Mein Mann und ich sind seit ca. 14 Jahren zusammen. Letztes Jahr wurde unsere Tochter geboren. Ich bin zu Hause und betreue sie, während mein Mann von zu Hause aus selbstständig ist. Das führt dazu, dass wir uns einerseits ständig sehen und aber andererseits nichts miteinander machen. Der Lebensrythmus meines Mannes unterscheidet sich stark von meinem. Er geht sehr spät schlafen, schläft lange (heute z.B. bis 9.30 Uhr) arbeitet dann und hört so um 20.00 Uhr zu arbeiten auf. Da bringe ich dann gerade unsere Tochter ins Bett. Ich selbst gehe so um 22.00 Uhr ebenfalls schlafen. Unsere Tochter schläft bei uns im Bett, da sie eine katastrophale Schläferin ist und ich sonst zu gar keinem Schlaf komme. Ich stehe dann in der Früh mit ihr auf, mache sie fertig, dann Frühstück usw. Ich bin dann bis zum Schlafengehen für sie zuständig. Mein Mann nimmt sie schon mal, aber nach ein paar Minuten legt er sie wieder ab. Familienausflüge oder sowas findet gar nicht statt. Dafür hat er keine Zeit. Am ehesten ist es noch möglich was gemeinsam zu besorgen, oder mal seine Mutter besuchen, aber nur zu Dritt geht nicht.
Unser Paarleben ist auch nicht mehr existent. Sex gibt es nichtmal mehr einmal im Monat. Aber auch kein Kuscheln oder sonstwas. Gerade ein schnelles Gute-Nacht Bussi.
Das war meine Einschätzung. Er meint besonders viel Zeit für die Familie zu haben. Wer kann schließlich jeden Tag gemeinsam Mittagessen. Mein Vorschlag die Arbeit etwas zu konzentrieren, dass ein freier Tag pro Woche rauskommt, will er nicht. Auch ein Büro außerhalb der Wohnung anmieten, kommt für ihn nicht in Frage, da das so so praktisch ist. Ich glaube, dass mit etwas mehr Distanz auch wieder etwas mehr Feuer da wäre. Seine Tochter liebt er sehr und mich behauptet er auch zu lieben.Aber ich kann es langsam nicht mehr glauben.
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Thema: Zu viel Nähe
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04.03.2013, 13:40
Zu viel Nähe
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04.03.2013, 13:45Inaktiver User
AW: Zu viel Nähe
Ein Büro außer Haus wäre sicher besser für euch. So stört ihr euch gegenseitig in euerem Tagesrhythmus.
Die Tochter würde ich so schnell wie möglich aus dem gemeinsamen Bett ausquartieren, auch wenn das erst mal eine Umstellung und mit Schreierei verbunden ist. Sie ist alt genug dafür.
Kein Wunder, dass ihr kein Paarleben und kaum noch Sex habt, wenn das Kind permanent bei euch im Bett schläft.
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04.03.2013, 13:50
AW: Zu viel Nähe
Das Kind ausquatieren halte ich momentan für keine gute Idee. Sie wird alle 30 bis 60 Minuten wach. Wenn ich dann jedes Mal aufstehen muss, komme ich gar nicht mehr zum schlafen. Bevor wir die Kleine hatten, war Sex auch nicht aufs Bett beschränkt.
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04.03.2013, 13:52Inaktiver User
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04.03.2013, 14:12
AW: Zu viel Nähe
Liebe vv,
ich denke, dass ihr zur Zeit eher zu wenig Nähe habt als zuviel - auch wenn Ihr Euch fast rund um die Uhr seht.
Zum einen habt Ihr die "ganz normale Beziehungskrise" aufgrund Eurer Tochter, auch wenn einem das vorher kein Mensch sagt
Ob Euer Kind jetzt in Eurem Bett mitschläft oder nicht, halte ich auch nicht für das eigentliche Problem.
Wie zufrieden bist Du im Moment mit Deiner Lebenssituation? Möchtest Du wieder arbeiten - und wenn ja, wann?
Hast Du Kontakte zu anderen Müttern oder Freundinnen, die vielleicht in der gleichen Situation sind (mit Baby bzw. Kleinkind)?
Das andere Problem scheint wohl eher die Sprachlosigkeit mit Deinem Mann zu sein...Wie zufrieden ist er im MOment mit Eurem Familienleben - mit Eurer Beziehung? Sprecht ihr darüber?
Wenn er sich kein Büro außerhalb Eurer Wohnung mieten möchte (weil er mit der Situation so zufrieden ist, wie sie ist) kannst Du wohl schlecht was daran ändern.
Geht er Dir auf die Nerven - und wenn ja, warum?
Ihr wart lange vorher "kinderlos" zusammen - habt euch , so nehme ich zumindest an - ein solides Fundament geschaffen.
Was waren eure "krisen" vorher? wie habt ihr sie gemeistert?
Liebe Grüsse
(ich weiss, viele Fragen..
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04.03.2013, 15:08
AW: Zu viel Nähe
Mit meiner momentanen Situation bin ich nicht so zufrieden, wie ich es eigentlich erwarten würde. Mir fehlt das Hausfrauengen und manchmal fehlt mir auch die Zeit für mich. Ich würde irrsinnig gern wieder mit Fitnessstudio anfangen. Da bräuchte ich aber jemanden für mein Baby. Mein muss arbeiten und sie fremdelt so stark, dass ich sie niemand anderem geben kann.
Das was ich mache, wird auch nicht richtig anerkannt. Mein Mann sieht mich in einem Urlaub, mit etwas Spielen. Mal meinte er in einem Streit, dass er gern tauschen würde. Der Schlafentzug wäre kein Problem, er würde halt auf der Couch entspannen. Er kritisiert auch dauernd, wie ich mit der Kleinen umgehe. Mal halte ich sie falsch und er meint, sie wird gleich runterfallen, mal kümmere ich mich zu wenig während ich koche und sie ist deshalb raunzig. Er kritisiert mich auch bei anderen Sachen dauernd. Da bemerke ich das gar nicht. Hier geht es mir sehr nahe.
Andere Mütter treffen wir häufig. Wir gehen in eine Spielgruppe. Mit dem Arbeiten werde ich nächstes Jahr wieder anfangen.
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04.03.2013, 15:42
AW: Zu viel Nähe
Ich finde du lebst eigentlich wie eine Alleinerziehende. Ich sehe kaum unterstützung von deinem Mann. Ich werde nie verstehen wie man sich auf so eine Konstellation einlassen kann: mann arbeitet und schafft die Kohle ran, Frau kümmert sich ums Kind. ich könnte das auch nicht und wäre frustriert. Zumal dein Mann auch noch dauernd da ist. Du schreibst du musst einen Babysitter haben für Fintnesstudio. Dh dein Mann kann nicht mal 2 Stundne die Kleine hüten damit du mal raus kommst?
Find ich echt krass.
Und es geht wohl mehr um Qualitätspaarzeit. Habt ihr gemeinsame Essenszeiten?
Du musst unbedingt mehr Unterstützung von ihm einfordern, sonst wir der Frust nur grösser
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04.03.2013, 15:56
AW: Zu viel Nähe
Hallo Violaveilchen,
Euer Kind ist also ca. 4 - 12 Monate alt? Alles ist anders wie früher, ein neues Leben hat angefangen!
Hat dein Mann vor der Geburt Eures Kindes auch von zu Hause aus gearbeitet?
Hilft er dir im Haushalt und übernimmt auch mal die Kocherei?
Vielleicht kannst du einmal Freunde, Oma + Opa, die Paten bitten Euer Baby zu betreuen.
Nimm das in Anspruch das tut dir und dem Kind gut.
Ich hatte damals Riesenglück das die Tochter einer Nachbarin unser Baby ausfahren wollte. Nachdem ich die Beiden bei uns zuhause miteinander vertraut gemacht hatte, lief das Super!
Auch habe ich mir eine Freundin (Krabbelgruppe) gesucht deren Tochter genauso alt war und wir haben einmal die Woche vormittags uns jeweils gegenseitig die Kinder abgenommen. Zeit für Dich!
Ich hoffe, das es dir bald wieder besser geht
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04.03.2013, 16:56
AW: Zu viel Nähe
Entschuldige, wenn es nicht zutrifft.
Aber ich habe das Gefühl, das dein Kind etwas kompensieren soll und du es deswegen nicht mal Nachts abgeben willst.
Es hat ja auch ein Leben VOR dem Kind gegeben.
Hattet ihr da noch keinen anderen Rhytmus, habt ihr da kommuniziert, Paarzeit miteinander verbracht, hast du dich da mehr gesehen und angenommen gefühlt von deinem Mann?Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"
Erich Fromm
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04.03.2013, 17:00
AW: Zu viel Nähe
Samstag 9 Uhr.
Mann wecken. "Du, Schatz. Ich geh jetzt ein bischen in die Stadt Shoppen. Kümmerst du dich bitte um die Kleine? Fläschchen zum Füttern ist im Kühlschrank. Bis später."
Montag 18 Uhr.
Mann vorm PC. "Du, Schatz. Ich hab den Fitnesskurs abends belegt. Nimmst du bitte die Kleine bis ich zurück bin?"
Sprich: Seine Hilfe einfordern.


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