorgen, dass sie die Atmosphäre nicht vergiften.

    Gruß, Leonie

  7. Inaktiver User

    AW: Beziehungskonzepte

    Deine Erläuterung zu 1. verstehe ich nicht. Denn ich bin auch der Meinung, dass es ein "das hat nichts mit Dir zu tun" in einer Beziehung eigentlich nicht gibt.

    Kannst Du Beispiele nennen? Gerade bei diesen Eifersuchtsgeschichten (Nacktfoto und Ex) würden die meisten doch sagen, dass es um die Beziehung geht.
    Okay, dann gehe ich mal weg von den Eifersuchtsgeschichten.

    Angenommen, mein Arbeitgeber würde mir eine leitende Stellung anbieten. Ich will das Angebot ausschlagen, weil ich glücklich mit meinem aktuellen Job bin und außerdem weiß, dass Personalführung nicht mein Ding ist. Wenn ich nun einen Partner hätte, der es nicht versteht, weil er selber karriereorientiert ist, dann könnte er versuchen, mich zu beeinflussen.

    Umgekehrter Fall: ich will das Angebot unbedingt annehmen. Meinem Partner passt es nicht, weil ich zukünftig viel mehr Überstunden machen werde. Die Erhöhung des Familieneinkommens interessiert ihn weniger. Daher versucht er, mir das Angebot auszureden.

    Würdest Du sagen, der Partner kann erwarten, dass er in die Entscheidung mit einbezogen wird? Ist es eine Beziehungsangelegenheit? Angenommen, ich treffe nach intensivem Austausch die ihm nicht passende Entscheidung - darf er sie kritisieren à la "Der Job ist Dir wohl wichtiger als unsere Beziehung!"?

    Wenn ich in einer Beziehung lebe, in der es keine gegenseitigen Vorschriften gibt, und in der o. g. Situation sofort weiß, wie ich mich entscheiden werde - dann könnte ich meinen Partner ja auch vor vollendete Tatsachen stellen: "Übrigens, ich habe heute ein Angebot ausgeschlagen ...". (Das wäre so gar nicht meins, ich würde auf jeden Fall bei wichtigen Angelegenheiten vorher seine Meinung hören wollen. Das kann aber auch problematisch werden, wenn beide bezüglich wichtig/unwichtig eine unterschiedliche Wahrnehmung haben. Und da wären wir wieder beim Nacktfoto und Treffen der Ex.)

  8. Inaktiver User

    smile AW: Beziehungskonzepte

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Wenn ich in einer Beziehung lebe, in der es keine gegenseitigen Vorschriften gibt, und in der o. g. Situation sofort weiß, wie ich mich entscheiden werde - dann könnte ich meinen Partner ja auch vor vollendete Tatsachen stellen: "Übrigens, ich habe heute ein Angebot ausgeschlagen ...". (Das wäre so gar nicht meins, ich würde auf jeden Fall bei wichtigen Angelegenheiten vorher seine Meinung hören wollen. Das kann aber auch problematisch werden, wenn beide bezüglich wichtig/unwichtig eine unterschiedliche Wahrnehmung haben. ...)
    Natürlich kann das problematisch werden Distel!

    Wenn ich schwerwiegende Entscheidungen zun treffen habe, würde ich mich selbstverständlich mit meiner Partnerin beraten und ihre Bedenken in meine Entscheidung einbeziehen. Die Entscheidung würde ich aber alleine treffen und erwarten, dass meine Partnerin diese akzeptiert - egal wie sie ausfällt.

    Allerdings würde meine Partnerin NIE sagen "ich will nicht, dass Du dies oder jenes machst" geschweige denn, ankündigen, sie würde etwas "nicht dulden" was ich mache.

    Für mich ist es Ausdruck des Respektes gegenüber meiner Partnerin, dass ich ihr keine Vorschriften mache.

    Ein absolutes "NO GO" um mal in der BriCom-Diktion zu bleiben!

    Prado

  9. Inaktiver User

    AW: Beziehungskonzepte

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Wenn ich schwerwiegende Entscheidungen zun treffen habe, würde ich mich selbstverständlich mit meiner Partnerin beraten und ihre Bedenken in meine Entscheidung einbeziehen. Die Entscheidung würde ich aber alleine treffen und erwarten, dass meine Partnerin diese akzeptiert - egal wie sie ausfällt.
    Das sehe ich ganz genau so. Dass die Sache mit dem Job eine schwerwiegende Entscheidung ist, werden wohl die meisten so sehen. Aber wie verhält es sich mit anderen Bereichen?

    Ich kann mir gut vorstellen, dass man in einer langjährigen Beziehung ein Gespür dafür entwickelt, welche Entscheidungen der Partner als schwerwiegend betrachtet und welche nicht. Nur - wie sieht es aus, wenn man sich irrt und ungewollt den Partner verletzt? Ein Beispiel aus dem Bekanntenkreis: Ein Paar ist seit 8 Jahren liiert. Man schmiedet konkrete Zukunftspläne.
    Sie teilt ihm an einem Donnerstagabend mit, dass sie am Montag für drei Tage geschäftlich verreisen müsse (bei ihrem Job nichts Besonderes). Er fragt sie, seit wann ihr der Termin bekannt sei. Sie sagt, sie wisse schon seit einer Woche davon, hätte aber vergessen, ihn zu informieren. Daraufhin trennt er sich von ihr wegen Respektlosigkeit. So schnell kann es gehen!

    Und was ist mit den ersten Jahren einer Beziehung, wenn man sich noch nicht so gut kennt? Im Zweifel "fragen" oder "ankündigen" oder einfach "machen"? Ersteres könnte auf Dauer auch sehr unselbständig wirken und den Partner nerven ...

  10. Inaktiver User

    smile AW: Beziehungskonzepte

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Nur - wie sieht es aus, wenn man sich irrt und ungewollt den Partner verletzt?
    Daruber habe ich eine zeitlang gegrübelt Distel. Welche Entscheidung, die das Leben meiner Partnerin betrifft, könnte mich verletzen? Tut mir leid, dazu fällt mir nichts ein. Eine Geschäftsreise, die sie mir nicht frühzeitig angekündigt hat, vielleicht ein Auslandsjob? Wie käme ich dazu, dagegen zu sein, wenn es für sie wichtig ist? Und warum sollte ich mich durch eine Entscheidung, die nicht gegen mich gerichtet ist, verletzt fühlen?

    Ich definiere mich nicht über die Partnerschaft und mache nicht meine Partnerin für mein Glück verantwortlich.

    Und das liebe Distel:
    Ein Beispiel aus dem Bekanntenkreis: Ein Paar ist seit 8 Jahren liiert. Man schmiedet konkrete Zukunftspläne.
    Sie teilt ihm an einem Donnerstagabend mit, dass sie am Montag für drei Tage geschäftlich verreisen müsse (bei ihrem Job nichts Besonderes). Er fragt sie, seit wann ihr der Termin bekannt sei. Sie sagt, sie wisse schon seit einer Woche davon, hätte aber vergessen, ihn zu informieren. Daraufhin trennt er sich von ihr wegen Respektlosigkeit. So schnell kann es gehen!
    ist ja eine komische Story. Glaubst Du wirklich, DAS war der Trennungsgrund, ohne dass vorher viel passiert ist?

    Ich habe keinen Terminkalender meiner Partnerin und sie kein tägliches Update meines Terminplaners. Wenn wir etwas gemeinsam unternehmen wollen, stimmen wir uns eben ab. Ansonsten heißt es eben "geht nicht, da bin ich für drei Tage in Berlin". Was soll denn daran respektlos sein???

    Und was ist mit den ersten Jahren einer Beziehung, wenn man sich noch nicht so gut kennt? Im Zweifel "fragen" oder "ankündigen" oder einfach "machen"?
    ankündigen und machen! was sonst? Um Erlaubnis fragen???? Nie!

    Prado

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