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  1. Inaktiver User

    "Muss" man Kontakt zur Familie des Partners haben?

    ich weiß, dass meine Frage etwas blöd klingt und dass es in diesem Falle kein zwingendes "Muss" gibt, aber momentan fühle ich mich schon ziemlich komisch und frage mich, wie mache ich es richtig??

    Wir haben eine schwierige Vorgeschichte, sind seit 7 Jahren zusammen, hatten uns letztes Jahr räumlich getrennt und wussten nicht so recht, wie es weitergehen soll. Trotz all den Problemen, die wir hatten, lieben wir uns aber immer noch, haben uns wieder angenähert und seit 4 Monaten wohnen wir wieder zusammen und sind dabei uns neu zusammenzuraufen. Eigentlich eine positive Entwicklung, wenn da nicht immer wieder seine schwierige Beziehung zu seinen Eltern wäre. Obwohl fast 37, hat er erst im letzten Jahr angefangen, sich von seinen Eltern zu lösen. Das ist einfach ein stressiger Zustand, der auch immer wieder unsere Beziehung belastet. Ich versuche mich zwar abzugrenzen, sage mir immer wieder, das hat nichts mit mir zu tun, das ist sein Problem, wo er auch ganz alleine "durch" muss, aber letztendlich macht es mir doch immer wieder zu schaffen. Insbesondere wenn er unter den Vorwürfen seiner Mutter leidet...

    Momentan ist es sehr akut, da seine Eltern hier sind, um ihn zu besuchen. Sie wohnen fast 900 km weit weg und kamen in den letzten Jahren jedes Jahr zweimal für 2 - 3 Wochen, hatten zwar eine Ferienwohnung, verbrachten aber die meiste Zeit bei uns im Haus. Seit letztem Jahr aber haben sie keinen Kontakt zu mir (finden mein Verhalten absolut unmöglich, können es nicht verstehen, dass ich von ihm verlangte, einen Standpunkt zu beziehen, anstatt, wie seine Mutter früher, alle Entscheidungen für ihn zu übernehmen). Er hat versucht, sich da freizuschwimmen, was dazu geführt hat, dass auch sein Kontakt zu seinen Eltern seltener und vor allem weniger intensiv wurde. Sie wussten zwar, dass er weiterhin Kontakt zu mir hat, mich immer noch "mag", haben es aber mehr oder weniger ausgeblendet. Er hat ihnen auch nicht viel darüber erzählt, so auch nicht, dass er wieder mit mir zusammenwohnt. Als seine Eltern dann vor ein paar Tagen herkamen, war der "Schock" sehr groß (er hat versucht, es ihnen so "schonend" wie möglich beizubringen, brauchte dafür mehrere Anläufe). Sie können nicht verstehen, warum er das tut. Grundsätzlich wäre das auch kein Problem, meine Eltern können auch nicht alles "verstehen", was ich mache, sie akzeptieren es aber und machen mir da nicht das Leben schwer. Er hat letzte Woche einen Haufen Zeit mit seinen Eltern verbracht, sehr viel mit ihnen geredet, würde es sich wünschen, wenn sie seine Entscheidung respektieren würden und akzeptieren würden, dass ich die Frau an seiner Seite bin. Aber seine Mutter ist unversöhnlich. "Einmal gefehlt, für immer gestorben", ist das Prinzip, nach dem sie durchs Leben geht und was dazu führt, dass sie überhaupt keine längerfristigen sozialen Kontakte hat und sie und ihr Mann absolut abgeschieden leben... ein Verhalten, das meinen Freund auch geprägt hat und dazu geführt hat, dass er sehr konfliktscheu ist, da Konflikte immer existenziell bedrohlich waren. Diese Situation macht meinem Freund sehr zu schaffen, er ist gestresst, schläft schlecht und hat sich letzte Woche auch noch einen Infekt eingefangen.

    Mir ist dieses Denken und dieser Umgang miteinander absolut fremd, ich kann es einfach nicht verstehen. Ich staune einfach darüber, dass Eltern ihren erwachsenen Sohn so bevormunden wollen. Genauso staune ich über den Sohn, der sich so schwer tut, sein eigenes Ding zu machen und so vom Wohlwollen der Eltern abhängig zu sein scheint. Wie gesagt, ich kenne es einfach ganz anders. Natürlich waren meine Eltern auch nicht über unsere Situation erfreut, aber sie mischen sich nicht ein, versuchen uns eher zu bestärken und uns Rückhalt zu geben. Mein Freund ist für sie mein Partner und gehört damit automatisch auch zur Familie.

    Ich finde daher das Verhalten seiner Eltern, die ja keinen Streit mit MIR hatten und jahrelang meine Gastfreundschaft genossen haben, verletztend. Gleichzeitig sehe ich, wie sehr mein Freund darunter leidet. Daher hatte ich angeboten, sie zum Kaffee einzuladen, damit wir vielleicht Missverständnisse aus dem Weg räumen können und sie nicht das Gefühl haben, sie wären aus seinem Leben ausgeschlossen. Aber sie wollen nicht. Ich bin "persona non grata" für sie.

    Für mich wäre das Problem damit erledigt. Wer nicht will, der hat schon. Aber ich muss gestehen, es fühlt sich "komisch" an. Immerhin sind sie seine Eltern und er ihr einziges Kind. Die Mutter meines Freundes zwingt ihm im Grunde die gleiche Situation auf, in der ihr Mann steckt. Sie lebt mit ihrer Schwiegermutter im Haus, mit der sie aber nicht spricht und ich habe gesehen, wie hin und her gerissen ihr Mann ist. ICH wünsche das meinem Freund nicht. Ich denke da an zahllose Situationen, die zu Konflikten führen, wie z.B. wo verbringe ich Weihnachten - vor allem für ein Elternpaar, das nur ein Kind und sonst keine anderen Beziehungen hat, eine wichtige Frage. Ich habe einfach Angst davor, dass es in ein ähnliches Gezerre ausarten könnte, wie es eben zwischen Eltern und Großmutter meines Freundes herrscht und frage mich, was ich da tun kann?

  2. Inaktiver User

    AW: "Muss" man Kontakt zur Familie des Partners haben?

    Du nur wenig...

    In erster Linie ist das doch wohl Sache deines Freundes - der wie alt ist? Wirklich 37???

    Einzelkind hin oder her....

    Mich wundert wirklich, dass du noch mit ihm zusammen bist- oder besser mich wundert, dass es bei euch noch nie richtig geknallt hat deswegen...

    Das war doch schon von Anfang an so oder nicht? Sicher Ansichtssache aber wie dieser Mann denn sonst so wenn er nicht mal schafft sich bei seinen Eltern durchzusetzen?

  3. User Info Menu

    AW: "Muss" man Kontakt zur Familie des Partners haben?

    Da kann nur dein Freund was ändern. Er muss sich dringend abnabeln !!! Dann hört auch sein schlechtes Gewissen gegenüber seiner Mutter auf <<<< ich sprech da aus Erfahrung , bin selber Einzelkind und hab lange gebraucht mich von meiner Mutter zu lösen , die auch sehr vereinnahmend und bestimmend war.
    Wobei ihr doch eigentlich sooo weit voneinander weg wohnt , wieso hat sie da noch solche Macht. Muss er täglich mir ihr telefonieren??? ...Er sollte ein wenig mehr auf Abstand gehen ,der gute Mann geht auf die 40 zu !!
    Er hat ein eigenes Leben , und er sollte hinter dir stehen !! Wenn die Eltern mit dir keinen Kaffee trinken wollen , sollte er auch drauf verzichten....ihnen mal seinen Standpunkt klar machen ! Er gehört zu dir , nicht mehr zu Mami !!!
    Auch da spreche ich aus Erfahrung , war mit der Mutter meines Mannes genauso .Sie konnte nicht loslassen !!! Sie wohnen leider hier um die Ecke. Auch da musste mein Mann das klären , er ist auf Abstand gegangen , rennt nicht mehr sofort los , wenn seine Mutter schreit...es wird allmählich besser !!
    Auch Eltern müssen lernen loszulassen!!

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    AW: "Muss" man Kontakt zur Familie des Partners haben?

    muß ?
    nee, bestimmt nicht. aber ein respektvoller umgang miteinander erleichtert das leben doch.
    mich würde mal interessieren was schlimmes du denn getan haben sollst.
    was sind denn die "großen" probleme die ihr gehabt habt ?

  5. Moderation

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    AW: "Muss" man Kontakt zur Familie des Partners haben?

    Zitat Zitat von sabbeltussi Beitrag anzeigen
    Wenn die Eltern mit dir keinen Kaffee trinken wollen , sollte er auch drauf verzichten....ihnen mal seinen Standpunkt klar machen !
    Das sehe ich nicht so. Man muss sich respektieren; es gibt "offizielle" Gelegenheiten, da begegnet man sich höflich. Warum sollte der Sohn sich nicht außer der Reihe mit seinen Eltern ohne die TE treffen? Ich sehe daran nichts Ungewöhnliches. Allerdings kommt es auch sicher darauf an, wie oft und wie lange sich die Eltern mit ihrem Sohn treffen wollen. Hier müsste er dann Einhalt gebieten.

    Zitat Zitat von sabbeltussi Beitrag anzeigen
    Er gehört zu dir , nicht mehr zu Mami !!!
    Auch das sehe ich differenzierter. Selbstverständlich bleibt er der Sohn. Und, er gehört in erster Linie sich selbst.
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  6. Inaktiver User

    AW: "Muss" man Kontakt zur Familie des Partners haben?

    Zitat Zitat von farfalle61 Beitrag anzeigen
    was sind denn die "großen" probleme die ihr gehabt habt ?
    die "großen" Probleme waren in dieser nicht stattgefundenen Abnabelung begründet... er hat sich in mich verliebt, wollte eine Beziehung zu mir, leider sah mein Leben nicht so aus, wie "Mutti" es sich vielleicht für ihn (und er selber sicher auch) gewünscht hätte... ich war schon mal verheiratet, hatte drei Kinder, war somit alles andere als eine "gute Partie". Und er wollte nie seine Mutter "vor den Kopf stoßen". Durch die Entfernung fiel manches auch nicht von Anfang an auf. Ich wunderte mich nur, dass er zwar mit mir zusammenlebte, in vielen Dingen auch absolut zuverlässig war, es sich aber irgendwie trotzdem "komisch" anfühlte, so als ob er nur mit einem Bein in der Beziehung war. Das äußerte sich im Alltag dadurch, dass er sein/unser gemeinsames Leben nicht aktiv gestaltete, nie Pläne machte, es furchtbar schwer war, mit ihm irgendwelche Entscheidungen zu treffen (und sei es nur die, ob er in den Ferien mit mir und den Kindern mitfährt oder nicht). Mit der Zeit litt ich immer mehr unter dem Zustand, konnte ihn mir auch nicht erklären, da er sonst im Leben nicht so "rückgratlos" wirkte, im Job sogar sehr erfolgreich ist. Als ich dann nach 6 Jahren fragte, was das mit uns ist und wie er sich die Zukunft vorstellt (die Kinderfrage war z.B. so ein "explosives" Thema, dem er aber, wie vielen anderen Dingen auch, aus dem Weg ging) und er mir nichts sagen konnte, sagte ich, dass ich SO diese Beziehung nicht weiterführen möchte und bat ihn, seine Sachen zu packen und zu gehen (nach unzähligen Diskussionsversuchen übrigens, bei denen er mich immer wieder vertröstet hatte). Gehen wollte er aber auch nicht! Und dann ist mir der Geduldsfaden gerissen, ich habe darauf bestanden, dass er geht und sich draußen überlegt, was er will.

    Heute sagt er, dass es ihm leid tut, dass er nicht hinter mir gestanden ist und versucht, seiner Mutter zu verdeutlichen, dass unsere Probleme und auch meine "heftige Reaktion" sehr viel mit seinem Verhalten zu tun hatten. Er kämpft mit dem Konflikt, der aus dem Wunsch nach einer tiefen, verbindlichen Beziehung und der recht negativen Einstellung gegenüber Beziehungen grundsätzlich, die in seiner Familie vorherrscht, entsteht.

    Und wenn jetzt jemand fragt, warum ich noch an dieser Beziehung festhalte... manchmal denke ich, wenn ich gewusst hätte, WIE verschieden unsere Vorerfahrungen und unsere Prägungen gewesen sind, dann hätte ich mich nie auf diese Beziehung eingelassen *seufz*... aber er ist gleichzeitig auch ein sehr liebevoller, warmherziger Mensch, ein tiefsinniger Gesprächspartner, ein einfühlsamer Liebhaber, der leidenschaftlichste Küsser *lächel* und vieles andere mehr und wir haben inzwischen soo vieles miteinander durchgestanden, haben beide "dazugelernt" (auch den anderen SO sein zu lassen, wie er ist... ) und freuen uns immer noch, wenn wir uns abends einen letzten Kuss geben und engumschlungen einschlafen

  7. User Info Menu

    AW: "Muss" man Kontakt zur Familie des Partners haben?

    Und gleich wird wieder die "Was willst Du mit diesem Mann?"-Keule rausgeholt... Das Problem liegt aber nicht bei ihrem Freund, sondern bei der Mutter. Was erwartet ihr von ihrem Freund? Dass er den Kontakt zu seiner Mutter abbricht???

    Dass er mit seinen Eltern nicht darüber spricht und seinen Standpunkt nicht klar macht, steht da ja nicht. Es steht da, dass er ihnen vorsichtig beibringen wollte, dass er mit der TE wieder zusammen wohnt und dass er viel Zeit mit den Eltern verbracht und viel mit ihnen geredet hat. Das steht da! Was bitte soll er denn sonst noch tun????

    Du, liebe TE, kannst allerdings auch nichts weiter tun als Abwarten. Es würde mich aber auch mal interessieren, was Du so Fürchterliches verbrochen hast, dass Du "Persona non grata" bist... Bist Du allein schuld an den Beziehungsproblemen, die Ihr hattet?

    Ich kann Deinen Freund verstehen, dass er jetzt zwischen den Stühlen hängt. Den Kontakt zu den Eltern abbrechen kann und will er vermutlich nicht, fände ich auch etwas krass. Er kann nichts weiter tun als seinen Eltern immer wieder sagen, dass er Dich liebt und dass sie das akzeptieren sollen. Wenn sie das nicht tun, ist das ihr Pech... Du kannst leider nichts dran ändern!
    Nur wer riskiert, zu weit zu gehen, kann sehen, wie weit er gehen kann... (keine Ahnung, wer das gesagt hat, aber ich finde den Spruch toll!)

  8. User Info Menu

    AW: "Muss" man Kontakt zur Familie des Partners haben?

    Ups, Dein letztes Posting habe ich jetzt erst hinterher gesehen, damit hat sich einiges von meinem Posting ja schon erledigt...
    Nur wer riskiert, zu weit zu gehen, kann sehen, wie weit er gehen kann... (keine Ahnung, wer das gesagt hat, aber ich finde den Spruch toll!)

  9. User Info Menu

    AW: "Muss" man Kontakt zur Familie des Partners haben?

    Für ihn gilt hier ganz klar: abnabeln und Grenzen ziehen. Was aber ein langer Prozess sein kann, den er auch gehen wollen muss.

    Für dich gibt es da nicht viel zu tun. Außer, dir zu verinnerlichen, dass es wahrscheinlich gar nicht um eine Ablehnung deiner Person geht. Sondern du stehst symbolisch für die Person, die den Sohn "entfremden" möchte. Es gibt einfach Menschen, die sich hinter selbstkonstruierten Moral- und Wertevorstellungen verstecken statt mal tatsächlich aktiv am Leben teilzunehmen - meine Mutter ist auch so gestrickt. Alles, was in dieses Schema nicht passt, wird radikal bekämpft, aus einer latenten Angst heraus, irgendwer könnte diese Schutzmauern ankratzen wollen. Da hilft nichts dagegen außer Abstand.

    Ihr habt eine Chance, wenn dein Freund dich in den Fokus seines Lebens stellt und seinen Eltern klarmacht, dass er dich liebt, egal, was sie sagen, und dass es sein Leben ist, um das es geht.

  10. Moderation

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    AW: "Muss" man Kontakt zur Familie des Partners haben?

    Ich würde nie sagen "lass die Hände von so einem Mann" unter anderem weil so ein Mann viel komplexer ist als so eine Aussage. Aber ich würde dringen raten, auf keinen Machtkampf "um" ihn einzusteigen sondern alles als seine Auseinandersetzung mit den Introjekten der Eltern sehen. Wenn diese voranschreitet, sind die realen Eltern ein Nebenschauplatz.
    In dieser Auseinandersetzung kann man ihm beistehen, aber sie ist seine eigne.

    Vielleicht muss in dem Prozess man als Partner auch selbst auf liebgewonnene Schmiegsamkeit verzichten und sollte das gerne tun. Wenn einer in den wesentlichen Beziehungen abgegrenzter wird und mehr Konturen bekommt, spürt das auch der Lebenspartner.


    Muss man Kontakt zu seiner Familie haben? - ich würde so wie du es versuchst einen konventionellen minimal- Kontakt anbieten und vor allem den Partner da nicht in die Zwickmühle bringen.



    Ich glaube wer es nicht erlebt hat, kann sich das Aufwachsen mit einem emotional grenzübertretenden Elternteil kaum vorstellen. Es ist da einfach ganz schwer zu wissen, was eigentlich schon zu weit geht - weil es ja schon immer so weit gegangen ist.
    Geändert von maryquitecontrary (01.07.2013 um 13:37 Uhr)

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