Liebe BriCom!
Mal wieder das „liebe Geld“ :-( Und ich muss ein Wenig ausholen.
Mein Mann und ich sind seit 13 Jahren verheiratet und haben 2 Kinder im Teenageralter.
Als wir uns kennen lernten waren wir bereits beide Mitte 30, absolut autark und nicht unvermögend. Er war (und ist) selbständig, ich hatte einen sehr gut bezahlten Job bei einer Unternehmensberatung.
Aus verschiedenen Gründen wollte ich jedoch nach einigen Jahren etwas anderes machen (das hatte auch mit zeitlichen Gründen zu tun: ich war sehr viel unterwegs und das ging mit 2 Kindern einfach nicht richtig gut) und habe mich selbstständig gemacht (in einem beruflich völlig anderen Umfeld … ich habe also quasi bei Null angefangen).
Mein Mann hat dieses Vorhaben von Beginn an unterstützt … auch wissend, dass ich nicht mehr so viel verdienen würde. Und vor allem auch im Urlaub nichts verdiene. Sein Unternehmen läuft mehr oder weniger von selber – egal ob er da ist oder nicht.
Seit wir uns kannten war jedoch das Thema „Geld“ immer schwierig: er kommt aus einer Familie, in der es dauerhaft vorne und hinten nicht gereicht hat … es war ein ewiges Streitthema (bis mein Schwiegervater verstorben ist). Aber seit ich selbständig bin … puh!
Mein Mann zahlt einen Großteil der Fixkosten – ich hingegen bin mehr so für die variablen Kosten zuständig (Einkaufen, Kinderkleidung und -Gedöns, Krankenversicherung für die Kinder, Arztkosten, Neuanschaffungen, Auto etc.)
So richtig glücklich bin ich mit der Situation nicht, da ich ja weiß, dass ich in Teilen von ihm wirtschaftlich abhängig bin. Ich fühle mich damit nicht so richtig wohl – komme mir da nicht mehr so unabhängig und autark vor.
Kommt es nun zu Streitsituationen (aus welchen Gründen auch immer) … kommt das Thema „Geld“ auf den Tisch: er bezahlt soviel, ich lebe auf seine Kosten (im schlimmsten Fall: ich will nur sein Geld) etc. pp.
Ich arbeite sehr viel um überhaupt ein erträgliches Einkommen zu haben. Das stört ihn allerdings auch, weil er deutlich weniger arbeitet (aber mehr verdient) und es lieber hätte, wenn wir mehr Zeit miteinander verbringen würden – öfter verreisen. Auch, dass ich abends oft einfach hundemüde bin – stört ihn.
Ich habe noch in der vergangenen Woche ein sehr, sehr sachliches Gespräch mit ihm geführt, in dem ich ihn gebeten habe, auf diese Äußerungen zu verzichten, weil sie mich verletzen und ich mir dadurch so bedürftig und klein vorkomme … genutzt hat es nichts
Ein echtes Dilemma … wie kommen wir da raus?
Wer bis hierher durchgehalten hat … danke fürs Lesen![]()
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 15
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15.05.2012, 11:06
Einmal wieder: das Thema "Geld"
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"Jetzt sind die guten alten Zeiten, nach denen wir uns in zehn Jahren zurücksehnen."
(Peter Ustinov)
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15.05.2012, 11:18Inaktiver User
AW: Einmal wieder: das Thema "Geld"
Hmmm... mich wundert das ja immer wieder.
Ihr seid verheiratet, schon länger, Kinder groß - ihr habt geplant "bis das der Tod uns scheidet" - und dann gibts immer noch die Frage wer zahlt mehr?
Bei uns es ähnlich - ich verdiene weniger, weil ich nur Teilzeit arbeite, ganz bewußt, wir haben ein Haus und einen großen Garten, Ich mache den Haushalt allein. Dafür zahle ich von meinem Gehalt die Lebensmittel und ein paar Kleinigkeiten für mich. Das geht super.
Am Anfang unserer Beziehung habe ich mehr verdient weil ich eine Firma hatte - und nun verdient mein Mann mehr. Wer Geld hat zahlt - kein Aufrechnen, keine Vorwürfe.
Und ja im Scherz sage ich das auch zu meinem Mann: ich hab ihn nur wegen seines Geldes genommen *g*
Dein Mann will dass du mehr Zeit hast? Dann soll er sich nicht so blöd anstellen wegen des Geldes!
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15.05.2012, 11:38
AW: Einmal wieder: das Thema "Geld"
Ja, das ist ein echtes Dilemma. Wir machen im Sommer immer sehr lange Ferien (die vollen 6 Wochen). Er fährt darüber hinaus noch so 1-2 x im Jahr alleine weg. Und dann machen wir noch zu Zweit kleinere Reisen. Das war auch damals ein Grund meinen Job aufzugeben: damit wir mehr und länger verreisen können ... mit 30 Tagen Urlaub kommst du ja bei dem Konzept nicht weit

Ich kapiere es ja auch nicht ... ich komme mir manchmal vor als müsste ich die eierlegende Wollmilchsau sein: viel Zeit für die Kinder, viel Zeit für die Beziehung, weniger arbeiten ... aber wenn es um Geld geht sich beschweren.**************************
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(Peter Ustinov)
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15.05.2012, 11:41
AW: Einmal wieder: das Thema "Geld"
Da läuft ein Machtkampf.
Ich glaube, ohne Hilfe von außen wirst du da nichts bewegen können. Wie man sieht, hat deine ausführliche Erläuterung deiner Bitte sein Herz nicht erreicht.
Auf mich wirkt das so, als stecktet ihr in einer Sackgasse. Er mit seinen Killerargumenten, du mit deiner Angst und Emotion des nicht-genügens, des abhängig-seins. Die Katze beißt sich in den Schwanz, es gibt keinen Ausweg, der es beiden gleich Recht machen würde. Also muss ein Kompromiss her oder eine völlig neue Lösung. Und die könntet ihr schön gemeinsam erarbeiten. Mit Moderator. Ehegespräch mit Berater.
Wie denkst du darüber, wäre das vorstellbar? Ihr seid beide nicht zufrieden. Etwas muss geschehen, sonst kann sich nichts verbessern.
LG KarlaThe original Karla
est. 2006











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15.05.2012, 11:44
AW: Einmal wieder: das Thema "Geld"
Oh je das Thema kenne ich.
Bei uns war dann so schlimm das er zu Hause immer abgerechnet hat.
Wenn wir essen waren hat er bezahlt und dann meinen Anteil verlangt hat.
Mir wurde vorgerechnet warum die Waschmaschine so oft laufen muss etc.Viele Grüße
Martha
Ich gehöre nur mir
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15.05.2012, 11:50
AW: Einmal wieder: das Thema "Geld"
Also, so ist es bei uns nicht ... Himmel, das hört sich schlimm an

Ich denke eher, es ist so ein Totschlag-Argument beim Streiten: er weiß, dass ich die Situation nicht wirklich toll finde und mir meine Unabhängigkeit sehr wichtig ist. Und er mich mit seinen "Kohle"-Themen absolut mundtot macht und ich mich dann ziemlich klein fühle.**************************
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(Peter Ustinov)
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15.05.2012, 11:52
AW: Einmal wieder: das Thema "Geld"
Eben, sag ich ja. Machtkampf.
Er will der Bestimmer sein, er ist mit "irgendwas" unzufrieden, und wickelt das über das Thema Geld ab.
Ein Therapeut hat mal zu mir gesagt "über das Thema Geld drückt sich vieles aus, es geht eigentlich NIE wirklich um das Geld, es geht um etwas ganz anderes, was der eine oder der andere haben oder nicht geben will".
Was könnte das sein in eurem Fall?The original Karla
est. 2006











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15.05.2012, 11:58
AW: Einmal wieder: das Thema "Geld"
Ich vermute, dass es Deinen Mann grundsätzlich stört - und zwar sehr!!! - dass er mehr bezahlt.
Deswegen kommt das Thema bei Auseinandersetzungen auf den Tisch. Wenn er unzufrieden ist, dann fällt ihm das gleich mit ein (natürlich kann es auch ein Machtkampf sein, muss aber nicht).
"Sachliche" Gespräche, wie Du sie eben beschreibst, nutzen da nicht unbedingt.
Jetzt weiß er, wie es Dir geht - aber weißt Du, wie es ihm geht? Das sind nämlich die anderen 50% Eurer Beziehung.
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15.05.2012, 11:58
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15.05.2012, 12:02Inaktiver User
AW: Einmal wieder: das Thema "Geld"
Ja da könnte was dran sein - was kann es sein?
Ist er in seinem Job unzufrieden? Hat er nicht genug zu tun und langweilt er sich sonst?
Wie ist eure Beziehung sonst so? Sex etc. ...


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