Aaaaalso, mein Problem ist es etwas kompliziert und es kann etwas laenger werden.... Entschuldigung!
Hier mal die Eckdaten. Mein Freund und ich sind seit etwas ueber einem Jahr zusammen. Beide Anfang dreissig, fuer ihn ist es die erste Beziehung und fuer mich die erste nach langer Zeit (>4 Jahre). Ich bin Deutsche, er Skandinavier und wir wohnen in einem dritten Land. Er ist eigentlich ein TOTALER EINZELGAENGER (was auch die Beziehungslosigkeit erklaert), aber im Alltag kommen wir meistens sehr gut aus. Wir haben aehnliche Interessen und verbringen viel Zeit zusammen. Ich habe noch reichlich andere Freundschaften, die ich pflege, er eher nicht. Auch wenn ich ihn "mitnehme" ist er sehr schweigsam. Deshalb gehe ich meistens allein und er macht 'seinen Kram".
Schwierigkeiten gibt's nun mit der Zukunftsplanung. Fuer uns beide ist klar, dass es hier nicht viel laenger weiterlaeuft und wir suchen neue Jobs. Im Fruehjahr hatten wir mal die Diskussion, dass wir beide gucken und wenn einer etwas findet, guckt der andere, ob es fuer ihn was Akzeptables da gibt. Allerdings ist es so, dass ich schon sehr gerne wieder in Europa leben wuerde (bevorzugt Deutschland). Ihm war es eigentlich laut eigener Aussage egal. Nun ist es so, dass ich zuerst ein Angebot bekommen habe, in einem Job, der mir SEHR zusagt. seine Reaktion war: dann solltest du ihn nehmen. Allerdings hat er sich nicht bemueht auch etwas dort zu finden und befand, "dass es da nichts fuer ihn gibt". Ich hatte den Eindruck, wenn ich ihm einen Job auf dem Silbertablett serviert haette, haette er ihn genommen und waer mitgegangen, aber das wollte ich nicht. Ich wollte, dass er es aus freien Stuecken tut. Hat er aber nicht.
So, schweren Herzens habe ich mich entschieden den Job anzunehmen. Ich gehe nun im September hier weg. Er ignoriert das komplett. Wir machen weiter wie bisher und meine Versuche darueber zu sprechen, werden immer abgelenkt. Es verwirrt mich sehr! Im Fruehjahr sagte er mal, "wenn ich denken wuerde, dass im Sommer eh alles vorbei ist, koennten wir es auch gleich lassen." Er hielt es schon fuer was Langfristiges.
Letztendlich kommt es mir so vor, als wuerde er sich mit seiner "Opferrolle" so abfinden. Nach dem Motto: "du bist ja gegangen und ich konnte nichts dagegen tun." Was so wirklich nicht stimmt. Ich habe oft mehrere Varianten durchgesprochen, aber von ihm kam nie so richtig was. Daher habe ich dann irgendwann "egoistisch" meine Entscheidung getroffen. Er ist halt sehr verschlossen. Gerade in emotionalen Dingen. Damit hatte ich am Anfang sehr grosse Probleme. Auch darueber haben wir oefter gesprochen und von ihm kam dann immer: "wenn's mir nicht gefallen wuerde, waere ich nicht hier!". Und das glaube ich ihm mittlerweile sogar (im Hinblick auf mangelnde andere zwischenmenschliche Beziehungen seinerseits).
Trotzdem kann ich diese Passivitaet nicht nachvollziehen. Kann mir das einer erklaeren? Ich glaube, dass er (zumindest zwischenzeitlich) auch an einer Depression litt. Und wenn er von der naechsten zeit redet, also wenn ich weg bin, hoert es sich immer sehr "selbstmitleidig" an. Ich moechte ihn manchmal echt schuetteln. Er ist wirklich ein intelligenter Mensch und hat auch schon einiges gemacht in seinem Leben (immer alleine...). Wir sind wirklich sehr gern zusammen und ich bin ziemlich sicher, dass es ihm genauso geht, und es tut einfach weh, dass jetzt so kaputtgehen zu sehen. ich weiss, dass ich diejenige bin, die es macht, aber ich sehe fuer mich keine andere Moeglichkeit. Ich haette es nachvollziehen koennen, wenn er sich nach passenden Jobangeboten in der Naehe umgesehen haette und nichts haette finden koennen und dann sagt, es waere fuer ihn nicht machbar. Aber nun ist es so, dass ich ihm entweder folge oder das war's. Obwohl er das natuerlich nie sagt..... Es gibt halt nur zwei Moeglichkeiten, entweder die Beziehung zu mir ist ihm nicht wichtig genug oder in seinem Fall, Beziehungen allgemein sind ihm nicht wichtig genug. Es tut mir halt verdammt weh ihn so ungluecklich hier zurueckzulassen. Denn gluecklich ist er mit seinem Leben im Moment nicht. Ich fuehl mich so machtlos.
Ich bin ehrlich gesagt nciht ganz sicher, was ich von euch zu hoeren hoffe.... vielleicht ein paar Meinungen. Das Aufschreiben war schon therapeutisch :)
Danke fuer's Lesen.....
Antworten
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03.08.2006, 22:42
Verdammt, was soll ich nur tun???
Geändert von Hobbs (04.08.2006 um 04:21 Uhr)
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04.08.2006, 01:03
AW: Verdammt, was soll ich nur tun???
Ich sage, du kannst ihn schütteln, aber wach werden muss er alleine. Du kannst seine Verantwortung nicht tragen.
Ich habe den K(r)ampf mit den deutschen Artikel(n) aufgegeben!
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04.08.2006, 04:18
AW: Verdammt, was soll ich nur tun???
Ja, das stimmt wohl...
Aber es ist so verflixt schwierig! Komme mir so hilflos vor. Und das bin ich in diesem Fall wohl auch!
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04.08.2006, 05:46Inaktiver User
AW: Verdammt, was soll ich nur tun???
Leider wird Dir meine Antwort bestimmt auch nicht viel weiterhelfen. Aber ich denke, wenn man es wirklich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner bringt: entweder jemand ist an einer Partnerschaft interessiert, und setzt Himmel und Hoelle in Bewegung, um mit dem anderen zusammen sein zu koennen, oder er ist es eben nicht und "laesst es laufen" - egal ob wie jetzt in Deinem Fall er sich nicht aktiv um einen Job kuemmert, oder ob in der Kennenlern-Phase, wenn jemand "keine Zeit hat" (sprich sich keine Zeit nimmt) oder wenn er nicht will, dass man seine Eltern und/oder Freunde kennenlernt etc... all das sind sichere Indizien dafuer, dass mann es mit der Beziehung nicht so genau nimmt - nett, wenn mann's mitnehmen kann, aber nichts, wofuer mann sich aus dem Fenster haengt.
So eine Einsicht ist natuerlich bitter, zumal wenn man selbst einiges an Gefuehlen "investiert" hat, aber wirklich daran aendern kannst Du wohl nichts. Ich persoenlich finde, Du hast die richtige Entscheidung getroffen, den Job anzunehmen und wuensche Dir viel Erfolg darin!
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04.08.2006, 09:18
AW: Verdammt, was soll ich nur tun???
und es tut einfach weh, dass jetzt so kaputtgehen zu sehen. ich weiss, dass ich diejenige bin, die es macht, ...
..................
NEIN! - du bist das doch nicht! du machst das genau richtig. es ist seine entscheidung und auch sein leben und damit muss er zurecht kommen.
wenn er will, findet er eine lösung, ansonsten will er wohl eben nicht. das ist relativ simpel. geh und lebe das, was du - zu recht- für dich für gut befindest, er wird sich genau überlegen müssen, was er will. er ist alt genug!
fridaKommt dir ein Schmerz, so halte still und frage, was er von dir will ( Emanuel Geibel )
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04.08.2006, 21:56
AW: Verdammt, was soll ich nur tun???
Vielen Dank fuer Eure Antworten! Tja, das ist so ein Fall, wo es einem, der Vernunft nach, ganz einfach erscheint, aber die Umsetzung ist es halt dann doch nicht! Ich haette auch nicht so ein grosses Problem ihn hier "zurueckzulassen", wenn es ihm gutginge. Aber er haengt im Moment echt durch. Beruflich ist er mehr als unzufrieden (zweifelt an der Berufswahl etc.), aber aendert eben auch nichts daran. Ich hatte auch schon vorgeschlagen, dass er erstmal mitkommt (ich verdiene dann ganz okay) und dann vor Ort schaut, ob sich was ergibt. Aber diese "Abhaengigkeit" geht gar nicht....
Na ja, vielleicht kann ich ihn wenigstens mal dazu bewegen mit jemandem Professionellen drueber zu sprechen. Denn diese absolute Antriebslosigkeit und das Selbstmitleid sind schon sehr beunruhigend. Und es kann nicht immer so gewesen sein. Sonst waere er nicht hier....
Ich werde mich wohl damit abfinden, dass ich gemacht habe, was ich machen konnte. Hat nicht sollen sein...
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05.08.2006, 09:23
AW: Verdammt, was soll ich nur tun???
ich denke du brauchst kein schlechtes Gewissen zu haben deinen Freun zurück zu lassen. Wenn er sich nicht gleichgültig verhält und nicht mal nach einen Job sucht, dann wirst du ihm nicht helfen können. Lass dir kein schlechtes Gewissen machen, er ist erwachsen und für sein Glück selbst verantwortlich. Du hast ihm ja schon deine Hand gereicht, aber er hat sie aus (Bequemlichkeit?? Depression??) nicht genommen....
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06.08.2006, 12:45Inaktiver User
AW: Verdammt, was soll ich nur tun???
mir fallen worte ein wie: aufgabe, schlimme enttäuschungen zu anderen tagen, oder eben auch der geborene einzelgänger....der eben ist wie er ist.
letztendlich wird es darauf hinauslaufen, daß er sein ding macht und du entweder mitziehst und verzichtest oder eben nicht mitmachst und auch verzichtest. am ende steht wohl immer verzicht, oder nicht ? für meinen eindruck lebst du immer irgendwie hinter ihm hinterher......und solange er wohl nicht danach fragt wie es dir dabei geht.....wo du dabei bleibst.....ich würde ehrlich gesagt abstand nehmen. er tut dies eigentlich schon schon auf seine weise.....indem sich z. b. die arbeitslage "ergibt". mit klaren, ausgesprochenen entscheidungen scheint er es wohl auch nicht zu haben..... ich glaube nicht, daß frau auf dauer ihre ziele erreichen kann mit so einem mann.
gruß von nemesis/dunkle-mondin.de
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06.08.2006, 14:39
AW: Verdammt, was soll ich nur tun???
Mir wäre mein Freund wichtiger wie der Job. Hast Du ihn mal ganz lieb darum gebeten indem du z.B. sagst." ich liebe Dich so sehr, ich möchte mit Dir zusammenbleiben, ich möchte das Du mit mir nach Deutschland kommst weil ich Dich so liebe."
Vielleicht stellt er sich auch stur, weil er wegen irgendetwas anderem verletzt ist. Vielleicht hattet ihr Auseinandersetzungen und da sind harsche Worte gefallen und ihr schluckt eure Verletzungen und sprecht nicht darüber. Dann entsteht so eine
Distanz und Kühle und anstatt seine Liebe zu zeigen und dafuer zu kämpfen, ensteht so eine Gleichgültigkeit und Hoffnungslosigkeit.
Lightness
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06.08.2006, 16:10
AW: Verdammt, was soll ich nur tun???
Liebe Anastasia und Dunklemondinde.
so sehe ich es auch. Letztendlich habe ich m.E. alles getan, was ich tun kann (bzw. angeboten) und er sieht es jetzt als "schicksalsgegeben"... Na ja! Er hat auch irgendwann mal gesagt, da waere die Beziehung auf der einen Seite und dann halt die "Realitaet" auf der anderen. Mit dieser Einstellung habe ich so meine Probleme.... Ich habe ihm gesagt, dass ich eine "reale Beziehung" will und nicht einsehe, dass das eine das andere ausschliessen muss. Wir haben wohl wirklich einfach andere Vorstellungen und mittlerweile komme ich zu dem Punkt, wo ich denke dass es mir mit meinem Neuanfang sehr gutgehen wird. Es ist nur irgendwie komisch im Moment so mit "Mindesthaltbarkeitsdatum" zu leben und das so GAR NICHT zum Thema zu machen... Ich habe keine Ahnung, was passiert wenn ich dann Anfang September ins Flugzeug steige... Ich glaube er verdraengt das komplett und sehr erfolgreich! Da kommt dann wieder die "Entscheidungsunlust" zum Tragen. Lieber abwarten was passiert und sich dann selbstbemitleiden.... Nee, das will ich nicht und kann ich auch nicht akzeptieren. Ich weiss eben nur nicht, ob das eine Phase von ihm ist oder wirklich sein Charakter. Wie gesagt, muss er schon ein paar Entscheidungen in seinem Leben getroffen haben, da ich ihn sonst HIER nicht getroffen haette.
Dunklemondinde, Du hast in sofern auch recht, als dass ich wirklich das Gefuehl bekomme, dass ihm meine Beduerfnisse ziemlich egal sind. Und daher kann ich auch nicht das tun, was Lightness vorschlaegt. Ich bin bestimmt kein Mensch, der grosse Gesten braucht, aber eine gewisse Kompromissfaehigkeit und Interesse an den Gefuehlen und Wuenschen des anderen. Und genau wie Lightness, wuerde ich auch nicht meinen Job ueber meinen Freund stellen. Das ist ja genau das Problem... Aber im Moment habe ich das Gefuehl, dass ER das ohne weiteres tun wuerde und daher zweifele ich an der Basis der Beziehung. Letztendlich ist mein Job nur ein Symptom und nicht die Ursache.... Ist eine harte Erkenntnis. Aber auf der anderen Seite habe ich den leichteren Part. Da ich diejenige bin, die weggeht und neue Dinge erlebt, waehrend er hier in der Situation weiter drinhaengt.
Danke Euch allen erstmal! Es ist immer gut und hilfreich andere Meinungen zu hoeren....


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