wenn man sich heutzutage in "nicht mehr ganz jungen Jahren" (damit meine ich eigentlich alles jenseits der 30er *g*) in jemanden verliebt, dann bringt das fast zwangsläufig auch einen unterschiedlichen Erfahrungshintergrund mit sich. Man hat vielleicht Erfahrungen gemacht, die einen haben reifen lassen, die der Partner aber nicht zwangsläufig auch gemacht haben muss. Was eben auch bedeutet, dass für den einzelnen unterschiedliche Themen/Entwicklungsschritte im Vordergrund stehen. Ich hatte z.B. Anfang/Mitte 30 eine Phase der "Selbstfindung", in der ich, im Nachhinein gesehen, wahrscheinlich ein ganz schönes Ekel war und die meine damalige Beziehung auch nicht überlebt hat.
Nun steckt mein Partner in einer ganz ähnlichen Situation... Von außen betrachtet sehe ich, dass das eine "notwendige" Entwicklung ist, dass er das braucht (genau so, wie ich es damals auch gebraucht habe). Dennoch stehe ich selber heute an einem anderen Punkt und finde diese Entwicklung anstrengend, nervig und manchmal auch verletzend.
Unsere Beziehung war in den letzten Monaten einer Zerreißprobe unterworfen. Bisher haben wir das mehr oder weniger gemeistert, wir merken, dass wir trotz mancher Unterschiede sehr wichtig füreinander sind und kämpfen weiter. Ehrlich gesagt bin ich selber überrascht darüber... vor einem Jahr hätte ich nicht gedacht, dass ich die Kraft hätte, so lange "dran zu bleiben". Und ich bin mir immer noch nicht ganz sicher, ob wir es tatsächlich schaffen, ob wir einen Weg finden, der sich für uns beide stimmig und gut anfühlt.
Andererseits denke ich, dass es wahrscheinlich in vielen Beziehungen Krisen gibt... das eine Paar übersteht sie gemeinsam, das andere eben nicht und trennt sich...
Daher meine Frage an die Krisenerprobten hier: wie seid ihr mit Krisen des Partners umgegangen (oder dieser mit euren)? Was hat euch weitermachen lassen?
Antworten
Ergebnis 1 bis 7 von 7
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22.11.2012, 15:35Inaktiver User
Krisen des Partners... wie damit umgehen?
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22.11.2012, 16:30
AW: Krisen des Partners... wie damit umgehen?
Ist dein Partner in einer Krise oder hat er Langzeitprobleme?
Bei Langzeitproblemen wirst du vermutlich permanent belastet werden nervlich. Und er wird sich vermutlich nicht ändern....
Für eine Krise wäre relevant: Tut er etwas, um sein Problem zu LÖSEN?! Und zwar aus eigener Motivation, ohne, dass du was tun musst?
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22.11.2012, 16:32
AW: Krisen des Partners... wie damit umgehen?
Hi

Ich bin länger in einer Beziehung und beim ihm kriselt es auch regelmäßig.
Meine Erfahrung und Lust damit umzugehen ist, mich mittlerweile zu entfernen.
Ich bin an ganz anderen Lebenspunkten und es nervt mich!
Von daher leben wir immer das, was gerade geht.
Da ich mich trennen möchte, ist das für mich ein guter Kompromiss u der Vorteil liegt mittlerweile darin, dass WIR nicht automatisch eine Krise bekommen, nur weil ER gerade eine hat
Ich habe mir das, was ich nun mit mir erreicht habe, ziemlich erarbeiten müssen und nun möchte ich genießen
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22.11.2012, 16:38Inaktiver User
AW: Krisen des Partners... wie damit umgehen?
hat er eine krise mit sich und seiner wahrnehmung oder hat er eine krise mit mir und unserer beziehung.
wenn es das erste ist------------- dann weiss er: hilfsangebot von mir steht- aber ist keine verpflichtung.
und wenn es um uns geht- dann werde ich schon selbst aktiv.
er ist mental gesehen eher die richtung: bär. dann braucht er seine höhle und seine höhlenzeiten.
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22.11.2012, 16:38Inaktiver User
AW: Krisen des Partners... wie damit umgehen?
Bei Krisen nur eines der Partner ist für mich wichtig, dass sich derjenige selber um eine Lösung seiner Probleme bemüht, in welcher Form auch immer. Dann kann der andere unterstützen.
Wenn lediglich gejammert und irgendwem Schuld zugewiesen wird, ist das auf Dauer nicht akzeptabel.
Gruß, Elli
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22.11.2012, 20:59Inaktiver User
AW: Krisen des Partners... wie damit umgehen?
mein Partner hat eine Krise mit sich selbst und seiner Wahrnehmung. Es geht um die endgültige Loslösung von der Ursprungsfamilie und das sich auf eigene Füße stellen - in erster Linie in emotionaler Hinsicht, aber auch dadurch, dass er die Verantwortung für sein Leben in die eigene Hand nimmt und sie nicht an irgendwelche übergeordnete Instanzen, wie die Erwartungen seiner Eltern etc. abschiebt. Es geht darum, eigenverantwortlich zu entscheiden, was er aus seinem Leben macht und wo er sich wie weit auf etwas einlässt. Alles Dinge, die in den letzten Jahren in unserer Beziehung große Probleme bereitet haben, denen er immer wieder ausgewichen ist. Wir sind dann irgendwann an einen Punkt gekommen, wo es für mich absolut nicht mehr ging. So wollte ich nicht mehr weiter machen. Wir haben uns dann räumlich getrennt. Die ersten Monate hat sich dann auch nicht viel getan, Wunden lecken, lernen, alleine den Alltag zu bewältigen. Schrittweise kam dann die Einsicht, dass manche Probleme weniger im "Außen" begründet lagen, als in der eigenen mangelnden Erfahrung und daraus resultierenden Verweigerung, sich mit Dingen auseinanderzusetzen, bei denen er spürte, er hat "keinen Plan".
Ich kam mir bei dem Ganzen total hilflos vor. Jegliche Form von "aktiver Hilfe" war zwecklos. Was mir als Außenstehenden auch schwer gefallen ist, da mir im Grunde nichts übrig blieb als abzuwarten. Eine Situation, mit der ich mich zugegebenermaßen schwer tue. Oft genug habe ich mit der Situation gehadert und mich dagegen gesträubt. Was aber weder zu einer Besserung noch zu einer Loslösung führte. Als mir vor zwei Wochen eine mir sehr nahestehende Person sagte, ich müsste mich nicht über seine Ambivalenz wundern, ich würde mich doch auch ganz schön "kratzbürstig" verhalten, hat das etwas in mir bewirkt. Mir ist bewusst geworden, dass ich diesen Mann liebe, und zwar mehr liebe, als meine bisherigen Vorstellungen davon, wie "man" es in einer Beziehung richtig macht. Ich habe meine Vorstellungen losgelassen. Und ich habe das Gefühl, dass mit uns etwas passiert, was ich die ganzen Monate nicht zu wagen gehofft habe. Ich habe das Gefühl, der ganze Frust und die Angst bricht auf und darunter kommt wieder Liebe, Mut und Hoffnung hervor.
Wir sind uns in den letzten zwei Wochen so nahe gekommen, wie wir es schon seit über einem Jahr nicht mehr waren. Nun fliegt er morgen für eine Woche in den Urlaub. Ein Teil von mir hat seine Schwierigkeiten damit *grummel*... aber ein anderer Teil wünscht ihm erholsame Tage und hofft einfach, dass es hinterher für uns beide weiter aufwärts geht...
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28.11.2012, 13:42Inaktiver User
AW: Krisen des Partners... wie damit umgehen?
Hallo Daisy,
ich bin froh über deinen Beitrag. Mir geht es ähnlich, mein Freund leidet seit ca. einem Jahr unter schlimmen Panikattacken. Es versucht sich professionell helfen zu lassen, nimmt Medikamente und geht in Therapie. Aber die Auswirkungen auf unsere Beziehung sind riesig. Wegen der Medikamente ist er andauernd müde, hat keine Lust mehr auf Gespräche und Sex hatten wir seit Monaten nicht mehr.
Er denkt bei jeder PA, dass er gleich stirbt und ist durch nichts davon abzubringen, ausser der Notarzt kommt, macht alle Checks und sagt ihm dann dass alles in Ordnung ist. Die Erkenntnis, dass es psychisch bedingt ist, besteht nur in den Zeiten zwischen den Panikattacken.
Dabei ist das Schlimmste, dass er mir irgendwie als Partner abhanden kommt. Es ist zwar noch da, wohnt in derselben Wohnung, kauft mit ein, kocht, wäscht manchmal (alles traumhaft), aber die Gespräche sind oberflächlich geworden damit das Thema nicht wieder auf die PA und unsere Beziehung kommt, das kann er nicht aushalten. Er bezieht dann alles auf sich, fühl sich angegriffen, unverstanden und unter Druck gesetzt. Wir schlafen auch nicht mehr in selben Bett, weil ich es nicht mehr aushalte, Lust auf ihn zu haben während er laut schnarcht (das Schnarchen ist auch schlimmer geworden durch die Medikamente).
Ich habe schon überlegt ob wir uns räumlich trennen sollen, aber das wäre mit ungeheurem logistischen Aufwand verbunden, und wir haben 3 Kinder. Leider fällt mir dadurch das Loslassen sehr schwer.
Genauso geht es mir auch, besser kann ich es auch nicht ausdrücken.Ich kam mir bei dem Ganzen total hilflos vor. Jegliche Form von "aktiver Hilfe" war zwecklos. Was mir als Außenstehenden auch schwer gefallen ist, da mir im Grunde nichts übrig blieb als abzuwarten. Eine Situation, mit der ich mich zugegebenermaßen schwer tue. Oft genug habe ich mit der Situation gehadert und mich dagegen gesträubt. Was aber weder zu einer Besserung noch zu einer Loslösung führte.
Toll, dass du das geschafft hast. Ich wünschte ich könnte das auch. Aber dann frage ich mich, was ist davon noch Beziehung was wir gerade leben und was ist Wohngemeinschaft. Im Grunde ist er der ideale WG-Partner, aber das ist doch nicht der Grund, warum ich mit ihm zusammen bin!Als mir vor zwei Wochen eine mir sehr nahestehende Person sagte, ich müsste mich nicht über seine Ambivalenz wundern, ich würde mich doch auch ganz schön "kratzbürstig" verhalten, hat das etwas in mir bewirkt. Mir ist bewusst geworden, dass ich diesen Mann liebe, und zwar mehr liebe, als meine bisherigen Vorstellungen davon, wie "man" es in einer Beziehung richtig macht. Ich habe meine Vorstellungen losgelassen.
Wo hört die eigene Vorstellung auf und wo fängt etwas Existentielles an? Das Ganze ist ein Teufelskreis, lasse ich ihn in Ruhe und kümmere mich um mich selber, drifte ich emotional von ihm weg. Ich erwarte nicht von ihm dass er mir alles gibt was ich brauche, aber leider gibt es Dinge, die man nur vom Partner bekommen kann, will man sich keinen Riesenärger einhandeln.
Leider habe ich noch keinen wirklichen guten Gedanken dazu gefunden.
Grüße


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